Liegeradfahrer im Stadtverkehr

Hallo Experten,

Unfallbeobachtung heute:

Vierspurige Ausfallstraße, Parkspur voll, Radweg, Bürgersteig, Kaufläden. Ich fahr mit dem Auto so fürbaß. Auf dem Radweg ein Liegerad, richtig schnell, etwa so schnell wie der stellenweise zähflüssige Autoverkehr.

Vor mir biegt ein Auto rechts ab, der Fahrer übersieht offensichtlich das Liegerad. Das Auto hat die Radwegspur 10 Meter vor dem Liegerad überquert, das seine Geschwindigkeit nicht verringert. Ich sach noch zu meiner Frau, daß Liegeräder gefährlich sind, weil schnell und niedrig, und dann stockt der Autoverkehr ein bisserl. Als es wieder weiterging, liegen Liegerad und Liegeradfahrer 200 Meter weiter vorn auf dem Radweg, da ist er von einem Auto, das sich aus einer Ausfahrt in den Verkehr hineintastete, übersehen worden und ist ihm an den Schweller der Fahrertür hineingerasselt.

Warum sind Liegeräder nicht dazu verpflichtet, einen Fahnenmast mit gut sichtbarer Boje zu führen?

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

Guten Morgen!

Warum sind Liegeräder nicht dazu verpflichtet, einen
Fahnenmast mit gut sichtbarer Boje zu führen?

Diese Dinger haben aus meiner Sicht auf öffentlichen Straßen nichts verloren. Die Gefahr, übersehen zu werden, ist gewaltig und zudem fehlt dem Liegeradfahrer in seiner tiefen Position der erforderliche Überblick über das Geschehen.

Gruß
Wolfgang

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

Hi,

Radweg, da ist er von einem Auto, das sich aus einer Ausfahrt
in den Verkehr hineintastete, übersehen worden und ist ihm an
den Schweller der Fahrertür hineingerasselt.

sicher ist der Autofahrer trotzdem schuld :wink:
Denn Auto ist ja immer böse!

J~

Hallo,

Was du da zum Besten gibst, sind wieder eine Menge Vorurteil.

Vor mir biegt ein Auto rechts ab, der Fahrer übersieht
offensichtlich das Liegerad.

Hier liegt das Problem. Der Autofahrer hat nicht richtig geschaut! Glaub mir, er hätte auch einen Rennradfahrer übersehen.

Das Auto hat die Radwegspur 10
Meter vor dem Liegerad überquert, das seine Geschwindigkeit
nicht verringert.

Und hier ist der nächste Fehler. Der Liegeradfahrer hätte wie jeder andere Radfahrer auch mit dem verkehrswidrigen Verhalten des Autofahrers rechnen müssen (ist übrigens ein Grund, warum man Parallelradwege möglichst nicht benutzen sollte).

Ich sach noch zu meiner Frau, daß Liegeräder
gefährlich sind, weil schnell

Ein Liegefahrrad ist nicht von sich aus schnell. Nur sind die Fahrer meist gut trainiert. Jedes Rennrad ist bei gleichem Trainigszustand schneller.

und niedrig

wenn ich auf meinem Liegefahrrad sitze, kann ich einem normalen PKW aufs Dach schauen. Liegerad ist nicht gleich Liegerad. Es gibt alles von Sitzhöhen 15 cm bis über 60 cm. Auf einem normalen Tourenliegerad befindet sich der Kopf des Fahrers ungefähr in der gleichen Höhe wie bei einem anderen Fahrrad, wenn man sich über den Lenker beugt.

Warum sind Liegeräder nicht dazu verpflichtet, einen
Fahnenmast mit gut sichtbarer Boje zu führen?

Warum sind Autofahrer nicht verpflichtet auch tagsüber mit Licht zu fahren? Warum werden dunkle Farben bei Autos nicht verboten? Warum dürfen Fußgänger in der Dämmerung dunkelgraue Mäntel tragen? Warum erfinden wir nicht noch 100000 neue Regeln?
Weil jeder für sich selbst verantwortlich ist.

Sei mal ehrlich: Die Situation, die du geschildert hast, kennt jeder Radfahrer, ob Liegerad oder irgendein anderes Rad. Die Autofahrer passen einfach beim Rechtsabbiegen nicht auf. Die Statistiken belegen, dass die Unfallhäufigkeit bei Benutzung eines Parallelradweges ein Vielfaches über der Unfallhäufigkeit bei Benutzung der Strße liegt. Das liegt einfach daran, dass es die Autofahrer nicht in ihre Schädel bekommen, dass sie einen Radweg mit Vorfahrt überqueren (allzu häufig ohne zu blinken).

Gruss, Niels

Hallo Wolfgang,

und zudem fehlt dem Liegeradfahrer in seiner tiefen Position
der erforderliche Überblick über das Geschehen.

ich sagte es bereits im Posting oben: Wenn ich auf meinem Liegerad sitze, kann ich einem normalen PKW (zB Golf) aufs Dach schauen. Da das deiner Argumentation zufolge zu wenig Überblick und ein Grund ist, LRs nicht auf öffentlichen Straßen zuzulassen, dürfte auch kein PKW auf öffentlichen Straßen fahren. Die PKW-Fahrer sitzen einen Kopf tiefer und haben damit erst recht katastrophal wenig Übersicht.

Gruss, Niels

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Hallo Jame~,

Radweg, da ist er von einem Auto, das sich aus einer Ausfahrt
in den Verkehr hineintastete, übersehen worden und ist ihm an
den Schweller der Fahrertür hineingerasselt.

sicher ist der Autofahrer trotzdem schuld :wink:
Denn Auto ist ja immer böse!

erstens glaube ich nicht, dass der Autofahrer sich hineintastete. Denn wenn der Liegeradler so schnell war, wie von Wolfgang beschrieben, dann wäre er während des Hineintastens schon durchgefahren gewesen.

Zweitens hat Niels schon alles weitere gesagt: Das Gefährliche an der Situation war der rechts liegende Parallel-Radweg.

Gruß, Karin

Der Autofahrer ist nicht schuld, weil er böse ist, sondern weil er dem Radfahrer die Vorfahrt genommen hat!!!

Gruß, Quendi

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi,

Der Autofahrer ist nicht schuld, weil er böse ist, sondern
weil er dem Radfahrer die Vorfahrt genommen hat!!!

achso, das habe ich dann natürlich ganz falsch verstanden. Dann hat natürlich der Autofahrer schuld! :wink:

J~

Hi Wolfgang,

Diese Dinger haben aus meiner Sicht auf öffentlichen Straßen
nichts verloren. Die Gefahr, übersehen zu werden, ist gewaltig

wenn du von Radwegen (bzw. deren BenutzungsPFLICHT) reden würdest, dann hättest du vollkommen recht.

Alles Gute wünscht
Michael

Guten Morgen!

Diese Dinger haben aus meiner Sicht auf öffentlichen Straßen
nichts verloren. Die Gefahr, übersehen zu werden, ist gewaltig
und zudem fehlt dem Liegeradfahrer in seiner tiefen Position
der erforderliche Überblick über das Geschehen.

Gruß
Wolfgang

Wieviele km hast du schon am Liegerad gefahren, weil du das so genau weisst?

LG
Christof

Hallo Experten,

Unfallbeobachtung heute:

die geschilderte Situation beweist nur eines:

Radwege sind gefährlich!

LG
Christof

Hallo,

Was du da zum Besten gibst, sind wieder eine Menge Vorurteil.

richtig

Das Auto hat die Radwegspur 10
Meter vor dem Liegerad überquert, das seine Geschwindigkeit
nicht verringert.

Und hier ist der nächste Fehler. Der Liegeradfahrer hätte wie
jeder andere Radfahrer auch mit dem verkehrswidrigen Verhalten
des Autofahrers rechnen müssen (ist übrigens ein Grund, warum
man Parallelradwege möglichst nicht benutzen sollte).

richtig, sind saugefährlich - besonders, wenn man schnell ist (schnell heisst hier ca. halb so schnell wie der Auto-Fließverkehr)

Ich sach noch zu meiner Frau, daß Liegeräder
gefährlich sind, weil schnell

Ein Liegefahrrad ist nicht von sich aus schnell. Nur sind die
Fahrer meist gut trainiert. Jedes Rennrad ist bei gleichem
Trainigszustand schneller.

falsch - kommt aufs Rad an. Mit meinem Baron bin ich schneller, mit dem Toxy nicht.

und niedrig

wenn ich auf meinem Liegefahrrad sitze, kann ich einem
normalen PKW aufs Dach schauen. Liegerad ist nicht gleich
Liegerad. Es gibt alles von Sitzhöhen 15 cm bis über 60 cm.
Auf einem normalen Tourenliegerad befindet sich der Kopf des
Fahrers ungefähr in der gleichen Höhe wie bei einem anderen
Fahrrad, wenn man sich über den Lenker beugt.

das ist schon ein sehr hohes Liegerad. Mein Toxy hat gut 50cm Sitzhöhe und mein Kopf ist dann etwas höher als der eines Golffahrers.

Warum sind Liegeräder nicht dazu verpflichtet, einen
Fahnenmast mit gut sichtbarer Boje zu führen?

Warum sind Autofahrer nicht verpflichtet auch tagsüber mit
Licht zu fahren? Warum werden dunkle Farben bei Autos nicht
verboten? Warum dürfen Fußgänger in der Dämmerung dunkelgraue
Mäntel tragen? Warum erfinden wir nicht noch 100000 neue
Regeln?
Weil jeder für sich selbst verantwortlich ist.

Sei mal ehrlich: Die Situation, die du geschildert hast, kennt
jeder Radfahrer, ob Liegerad oder irgendein anderes Rad. Die
Autofahrer passen einfach beim Rechtsabbiegen nicht auf. Die
Statistiken belegen, dass die Unfallhäufigkeit bei Benutzung
eines Parallelradweges ein Vielfaches über der
Unfallhäufigkeit bei Benutzung der Strße liegt. Das liegt
einfach daran, dass es die Autofahrer nicht in ihre Schädel
bekommen, dass sie einen Radweg mit Vorfahrt überqueren (allzu
häufig ohne zu blinken).

kann ich unterschreiben…

LG
Christof

Hi Christof,

falsch - kommt aufs Rad an. Mit meinem Baron bin ich
schneller, mit dem Toxy nicht.

gutgutgutguttt. Ich verbessere mich: ich spreche von einem Tourenlieger. :smile:)

und niedrig

wenn ich auf meinem Liegefahrrad sitze, kann ich einem
normalen PKW aufs Dach schauen. Liegerad ist nicht gleich
Liegerad. Es gibt alles von Sitzhöhen 15 cm bis über 60 cm.
Auf einem normalen Tourenliegerad befindet sich der Kopf des
Fahrers ungefähr in der gleichen Höhe wie bei einem anderen
Fahrrad, wenn man sich über den Lenker beugt.

das ist schon ein sehr hohes Liegerad.

Ist ne StreetMachine GT. 60 cm. Erreiche auf Ebene einen Dauerschnitt von gut 30 km/h. Vielleicht mal bei Haasies Radschlag nachfragen, ob ich die Baron oder die Speedmachine noch ausleihen kann. Bei dem schönen Wetter.

Gruß, Niels

Servus Niels,

das ist schon ein sehr hohes Liegerad.

Ist ne StreetMachine GT. 60 cm. Erreiche auf Ebene einen
Dauerschnitt von gut 30 km/h. Vielleicht mal bei Haasies

wow - da bist du verdammt schnell!

Radschlag nachfragen, ob ich die Baron oder die Speedmachine
noch ausleihen kann. Bei dem schönen Wetter.

sind nicht wirklich vergleichbar, wenn schon, dann Speedmachine und S-Comp von Flux!

Christof, träumt von Z-pro oder Velokraft…

Ein Liegefahrrad ist nicht von sich aus schnell. Nur sind die
Fahrer meist gut trainiert. Jedes Rennrad ist bei gleichem
Trainigszustand schneller.

Als Rennradfahrer kann ich nur sagen: Trugschluss. . .

Hi,

Der Autofahrer ist nicht schuld, weil er böse ist, sondern
weil er dem Radfahrer die Vorfahrt genommen hat!!!

achso, das habe ich dann natürlich ganz falsch verstanden.
Dann hat natürlich der Autofahrer schuld! :wink:

ja sicher, Hauptschuld - oder sind Radfahrer keine Verkehrsteilnehmer?

Christof, immer sauer, wenn durchklingt, dass alles was brummt und stinkt Vorrang hat…

Ich fahre auch einen „Langlieger“. In der Stadt ist das Ding kaum zu gebrauchen. Großer Wendekreis. Bin in schmalen Straßen schon mit den Füßen auf der anderen Straßenseite bevor ich sehen kann, ob ein Auto kommt.
Über Land fahre läßt sich damit prima. Nur läßt sich nicht vermeiden, daß man außer auf stillen Wegen in Feld und Flur auch mal durch den Verkehr eines Städtchens muß.
Zur eigenen Sicherheit habe ich ein Fähnchen (Wie bei Kinderrädern) angebracht.

Zur eigenen Sicherheit habe ich ein Fähnchen (Wie bei
Kinderrädern) angebracht.

Das müsste IMHO richtig heissen: „Zur eigenen Beruhigung habe ich ein Fähnchen…“
Gerade die Langlieger sind ja keine tiefen Räder - der Fahrer sitzt also ca. in Augenhöhe zu jedem Normal-PKW. Wer sowas übersieht, übersieht auch einen Traktor!
Leider ist es meist eine Schutzbehauptung des Autofahrers zur Schuldabweisung, wenn er/sie einmal einen übersehen haben: „der ist ja sooo tief…“. Tatsächlich hat er/sie dann einfach nicht geschaut. Es werden ja auch Motorradfahrer und Autos übersehen, trotz permanentem Licht. Bei Motorrädern ist das sogar eine der Hauptunfallursachen…

Liege Grüße,
Christof, Sicherheitswimpel für Ferrari- und Porschefahrer!

Hallo,

Ich fahre auch einen „Langlieger“. In der Stadt ist das Ding
kaum zu gebrauchen. Großer Wendekreis. Bin in schmalen Straßen
schon mit den Füßen auf der anderen Straßenseite bevor ich
sehen kann, ob ein Auto kommt.

man sollte vielleicht dazu sagen, dass beim Langlieger das Vorderrad noch vor der Tretkurbe ist. Dieser Typ Liegerad wird aus den von dir genannten Gründen (und noch anderen) nur noch selten verkauft. Zumal die Vorteile (zB besserer Geradeauslauf) gegenüber den Kurzlieger (Vorderrad ungefähr unter den Knien) durch konstruktive Maßnahmen bei den Kurzliegern nicht mehr so sehr ins Gewicht fallen. Wer zB einmal eine Flux S600 gefahren ist, weiss, dass auch bei Liegerädern ein Wendekreis wie bei einem normalen Fahrrad zu erreichen ist. Das ganze ohne dass das Fahrrad ein nervöses Fahrverhalten an den Tag legt.
Was bleibt, ist die längere Frontpartie als beim Normalrad. Das ließe sich nur umgehen, indem man auf dem Bauch liegt und wer will das schon.

Gruss, Niels

Hallo,

Diese Dinger haben aus meiner Sicht auf öffentlichen Straßen
nichts verloren. Die Gefahr, übersehen zu werden, ist gewaltig

wenn du von Radwegen (bzw. deren BenutzungsPFLICHT) reden
würdest, dann hättest du vollkommen recht.

Stimmt. Die war ja auch an diesem Unfall mitschuldig.

Gruß,

Sebastian