Wieso sagt man eigentlich bei einem Kleidungsstück ‚links‘ und ‚rechts‘, wenn man falsch-herum und richtig-herum meint?
Z.B.: „Du hast das T-Shirt auf Links“.
Etwas Ähnliches:
Eine Bekannte von mir benutzt die Ausdrücke ‚unten‘ und ‚oben‘, wenn sie an einer (ebenen!) Straße steht, und nach links bzw. rechts schaut.
Z.B. „Achtung, da kommt ein Auto von oben.“
*guckindieluft–hä?*
Tja das ist eine sehr gute Frage *g*
Bei uns ist das auch üblich…hab mir darüber noch nie Gedanken gemacht…das ist genau so wenn man sagt „wir fahren runter nach München“ zum Beispiel…obwohl es geographisch kein unten und oben gibt…bzw. „hoch an die See“ Zumal die See ja „höhenmäßig“ tiefer liegt als Mitteldeutschland :o)
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Wieso sagt man eigentlich bei einem Kleidungsstück ‚links‘ und
‚rechts‘, wenn man falsch-herum und richtig-herum meint?
Hallo, Markuss,
rechts ist aus dem adverbialen Genitiv von „recht“ entstanden. Und „recht“ bedeutet eben u.a. „gerade, richtig“
Das führt dann geradewegs zum Gegensatz „link“ der demzufolge die Bedeutungen „ungeschickt, unrichtig, falsch“.
Auch der Begriff „linkisch“ für „ungeschickt“ bringt diese gedankliche verbindung zum Ausdruck.
Ein Hemd, das man „linksrum“ trägt, wird eben einfach „falsch herum“ getragen.
Gruß
Eckard
Hallo, Markuss,
rechts ist aus dem adverbialen Genitiv von „recht“ entstanden.
Und „recht“ bedeutet eben u.a. „gerade, richtig“
Das führt dann geradewegs zum Gegensatz „link“ der demzufolge
die Bedeutungen „ungeschickt, unrichtig, falsch“.
Auch der Begriff „linkisch“ für „ungeschickt“ bringt diese
gedankliche verbindung zum Ausdruck.
Ein Hemd, das man „linksrum“ trägt, wird eben einfach „falsch
herum“ getragen.
Gruß
Eckard
Huhu,
wie zum Teufel sind die dann darauf gekommen, dass „rechts“ rechts ist - bei den verschiedenen Seiten, wenn es gerade und richtig heißt…???
Bei den Anziehsachen oki ist es nachvollzieh bar… eigentlich eine logische Erklärung.
wie zum Teufel sind die dann darauf gekommen, dass „rechts“
rechts ist - bei den verschiedenen Seiten, wenn es gerade und
richtig heißt…???
Hallo, Syd,
die Mehrzahl der Menschen ist rechtshändig, bevorzugt also zum Hantieren mit allerlei Gegenständen die rechte Hand. Und das, was „alle“ tun ist schon einmal von Vornherein „richtig“.
Die „Linkstapse“ handhaben das Werkzeug, die Waffe usw. eben einfach nicht richtig, nicht recht.
Grüße
Eckard
[…] das ist genau so wenn man sagt „wir fahren
runter nach München“ zum Beispiel…obwohl es geographisch
kein unten und oben gibt…bzw. „hoch an die See“ Zumal die
See ja „höhenmäßig“ tiefer liegt als Mitteldeutschland :o)
Wie auch immer, aber beim Blick auf eine Windrose befindet sich Norden nun mal „oben“ (… hoch an die Nordsee) und Süden „unten“ (… runter nach München).
und politisch??
Tag,
ähem das heißt dann politisch, daß die Linken halt linkisch oder falsch sind und die rechten das richtige vertreten.
Nun ich dachte an dem Punkt immer, daß das was mit der Sitzordnung in irgendeinem Parlament zu tun hatte.
Aber jetzt komm ich doch ins Grübeln.
War das Zufall, daß die staatstragenden richtigen dann rechts saßen oder Absicht das diese Revoluzzer sich auf die ungeschickte, falsche linke Seite setzen mußten??
Läßt sich sowas noch klären?
Gruß
Kerstin
Mir fällt gerade auf, daß die Begriffe ja weltweit (?) so benutzt werden, welches Parlament könnte das dann wohl gewesen sein?
Meine Beobachtung ist, dass die wenigsten Leute in
Alltagssituationen «orientiert» sind, also eine klare
Vorstellung davon haben, in welcher Richtung z.B. Norden
liegt. Viele können sich nicht einmal mit Hilfe der Sonne
orientieren, weil sie schon gar nicht wissen, dass sie von
Osten über Süden nach Westen zieht.
Also können sie auch nicht eine Himmelsrichtung meinen, wenn
sie «Auto von oben» oder so etwas sagen. Sonst müsste es ja
ein andres Mal heissen: «Fussgänger mit Kind im Südwesten» –
und sowas sagt höchstens ein Berufspilot.
Ich finde es auch völlig daneben, dass es am Tisch meistens
heisst: «Gibst du mir die Butter herauf?» oder «Schiebst du
mir den Zucker herab?». Ich frage manchmal zurück, wieso ich
unten und die fragende Person oben bin (oder umgekehrt).
Die einzig sinnvolle Formulierung wäre doch: «Gibst du mir
bitte … hinüber?».
die Mehrzahl der Menschen ist rechtshändig, bevorzugt also zum
Hantieren mit allerlei Gegenständen die rechte Hand. Und das,
was „alle“ tun ist schon einmal von Vornherein „richtig“.
Die „Linkstapse“ handhaben das Werkzeug, die Waffe usw. eben
einfach nicht richtig, nicht recht.
Hm verdammt gute Argumente :o)
Aber da sieht man mal wieder, was durch Vorurteile bewirkt wird…*g*
doch, wenn du eine landkarte ansiehst, liegt süddeutschland unten, du „fährst“ mit dem finger hoch und runter. und münchen liegt unten.
bei einer europakarte und einer reise von z.b. italien über die alpen fährt man dann hoch nach münchen.
Tja das ist eine sehr gute Frage *g*
Bei uns ist das auch üblich…hab mir darüber noch nie
Gedanken gemacht…das ist genau so wenn man sagt „wir fahren
runter nach München“ zum Beispiel…obwohl es geographisch
kein unten und oben gibt…bzw. „hoch an die See“ Zumal die
See ja „höhenmäßig“ tiefer liegt als Mitteldeutschland :o)
Hi,
ist alles sehr subjektiv, ich habe schon Einige gehört, die
nach Wien „hinauf“
nach Wien „hinunter“
nach Wien „hinein“
nach Wien „hinaus“
gefahren sind.
Im Gegensatz dazu fahre ich aber
nach Wien „heim“
Die einzig sinnvolle Formulierung wäre doch: «Gibst du mir bitte … hinüber?».
ich weiß nicht, wie der Sprachgebrauch in der Schweiz ist. Im Deutschen sage ich „zu mir her“ oder „zu Dir hin“. Nördlich der Linie Kassel-Dortmund hört man allerdings schon mal „Komm sofort hierhin!“.
Ich finde es auch völlig daneben, dass es am Tisch meistens
heisst: «Gibst du mir die Butter herauf?» oder «Schiebst du
mir den Zucker herab?». Ich frage manchmal zurück, wieso ich
unten und die fragende Person oben bin (oder umgekehrt).
Hallo, Rolf,
heutzutage ist das sicher nicht mehr angemessen (bei uns ist der Eßtisch eh rund
Aber früher, bei den langen Tafeln an Fürstenhöfen, später auch bei den Bürgerfamilien, war das schon von Bedeutung, wo man Platz nehmen durfte, ob „oben“ in der Nähe des Höhergestellten, der selbstverständlich das „Kopfende“ des Tisches für sich beanspruchte („Wo ich sitze, ist oben!“) oder „unten“ beim gemeinen Fußvolk (meist saß da der Pfarrer und das übrig Gesinde(l)).
Ob es eine schweizerische Eigenheit ist, dies gern und oft
durcheinander zu bringen, weiss ich nicht.
Es könnte aber gut sein, weil es diese Differenbiereung
zumindest in meinem Basler Dialekt nicht gibt! Man sagt
«übere» für beide Richtungen.
Das kenne ich schon, zumal ich einmal in einem irischen
Schloss an der ellenlangen Eichentafel zur Rechten der
Schlossherrin speisen durfte (meine Partnerin am anderen Ende
zur Rechten des Schlossherrn – wir hätten fast einen
Feldstechen gebraucht …).
Der Sprachgebrauch, über den ich mich mokiert habe, hat eben
längst keinen Bezug mehr zur Form des Tisches und zur
Sitzordnung. Man hört es genauso auch am runden Tisch.
ich dachte immer, es sei das französische Parlament bei der Revolution 1789 gewesen:
_2. Geschichte der Links-Rechts-Unterscheidung
2.1 Ursprung
Das Aufkommen der Links-Rechts-Unterscheidung im Sinne politischer Richtungsbegriffe wird auf die französische Nationalversammlung von 1789 zurückgeführt. Dadurch blieb die Sitzordnung nicht länger das Spiegelbild festgefügter gesellschaftlicher Hierarchien, sondern brachte bald die Dynamik politischer-ideologischer Auseinandersetzungen zum Ausdruck. Es entstand eine Spaltung in zwei gegnerische Lager der Nationalversammlung: „le côté gauche“ mit entschieden revolutionärer Stossrichtung und „le côté droite“ mit mehr zurückhaltenden, der Monarchie freundlich gesinnten Vorstellungen. Bald wurden die räumlichen Adjektive „links“ und „rechts“ substantiviert und man sprach nun einfach von „la droite“ und „la gauche“. Innerhalb dieser Lager bildeten sich wiederum Flügelgruppen: „l’extrémité gauche“ und „l’extrémité droite“.
Die sich allmählich ausbildenden Sprachkonventionen konnten sich jedoch aufgrund der turbulenten Entwicklung der Revolution nicht fest verwurzeln. Die Machtübernahme der Jakobiner hatte eine rigorose Beschneidung des als legitim geltenden politischen Spektrums zur Folge. Zu Beginn der Restaurationsphase wirkte die Erlahmung noch fort. Nach den Wirren der ersten hundert Tage erneuerte sich das politische Leben im Jahre 1814 rasch. Erst jetzt konnte sich die bereits im ersten Jahr der Grossen Revolution entfaltete, an der parlamentarischen Sitzordnung anknüpfende Geographie revitalisieren. Dies geschah aber in etwas veränderten Formen: Zwischen die Lager der „Rechten“ und der „Linken“ trat eine auf Ausgleich setzende, gemässigt-monarchisch orientierte Mitte („centre“). Man sprach nach wie vor von den „extrémités“, nun aber auch von „extrême gauche“ und „extrême droite“. Bereits vor 1820 gehörte das Kontinuum extrême droite - droite modérée - centre droite - centre gauche - gauche modérée - extrême gauche (Ultraroyalisten - gemässigte Konservative - Liberale - Radikale/Demokraten - Sozialisten) zum festen politischen Sprachgebrauch._