Live-Übersetzung

Hallo,
ich habe mir gestern die Rede zum Amtsantritt von Barack Obama live im Fernsehen angeschaut.
Ich frage mich, wie die Leistung des Übersetzers für das Fernsehpublikum zu erklären ist.
Der Text ist verhältnismäßig komplex mit teilweise langen, verschachtelten Sätzen.
Wie kann ein Übersetzer den Worten Obamas zuhören, gleichzeitig das Übersetzte aussprechen und schon wieder die neuen Worte aufnehmen.
Teilweise hinkte der Übersetzer einen ganzen Satz hinter Obama her und konnte nur in den Redepausen aufholen.
Meine Ansätze:
a.) Die Rede ist im Voraus bekannt (eher unwahrscheinlich)
b.) Die Rede wird von Helfern aufgeschrieben und der Übersetzer ließt dann ab
zu b.) setzt voraus, dass der Schreiber und der Übersetzer beide eine Kurzschrift verwenden
der Übersetzer muss dann von Kurzschrift direkt ins Deutsche übersetzen
c.) Der Übersetzer ist wirklich so gut und kann aus dem Stand heraus eine solche Rede in Echtzeit übersetzen
Wer kennt sich da aus und kann kurz beschreiben wie das bei einer so wichtigen Veranstaltung abläuft?
Danke

Guten Morgen,

Ich frage mich, wie die Leistung des Übersetzers für das
Fernsehpublikum zu erklären ist.

Das ist kein Übersetzer, sondern ein Dolmetscher.

Der Text ist verhältnismäßig komplex mit teilweise langen,
verschachtelten Sätzen.

Deshalb werden Dolmetscher auch recht gut bezahlt, und für so etwas wie die Rede von Obama kommen natürlich nur die Besten in Frage.

Wie kann ein Übersetzer den Worten Obamas zuhören,
gleichzeitig das Übersetzte aussprechen und schon wieder die
neuen Worte aufnehmen.

Das ist es, was das Dolmetschen ausmacht, und deswegen ist es auch nicht ganz einfach. Man muss mehrere Dinge gleichzeitig machen können. Zwar bin ich (leider) keine Dolmetscherin geworden, aber ich kann z.B. immerhin während einer Vorlesung Vokabeln lernen, die mit der Vorlesung gar nichts zu tun haben.

a.) Die Rede ist im Voraus bekannt (eher unwahrscheinlich)

Würde ich gar nicht mal sagen. Allerdings kann man natürlich nicht davon ausgehen, dass so ein Politiker sich dann ohne jegliche Abweichungen an sein Skript hält.

b.) Die Rede wird von Helfern aufgeschrieben und der
Übersetzer ließt dann ab

Wozu soll das denn gut sein???

zu b.) setzt voraus, dass der Schreiber und der Übersetzer
beide eine Kurzschrift verwenden

Ja klar, und der Dolmetscher kann dann das Steno des unnötigen Helfers nicht lesen und übersetzt die Rede von Obama falsch. Der Dolmetscher ist doch nicht taub und kann selber hören, was Obama sagt! Er braucht keinen „Souffleur“.

c.) Der Übersetzer ist wirklich so gut und kann aus dem Stand
heraus eine solche Rede in Echtzeit übersetzen

Davon wird auszugehen sein, dass der DOLMETSCHER wirklich so gut ist.

Schöne Grüße

Petra

Hi,

der Text der Rede lag in der übersetzten Fassung vor. In der Übertragung des ZDF hat Steffen Seibert das zu Beginn am Rande erwähnt, wollte aber natürlich dem Redner nicht vorgreifen. Es war aber schon erstaunlich, wie schnell nach der Rede die Kommentatoren die wichtigsten Aussagen formuliert hatten. Die hatten den Text vorher studiert und ihre Kommentare bereits fertig, als Obama zu sprechen begann.
Während der Rede wurde der Text der Übersetzung verlesen. Kein Simultandolmetscher kriegt eine so flüssige Übersetzung hin, da Englisch und Deutsch z.T. unterschiedlichen Satzbau haben. An einigen Stellen meine ich auch bemerkt zu haben, daß der deutsche Text dem englischen voraus war.
Ob der deutsche Text die exakte Übersetzung dessen war, was Obama (offensichtlich ohne Konzept!) tatsächlich gesagt hat, kann man wohl erst nach ausführlichem Studium beider Texte sagen. Ich vermute, im Detail gibt es kleine Abweichungen.

Gruß
Cassius

Moin,
wenn dich die Leistungen eines Dolmetschers interessieren, dann fang mal hier mit dem Sammeln von Informationen an http://de.wikipedia.org/wiki/Dolmetschen
und dann googelst Du weiter.

Wer kennt sich da aus und kann kurz beschreiben wie das bei
einer so wichtigen Veranstaltung abläuft?

Die Vereidigung eines US-Präsidenten ist keine wichtige Veranstaltung, sondern eine Show.

Pit

Der Dolmetscher hat ein Headset auf. Er hoert ueber die Lautsprecher das gesprochene Wort von Obama und uebersetzt dann in das Mikro. Er hoert sich also nicht (oder nur sehr leise). Somit kann er sprechen und weiterhin zuhoeren was Obama sagt. Ferner weiss er nicht erst seit gestern dass er die Rede uebersetzen wird und hat sich vorbereitet: Er hat die letzten 20 Reden von Obama analysiert, kennt seinen Stil, sein Vokabular und weiss, dass er bei seiner Antrittsrede nicht ueber den Geburtsag seiner Oma reden wird. Sicherlich gibt es ein Skript aus der Pressestelle welche Punkte er „abarbeiten“ wird wenngleich der genaue Wortlaut geheim bleibt. So hat der Dolmetscher eine Orientierungshilfe und weiss worum es gleich gehen wird.

Wenn Du in zwei Sprachen auf Muttersprachlerniveau bist (was Dolmetscher von dem Kaliber sind) ist das zwar anspruchsvoll, aber nicht „schwer“. Wenn Du natuerlich jedes 10. Wort im Langenscheidt nachschlagen musst, wirst Du gar nicht erst Dolmetscher. Und es ist sicher wesentlich einfacher einen Obama von Englisch auf Deutsch zu dolmetschen als eine Nina Hagen in einer Talkshow in die andere Richtung.

Was meinst Du, wie schwierig es war, den Bundeskanzler Hohl zu übersetzen?
Mit seinen wolkigen, unkonkreten Sätzen hat er den Dolmetschrn regelmäßig Schweißperlen auf die Stirn getrieben.

Gruß - Rolf

Hallo Richi,

der Beruf dieser Menschen nennt sich Simultandolmetscher http://de.wikipedia.org/wiki/Simultandolmetschen
Das ist ein Studium und alles in allem eine sehr anspruchsvolle Tätigkeit.

In Bereichen, wo Meschen mit vielen Sprache zusammenkommen und verhandeln/reden (z.B. die UN oder das Europäische Parlament), tritt diese Spezie gehäuft auf :wink:

Solche Reden sind für versierte Exemplare der Zunft eine eher kleine Herausforderung.

Je nach Exotik der Sprache kann es passieren, daß eine bestimmte Kombination nicht angeboten wird, z.B. nach der Aufnahme einiger östlicher Länder in die EU. Dann gibt es Brükendolmetschen.
Einer kann z.B. die Kombination Litauisch Deutsch nicht, wohl aber Französisch Deutsch. Es gibt aber einen Dolmetscher Litauisch Französisch. Dann klinkt sich der Übersetzer F/D in die Übersetzung Litauschisch Französisch ein und übersetzt die Übersetzung ins Deutsche.
Zwar nur ein Notnagel, aber es geht.

Bei ‚normaler‘ Sprache ist das Dolmetschen gar nicht mal sooo schwer, kompliziert wird es, wenn sich Spezialisten treffen und Fachtexte simultan übersetzt werden müssen, z.B. Juristenkrams bei Gesetzeslesungen.

Gandalf

Hallo Kasi,

Wenn Du in zwei Sprachen auf Muttersprachlerniveau bist (was
Dolmetscher von dem Kaliber sind)

Müssen sie nicht. Nur die sog. Zielsprache (in diesem fall, also Deutsch) MUß die Muttersprache sein. Allerdings dolmetschern beherrschen die sog. Quellsprache so gut, daß sie sich (fast) so gut ausdrücken wie in die eigene Muttersprache. Das macht aber nicht daraus eine weitere Muttersprache.

Und, selbstverständlich, man müsste hier genau definieren was eine Muttersprache ausmacht im Vergleich zu einer ausgesprochen, exzellent gelernten und angewendeten Sprache… Aber das ist ja ein ganz anderes Thema.

ist das zwar anspruchsvoll, aber nicht „schwer“.

Ich kenne, in diesem Zusammenhang nicht, den Unterschied zwischen „anspruchsvoll“ und „schwer“.

Wenn Du natuerlich jedes 10. Wort im
Langenscheidt nachschlagen musst, wirst Du gar nicht erst
Dolmetscher.

Doch, das kannst du. Man lernt das. U.a. z.B. in dem man eben nicht das Wörterbuch verwendet. Das ist fürs Dolmetschen den falschen Aufsatz. Aber wie gesagt, das kann man lernen.

Und es ist sicher wesentlich einfacher einen
Obama von Englisch auf Deutsch zu dolmetschen als eine Nina
Hagen in einer Talkshow in die andere Richtung.

Wieso? Das sehe ich nicht unbedingt so. Denn was Nina Hagen in einem Talkshow zu sagen hat, ist nicht einmal ein Zehntel so wichtig und wird davor und danach nicht so geprüft, studiert, analysiert, verglichen und Gewicht beigemessen, wie bei einem Präsidenten. Geschweige denn die grammatikalischen Strukturen die beiden verwenden (Angefangen von Satzbau bis hin zum Wortschatz über Redewendungen, Zwischendeutungen, Wortspiele, usw usf…)

Das ist nur meine Meinung.

Liebe Grüße,
Helena

Hallo,

Wenn Du in zwei Sprachen auf Muttersprachlerniveau bist (was
Dolmetscher von dem Kaliber sind)

Müssen sie nicht. Nur die sog. Zielsprache (in diesem fall,
also Deutsch) MUß die Muttersprache sein. Allerdings
dolmetschern beherrschen die sog. Quellsprache so gut, daß sie
sich (fast) so gut ausdrücken wie in die eigene Muttersprache.
Das macht aber nicht daraus eine weitere Muttersprache.

Das hat Kasi auch nicht geschrieben, sondern "Muttersprachler niveau. Das ist etwas anderes.

ist das zwar anspruchsvoll, aber nicht „schwer“.

Ich kenne, in diesem Zusammenhang nicht, den Unterschied
zwischen „anspruchsvoll“ und „schwer“.

„Anspruchsvoll“ = eine Aufgabe, die ganz spezielles Training und Begabung braucht, aber für denjenigen, der diese Ausbildung genossen hat, ist die Aufgabe nicht als solches schwer (es gibt jedoch leichte und schwere Aufträge innerhalb des gesamten Aufgabenbereiches, also z.B. eine Smalltalksituation zwischen Politikern im Vergleich zu einem Vortrag über existentielle Philosophie).

Doch, das kannst du. Man lernt das.

Und dann braucht man es nicht mehr, denn dann IST man Dolmetscher. DAS hat Kasi geschrieben.

Und es ist sicher wesentlich einfacher einen
Obama von Englisch auf Deutsch zu dolmetschen als eine Nina
Hagen in einer Talkshow in die andere Richtung.

Wieso? Das sehe ich nicht unbedingt so. Denn was Nina Hagen in
einem Talkshow zu sagen hat, ist nicht einmal ein Zehntel so
wichtig und wird davor und danach nicht so geprüft, studiert,
analysiert, verglichen und Gewicht beigemessen, wie bei einem
Präsidenten.

Ob wichtig oder nicht, hat ein Dolmetscher nicht zu entscheiden. Der jeweilige Job ist immer wichtig.
Und geprüft und analysiert wird NICHT der Text, den der Dolmetscher in einer Simultanübersetzung gesprochen hat, sondern der Text, der dann in einer Übersetzung oder im Original zur Verfügung steht.

Geschweige denn die grammatikalischen Strukturen
die beiden verwenden (Angefangen von Satzbau bis hin zum
Wortschatz über Redewendungen, Zwischendeutungen, Wortspiele,
usw usf…)

Genau hier ist das, was Kasi sagen wollte: ausgefeilte Politikerreden sind wesentlich leichter zu übersetzen, wie Slang oder ungeprobtes Reden mit Pausen, abgebrochenen Sätzen, usw.
Schwierigkeit beim Übersetzen hat nichts mit Tiefgang von Gedanken zu tun.

Gruß
Elke

PS: Das ist nicht nur meine Meinung. Das ist die Zusammenfassung aus Studium und Erfahrung.

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Hallo,

Müssen sie nicht. Nur die sog. Zielsprache (in diesem fall,
also Deutsch) MUß die Muttersprache sein. Allerdings
dolmetschern beherrschen die sog. Quellsprache so gut, daß sie
sich (fast) so gut ausdrücken wie in die eigene Muttersprache.
Das macht aber nicht daraus eine weitere Muttersprache.

Das hat Kasi auch nicht geschrieben, sondern
"Muttersprachler niveau. Das ist etwas
anderes.

Bitte kannst du mir den Unterschied erklären zwischen dem was ich gesagt (siehe was ich gelassen habe) habe und das was Du jetzt sagst? Oder mit anderen worten: Was ist den Unterschied zwischen „Muttersprachlerniveau“ und das was ich beschrieben habe? Ich sehe nämlich keinen.

„Anspruchsvoll“ = eine Aufgabe, die ganz spezielles Training
und Begabung braucht, aber für denjenigen, der diese
Ausbildung genossen hat, ist die Aufgabe nicht als solches
schwer

Das erklärt mir nicht den Unterschied hier zwischen „anspruchsvoll“ und „schwer“. Oder wie wir in Spanien sagen: „Das zu definierenden Wort darf nicht in die Definierung vorkommen“ (siehe das Wort „schwer“)
Oder, wieder mit anderen Wörtern: Was ist in diesem Fall „schwer“?

(es gibt jedoch leichte und schwere Aufträge innerhalb
des gesamten Aufgabenbereiches, also z.B. eine
Smalltalksituation zwischen Politikern im Vergleich zu einem
Vortrag über existentielle Philosophie).

Ich wette für einen Philosoph, der auch Übersetzer Studium hat, wird das keineswegs zutreffen. Und slbiges für Menschen, die sich für Philosophie interessieren und/oder damit beschäftigen.

Doch, das kannst du. Man lernt das.

Und dann braucht man es nicht mehr, denn dann IST man
Dolmetscher. DAS hat Kasi geschrieben.

Nein. Er hat geschrieben „Wenn Du natuerlich jedes 10. Wort im
Langenscheidt nachschlagen musst, wirst Du gar nicht erst
Dolmetscher.“
Für mich bedeutet das, daß man wenn man so etwas macht (also alle 10 worter nachschlagen) wird man nie wieder Dolmetscher und ich habe gesagt, daß dies trifft nicht zu, weil man das studieren kann. (Und somit lernt man das Wörterbuch nicht zu konsultieren).

Ob wichtig oder nicht, hat ein Dolmetscher nicht zu
entscheiden.

Das ist klar. Aber was geprüft, gewichtet, studiert usw. ist eben genau diese Übersetzung. Und das allein deshalb weil die Leute die in dem jeweiligen Land dafür zuständig sind, nicht unbedingt Englisch können.

Der jeweilige Job ist immer wichtig.

Das ist eindeutig. Kein Thema.

Und geprüft und analysiert wird NICHT der Text, den der
Dolmetscher in einer Simultanübersetzung gesprochen hat,
sondern der Text, der dann in einer Übersetzung oder im
Original zur Verfügung steht.

s.o.

Geschweige denn die grammatikalischen Strukturen
die beiden verwenden (Angefangen von Satzbau bis hin zum
Wortschatz über Redewendungen, Zwischendeutungen, Wortspiele,
usw usf…)

Genau hier ist das, was Kasi sagen wollte: ausgefeilte
Politikerreden sind wesentlich leichter zu übersetzen, wie
Slang oder ungeprobtes Reden mit Pausen, abgebrochenen Sätzen,
usw.
Schwierigkeit beim Übersetzen hat nichts mit Tiefgang von
Gedanken zu tun.

Zum übersetzen spielen die Redepausen absolut keine Rolle.
Und daß jede Arbeit in diesem Bereich gründliche Vorbereitung bedarf,
dürfte auch klar sein. Will heissen: Wenn XY weiß, daß sie eine Rede im Slang in einem Talkshow zu dolmetschen hat, wird sich das gründlich vorbereiten, so daß der Slang kein problem mehr sein wird. Und erst recht nicht die Pausen. Ausserdem in einer Rede wie die gestrige (als Beispiel) sind allein die Satzstrukturen (als Beispiel) wesentlich schwieriger sein wie bei der Talkshow, aber ganuso den wortschatz, der allein wegen den sog. „Ghostwriters“ wesentlich reicher ist als in so eine Sendung.

Gruß, Helena

Simultandolmetschen
Hallo Helena,

Müssen sie nicht. Nur die sog. Zielsprache (in diesem fall,
also Deutsch) MUß die Muttersprache sein. Allerdings
dolmetschern beherrschen die sog. Quellsprache so gut, daß sie
sich (fast) so gut ausdrücken wie in die eigene Muttersprache.
Das macht aber nicht daraus eine weitere Muttersprache.

Dein vehementer Widerspruch „müssen sie nicht“ ist überflüssig, weil „auf Muttersprachniveau“ genau das bedeutet, was Du als „sich (fast) so gut ausdrücken wie in die eigene Muttersprache“ bezeichnest. Um ein erfolgreicher Simultandolmetscher zu sein, muss man in beiden beteiligten Sprachen Fähigkeiten (fast) wie ein Muttersprachler haben, also hat man Muttersprachlerniveau.

Ich kenne, in diesem Zusammenhang nicht, den Unterschied
zwischen „anspruchsvoll“ und „schwer“.

In diesem Kontext:
anspruchsvoll = stellt Ansprüche, erfordert z.B. Vorbildung, spezielle Ausbildung, besondere Kenntnisse oder Fähigkeiten
schwer = obwohl man die oben erwähnten besonderen Kenntnisse hat, ist es trotzdem noch problematisch, die Aufgabe zu erfüllen

was Nina Hagen in
einem Talkshow zu sagen hat, ist nicht einmal ein Zehntel so
wichtig

Es ist nicht die Aufgabe des Dolmetschers/Übersetzers, den Text zu werten oder zu korrigieren. Im Gegenteil, eigene Wertungen sind aktiv aus der Übersetzung fernzuhalten.

Geschweige denn die grammatikalischen Strukturen
die beiden verwenden (Angefangen von Satzbau bis hin zum
Wortschatz über Redewendungen, Zwischendeutungen, Wortspiele,
usw usf…)

Unzusammenhängendes Gestammel und Slang usw. sind viel schwieriger für den Simultandolmetscher als die ordentlich strukturierten, grammatisch korrekten Sätze einer Rede.

Gruß,

Myriam

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Hallo,
Das ist eine Wiederholung von dem was Elke gesagt wird.
Bitte lies meine antwort zu ihr.
Gruß, Helena

auf Deinen Wunsch hier weiter … mühsam

Bitte kannst du mir den Unterschied erklären zwischen dem was
ich gesagt (siehe was ich gelassen habe) habe und das was Du
jetzt sagst? Oder mit anderen worten: Was ist den Unterschied
zwischen „Muttersprachlerniveau“ und das was ich beschrieben
habe? Ich sehe nämlich keinen.

Du drehst die Argumentation im Kreis.

Kasi sagt: „A“
Helena sagt: „Nein, falsch es ist A, nicht B“
Elke/Myriam sagen: „Helena, Du musst nicht widersprechen, Du hast auch A gesagt.“
Helena sagt: „Was ist der Unterschied zwischen dem was ich gesagt habe und A?“

Oder, wieder mit anderen Wörtern: Was ist in diesem Fall
„schwer“?

Das habe ich in meiner Antwort an Dich erklärt.
anspruchsvoll = man benötigt besondere Fähigkeiten
schwer = auch mit besonderen Fähigkeiten problematisch/anstrengend

Zum übersetzen spielen die Redepausen
absolut keine Rolle.

Hier geht es nicht um Übersetzen, sondern um Dolmetschen, spezifisch Simultandolmetschen. Da spielt es durchaus eine Rolle, ob jemand herumstammelt, halbe Sätze anfängt um dann neu anzusetzen und so weiter. Es ist viel leichter, korrekte Grammatik simultan wiederzugeben, als spontanes Drauflosreden.

Ausserdem in
einer Rede wie die gestrige (als Beispiel) sind allein die
Satzstrukturen (als Beispiel) wesentlich schwieriger sein wie
bei der Talkshow

Die Satzstrukturen sind anspruchsvoller, aber deswegen trotzdem leichter zu dolmetschen, weil sie vorhersagbar sind. Wenn ein Satz oder Nebensatz grammatisch auf eine bestimmte Art anfängt, kann ich als Dolmetscher vorhersagen, wie er vermutlich grammatisch enden wird und die Übersetzung entsprechend anpassen. Je besser die Grammatik des Sprechers, desto vorhersagbarer der Ablauf der Sätze.

, aber ganuso den wortschatz, der allein wegen
den sog. „Ghostwriters“ wesentlich reicher ist als in so eine
Sendung.

Wörter aus der Hochsprache (= was Politiker in ihrer Rede verwenden) sind nicht per se anspruchsvoller als Umgangssprache oder Slang. Die Frage ist immer: kennt der Dolmetscher das Wort? Die Chance, etwas zu erwischen, was er nicht kennt, ist bei Slang oder Umgangssprache sicher etwas höher als bei Hochsprache.

Gruß,

Myriam

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Schade
Liebe Helena!

Es hat hier tolle Antworten gegeben, v.a. die von Kasi.

Warum du hier so einen Besserwisser-Thread anzettels, weiß ich nicht, aber ich find es überflüssig.

Aber du hast sicherlich das letzte Wort…

LG ChrisTine

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Hi Myriam,

Ich habe nirgends gesagt und mir schon gar nicht gewunscht, daß das was Du irgendwo im WWW geschrieben hast, auch woanders wiederholst.

Gruß, Helena

Weil Fingersmith es dir nicht erklären wollte, hier kurz der Unterschied zwischen einem Muttersprachler und einem mit Muttersprachler niveau :

Ein Muttersprachler spricht die Sprache perfekt (d.h. fließend, fehlerfrei und seit der Geburt, aber nicht unbedingt ‚dudenreif‘) und seit kurz nach der Geburt. Er ist damit aufgewachsen und kann sich sicher und ohne aktives Nachdenken ausdrücken.
Jemand auf Muttersprachler niveau ist eben nur auf dem Niveau eines Muttersprachlers, d.h. er spricht die Sprache so gut wie ein Muttersprachler. Auf ihn treffen obengenannten Beschreibungen auch zu, außer dass er eben nicht mit dieser Sprache aufgewachsen ist.

Ich denke man kann aber auch für Muttersprachler sagen, sie sprächen auf Muttersprachlerniveau.

Grüße,

  • André

Weil Fingersmith es dir nicht erklären wollte[…]

Huch. Hatte seine Erklärung weiter oben nicht gelesen. Sorry. =)

Gruß,

  • André

Falls du relativ gut Englisch (oder eine andere Sprache) sprichst, kannst du übrigens auch selbst mal versuchen, im Fernsehen die Nachrichten oder irgendeine Sendung zu dolmetschen. Das ist wirklich nicht leicht, wenn man dafür nicht ausgebildet ist und die Sprache dazu vielleicht nur „gut“ spricht, aber eben nicht „perfekt“.
Mit Kopfhörer und Mikrophon kannst du vielleicht ähnliche Bedingungen schaffen, oder wenn du etwas übersetzt, womit du dich auskennst (Lieblingsserie oder Bericht zu einem bekannten Thema). Du könntest dich dann selbst aufnehmen und’s dir nachher anhören.

Nur ein Vorschlag zum selbst Ausprobieren, wenn du mal Zeit hast und dich das Thema interessiert. :smile:

  • André

Muttersprachler-niveau
Hallo André,
Vielen Dank für Deine Antwort!
Im Großen und Ganzen bin ich natürlich damit einverstanden mit dem was Du sagst, allerdings gibt es ein paar Pünkte, mit denen ich nicht zu 100% derselben Meinung bin wie Du:

Ein Muttersprachler spricht die Sprache perfekt (d.h.
fließend, fehlerfrei und seit der Geburt, aber nicht unbedingt
‚dudenreif‘)

Vorallem seitdem ich in Deutschland bin, kenne ich Menschen mit spanischer Muttersprache, die aber nie und niemals das zutrifft.

und seit kurz nach der Geburt. Er ist damit
aufgewachsen und kann sich sicher und ohne aktives Nachdenken
ausdrücken.

In den o.g. Beispiele sind sie schon so lang im Ausland (in diesem Fall, in Deutschland), daß sie die beide Sprachen so sehr vermischen, daß man unbedingt beide Sprachen benötigt um sie zu verstehen. Und: Das sage nicht ich, sondern sie selbst. Oder eben, sie müssen sich wirklich anstrengen, um Spanisch fließend und fehlerfrei zu sprechen.

Auf ihn treffen
obengenannten Beschreibungen auch zu, außer dass er eben nicht
mit dieser Sprache aufgewachsen ist.

Ich weiß dann nicht, wie das gehen würde…
Ich kenne z.B. jemand bei der Russisch dieses Niveau hat, aber eben deshalb, weil er mit dieser (wunderschöne) Sprache aufgewachsen ist. Allerdings ist seine Muttersprache eine andere (also die, mit der sie geboren ist und wie man so schön sagt „aus der Muttermilch gesogen hat“

Ich denke man kann aber auch für Muttersprachler sagen, sie
sprächen auf Muttersprachlerniveau.

Wie gesagt, ich glaube das trifft nicht immer und zwangsläufig zu.
(Siehe erster Beispiel)

Schöne Grüße,
Helena

Neverending Story…lalalalalalalalala…
So Helena,

jatzt auch noch mein Senf zum Thema. Das kann man sich ja nicht mit ansehen:

Es gibt Menschen, die sind einsprachig, d.h. ihre Erstsprache ist z.B. Deutsch.
Im späteren Leben können sie weitere Sprachen dazu lernen. Manche Menschen sind so begabt, das sie das zur Perfektion schaffen (Muttersprachniveau)

Es gibt Menschen, die sind zweisprachig, d.h. ihre Erstsprachen sind z.B. Deutsch und Englisch.
Im späteren Leben können sie weitere Sprachen dazu lernen. Manche Menschen sind so begabt, das sie das zur Perfektion schaffen (Muttersprachniveau)

Wenn man sich nicht aktiv mit einer gelernten Sprache beschäftigt, dann „velernt“ man diese, will heißen das man sie nicht mehr intuitiv anwenden kann.

Deshalb, um wieder zum Thema zurück zu kommen, sind Dolmetscher idealerweise immer im Kontakt mit den von ihnen in ihrem Beruf benötigten Sprachen um:
a. auf dem neusten Stand zu bleiben
b. ihr Niveau stätig zu verbessern

Gruß Fabian

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