Hallo Frieeda,
das Gesagte will ich nicht in Abrede stellen, aber es gibt Dinge, die ich auf der Grundlage nicht verstehe.
Die Sache mit dem Fixbetrag pro Quartal.
Was deckt dieser Betrag? Er kann doch nicht die gesamte Behandlung umfassen, denn dann brauchte es keine Gebührenordnung mehr. Ich vermute, daß der Betrag für das allgemein und immer anfallende ist, krankheitsbezogene Untersuchungen und Behandlungen dann aber separat abrechenbar sind.
Ausserdem ist dieses auch zeitgebunden, dh jeder Patient
bekommt eine festgelegte Anzahl von Minuten und wenn dann die
Stunde mehr als 60 Minuten hat, dann grüsst sehr schnell der
Staatsanwalt.
Das kann nur sein, wenn er mehr Patienten abrechnet, als er nach Kassenmeinung in der Zeit schaffen kann/soll. Und da weiß ich nicht was du ausdrücken wolltest bzw. wie ich das finden soll.
Einerseits meine ich, daß eine Mehrleistung auch mehr honoriert werden muß, andererseits graust mir bei dem Gedanken, daß der Durchgang beim Arzt noch schneller sein/werden könnte.
(Tatsächliche Betrugsabsicht ist sicher nicht gemeint.)
Deshalb kann ein Arzt einer Praxis mit 100% GKV
(Kassen)-Patienten nicht überleben.
Wenn ich mir hier das dörfliche Umfeld ansehe, so habe ich Zweifel, daß jeder 5. Patient privat versichert ist. Die ansässigen Ärtze leben aber alle (nach äußerem Anschein) in gutbürgerlichen Verhältnissen mit eigenem Haus. Auch die Arbeitszeit scheint sich bei den hiesig ansässigen Ärzten in halbwegs normalem Rahmen zu befinden, wenn ich so sehe, wann ich sie bei welchen Freizeitaktivitäten sehe.
Wie erklärt sich das?
Durch die Unterschiede zwischen Stadt/Land, Allgemein/Facharzt, Niederlassung/Unselbstständig, Jung-/Altarzt, Ost/West?
Mir scheint man kann die finanzielle Situation der Ärzte nicht verallgemeinern. Insgesamt ist sie sicher schlechter geworden. Es mag sein, daß es Ärzte gibt, die dürftig existieren, aber es gibt auch viele, denen es echt gut geht, wenn man so Praxis, Privathaus, Auto, Hobby betrachtet.
Interessant wäre die Unterschiede rauszufiltern.
Gruß Steffi