Lohn der Ärzte

Hallo Leute.

mein Hausarzt hat mir vor langer Zeit mal erzählt,das er für das Blutdruck messen 1,10€ und für Fieber messen 0,60€ bekommt.

Kann das wahr sein?oder soll ich ein Spendenkonto für ihn eröffnen?
Der kann mir ja richtig leid tun.

gruß aus Hamburg

Mücke

Hallo Leute.

mein Hausarzt hat mir vor langer Zeit mal erzählt,das er für
das Blutdruck messen 1,10€ und für Fieber messen 0,60€
bekommt.

Wenn er Privatpatienten behandlet, bekommt er in der Regel dafür gar nichts, das ist gewissermaßen im Service inbegriffen.

Maximal bekommt er nämlich dafür die GOä-Ziffer 2 (3,15 €), die darf er aber nicht neben irgendeiner anderen Ziffer berechnen, sodass das in der Regel kostenlos ist.

Grüße, Bernhard

Hi Mücke
Der Allgemeinarzt bekommt pro Kassen-Patient pro Quartal (also für den Zeitraum von 3 Monaten!)etwa 35,- Euro, das bedeutet also pro Patient pro Monat nicht einmal 12,- Euro. Du kannst Dir also ausrechen, wieviel Patienen ein Allgemeinarzt/Hausarzt pro Tag bedienen/versorgen muss, um seine Familie zu ernähren.
Deswegen sitzen auch so viele in seinem Wartezimmer und er hat für jeen etwa 5 Minuten.
Manchmal wird uns Ärzten unterstellt, wir hätten wegen der Knete den Beruf ergriffen. Heiseres Kicern wäre heute die Antwort. Aber im Grunde war Geld nie die Motivation, Medizin zu studieren. Ich kenne jedenfalls keinen Kollegen, der wegen dem Schotter Arzt geworden wäre.
Gruß,
Branden

Hallo,

ich bin Privatpatient sehe daher die Rechnung. Für eine typische Konsultation (ohne technische Untersuchungen) bis 20 Minuten, die ggf. auch die „Bestimmung von Körperwerten“ (Blutdruck, Puls, Temperatur) einschliesst, ca. 25 Euro netto. Ich denke aber, dass er für einen Kassenpatienten bei weitem nicht so viel bekommt, vielleicht 15.

Je nachdem, wie hoch sein Anteil an Privatpatienten ist und wieviel Patienten er so in der Stunde durchschleusen versorgen kann, kommt er vielleicht auf 50 Euro die Stunde Einnahmen. Das Meiste geht aber für die Kosten drauf (Miete, Angestellte, Sachkosten, Material…) so dass er vielleiht 10 Euro pro Stunde behalten kann, im Monat also 1700 Euro brutto. Darauf zahlt er dann noch persönlich Steuern usw.

Die Zahl ist so halbwegs realistisch, denn ich weiss, dass viele Ärzte, die allein praktizieren und keine Gerätemedizin betreiben, am Existenzminimum hängen.

Mehr Geld macht man, wenn man diese Geräte hat und/oder sich über eine Gemeinschaftspraxis die Kosten teilt.

Gruss Hans-Jürgen
***

Hallo,

Der Allgemeinarzt bekommt pro Kassen-Patient pro Quartal (also
für den Zeitraum von 3 Monaten!)etwa 35,- Euro

Die Gebührenordnung enthält so viele einzelne Leistungen. Selbst die Ausstellung des gelben Zettels wird extra abgerechnet.
Darum die Frage: Welche Leistungen beinhalten diese 35 Euro?

Gruß Steffi

Hi Steffi

Welche Leistungen beinhalten diese 35 Euro?

Ich weiß das nur von meine Frau, die seit Jahren die Allgemein-Paxis führt.
Ich hab in den 80er Jahren auch ne Allgemeinarztpraxis geführt und bin froh, dass ich das für den Hungerlohn nicht mehr machen muss. Meine Frau verdient etwa die Hälfte für die fast doppelte Arbeit - die Facharztpraxis hat inzwischen immerhin für beantragte und bewi8lligte Psychotheapie feste Stundensätze. Für die nicht bewilligten Therapie-Patienten kriege ich natürlich genauso ein Budget aufgedonnert wie der Allgemeinarzt, aber zum Glück habe ich viel Antragsbewilligte.
Gruß,
Branden

Hallo Branden,

mich würde auch interessieren, was alles in diesen 35 Euro drin sind.
Z.b. ist die Verordnung von Physiotherapie und Ergo/Logo ja durch den Heilmittelkatalog geregelt, also heitß es eigentlich, dass diese Dinge aus dem Budget genommen sind. Wenn der Arzt nun ein Rezept ausstellt, wird ihm was dafür von den 35,- sozusagen abgezogen, oder wie funktioniert das? Was ist mit Budget nun eigentlich gemeint!

Gruß
Kathy

zwei meiner schwestern sind ärztinnen,eine dr.med.dent und eine geriatrie fachärztin.
beide arbeiten viel und man kann es auch materiell sehen—trotzdem sind die neidisch auf mich.
also,spendenkonten müssen wir noch nicht einrichten!

Hallo,

hier http://www.e-bis.de/bis3.htm kann man genau nachlesen wieviel der Arzt für welche Leistung bekommt.

Dann kann man sich den Spaß machen das Einkommen eines durchschnittlichen Allgemeinmediziners fiktiv berechnen, dann die Praxisausgaben abziehen und sich seine Meinung bilden.

Alle anderen niedergelassenen Ärzte liegen wohl über dem Allgemeinmediziner.

Gruß Steffi

Hallo Kathy

Was
ist mit Budget nun eigentlich gemeint!

Wir Ärzte stehen unter mehreren verschiedenen Budget-Zwängen, die wie Damokles-Schwerter über unseren teils ergrauten Häuptern schweben, wenn ich mich einmal so ausdrücken darf.
Zum einen gibt es dass auf verschreibungspflichtige Medikamente bezogene Budget: Wenn ein Arzt zu viele zu teure Medikamente rezeptiert, kann es Abmahnungen geben und/oder man kürzt ihm seinen Verdienst (zieht z.B. die Medikamente so seinem Gehalt ab).
Weitaus einschneidender ist allerdings das auf Patienten-Behandlungen bezogene Budget. Wie ich weiter unten schon schieb, wird beim Allgemeinarzt der dritte Praxis-Besuch des Patienten im Quartal(!) meisdtens schon nicht mehr bezahlt. Man arbeitet sozusagen dann für Gottes Lohn, wie es so hübsch heißt.
Gruß,
Branden

Hallo,
wieviel „Praemie“ gibts eigentlich bei Heilung extra?
Gruss Helmut

Hallo,

wieviel Patienten er so in der Stunde
durchschleusen versorgen kann, kommt er
vielleicht auf 50 Euro die Stunde Einnahmen.

Schön wäre es. Er bekommt für jeden Kassenpatienten einen Fixbetrag pro Quartal, egal wie oft der Patient in die Sprechstunde kommt.
Ausserdem ist dieses auch zeitgebunden, dh jeder Patient bekommt eine festgelegte Anzahl von Minuten und wenn dann die Stunde mehr als 60 Minuten hat, dann grüsst sehr schnell der Staatsanwalt.
Deshalb kann ein Arzt einer Praxis mit 100% GKV (Kassen)-Patienten nicht überleben. Versuche mal als Arzt mit einem Privat-Anteil von unter ca. 20% einen Kredit zu bekommen - aussichtslos.

Gruss frieeda

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Hallo,
ich bin auch Privatpatient und eine Rechnung unter 50 € hab ich ganz selten mal gesehen.
Meistens liegt die schnell im dreistelligen Bereich, für oftmals 10 Minuten mit einmal Abhorchen und in den Hals schauen und ein Rezept.
Gruß
Werner

Hallo Frieeda,

das Gesagte will ich nicht in Abrede stellen, aber es gibt Dinge, die ich auf der Grundlage nicht verstehe.

Die Sache mit dem Fixbetrag pro Quartal.
Was deckt dieser Betrag? Er kann doch nicht die gesamte Behandlung umfassen, denn dann brauchte es keine Gebührenordnung mehr. Ich vermute, daß der Betrag für das allgemein und immer anfallende ist, krankheitsbezogene Untersuchungen und Behandlungen dann aber separat abrechenbar sind.

Ausserdem ist dieses auch zeitgebunden, dh jeder Patient
bekommt eine festgelegte Anzahl von Minuten und wenn dann die
Stunde mehr als 60 Minuten hat, dann grüsst sehr schnell der
Staatsanwalt.

Das kann nur sein, wenn er mehr Patienten abrechnet, als er nach Kassenmeinung in der Zeit schaffen kann/soll. Und da weiß ich nicht was du ausdrücken wolltest bzw. wie ich das finden soll.
Einerseits meine ich, daß eine Mehrleistung auch mehr honoriert werden muß, andererseits graust mir bei dem Gedanken, daß der Durchgang beim Arzt noch schneller sein/werden könnte.
(Tatsächliche Betrugsabsicht ist sicher nicht gemeint.)

Deshalb kann ein Arzt einer Praxis mit 100% GKV
(Kassen)-Patienten nicht überleben.

Wenn ich mir hier das dörfliche Umfeld ansehe, so habe ich Zweifel, daß jeder 5. Patient privat versichert ist. Die ansässigen Ärtze leben aber alle (nach äußerem Anschein) in gutbürgerlichen Verhältnissen mit eigenem Haus. Auch die Arbeitszeit scheint sich bei den hiesig ansässigen Ärzten in halbwegs normalem Rahmen zu befinden, wenn ich so sehe, wann ich sie bei welchen Freizeitaktivitäten sehe.

Wie erklärt sich das?
Durch die Unterschiede zwischen Stadt/Land, Allgemein/Facharzt, Niederlassung/Unselbstständig, Jung-/Altarzt, Ost/West?

Mir scheint man kann die finanzielle Situation der Ärzte nicht verallgemeinern. Insgesamt ist sie sicher schlechter geworden. Es mag sein, daß es Ärzte gibt, die dürftig existieren, aber es gibt auch viele, denen es echt gut geht, wenn man so Praxis, Privathaus, Auto, Hobby betrachtet.
Interessant wäre die Unterschiede rauszufiltern.

Gruß Steffi

Hallo Steffi
Frieedas Beitrag trifft es im Grunde ganz genau.
(Danke, Frieeda *gg*)

Ich vermute, daß der Betrag für das
allgemein und immer anfallende ist, krankheitsbezogene
Untersuchungen und Behandlungen dann aber separat abrechenbar
sind.

Nein, eben leider nicht. Mancher Allgemeinarzt versucht, sich mit den sogenannten IGeL-Leistungen über Wasser zu halten, die dann der Patient extra bezahlen muss (Extrawürste kosten extra *g*), aber das ist auch ein schwieriges Unterfangen geworden, weil sehr viele Patienten ihr Geld zwar gerne zum Heilpraktiker tragen, aber beim Arzt alles umsonst haben möchten. Ich weiß, dass kling etwas polemisch überspitzt, ist aber häufig leider wahr.
Ein Freund von mir vesucht seit Jahren seine Allgemeinpraxis in Berlin-Kreuzberg über Wasser zu halten; die Patienten mögen ihn und sein Sich-Kümmern, aber er musste noch nebenbei Praxis-Computer bzw. Software verkaufen, um nicht pleite zu gehen. Er hat in diesem Bezirk nämlich keine Privatpatienten, weil da nur ärmere Leute wohnen. So siehts aus.
Gruß,
Branden

Ausserdem ist dieses auch zeitgebunden, dh jeder Patient
bekommt eine festgelegte Anzahl von Minuten und wenn dann die
Stunde mehr als 60 Minuten hat, dann grüsst sehr schnell der
Staatsanwalt.

Das kann nur sein, wenn er mehr Patienten abrechnet, als er
nach Kassenmeinung in der Zeit schaffen kann/soll. Und da weiß
ich nicht was du ausdrücken wolltest bzw. wie ich das finden
soll.
Einerseits meine ich, daß eine Mehrleistung auch mehr
honoriert werden muß, andererseits graust mir bei dem
Gedanken, daß der Durchgang beim Arzt noch schneller
sein/werden könnte.
(Tatsächliche Betrugsabsicht ist sicher nicht gemeint.)

Deshalb kann ein Arzt einer Praxis mit 100% GKV
(Kassen)-Patienten nicht überleben.

Wenn ich mir hier das dörfliche Umfeld ansehe, so habe ich
Zweifel, daß jeder 5. Patient privat versichert ist. Die
ansässigen Ärtze leben aber alle (nach äußerem Anschein) in
gutbürgerlichen Verhältnissen mit eigenem Haus. Auch die
Arbeitszeit scheint sich bei den hiesig ansässigen Ärzten in
halbwegs normalem Rahmen zu befinden, wenn ich so sehe, wann
ich sie bei welchen Freizeitaktivitäten sehe.

Wie erklärt sich das?
Durch die Unterschiede zwischen Stadt/Land,
Allgemein/Facharzt, Niederlassung/Unselbstständig,
Jung-/Altarzt, Ost/West?

Mir scheint man kann die finanzielle Situation der Ärzte nicht
verallgemeinern. Insgesamt ist sie sicher schlechter geworden.
Es mag sein, daß es Ärzte gibt, die dürftig existieren, aber
es gibt auch viele, denen es echt gut geht, wenn man so
Praxis, Privathaus, Auto, Hobby betrachtet.
Interessant wäre die Unterschiede rauszufiltern.

Gruß Steffi

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Hallo!

Wenn ich mir hier das dörfliche Umfeld ansehe, so habe ich
Zweifel, daß jeder 5. Patient privat versichert ist. Die
ansässigen Ärtze leben aber alle (nach äußerem Anschein) in
gutbürgerlichen Verhältnissen mit eigenem Haus. Auch die
Arbeitszeit scheint sich bei den hiesig ansässigen Ärzten in
halbwegs normalem Rahmen zu befinden, wenn ich so sehe, wann
ich sie bei welchen Freizeitaktivitäten sehe.

Das ist wahrscheinlich in Abhängigkeit davon, ob diese Ärzte noch die sog. „Goldenen Zeiten“ (80er/frühe 90er) mitgemacht haben…

Gruß
Peter

Hallo Branden,

Nein, eben leider nicht.

Gebührenordnung nur für Privatpatienten?

Mancher Allgemeinarzt versucht, sich
mit den sogenannten IGeL-Leistungen über Wasser zu halten, die
dann der Patient extra bezahlen muss (Extrawürste kosten extra
*g*), aber das ist auch ein schwieriges Unterfangen geworden,

ja, weil der Patient merkt, daß man ihm was verkaufen will, er möchte sich aber als kranker Patient und nicht als zahlender Kunde wissen.

weil sehr viele Patienten ihr Geld zwar gerne zum Heilpraktiker tragen,

(Die Frage warum das so ist klammern wir hier mal bewußt aus.)
… die i.d.R. aber noch weniger davon leben können.

aber beim Arzt alles umsonst haben möchten.

Ich meine nicht, daß die Patienten alles umsonst haben wollen. Aber zum einen stehen die eben auch unter finanziellem Druck und zum anderen können sie das Preis-/Leistungsverhältnis oft nicht nachvollziehen.

Gruß Steffi

Hi Steffi

ja, weil der Patient merkt, daß man ihm was verkaufen will, er
möchte sich aber als kranker Patient und nicht als zahlender
Kunde wissen.

Ah, verstehe: Du behandelst als Tierhomöopathin alle Klienten umsonst bzw. gratis… das ist allerdings sehr idealitisch :wink:…darf ich Dich ab jetzt „Mutter Theresa II“ nennen ?
Nix für ungut, Gruß,
Branden

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Hallo Branden,

man kann natürlich auch falsch verstehen wollen.

Nein ich behandele auch nicht unsonst, aber auch Tierhomöopathie-Kunden sind sensibel und reagieren negativ darauf, wenn sie das Gefühl haben, daß man ihnen was unterjubeln will, um zusätzlich zu verdienen.

Die Menschen merken, ob man es ehrlich meint, oder auf Geld aus ist. Das ist in allen Branchen so. In manchen Branchen wird es aber so hingenommen, während der Gesundheitsbereich sehr sensibel darauf reagiert.

Gruß Steffi

Hi Branden,

Manchmal wird uns Ärzten unterstellt, wir hätten wegen der
Knete den Beruf ergriffen.

Früher mag das tatsächlich mal ein lukrativer beruf gewesen sein…

Heiseres Kicern wäre heute die
Antwort. Aber im Grunde war Geld nie die Motivation, Medizin
zu studieren. Ich kenne jedenfalls keinen Kollegen, der wegen
dem Schotter Arzt geworden wäre.

Ist das tatsächlich so oder kennst du nur niemanden, der zugibt einmal so naiv gewesen zu sein tatsächlich zu meinen er könne durch den beruf reich werden???

Reich ist der „Herr Doktor“ nur in den köpfen der anderen.

Auf der anderen seite kenne ich eprsönlich aber noch keinen arzt, dem es wirklich schlecht geht.
Das hängt bei niedergelassenen aber natürlich (fast) einzig und allein von der zahl der privaten ab.

Da kann man unendlich diskutieren. Aber ich bin froh, dass der thread (wider erwarten) noch nicht in die richtung „ärzte-verdienen-sich-doof-und-dämlich-und-können-nur-jammern-richtung“ abgedriftet ist…

LG Alex:smile:

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