Hallo Daniel!
aktuell ist es keine gmbh sondern ein einzelunternehmen.
Im Moment ist noch kein Grund für die Umwandlung des Einzelunternehmens in eine Kapitalgesellschaft erkennbar. Es scheint nur durch, daß Du einen Weg suchst, die Stb-Kosten zu minimieren. Dafür ist aber die angedachte Umwandlung Einzelunternehmung -> Kapitalgesellschaft sicher der ungeeignete Weg.
Im Grunde brauchst Du keinen Steuerberater. Wenn Du Auto fährst, hast Du schließlich auch nicht ständig einen Fahrlehrer dabei, sondern hast gelernt, mit den alltäglichen Situationen selbst umzugehen. Übersetzt auf ein Unternehmen heißt das, Du brauchst eigene kaufmännische Kenntnisse. Solche Kenntnisse kann man sich durch Lernen aneignen, kann in der Folge die Fibu selbst erledigen und den Abschluß erstellen. Mir ist überhaupt schleierhaft, wie man ein Unternehmen führen kann, wenn man über keine laufend aktuelle Buchhaltung verfügt, weil für die tägliche Arbeit unverzichtbare Unterlagen im Büro eines Steuerberaters schmoren.
Ich nehme an, derzeit sind die zur Unternehmensführung erforderlichen kaufmännischen Kenntnisse nicht vorhanden. Das aber ist eine ungeeignete, wirtschaftlich gefährliche Ausgangslage, um eine Kapitalgesellschaft zu gründen. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird kaufmännische Unkenntnis dazu führen, daß ein Steuerberater laufend Katastrophenabwendung betreiben muß, u. a. weil kaufmännisch unbeleckte Leute das Wesen einer Kapitalgesellschaft regelmäßig nicht begreifen und es zum hoffnungslosen Durcheinander privaten Vermögens mit Vermögen der Gesellschaft kommt. Mit einer in D betriebenen Gesellschaft, in die auch noch das Recht eines anderen Landes nebst Strohmännern hinein spielen, wird das Ganze nicht einfacher. Im übrigen bezweifle ich, daß der Entscheidung für eine Kapitalgesellschaft bei etlichen jungen Unternehmen jemals auf rationalen Gründen beruhte.
Mangelhafte kaufmännische Kenntnisse führen zu Mängeln in der kaufmännischen Auftragsabwicklung, mithin zu Risiken und Qualitätsmängeln, die nicht minder üble Auswirkungen haben können, wie Qualitätsmängel beim Produkt/bei der Dienstleistung. Wer soetwas vermeiden möchte, braucht kaufmännische Kenntnisse und wird bemerken, daß von Schriftverkehr, Ausfüllen statistischer Meldungen, Umsatzsteuervoranmeldungen, Angeboten, Auftragsbestätigungen, Rechnungen, Bestellungen bis zur Fibu, Anmeldung von Aushilfskräften und Lohnabrechnungen auch im Kleinunternehmen ein Haufen Zeug zu erledigen ist. Neben eigenen soliden Kenntnissen und einer blitzsauberen Organisation läuft es i. d. R. darauf hinaus, daß man nach einer kaufmännischen Allroundkraft Ausschau hält. So eine Kraft kostet einschließlich der AG-Anteile zur Sozialversicherung ungefähr 2.500 € monatlich, also runde 30 T€ p. a… Den Rat eines Steuerberaters wird man z. B. bei Details des Jahresabschlusses, bei Rückstellungen und Abgrenzungs- und Bewertungsfragen trotz eigener Kenntnisse und im Unternehmen vorhandener personeller Ressourcen brauchen, was sicher noch den einen oder anderen Tausender kostet.
Gruß
Wolfgang