Hallo Marcus,
damit der Patient seine bestmöglichen Messwerte erzielt, ist es von ganz entscheidender Wichtigkeit, dass er vom Personal optimal motiviert und angeleitet wird, um im entscheidenden Moment maximal tief und ganz bis zu Ende einzuatmen, umd dann genau diese Luft von Anfang an mit voller Kraft aufeinmal, schnell und restlos komplett auszuatmen.
Denn nur wenn zuerst mit äußerster Anstrengung maximal eingeatmet wurde, kann auch anschließend viel ausgeatmet werden.
Nur so kann man seine persönlichen Bestwerte erzielen, die dann auch reproduzierbar sind, d. h. wenn wieder genau so verfahren wird, dann werden die Werte immer ziemlich gleich sein.
Wenn der Patient aber die Anleitung nicht verstanden hat, oder schlecht angeleitet wurde und mehrmals falsch gepustet hat - dann braucht er unbedingt einige Minuten Verschnaufpause - sonst werden seine Messergebnisse immer schlechter, das ist klar, besonders dann wenn er erkältet ist.
Die Lufu sollte für deinen Zweck nach der Gesundung gemacht werden, obwohl eine geringfügige Erkältung keine große Verschlechterung mehr bringen sollte. Das Problem ist immer der Hustenreiz, der sich erst recht bei erkälteten Menschen einstellt, wenn sie richtig mit maximaler Kraftanstrengung schnell und fest pusten. Mit Hustenreiz bringt man keine vernünftigen Werte zustande.
Besonders bei den neueren Geräten, die unterschiedliche Funktionen messen können, bei unterschiedlicher Atemtechnik, ist diese Anleitung und ebenso eine gute Mitarbeit des Patienten unerlässlich.
Ein Patient kann bei guter Anleitung seine eigenen Bestwerte erzielen, die je nach Konstitution und Gesundheit der Lunge, oberhalb, innerhalb oder unterhalb der Sollwerte liegen können.
Aber bei oberflächlicher Anleitung und ohne sich selbst mitanzustrengen, wird jeder Patient wesentlich schlechtere Werte erzielen, als er konstitutionell in der Lage wäre.
Ich habe selbst jahrelang u. a. Lungenfunktionstests mit unterschiedlichen Geräten durchgeführt, auch einen speziellen Kursus gemacht, Fachbücher dazu gelesen. Das ist aber nicht die Regel. Häufig muss sich das Personal sein Können selbst erarbeiten.
Wenn ich z. B. zu meinem Hausarzt gehe, und die Arzthelferin lässt mich eine Lufu machen, dann atme ich (nach ihrer Vorgabe) so tief wie möglich ein, bzw. aus, je nach dem, was gerade gemessen werden soll - Das dauert einige Sekunden, die ein Patient unbedingt braucht.
Wenn man merkt, dass der Patient komplett eingeamtet hat, dann erst bekommt der die Anweisung zur forcierten Ausatung, nicht vorher!
Häufig weist mich die Arzthelferin aber schon vorher an, schnell und tief auszuatmen - ich atme aber erst mal fertig ein! Und die Kurve wird danach optimal.
Jeder, der Erfahrung mit z. B. der FV (Flussvolumen-Kurve) hat, kann anhand der Grafik beurteilen, ob der Patient noch „Reserven“ hatte, oder ob er „alles“ gegeben hat.
4,68 Liter sind für einen jungen Mann bei der Größe (Gewicht spielt auch eine Rolle) wirklich etwas wenig. Rauchen muss keine Rolle spielen, wenn man nicht auch schon anderweitig Probleme dadurch hat. Training spielt besonders ab der Jugend eine große Rolle. So sorgen bestimmte Sportarten, auch Tauchen und sogar regelmäßiges Chorsingen dafür, dass das Lungenvolumen gesteigert werden kann. Die Patienten, die bei uns Werte zwischen 8 und 9 Litern geschafft hatten, waren immer männlich, groß, kräftig und tatsächlich entweder Taucher oder Sänger 
Gruß, Renate
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