Hallo,
Du meinst mit „leichter Psychose“, daß dieser letzte, von der
Frau gewünschte Gesprächspartner seit diesem Ereignis manche
tatsächlich vorhandene Geräusche und Stimmen als
Ausdrücke von Schuldvorwürfen erlebt, sie also
„traumartig“ um_deutet_? Ist das richtig?
ja seit dem Ereignis, daß wenige Tage zurückliegt. Diese illusionären Verkennungen betreffen nur das Hören und sie „spricht“ durch uminterpretierte Umwelt-/Alltagsgeräusche zu ihm. Ebenso ist diese Schuldzuweisung scheinbar Bestandteil jedes beliebigen Gesprächs von unbekannten Leuten auf der Straße, deren aufgeschnappte Wortfetzen zu einer Anklage „erweitert“ werden. Es weiß jeder, jeder hält ihn für schuldig - bis auf die scheinbare Möglichkeit mehr oder minder willentlich Gegenparts in das na ja ich nenn’ es mal „Wahnszenario“ einzubauen, die ihn entlasten.
Die Geräusche, Stimmen an sich sind also nicht halluziniert?
Ja - nicht halluziniert, im Sinne das real vorhandene akkustische Reize die Basis für die Stimmen bilden.
Bezeichnet dieser Mann das dann trotzdem als „Falschheit der Sinneswahrnehmung“?
Ja, die Verkennung ist ihm auch bewußt, nur hat die rationale Einsicht kaum Wirkung auf das drückende Gefühl. Bsp. er befindet sich als einziger abends in der Firma und gewinnt den Eindruck, daß in einem Teil des Gebäudes alle Arbeitskollegen dieses „er war Schuld Thema“ diskutieren. Real sind dort Leute anwesend und unmittelbar einsichtig für ihn ist ebenfalls, daß dieses kollektive Geheimtreffen völlig absurd ist, sogar bereits die Annahme das irgendein Kollege solo sowas äußern würde, da in der Firma ein äußerst freundschaftliches Klima herrscht.
Er bekommt es dennoch erst aus dem Kopf, als er hingeht und sich unmittelbar davon überzeugt, daß dort völlig andere Personen sitzen, als seine Kollegen (deren Thema naheliegenderweise auch nicht das Anfangs gehörte zu sein scheint). Immerhin wurde der sehr kurze echt wahnwitzige Einfall, die Kollegen wären getarnt und hätten schnell das Thema gewechselt, als echt absurd entsorgt
. D.h. auf der Ratio-Schiene ist nicht zu punkten, nur real Erlebtes ist ein unmittelbarer Gegenpol.
Und wünscht er trotzdem, „die Stimmen“ zu
beeinflussen? D.h. so, wie man es beim luziden Träumen kann
und ggf. erlernen kann (zumindest die eigene Reaktion auf
geträumte Inhalte)?
Das scheint auch zu funktionieren. Wie genau ist unklar, nur scheint es in die Richtung zu gehen, bei jeder Anklage konsistent mit denselben Gegensprechern aufzuwarten und stoisch dieses Prozedere zu wiederholen, bis es verselbstständigt.
Solche Dinge kann man zumindest im Dialog
effizient bewältigen. :Techniken wie die beim Klartraum sind dazu nicht nötig.
Evtl. ist das ein Ansatz für danach, die jetzigen Effekte sind Menschen ohne gleichwertigen Erfahrungen nur schwer ohne seltsamen Beigeschmack zu vermitteln.
Da du aber von „leichter Psychose“ sprachst: Wenn du damit
meinst, daß dieser Mann unabhängig von diesem singulären
Erlebnis und seinem Nachspiel auch sonst reale Geräusche
subjektiv umzuinterpretieren pflegt, dann weißt du ja selbst,
daß sich deine ursprüngliche Frage erübrigt und was sich dann
zu unternehmen empfiehlt.
Nein in dieser deutlichen Form, sind die Effekte noch nie aufgetreten. Das ein negativer Vorfall, einen ganzen Berg von verdrängten mit negativen Gefühlen behafteten wieder ans „Tageslicht“ befördert, ist schon mehrmals passiert, auch das dabei die ein oder andere Verkennung (beim Hören) dabei war aber fast permanentes Zugesülze von kleinen Männchen und Weibchen im Ohr, hat einen sehr eigenen Nervfaktor
. Nur scheinen die sich mittlerweile mit den Gegenparts rumzustreiten und werden leiser *g*.
Der Vorfall war vermutlich nur der Tropfen, der das Faß zum überlaufen brachte. Zumindest entlockte er den Kollegen des Mannes anfangs nur eine „das war alles ?“ Reaktion. Allerdings war unmittelbar bei dem Vorfall das Gefühl entstanden, einen halben Meter neben seinem Körper zu stehen. Wesentlicher Kontext des ganzen war Schlafentzug und starker psychischer Streß wg. einer bevorstehenden OP oder besser dem was evtl. danach kommt + den ausstehenden „Beichten“ diesbzgl. an nahestehende Personen. Einen anderen Punkt verkneife ich mir. Er würde auch die Erklärung in die falsche Richtung drücken, was man eher länglich begründen müßte.
Gruss
Enno