Schön, dass Du mit Vorurteilen aufräumen willst, aber bei dem
Punkt, dass Du bei Ausdauertraining Muskelmasse verlierst,
liegst Du mit Sicherheit falsch. Das würde ja bedeuten, dass
für das Ausdauertraining Proteine zur Energiegewinnung
herangezogen werden. DAS ist aber nur in extremen
Ausnahmesituationen (Kohlenhydrat- und Fettmangel wg.
Unterernährung) der Fall. Proteine werden fast NIE für die
Energiegewinnung verschwendet.
Nein das stimmt nicht. Auch im Ausdauertraining werden Proteine
(Muskelmasse) zur Energiegewinnung herangezogen. Grund hierfür ist,
dass die Verstoffwechslung von Zuckern und Proteinen schneller geht,
als die Fettverstoffwechslung. Allerdings sorgt die Superkompensation
nach dem Training schnell wieder für einen Ausgleich dieses Protein-
Abbaus und sogar für eine Neusynthese weiterer Muskeln.
Allerdings gebe ich zu, dass diese Ansicht strittig ist
siehe dazu auch
„Protein requirements and recommendations for athletes: relevance of
ivory tower arguments for practical recommendations.“
Tipton KD, Witard OC.
In Deinem Punkt 5 widersprichst Du Dir selbst: einerseits
schreibst Du, dass es keinen „Fett-Verbrennungs-Puls“ gibt und
andererseits schreibst Du, dass nur ein Training, welches den
Stoffwechsel mit einbezieht, effektiv sein kann. Der Puls und
die damit zur Verfügung stehende Sauerstoffmenge beeinflusst
maßgeblich den Stoffwechsel. Auf Grund der Molekülstruktur von
Kohlenhydraten und Fettsäuren ist es unabdingbar, dass mehr
Sauerstoff zur Verfügung stehen muss, um die Fettsäuren
verwerten zu können. Ist der Trainingspuls zu hoch, verringert
sich die Sauerstoffaufnahme (im Blut) und Fettsäuren können
nur sehr ungenügend verwertet werden. Es entsteht- wie beim
KH-Stoffwechsel – Brenztraubensäure -> Milchsäure ->
Laktat und letztlich wieder KH.
Da habe ich mich offensichtlich undeutlich ausgedrückt:
Es gibt zwei Phänomene, die ich hier meine
1.Untersuchungen haben gezeigt, dass vor allem nach dem Training die
eigentliche Verbrennung von Fetten einsetzt, sozusagen
kompensatorisch aufgrund der Mehrbelastung des Organismus. Das
bedeutet: umso mehr Arbeit der Körper leisten musste, umso mehr
Energie nach dem Training aus dem Fett gewonnen wird (bis zu 24h
lang).
- Außerdem ist zwar die prozentuale Fettverbrennung im
anaeroben Bereich geringer, die absolute Fettverbrennung ist
im anaeroben Bereich jedoch höher. Denn insgesamt ist der
Energieverbrauch höher und das Blut ist ja nicht plötzlich
Sauerstofffrei, sondern nur die Sättigung mit Sauerstoff ist
geringer. Außerdem ist die Fettverbrennung während des Trainings
gegenüber der nach dem Training zu vernachlässigen, egal ob man im
„aeroben“ oder im „anaeroben“ Bereich trainiert.
Sorry falls einige Aussagen zu oberflächlich waren (und dadurch
ungenau werden), aber für eine detaillierte Aufdröselung des
Stoffwechsels im Sport ist hier einfach nicht genug Platz.