Männer und deren Gedanken zum Nachwuchs

Hallo liebe Männer,

wenn man sich so durch die Literatur zum Thema Nachwuchs wühlt, stellt man fest, dass die Schreiber davon ausgehen, dass alle Welt sich nichts sehnlicher wünscht als ein Kind zu bekommen und man sich jetzt super freuen muss und für Frauen ja eh das Schwanger sein eines der Highlights in ihrem Leben ist.
Nun ja, nachdem ich mich in meinem Umfeld so umgehört habe, scheint das bei vielen nicht so klar zu sein ob man Kinder denn nun unbedingt braucht um glücklich zu sein oder nicht… die Frage will ich hier auch gar nicht geklärt haben. Viel mehr würde mich mal interessieren, ob ihr Männer Euch überhaupt mit dem Thema auseinander gesetzt habt? Was für Emotionen und Gedanken kommen da im Vorfeld auf - welche Ängste? oder haben Euch die Frauen einfach vor vollendete Tatsachen gestellt?

Wenn Ihr denn Nachwuchs habt, haben sich Eure Ängste, Befürchtungen etc. erfüllt oder ist es noch schlimmer gekommen?

Welchen Einschnitt hat es in Eurem Leben dadurch gegeben? Könntet Ihr Eure Kinder ab und an auch am liebsten an die Wand tackern oder an der Raststätte einfach stehen lassen? …vielleicht sogar auch noch die Frau daneben stellen, weil sie euch das eingebrockt hat?

Bin gespannt auf Eure Antworten - und bitte nicht die Diskussion, über den hohen emotionalen Wert eines Kindes anfangen.

Hallo,

wenn man sich so durch die Literatur zum Thema Nachwuchs
wühlt, stellt man fest, dass die Schreiber davon ausgehen,
dass alle Welt sich nichts sehnlicher wünscht als ein Kind zu
bekommen und man sich jetzt super freuen muss und für Frauen
ja eh das Schwanger sein eines der Highlights in ihrem Leben
ist.

Machen wir uns doch nichts vor: Wer kauft sich solche Bücher, und welche Erwartungshaltung hat er von solchen Büchern? Also wird diese Erwartungshaltung erfüllt. Eine Frau die eine Schwangerschaft als Katastrophe ansieht wird mit einer Abtreibung emotional und ethisch nicht so unbedingt ein Problem haben, und ganz sicher keine Schwangerschaftsratgeber kaufen gehen. Gleiches dürfte auch für den verhinderten Vater gelten.

Nun ja, nachdem ich mich in meinem Umfeld so umgehört habe,
scheint das bei vielen nicht so klar zu sein ob man Kinder
denn nun unbedingt braucht um glücklich zu sein oder nicht…

Was heißt hier brauchen, was heißt Glück? Sicher kann man auch ohne Sportwagen glücklich sein, allein, die meißten Menschen werden diese Frage aus der Perspektive der Nichtsportwagenfahrer beantworten. Das hat dann immer so etwas vom Blinden, der die Farben erklärt. Die Wenigsten kaufen siche einen Porsche und stellen nach einem Jahr fest, dass er sie nicht glücklich macht, verkaufen ihn wieder, und können dann eine begründete Antwort geben. Fakt ist aber, dass ich keine echten Eltern (zur Abgrenzung zu Leuten die Kinder aus Langeweile, wg. höherer Sozialhilfe, weil sie nicht wissen, wie man es verhindert, … auf die Welt setzen) kenne, die Kinder nicht als einen ganz gewaltigen Lebenseinschnitt ansehen, den sie als unter dem Strich als Glück erleben.

die Frage will ich hier auch gar nicht geklärt haben. Viel
mehr würde mich mal interessieren, ob ihr Männer Euch
überhaupt mit dem Thema auseinander gesetzt habt? Was für
Emotionen und Gedanken kommen da im Vorfeld auf - welche
Ängste? oder haben Euch die Frauen einfach vor vollendete
Tatsachen gestellt?

Natürlich habe ich mich als verantwortungsvoller potentieller Vater damit auseinander gesetzt. Es war klar und abgesprochen, ab wann damit zu rechnen wäre, und davor standen neben den emotionalen Dingen auch ganz praktische Fragen. Allerdings nicht mit der Maßgabe, ob diese einem Kinderwunsch im Wege stehen könnten, sondern klar mit der Maßgabe wie man bestimmte Dinge dann gestalten/regeln muss, damit alle Beteiligten zu ihrem Recht kommen.

Wenn Ihr denn Nachwuchs habt, haben sich Eure Ängste,
Befürchtungen etc. erfüllt oder ist es noch schlimmer
gekommen?

Was heißt hier Befürchtungen? Das ist so eine Formulierung, die in unsere leider allgegenwärtige Volksdepression hineinpasst. Dinge können offenbar nicht mehr neutral zur Kenntnis genommen werden, sondern werden gleich als Bedrohung wahrgenommen, die es zu verhindern gilt. Natürlich weiß man, wenn man vorab so ein klein wenig seinen gesunden Menschenverstand eingeschaltet hat, dass Kinder schreien, Nachts nicht schlafen wollen, Krankheiten bekommen, in der Schule Ärger machen, … Wir waren schließlich doch auch alle mal Kinder. Aber das hat doch nichts mit „Befürchtungen“ zu tun. Wer sich vorher ein wenig Gedanken macht, wird davon nicht (negativ) überrascht werden können.

Welchen Einschnitt hat es in Eurem Leben dadurch gegeben?

Sicher einen der größtmöglich denkbaren. Das gehört in die Preisklasse feste Beziehung, eigene Wohnung, Tod der Eltern, … Also schon die wirklich entscheidenden Dinge.

Könntet Ihr Eure Kinder ab und an auch am liebsten an die Wand
tackern oder an der Raststätte einfach stehen lassen?

Klar, und im nächsten Moment will man den Kleinen wieder in den Arm nehmen und weitermachen. Kinder machen da gegenüber den anderen einem wirklich nahe stehenden Menschen keine Ausnahme, und es ist sicher gut, auch diese Gefühle zuzulassen. Aber wie meine Frau immer so schön sagt: „Manchmal braucht man einfach eine Pause“, und wenn der Kleine dann endlich im Bett ist und zwei Stunden geschlafen hat, kommt die Frage: „Wollen wir das Baby zum Spielen wecken?“ Keine Bange, der Kleine darf dann natürlich weiter schlafen, aber genau dieser Gegensatz macht das Leben mit Kindern aus. Es macht dich wahnsinnig glücklich, Du wirst süchtig danach, mit so einem kleinen Fratz zusammen zu sein, und dann ist man plötzlich ausgepowert, am Ende mit den Nerven, … Aber wie der Säufer, der nach dem übelsten Kater wieder zur Flasche greift, kannst Du einfach nicht genug davon bekommen.

…vielleicht sogar auch noch die Frau daneben stellen, weil
sie euch das eingebrockt hat?

Ach nö, über so ein Geschlecherbild ist unsere Familie schon seit Jahren hinweg. „Eingebrockt“ haben wir uns das Ganze gemeinsam, und auch wenn es natürlich auch in jeder Partnerschaft mal kracht, und Kinder eine ganz ausgezeichnete Möglichkeit sind, in Streit zu geraten, würden uns solche Schuldzuweisungen ganz sicher nicht einfallen.

Bin gespannt auf Eure Antworten - und bitte nicht die
Diskussion, über den hohen emotionalen Wert eines Kindes
anfangen.

Da gibt es nichts zu diskutieren, der ist für echte Eltern einfach da :wink:

Gruß vom Wiz

Hallo liebe Alexandra,

wenn man sich so durch die Literatur zum Thema Nachwuchs
wühlt,

Papier ist geduldig!

Nun ja, nachdem ich mich in meinem Umfeld so umgehört habe,
scheint das bei vielen nicht so klar zu sein ob man Kinder
denn nun unbedingt braucht um glücklich zu sein oder nicht…

Warum auch nicht.
Mein Bruder und meine Schwester haben keine Kinder - ist auch OK.

Viel
mehr würde mich mal interessieren, ob ihr Männer Euch
überhaupt mit dem Thema auseinander gesetzt habt?

Sischer dat

Was für
Emotionen und Gedanken kommen da im Vorfeld auf - welche
Ängste? oder haben Euch die Frauen einfach vor vollendete
Tatsachen gestellt?

Mir war schon sehr früh klar, daß ich gerne Kinder haben möchte, nur war lange nicht die passende Mutter dazu aufgetaucht.
Als die dann da war, war auch schnell klar, daß irgendwann Nachwuchs angesagt ist.
Ängste hatte ich nie deswegen und den Zeitpunkt haben wir zusammen ausgeguckt.

Wenn Ihr denn Nachwuchs habt, haben sich Eure Ängste,
Befürchtungen etc. erfüllt oder ist es noch schlimmer
gekommen?

Sagen wir es mal so. Die Sorgen wachsen mit den Kindern, die Freuden aber auch.

Welchen Einschnitt hat es in Eurem Leben dadurch gegeben?

Es ist nur noach wenig Zeit für sich selber da, aber wenn die Kinder größer werden, wird auch diese Zeit wieder mehr.
Ich habe einige Hobbys aufgegeben, es aber nicht bereut, weil ich ein tolles neues hatte :wink:

Könntet Ihr Eure Kinder ab und an auch am liebsten an die Wand
tackern oder an der Raststätte einfach stehen lassen?

Natürlich. Wie in jeder Partnerschaft

…vielleicht sogar auch noch die Frau daneben stellen, weil
sie euch das eingebrockt hat?

Aus diesem Grund nicht, aber es gibt andere Gründe, warum das ab und zu so ist.

In Summe gesagt:
Das Erziehen von Kindern ist das größte Abenteuer, auf das man sich einlassen kann.
Überaus anstrengend, aber auch genauso befriedigend.

Gandalf

dass alle Welt sich nichts sehnlicher wünscht als ein Kind zu bekommen

den Eindruck habe ich nicht.

mehr würde mich mal interessieren, ob ihr Männer Euch
überhaupt mit dem Thema auseinander gesetzt habt ?

Der Unterschied ist doch, dass Männer nicht autonom entscheiden können, ob sie Kinder haben wollen, Frauen aber doch.

Wenn Ihr denn Nachwuchs habt, haben sich Eure Ängste,
Befürchtungen etc. erfüllt oder ist es noch schlimmer
gekommen?

Ich hatte eigentlich keine Ängste - und es ist überhaupt nicht schlimm gekommen.

Welchen Einschnitt hat es in Eurem Leben dadurch gegeben?

Ich habe es nicht als Einschnitt empfunden, sondern die vorherige Situation eher als überfällig.

Könntet Ihr Eure Kinder ab und an auch am liebsten an die Wand
tackern oder an der Raststätte einfach stehen lassen?

Nein. Schlimmstenfalls mal für 10 Sekunden sauer sein.

…vielleicht sogar auch noch die Frau daneben stellen, weil
sie euch das eingebrockt hat?

Das mit dem „Einbrocken“ ist nicht meine Sichtweise. Ich würde ihr eher selbst über eine Trennung hinaus dankbar sein, mir die Vaterschaft ermöglicht zu haben.

Grundsätzlich fällt mir sowohl in Deiner Frage als auch gesellschaftlich der negative bzw. angstvolle Tenor im Zusammenhang mit Kindern auf.

Ein/e Afrikaner/in würde das nicht verstehen. Dort wird man eher Deutschland als schlimme Diktatur empfinden, da für schwangere junge Frauen (hier seltsamerweise „Mädchen“ genannt) eine Abtreibung der Normalfall (und gesellschaftliche Konsens), und die Alternative der gesellschaftliche Abstieg ist.

Grundsätzlich fällt mir sowohl in Deiner Frage als auch
gesellschaftlich der negative bzw. angstvolle Tenor im
Zusammenhang mit Kindern auf.

Angst empfinde ich per se nicht als negativ, wenn sie der Anlass ist, sich mit einer Sache auseinander zu setzen und nicht als bloßes Gespenst spukt.

Ich stelle einfach nur immer wieder fest, dass sich viele Männer dem Kinderwunsch der Frau erst einmal ergeben und dem Thema Kind in vielen Fällen anfangs neutral gegenüber stehen bzw. sich mit der ganzen Thematik eher selten auseinander setzen. So z.B. machen sie sich auch im Vorfeld keine Gedanken darum, was sich für sie in der Schwangerschaft ändern könnte, welche Unterstützung müssen sie der Partnerin geben, was kommt auf sie zu???

Ich habe den Eindruck, dass Frauen da mehr miteinander reden und sich versuchen ein Bild davon zu machen, was sie erwartet. Vielleicht fragen die auch mehr nach, weil sie sich ja mit dem dicken Bauch und den nicht mehr passenden Schuhen irgendwie arangieren müssen :o)

und Angst…ja, Angst kann man haben, wenn beide Partner aus gescheiterten Familien kommen, die Eltern nicht greifbar sind und man erst einmal den Eindruck hat, dass man ziemlich alleine auf dieser Welt steht und egal was kommt auf nichts und niemanden zurück greifen kann. Für sich als einzelne Person ein Zustand den man ertragen kann - die Frage die sich mir stellt, ob man einen Zustand empfundener permanenter Unsicherheit auch seinem Kind zumuten kann?? bzw. ob man das alles dann auch noch mit Kind schafft??? Die guten Vorbilder fehlen, und die Familien bei denen es ehrlich zugeht und wo man sich mal einen Rat und Unterstützung holen kann.

und Angst…ja, Angst kann man haben, wenn beide Partner aus
gescheiterten Familien kommen, die Eltern nicht greifbar sind
und man erst einmal den Eindruck hat, dass man ziemlich
alleine auf dieser Welt steht und egal was kommt auf nichts
und niemanden zurück greifen kann.

Du bist ab diesem Zeitpunkt eine neue eigene Familie. Es wäre zwar schön und auch wichtig wenn heile Welt in der Großfamilie herrscht, aber es ist nicht zwingend notwendig. Ich würde meine Kindesentscheidung nicht zum Kontakt der Großeltern abhängig machen.

Für sich als einzelne
Person ein Zustand den man ertragen kann - die Frage die sich
mir stellt, ob man einen Zustand empfundener permanenter
Unsicherheit auch seinem Kind zumuten kann??

Welche permanent empfundene Unsicherheit? Nur weil Oma und Opa nicht da sind? Man findet seinen eigenen Weg - man muss nicht jeden Schritt begleitet werden. Das nennt man erwachsen werden. Klar ist es schön auf die Erfahrungen und Ratschläge zurückgreifen zu können, aber heutzutage findet man (wenn man will) immer einen Ansprechpartner.

bzw. ob man das
alles dann auch noch mit Kind schafft??? Die guten Vorbilder
fehlen, und die Familien bei denen es ehrlich zugeht und wo
man sich mal einen Rat und Unterstützung holen kann.

Es gibt viele alleinerziehende Eltern. Es ist klar, dass das nicht die ideale Familiensituation für ein Kind ist. Aber DU als MUTTER bist dann das Vorbild. Und die Personen mit denen du dich abgibst (Freunde). Rat kann dir in vielen Fällen auch ein Kinderarzt deines Vertrauens sein. Du kannst in Krabbelgruppen und dergl. andere Mütter kennenlernen und gemeinsam austauschen. Auch da findet man neue Freunde die in der gleichen Situation sind. Manche „Freunde“ kommen mit der neuen Familiensituation nicht klar, weil sie selbst noch keine Familie haben (möchten) und daher die Interessen auf einmal sehr unterschiedlich sind. Aber man findet neue Leute, gleichgesinnte, andere Mütter, die die gleichen Sorgen haben. Und das hilft. Sich auszutauschen, zu hören dass man nicht alleine ist mit diesem und jenem Zipperlein.

lg, Dany

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Hallo liebe Alexandra,

…ob ihr Männer Euch
überhaupt mit dem Thema auseinander gesetzt habt? Was für
Emotionen und Gedanken kommen da im Vorfeld auf - welche
Ängste? oder haben Euch die Frauen einfach vor vollendete
Tatsachen gestellt?

Beim ersten Kind habe ich mich sehr intensiv auf das Thema mit meiner Frau zusammen vorbereitet, wobei ich mir eigentlich theoretisch um einiges mehr Gedanken gemacht habe und gelesen habe. Das ging sogar soweit, daß ich, sogar alleine in den Schwangerschaftsvorbereitungskurs gegangen bin, wenn meine Frau zu müde oder zu fertig war…letztendlich kommt es dann doch anders als man denkt und auf Kindern kann man sich nur sehr unzureichend vorbereiten. Jedes ist individuell und ich mußte viele schöne Vorstellungen und Theorien in Sachen Pädagogik, Lebensorganisation etc. über den Haufen schmeissen und was neues stricken. Beim zweiten habe ich vieles schon pragmatischer und lockerer gesehen, was wohl immer so ist. Ängste oder Sorgen waren im üblichen Rahmen, ist alles mit Frau und Kind in Ordnung während der Schwangerschaft und der Geburt etc. Emotional überwog die Vorfreude an einem neuen Lebewesen die Gewissheit, daß das komlette Leben mit einem Kind umgekrempelt wird, was sich auch bestätigte.

Wenn Ihr denn Nachwuchs habt, haben sich Eure Ängste,
Befürchtungen etc. erfüllt oder ist es noch schlimmer
gekommen?

Aber von Enttäuschung oder Angst kann man nicht sprechen. Es ist anders, mit Höhen und Tiefen und wir möchten um keinen Preis der Welt dies wieder rückgängig machen.

Welchen Einschnitt hat es in Eurem Leben dadurch gegeben?
Könntet Ihr Eure Kinder ab und an auch am liebsten an die Wand
tackern oder an der Raststätte einfach stehen lassen?
…vielleicht sogar auch noch die Frau daneben stellen, weil
sie euch das eingebrockt hat?

Ich habe keine Ahnung, wie Du auf solche Gedanken kommst.
Es gibt immer Situationen, in denen ich auch meine Kinder oder meine Frau wütend bin, daß ist aber auch umgekehrt so.

Wenn die Frage provokant gemeint ist und Du sie im übertragenen Sinne mit: „Ich möchte ein Egoist sein und mich nicht um meine Familie kümmern, diese ist mir egal, weil Sie mir nur Schereien bringt.“
übersetzt haben willst, kann ich dazu nur sagen: Falls mir dieser Gedanke mal kommt, ist es zeit für den Familientherapeuten :frowning:

Es wäre schön von Dir Alexandra, wenn Du mal erläutern könntest, wie Du auf solche Mutmassungen, was Männer angeht kommst. Vermutest Du, daß werdende Väter nicht imstande sind, sich auf ein Kind einzustellen oder möchtest Du nur das Klischee bedient haben, daß Männer die schlechteren Eltern sind?

Gruß Mirko

Hallo Mirko,

generell glaube ich nicht, dass Männer die schlechteren Eltern sind. Ich gehöre zu den Scheidungskindern, die bei Ihrem Vater geblieben sind und kann mich so weit nicht über meine Kindheit beklagen - die Streitpunkte gibt es da heute an anderen Stellen.

Ich stelle nur fest, vielleicht ist das auch nur in meinem Umfeld so, dass wir Frauen X Bücher, Zeitungen und Gott weiß was alles lesen, noch bevor wir eigentlich Nachwuchs bekommen und uns versuchen weit im Vorfeld eine Idee dazu zu verschaffen, wie es mit einem Kind sein könnte, was sich ändert, ob man das überhaupt alles was auf einen zu kommt in kauf nehmen will/kann, welche Krankheiten es gibt, wie man sich ernähren sollte, welcher Sport in Frage kommt etc.

Die Männer in meinem Umfeld dagegen haben eher so die Einstellung, dass sie ohne Kind ganz gut leben können und wenn die Frau eins haben will, soll sie ihren Wunsch halt erfüllt bekommen…die Entscheidung wird dann zwar gemeinsam getragen und sicher haben die Männer dann auch Spaß am Kind und kümmern sich wirklich bestens um den Nachwuchs, aber die machen im Vorfeld nicht so viel Wind und auch bei diversen Diskussionen kommen die Männer gar nicht auf die Idee sich mal ein Buch oder sonstig Infos im Vorfeld zu beschaffen.

Bei uns steht nach wie vor immer noch das Thema zur Diskussion aus und da denkt man ja mal als Frau, dass sich Männer die gerade Papa geworden sind oder im werden sind und potentielle Väter über dieses Thema austauschen - nix, null, nada… Habe darauf hin mal die jungen Väter in meinem Umfeld gefragt ob die sich mal vorher schlau gemacht haben - nö haben die auch nicht , erst als dann nicht mehr zu übersehen war, dass Frau ein Kind bekommt haben die mal angefangen sich mit der neuen Situation auseinander zu setzen.

Kann das Verhalten gerade bei Männern, die doch sehr viel häufiger alles in geregelten Bahnen und unter ihrer Kontrolle wissen wollen nicht ganz nachvollziehen. Vielleicht reicht da aber auch einfach die emotionale Vorstellungskraft bei Männern nicht aus??? Vielleicht machen die sich tatsächlich um so was gar keine Gedanken und leben irgendwie in ihrer eigenen Welt? Die Ursprungsfrage sollte in keiner Form wertend gemeint sein, sondern mich interessietr einfach mal, ob Männer da anders ticken oder andere Gedanken haben als Frauen.

Hallo Alexandra,
ich bin einfach mal bei Deiner Frage stehen geblieben und hab keine einzige Antwort gelesen:wink:

Hat sich Dein Leben nicht verändert? Heute wär ich vermutlich eine recht junge Mutter, als ich meine Tochter bekommen habe, war ich mit 29 schon eine Spätgebährende *gg

Und mein Leben hat sich tatsächlich total verändert … und Schiss hatte ich auch davor :wink:

Liebe Grüße
usch

Hallo Alexandra

Bei uns steht nach wie vor immer noch das Thema zur Diskussion
aus und da denkt man ja mal als Frau, dass sich Männer die
gerade Papa geworden sind oder im werden sind und potentielle
Väter über dieses Thema austauschen - nix, null, nada… Habe
darauf hin mal die jungen Väter in meinem Umfeld gefragt ob
die sich mal vorher schlau gemacht haben - nö haben die auch
nicht , erst als dann nicht mehr zu übersehen war, dass Frau
ein Kind bekommt haben die mal angefangen sich mit der neuen
Situation auseinander zu setzen.

Kann das Verhalten gerade bei Männern, die doch sehr viel
häufiger alles in geregelten Bahnen und unter ihrer Kontrolle
wissen wollen nicht ganz nachvollziehen. Vielleicht reicht da
aber auch einfach die emotionale Vorstellungskraft bei Männern
nicht aus??? Vielleicht machen die sich tatsächlich um so was
gar keine Gedanken und leben irgendwie in ihrer eigenen Welt?
Die Ursprungsfrage sollte in keiner Form wertend gemeint sein,
sondern mich interessietr einfach mal, ob Männer da anders
ticken oder andere Gedanken haben als Frauen.

ich kann Dir da nur aus eigenen Erfahrungen berichten. Bei unserem ersten Sohn habe ich ein Jahr Babypause gemacht, bei unserer Tochter dann aus beruflichen Gründen nicht. Beide Zeiten habe ich auch sehr unterschiedlich erlebt.

Während des Erziehungsurlaubs bewegte ich mich eher in der Welt der Mütter, da ich in der Vielzahl natürlich während des Babyalltags diese häufiger traf und mich auch austauschte. Es gab auch zwei Männer, die gleichzeitig mit mir die Elternzeit genommen hatten und die ich kennenlernte. Mit diesen gluckte ich dann natürlich eher zusammen und unternahm viel :smile: Es wurde unglaublich viel über Babys ausgetauscht und ich fühlte mich viel wohler als unter den Frauen, wo ich doch eher ein Exot war. Über dieses Thema sich auszulassen würde den Thread sprengen :wink:

Bei unserem zweiten Kind erlebte ich dies alles aus Sicht des arbeitenden Vaters. Es war natürlich vieles anders. Trotzdem tauschen sich Väter und werdende Väter untereinander sehr wohl aus. Es läuft aber anders als bei Frauen denke ich mal. Ich hatte in Gesprächen mit anderen Vätern nie das Gefühl einem Wettbewerb ausgesetzt zu sein. Welches Kind kann was am besten und am ehesten etc. Das abstruse ist, wo Männer ansonsten schnell und gerne in den Wettstreit bzw. Wettbewerb gehen, tuen sie das beim Thema „Baby“ nicht, oder ich habe es nie erlebt. Anders bei Frauen. Da geht es in der ersten Zeit immer darum, welches Kind wohl das bessere ist und welche Mutter auch.
Was die Kommunikation angeht ist das Thema Baby sicherlich im Berufsalltag nicht dominierend. Es kommt darauf an in welchem persönlichen Verhältnis man mit den "Mit-"Männern steht. Bei mir konnte ich mich mit einigen sehr gut austauschen und auch über Baby-Probleme reden mit anderen halt eher nicht.

Was sicherlich der Fall ist, das sich Männer weniger dem gesellschaftlichen Druck des Kleinkinder-erziehens beugen und sich dauernd den Kopf machen…„Mache ich auch alles richtig“. Was ich für durchaus „gesund“ halte. Erspart es doch manchen Stress den man sich selber macht.

Gruss Mirko

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Hallo Alexandra
Ich möchte Dir zu dieser spannenden Frage gerne zwei Antworten geben, eine subjektive und eine eher „objektive“.
Zuerst vielleicht mal die „objektive“:
Ich beobachte und erfahre seit 20 Jahren in meiner Praxis, wie sehr sich die meisten Frauen (besonders dringend zwischen 30 und 35) ein Kind bzw. Kinder wünschen und erlee gleichzeitig, wie sich deren Männer oder Freunde dagegen sträuben. Allzu oft habe ich miterleen müssen, wie die Frauen sogar resigniert einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen ließen, weil ihr Mann/Freund kein gemeinsames Kind haben wollte. Die Frauen wurden nach den Abtreibungen zumeist depressiv, einige trennten sich usw.
Jetzt meine subjektive, persönliche Antwort:
Meine vier Kinder sind für mich das Wichtigste auf der Welt. Natürlich ist es eine Riesen-Umstellung im Leben -das erste Kind verändert ja schon alles- aber eine, die ich nicht bereut habe. Es ist ein ungeheurer Lebenszuwachs, ein Kind aufwachsen zu sehen, dabei begleiten zu können, wie es die Welt wahrnimmt, sich entwickelt, in die Welt hinein geht. Jedes Kind hat seinen ganz eigenen Charakter, seine ganz eigenen Talente, Vorlieben, Eigenarten. Ich würde nicht mehr gegen ein kinderloses Leben tauschen wollen.
Gruß,
Branden

Hallo Branden,

aber was war bevor Du Vater wurdest . hast Du Dich damit auseinadner gesetzt was mit Deiner Partnerin passiert, was sich in deinem Leben ändert und das Thema für dich persönlich abgewogen - irgendwann muss ja auch Mann mal zu dem Entschluss kommen : will ich oder will ich nicht. Was läuft bei Männern ab um zu diesem Entschluss zu kommen? Mal plump gesagt: Wenn Männer ein Auto kaufen, dann wägen sie ja auch alles ab und fragen udn lesen und und und… was hast Du vorher bei so einem viel wesentlicheren Entschluss gemacht um sicher zu sein?

Mich interessiert, ob Männer da überhaupt so was wie Entschlussfähig sind oder ob das Thema im Vorfeld (also Frau noch nicht schwanger) so abstrakt ist, dass sie damit nichts anfangen können? Wie sieht da der Prozess der „Kaufentscheidung“ aus?

wie gesagt: man liest immer nur, dass die Männer wenn sie dann Vater sind ganz glücklich sind - aber konnten sie sich das vorher schon vorstellen, dass das so sein wird?

Mal plump gesagt: Wenn
Männer ein Auto kaufen, dann wägen sie ja auch alles ab und
fragen udn lesen und und und… was hast Du vorher bei so
einem viel wesentlicheren Entschluss gemacht um sicher zu
sein?

huhu Alexandra,

hier muss ich dann doch mal meinen Senf und so *g*

Bei einem Auto kann man ja auch vergleichen und sich dann eins aussuchen (was ins Portemonnaie passt - also nicht zum reinstecken).

Bei Kindern kann man nicht viel aussuchen *g* Sind sie da muss man sie nehmen wie sie sind. Die Männer wissen sie haben eine Frau die sich mit dem Kram sehr gut auseinandersetzt, sie vertrauen ihr ja auch. Meiner Erfahrung nach kümmern sich Männer eher darum „Sind wir dann auch finanziell abgesichert?“ (siehe Postings weiter unten). Ich denke, das ist mit ein Punkt, warum Männer sich nicht in der Art wie die Frauen vorbereiten. „Erstmal gucken wenns da ist“ oder so. Männer informieren sich auch, aber anders. Sie reden mit anderen Vätern. Außerdem werden sie von den Frauen, die ja alles lesen und tun und machen bestens informiert. Ich glaube den Informationsschwall den Mann von Frau bekommt ist mehr als ausreichend für Männer ;o)

lg, Dany

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weiblicher Einwurf
Morgen,
interessante Diskussion, allerdings erlebe ich das genau anders rum, ich erlebe eigentlich eher, dass die Männer beschließen, sie möchten jetzt eine Familie und dabei sind die Frauen vom Kinderkriegen zu überzeugen.

Mein werdender Vater wollte immer Kinder, hat das auch ab einem bestimmtem Punkt in unserer Beziehung klar herausgestellt und es war dann an mir, mich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Da ging es allerdings mehr um eine Grundsatzentscheidung. In der dann einsetzenden Diskussion ob und wann usw. haben wir eher Basisfakten diskutiert. Vorstellungen von Erziehung, Rollenverteilung usw. Wenn diese nicht im großen und ganzen übereingestimmt hätte, wäre das über kurz oder lang wahrscheinlich das Ende der Beziehung gewesen.

Während meiner Schwangerschaft beschäftigt sich der werdende Vater wenig mit Literatur o.ä. Er ist der Meinung, übermäßiges Vorbereiten macht ihn nur verrückt. Mit Gelassenheit und Flexibilität sei ihm noch am meisten geholfen und man werde dann schon klarkommen. Mit dieser Haltung umzugehen, finde ich in meinen Panikattaken manchmal schwierig, komme aber dadurch auch oft wieder „runter“. Ich vertraue dann auf unseren Grundkonsens und das Wissen, dass er 100% da sein wird.

Da ich schon jetzt erlebe, dass plötzlich Aspekte ne Rolle spielen, über die ich mir nie auch nur im Ansatz den Kopf zerbrochen habe, glaube ich, er liegt gar nicht so falsch mit seiner Haltung.

…und da ich mich nun einmal zum Absprung entschlossen habe, bleibt mir nur dem ganzen möglichst maximalen Spaß abzugewinnen.

Alles Gute
PP

@ Alexandra & duplosche
Hi Alexandra und duplosche/Daniela

Bei einem Auto kann man ja auch vergleichen und sich dann eins
aussuchen (was ins Portemonnaie passt - also nicht zum
reinstecken).

Als psychoanalytisch Arbeitender muss ich natürlich etwas schmunzeln wegen des Vergleiches „Portemonnai - reinstecken“ im Zusammenang mit „Kinderkriegen“, aber davon mal abgesehen, habt ihr beide insofern ein wesentliches Detail am Schopfe gepackt. Um es also mal etwas pauschal auszudrücken: Ja, zugegeben, wir Männer sind meistens nicht sehr initiativ in punkto Kinderkriegen. Manch einer von uns mag zwar beim Coitus es reinzvoll finden, mit der geliebten rau jetzt ein „Kind zu machen“, andere wiederum bekommen bei der Vorstellung „ich zeuge jetzt gerade ein Kind und dafür abe ich dann die nächsten 20 Jahre Verantwortung“ einen solchen Schreck, dass es ihnen die Petersilie verhagelt, sprich: die Potenz abknickt. :wink:
Die meisten denken wederum wohl garncht so ag viel bei der schönsten Sache der Welt und gucken erst nach positivem Schwangerschafts-Test wie begossene Pudel aus der Wäsche.
Ich selber (endlich komme ich nun auch zu mir, ich weiß, es hat lange gedauert) habe auch erst beim dritten und vierten Kind gezielt ein ind gewollt und mich von Anfang an in froher Erwartung drauf gefreut.
Fazit: Man muss die Männer zu ihrem Glück zwingen. :wink:
Kann natürlich auch schief gehen, wie ich in meiner Praxis immer wieder erfahre.
Gruß,
Branden

Bei Kindern kann man nicht viel aussuchen *g* Sind sie da muss
man sie nehmen wie sie sind. Die Männer wissen sie haben eine
Frau die sich mit dem Kram sehr gut auseinandersetzt, sie
vertrauen ihr ja auch. Meiner Erfahrung nach kümmern sich
Männer eher darum „Sind wir dann auch finanziell abgesichert?“
(siehe Postings weiter unten). Ich denke, das ist mit ein
Punkt, warum Männer sich nicht in der Art wie die Frauen
vorbereiten. „Erstmal gucken wenns da ist“ oder so. Männer
informieren sich auch, aber anders. Sie reden mit anderen
Vätern. Außerdem werden sie von den Frauen, die ja alles lesen
und tun und machen bestens informiert. Ich glaube den
Informationsschwall den Mann von Frau bekommt ist mehr als
ausreichend für Männer ;o)

lg, Dany

dh, in einer Vielzahl der Fälle trifft dann obwohl wir so emanzipiert sind dann doch die Frau die Entscheidung, weil sie die einzige Person ist, die sich richtig mit den Fürs und Widers auseinander gesetzt hat?

Ja. Ich fürchte, so ist es. :wink:
*

Hallo Pat

allerdings erlebe ich das genau
anders rum
Mein werdender Vater wollte immer Kinder, hat das auch ab
einem bestimmtem Punkt in unserer Beziehung klar
herausgestellt und es war dann an mir, mich mit diesem Thema
auseinanderzusetzen.

Na, dann hast Du doch einen Klasse-Vater für Euer Kind. Hast eben nicht den Durchschnitts-Mann, sondern die Ausnahme.
Es gratuliet Dir dazu
Branden

Das kann ich nur bestätigen. Meiner entspricht eher Brandens Beschreibung, zwar ist Abtreibung übertrieben, aber er würde nie zu mir kommen, und sagen, dass er jetzt Kinder will. Er würde sich seinem „Schicksal“ ergeben, falls er ein Unfall wäre, aber planen? Näää, bloss nicht :smile:

Gruß Wölkchen

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

dh, in einer Vielzahl der Fälle trifft dann obwohl wir so
emanzipiert sind dann doch die Frau die Entscheidung, weil sie
die einzige Person ist, die sich richtig mit den Fürs und
Widers auseinander gesetzt hat?

genau! weil wir denken drüber nach, Männer verdrängen es gern :smile:
Meiner gehört da auch zu.

Die Augen kleben an der Decke, wenn ich mit dem Thema anfange, am liebsten würde er sofort den Raum verlassen :wink: