Männerfreundschaft auf dem Prüfstand

guten tag,

erstmal entschuldigung für meine verkorkstes topic, mir fiel partout nichts besseres ein.

bisher eher stiller mitleser, wende ich mich heute mit einem problem an euch, welches mir sehr zu schaffen macht.

zur vorgeschichte:
ich habe einen langjährigen kumpel. wir kennen uns seit oberstufenzeiten, haben zusammen studiert, zusammen in einer WG gelebt, frauenprobleme gemeinsam durchstanden. eine richtig schöne freundschaft.

vor gut 2 jahren zog mein freund von NRW ins saarland. berufliche gründe. er fühlt sich dort sehr wohl, ist überaus erfolgreich im job, die familie ist glücklich :smile:.
wir haben trotz der räumlichen trennung nie den kontakt verloren. mails, telefonate, gemeinsame männerwochenenden und regelmäßiges treffen in einem chatroom halten unsere freundschaft am laufen. soweit, so gut :smile:.

seit gut einem jahr tritt in abständen von jeweils einigen monaten folgendes phänomen auf:
der kumpel wird zusehends komischer, mails werden kürzer und später gar nicht mehr beantwortet. telefonate werden seltener, hören dann ganz auf. im chatroom werde ich geflissentlich übersehen, während mit anderen usern fleißig smalltalk betrieben wird :wink:.
das ganze dauert 4 wochen, manchmal 6…fragen meinerseits, ob es probleme gäbe, streß auf der arbeit, usw. werden nicht beantwortet.
irgendwann ist der spuk vorbei, mein kumpel kommt - zögerlich- zurück. fragt nach familie, meinem befinden, erzählt von seinem job…alles ist wie gehabt. bis zum nächsten mal.

die ersten 2 mal habe ich noch vorsichtig nachgehakt, was los gewesen sei. ob er probleme hätte, sauer sei oder einfach mal eine auszeit bräuchte. meinen fragen wird stets ausgewichen. ich will nicht nachbohren, will ihn nicht drängen. aber es beschäftigt mich, da diese phasen immer wieder auftreten. erklären kann ich mir sein verhalten nicht.
mir ist durchaus bewußt, daß eine freundschaft auf distanz lockerer wird und ich habe auch kein problem damit, mich zurückzuziehen, wenn es gewünscht wird.

in einem gespräch mit meiner frau fiel von ihrer seite aus das wort „depression“. sie meinte, diese zeitweise abwesenheit, dieses linksliegenlassen von bekannten und freunden sei ein typisches zeichen für eine evtl. bestehende depression.
im internet bin ich zu ihrer theorie bisher nicht fündig geworden und deshalb frage ich euch :smile:

krankhafte störung oder verschärfter egotrip??
was meint ihr?

vielen herzlichen dank,
carsten

Hallo Carsten
Obschon man dieses Verhalten Deines Freundes ferndiagnostisch nicht ausloten kann (vieles kommt hier grundsätzlich in Frage, von Depression bis „früh gestörter Persönlichkeit“), fine ich persönlich Dene Problematik sehr interessant, nicht zuletzt, weil ich mit einem sehr guten Freund Ähnliches erlebt habe.
Die ersten Jahre unserer Freundschaft in Berlin waren sehr inrensiv, wir sahen uns jeden Tag, redeten über Gott und die Welt, machten Musik zusammen, erfanden eigene Sketches und Szenen, die wir filmten usw.
Frauen, Filme, Musik waren die Lieblings-Themen.
Ich hatte immer eine Beziehung zu meiner jeweils damaligen Freundin, er lebte eher allein. Plötzlich brach er die Freundschaft quasi ab, war nur noch schwer zuerreichen, meldete sich von sich aus nicht mehr usw. Ich war schwer getroffen und bin nur langsam über diese Geschichte weggekommen.
Er traf dann seine Jugendliebe wieder, zog zu ihr nach München, wo er den Rest seines Lebens verbrachte.
Eines Tages meldete er sich von dort wieder und unsere Freundschaft lebte erneut auf. Jeden Tag Telefonate, e-mails, Briefe, Päckchen - als wenn es wie früher wäre. Nachdem wiederum Jahre vergangen waren, fragte er mich wiederum, ob unsere Freundschaft nun wieder genauso fest und tief sei wie damals vor dem Bruch, vor der Pause. Ich antwortete zögernd, dass es etwa zu 90 % so sei, aber ein Rest Irritation oder Misstrauen bei mir geblieben sei.
Wieder Jahre später (längst war er mit seiner Jugendliebe verheiratet) bekam er eine schwere Depression und sagte mir telefonisch oder per e-mail, dass er jetzt keine Kommunikation mehr machen könne. Ob es ginge, dass ich ihm aber schreibe, fragte ich. Nein, das wolle er auch nicht.
Ein paar Tage später hat er sich das Leben genommen, indem er außerhalb von Mnchen auf einer Allee gegen einen Baum gerast ist.
Es grüßt Dich
Branden

Freundschaft auf dem Prüfstand
Moin Branden, moin Carsten,

weil ich mit einem sehr guten Freund Ähnliches erlebt habe.

aber bei Carstens Freund sehe ich einen großen Unterschied: sein Kumpel kommuniziert in C’s Anwesenheit mit anderen. Sicherlich kann ich das anhand deiner Erzählung über deinen Freund jetzt nicht beurteilen. Aber er hat dir doch eine klare „Absage“ in Form von Bitte, die Kommunikation zu beenden, erteilt, was C’s Freund nicht tut.

Ich finde, C’s Kumpel legt ein Verhalten an den TAg, das ich bei Kindern als „Beleidigt sein“ oder „misstrauisch sein“ oder was auch immer in dieser Richtung bezeichnen würde. Als ob er C etwas beweisen müsste (indem er so tut, als ob er ihn nicht sieht sowohl im tatsächlichen als auch übertragenen Sinne…).

Dieses Phänomen ist mir im vergangenen Sommer mit meiner besten Freundin passiert. Von einem TAg auf den anderen kam nichts mehr von ihr (wir haben uns bis dahin mind. 2x die Woche gesehen, täglich tel. und mails). Erst nach wochenlangem Nachhaken meinerseits kam dann irgendwann mal eine kurze mail mit fadenscheinigen Begründungen, warum sie sich nicht meldet, aber kein Hinweis darauf, ob sie die Freundschaft nicht mehr will… jedenfalls habe ich seitdem nichts mehr von ihr gehört.Höre jetzt auch auf, Kontakt herzustellen…

Ich habe mich allerdings genauso gefragt: was bringt Menschen dazu, so und vor allem so spontan zu handeln, irgendwo ja etwas wegzuwerfen, was bis dahin sehr wichtig war. Komisch…

Tja, konnte nun sicherlich nicht helfen… sorry…
Trotzdem schönen Tag und Grüße
Demenzia

Hi Gerry

aber bei Carstens Freund sehe ich einen großen Unterschied:
sein Kumpel kommuniziert in C’s Anwesenheit mit anderen.
Sicherlich kann ich das anhand deiner Erzählung über deinen
Freund jetzt nicht beurteilen. Aber er hat dir doch eine klare
„Absage“ in Form von Bitte, die Kommunikation zu beenden,
erteilt, was C’s Freund nicht tut.

Da hast Du recht, das ist ein wesentlicher Unterschied.
Eine Ähnlichkeit könnte (muss nicht) aber in der Persönlichkeits-Problematik dieser Menschen liegen. Eine konstante Beziehung, ein mittleres Gleichgewicht zwischen „Verschmelzung“ mit dem Andedren und Distanz zum Anderen scheint ja da nicht möglich - was azuf eine frühe Störung hinweisen kann.
Gruß,
Branden

Ich finde, C’s Kumpel legt ein Verhalten an den TAg, das ich
bei Kindern als „Beleidigt sein“ oder „misstrauisch sein“ oder
was auch immer in dieser Richtung bezeichnen würde. Als ob er
C etwas beweisen müsste (indem er so tut, als ob er ihn nicht
sieht sowohl im tatsächlichen als auch übertragenen Sinne…).

Dieses Phänomen ist mir im vergangenen Sommer mit meiner
besten Freundin passiert. Von einem TAg auf den anderen kam
nichts mehr von ihr (wir haben uns bis dahin mind. 2x die
Woche gesehen, täglich tel. und mails). Erst nach wochenlangem
Nachhaken meinerseits kam dann irgendwann mal eine kurze mail
mit fadenscheinigen Begründungen, warum sie sich nicht meldet,
aber kein Hinweis darauf, ob sie die Freundschaft nicht mehr
will… jedenfalls habe ich seitdem nichts mehr von ihr
gehört.Höre jetzt auch auf, Kontakt herzustellen…

Ich habe mich allerdings genauso gefragt: was bringt Menschen
dazu, so und vor allem so spontan zu handeln, irgendwo ja
etwas wegzuwerfen, was bis dahin sehr wichtig war. Komisch…

Tja, konnte nun sicherlich nicht helfen… sorry…
Trotzdem schönen Tag und Grüße
Demenzia

Hallo Carsten, bei Männern mag vieles anders sein, aber im Zusammenhang mit Deinem Posting mußte ich an meine Freundin denken: Bei ihr war es immer so, daß sie häufiger mit mir in Kontakt trat, wenn es ihr schlecht ging (es waren fast immer Beziehungsprobleme mit Mann oder Lebenspartner). Und immer wenn es ihr gut ging, hörte ich manchmal laaaange nichts von ihr. Nach meiner Erfahrung würden Männer sich eher umgekehrt verhalten, oder? Gruss, Eva

Schönen dank erstmal :smile:
ich bin erstaunt, daß es noch anderen so ergeht wie mir.

branden, deine aussage bezüglich nicht balance zwischen distanz und nähe finde ich sehr aufschlußreich. es scheint mir, als gebe es für meinen kumpel nur diese beiden extreme. nur wundert es mich, daß dieses verhalten erst in der näheren vergangenheit das erste mal aufgetreten ist.

jetzt stellt sich mir die frage, wie ich mich in zukunft verhalten soll. ich bin durchaus gewillt, diese, ja nennen wir es " macke" von ihm zu tolerieren. diese langjährige freundschaft aufzugeben, liegt mir fern :smile:.
was also tun?
mich in seinen phasen des zurückziehens ebenfalls dünne machen? ihn trotzdem anmailen u.ä. und seine laune versuchen zu übergehen?

auf alle fälle werde ich versuchen, das gespräch mit ihm zu suchen und zu sehen, ob wir nicht in dieser sache auf einen nenner kommen können :smile:.

danke nochmal,
carsten

auch von mir ein danke :smile:
auch wenn ich mich in diesem thread nicht direkt äußern mag- trotzdem diese problematik für mich z.zt. wieder sehr aktuell ist - gibt er mir den anstoß, mal in eine andere richtung zu denken :wink:

gruß an alle(!),
ramona, die sich in distanz und gelassenheit übt

wirklich interessant
hi,

als ich deinen thread gelesen habe, musste ich sofort an einen kollegen von meinem freund denken. der verhält sich genau so. mein freund bestätigte dies nach dem lesen deines textes auch sofort.

wir haben schon oft gerätselt, mit was das zu tun hat und sind gespannt, ob noch mehr aufschlussreiche antworten kommen.

liebe grüsse
coco

Hi Carsten,

was die Gründe für das Verhalten Deines Freundes sind, können wir nur mutmaßen und Du ihn nur direkt fragen. Auch wenn er ausweicht, kannst Du ihm sagen, dass Dir das wichtig ist, weil es Dich belastet, und Du gerne eine Antwort hättest oder eine Antwort brauchst?

Einmal jobbte ich in einer Firma mit 1700 Leuten. Was mir hier nie verständlich wurde, wie manche Leute ständig zusammen hängen konnten, „die dicksten Freunde“ waren und kaum verließ jemand die Firma, war dieser Mensch für die allermeisten bis Alle vergessen und gestorben. Teils gingen die Leute nur in andere Abteilungen und dennoch brachen die Kontakte ab. Ein Zeichen für oberflächliche Kurzweil und keine echte Bindungen? Mag sein. Ein späterer Kollege meinte mal, der Abstand sei so übel, wenn jemand so weit weg wohne, das mache alles so schwer. Man möchte ja gerne den anderen wieder treffen, doch es kommt halt soviel dazwischen. Eine etwas unreflektierte Meinung, finde ich.

Doch ein weiterer früherer Bekannter zeigte mir ein Beispiel dafür auf was noch als Grund dahinter stecken kann. Er beklagte oft, dass in seinem Leben nichts fix sei, sprich der stete Wandel. Ich versuchte ihn etwas zu necken und sagte gerne zu ihm: das einzig Beständige in seinem Leben sei der Wandel. Also, er hatte ja was Beständiges. Doch er verband damit, dass er zwar viele Kontakte in seinem Leben schon hatte und teils auch hat, doch auch nicht wirklich glücklich damit ist. Denn er möchte gerne seine Erfahrungen, seine Erlebnisse mit den Menschen teilen mit denen er sie erlebt hat. Sprich es gibt oder gab ihm nichts z.B. mit jemanden über Erlebnisse mit Menschen zu reden, die die gar nicht betroffen haben. Wenn er von „der guten alten Zeit“ oder was auch immer reden wollte, dann mit Menschen die die Umstände, die darin involvierten Personen auch selbst kennen, und nicht nur vom Hörensagen. Das machte ihm extrem zu schaffen. Sogesehen könnte es sein, dass manche Menschen im Laufe der Zeit sich denken, was sollen sie denn erzählen, wenn der andere das gar nicht so wirklich nachempfinden kann, da er ja nicht dabei war. Diesem früheren Bekannten ging es darum gemeinsame Erlebnisse zu teilen, drüber zu reden und zu lachen, und den Schmerz dass ihm dies zumeist nicht möglich war, da seine Kontakte selten von Dauer waren.

Ciao,
Romana

.

Eine Ähnlichkeit könnte (muss nicht) aber in der
Persönlichkeits-Problematik dieser Menschen liegen. Eine
konstante Beziehung, ein mittleres Gleichgewicht zwischen
„Verschmelzung“ mit dem Andedren und Distanz zum Anderen
scheint ja da nicht möglich - was azuf eine frühe Störung
hinweisen kann.
Gruß,
Branden

hallo brandes,

gibt es für laien verständlich nachlesbares in sachen:
nähe- distanz-Problem - frühe störung?
meine damit auch mögliche ursachen nebst darstellung der
formen.

des weiteren wird ja der begriff problem benutzt - meiner
infomation nach „leidet“ ja jeder mensch an der einen oder
anderen (personlichkeits-)störung. wenn das nun stimmt -
ist es damit automatisch ein problem oder wird das wort grund-
legend benutzt auch wenn für die person selbst frühlbar kein
leidensdruck entsteht?

manchmal verwirren mich bestimmte worte. gerade ist das hier
der fall im zusammenhang mit dem wort problem.

halbwache grüsse

nina

Persönlichkeitsstörungen auf dem Prüfstand
Guten Morgen, Nina

gibt es für laien verständlich nachlesbares in sachen:
nähe- distanz-Problem - frühe störung?

Oh ja - ein Lieblingskind der modernen Psychoanalyse! Empfehlenswert sind z.B. dazu fast alle Bücher von Otto Kernberg, z.B. „Wut und Hass“.
Aber auch andere, z.B. Christopher Bollas „Der Schatten des Objekts“ ist lesenswert, wenn auch thematisch etwas über unser Thema hier hinausragend.

des weiteren wird ja der begriff problem benutzt - meiner
infomation nach „leidet“ ja jeder mensch an der einen oder
anderen (personlichkeits-)störung. wenn das nun stimmt -
ist es damit automatisch ein problem oder wird das wort grund-
legend benutzt auch wenn für die person selbst frühlbar kein
leidensdruck entsteht?

Man kann sogar in leichter Zuspitzung formulieren, dass es sich GERADE DANN OFTMALS um eine Persönlichkeitsstörung handelt, wenn die Person selber KEINEN adäquaten Leidensdruck entwickelt. :wink:
Ein Unterschied zwischen dem unter seinen Symptomen leidenden Neurotiker und der Persönlichkeitsstörung (früher Psychopathie geschimpft) ist ja unter anderem der, dass der Persönlichkeitsgestörte eher seine Umwelt leiden macht als sich selber. :wink:
Man sollte also -das zu Deiner Eingangsfrage- heutzutage nicht jeden Menschen als persönlichkeitsgestört bezeichnen, sondern eben in Abgrenzung zu den Normalos und Neurotikern die eben Beschriebenen, denen es ja meist an „normaler“ Wahrnehmung und sozialem Sinn mangelt. Wenn der Mangel an sozialem Sinn deutlicher ins Auge sticht, muss man auch an eine „antisoziale Persönlichkeitsstörung“ denken.

manchmal verwirren mich bestimmte worte. gerade ist das hier
der fall im zusammenhang mit dem wort problem.

Das ist nur natürlich. Aber was wird heutzutage nicht alles als „Problem“ bezeichnet, Nina.
Es grüßt Dich
Branden

hi eva und carsten (und sonstige leser:wink:

habe mir so überlegt…

…das von dir eva genannten beispiel zum anlass nehmen da noch eine andere evtl mögliche richtung anzudenken - nämlich - ob in der freundschaft einer von beiden der scheinbar überlegene ist.

also z.b carsten der wäre, den (mit seinem lustigen nick*g) sein
freund als den überlegenden wahrnimmt oder als den, der überlegen „sein will“ - also eine person ist, die stets eine lösung kennt, egal worum es sich handelt z.b. der, den scheinbar alles ganz leicht fällt. wenn hier noch im laufe der zeit ungebetene ratschläge erfolgen und in der zuspitzung noch weitere aktionen erfolgen (z.b abfrage - nach dem motto - wie stehts nun damit…?)… wenn also so eine richtung eingeschlagen in der freundschaft bestünde - wäre dies auch ein möglicher grund für den rückzug.

leider hat carsten über die art der freundschaft in dieser richtung nichts geschrieben, darum kann man nur über möglichkeiten/muster spekulieren, die evtl aufgetreten sein können.

na jedenfalls wäre dem so oder so ähnlich - würde sich die scheinbar unterlegene person irgendwann immer wieder zurückziehen - als abgrenzungsversuch meiner ansicht nach. kommt sie wieder „zurück“ könnte dies ein versuch sein, eine neue form - fern von dem alten - zu versuchen - klappt aber nat. nicht ohne aussprache und klaren abmachungen über umgangsregeln - also rutscht man dann wieder ins alte muster ab - bis einer von beiden wieder nicht mehr kann/mag.jed

(könnte schliesslich auch der andere sein der diese form nicht mehr will, nie wollte blabla)

jedenfalls könnte es auch so eine richtung sein die zum rückzug führt - die darstellung von carsten im allg. verhalten von seinem freund lässt für mich diese möglichkeit andenken.
es könnte nat. auch eine mischung aus diesem gedanken und dem von eva sein.

wenn ich aber richtig erinnere, sind die phasen der gelebten freundschaft und der „ruhenden“ nicht so wechselhaft wie ich in den fällen kenne, wie du es beschreibst eva.

oh doch halt!!! 1 fall - und das ist ein mann! hm… könnte also doch auch diese variante sein.

bedauerlich finde ich die sprachlosigkeit die den weg zur klärung verwehrt (für die es aber sicher einen grund geben wird) - gab es diese nicht wenns um andere dinge gegangen ist, liegt für mich ein pers. problem mit carsten seitens des freundes auf der hand - welches er nicht ausdrücken kann oder will - auch wenn mein beispiel null passt oder evas gedanken auch nicht.
dann wärst du carsten wohl doch nochmal gefordert wie du ihn erreichen kannst (innerlich).

hoffe, das war nicht zu wirr nu.

LG
nina

Hi Carsten,

verzweifelt habe ich hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Freundschaft
nach einem Zitat gesucht, das mal in L&L-Brett gepostet wurde. Hab’s jetzt auf die Schnelle in dem langen Text (der sehr interessant ist, nebenbei)nicht gefunden. Da wird sinngemäß gesagt: ein wichtiges Merkmal von Freundschaft ist, dass sie lange Zeit der Funkstille zwischen Freunden nicht nur verkraftet, sondern dass sich Freunde danach naht- und vorwurfslos zusammenfinden, als hätten sie sich gestern zuletzt gesehen.

Dieses Phänomen habe ich mit einer Freundin erlebt, nachdem sich durch Ortswechsel unsere Wege trennten und wir aus den verschiedensten Gründen oft monatelang keinen Kontakt hatten. Ein sehr beglückender Zustand. Wir wurden getrennt, weil sie leider viel zu früh starb.

In dem Artikel findet sich auch der Begriff „Zweckfreundschaft“. Das ist wohl gut in der Beschreibung von Romana über die innerbetrieblichen Freundschaften beschrieben, die sich auflösen, wenn der gemeinsame Mittelpunkt (hier die Arbeit) entfällt.

Ich persönlich würde diesen Begriff um einen weiteren ergänzen, den man heute wohl ‚Lebensabschnittsgefährte‘ nennt (ein Begriff, den ich immer leicht als von Zynismus besetzt empfinde). Vielleicht ist es einfach so, dass sich auch Freundschaften auseinanderleben (wie es auch mit der Liebe geschehen kann). Und wie in der Liebe ist es dann so, dass der andere noch ein bisschen mehr liebt und deshalb nicht verstehen kann, dass der andere sich entfernt. Das schmerzt.

Wenn sich mein Partner sehr verspätet, dann bin ich erst sauer und mein Gefühl kippt dann um in Sorge. Kann es sein, dass es bei Dir auch so ist?

im chatroom werde ich geflissentlich
übersehen, während mit anderen usern fleißig smalltalk
betrieben wird :wink:

Das ist Ent - täuschung, Du bist gekränkt

irgendwann ist der spuk vorbei, mein kumpel kommt - zögerlich-
zurück. fragt nach familie, meinem befinden, erzählt von
seinem job…alles ist wie gehabt.

Erinnert mich an Paare, die sich ständig trennen und dann wieder aus irgendwelchen diffusen Gefühlen von Erinnerung und Einsamkeit etc. eine zeitlang zusammenfinden - um sich dann wieder zu trennen, weil diese Gefühle der Realität nicht standhalten

bis zum nächsten mal.
erklären kann ich mir sein verhalten nicht.

Er erfüllt Deine Erwartungen nicht mehr. S.o.

…und ich habe auch kein problem damit, mich
zurückzuziehen, wenn es gewünscht wird.

Mh, ich versuche, Dir das zu glauben :wink:

krankhafte störung oder verschärfter egotrip??
was meint ihr?

Es ist lediglich Deine Enttäuschung - was meinst Du?
Gruß,
Anja

off topic
Hi Branden,

Aber was wird heutzutage nicht alles als „Problem“ bezeichnet

Ich behaupte ja die kühne These, dass, wäre die Psychologie und -therapie nicht ‚erfunden‘ worden, es vielen Menschen viel besser ging :wink:
Gruß,
Anja

Glaub ich zwar nicht wirklich, liebe Anja, aber an dem Aphorismus von Karl Kraus soll seinerzeit sogar Freud ein bißchen Spaß gehabt haben:
„Die Psychoanalyse ist jene Geiteskrankheit, für deren Therapie sie sich hält.“
Natürlich wird so ein schöner Aphorismus auch gern von der falschen Seite zitiert oder noch viel mehr noch mit Applaus bedacht. Das kennen wir ja.
Man hat auch über den guten alten Einstein schon viel Witze gemacht. Die Essenz bei Leuen wie Einstein oder Freud bleibt trotzdem erhaltenswert. (Die beiden verstanden sich pbrigens nicht ohne Grund ausgezeichnet.)
Gruß,
Branden

guten morgen branden!

gibt es für laien verständlich nachlesbares in sachen:
nähe- distanz-Problem - frühe störung?

Oh ja - ein Lieblingskind der modernen Psychoanalyse!
Empfehlenswert sind z.B. dazu fast alle Bücher von Otto
Kernberg, z.B. „Wut und Hass“.
Aber auch andere, z.B. Christopher Bollas „Der Schatten des
Objekts“ ist lesenswert, wenn auch thematisch etwas über unser
Thema hier hinausragend.

super - danke schonmal - habs notiert! -

des weiteren wird ja der begriff problem benutzt - meiner
infomation nach „leidet“ ja jeder mensch an der einen oder
anderen (personlichkeits-)störung. wenn das nun stimmt -
ist es damit automatisch ein problem oder wird das wort grund-
legend benutzt auch wenn für die person selbst frühlbar kein
leidensdruck entsteht?

Man kann sogar in leichter Zuspitzung formulieren, dass es
sich GERADE DANN OFTMALS um eine Persönlichkeitsstörung
handelt, wenn die Person selber KEINEN adäquaten Leidensdruck
entwickelt. :wink:

der gedankegan kam mir dann auch nach dem absenden der mail*lach
aber irgendwie - wie das so ist wenn man sich nicht mehr sicher ist…

Ein Unterschied zwischen dem unter seinen Symptomen leidenden
Neurotiker und der Persönlichkeitsstörung (früher Psychopathie
geschimpft) ist ja unter anderem der, dass der
Persönlichkeitsgestörte eher seine Umwelt leiden macht als
sich selber. :wink:

ja wie gesagt… kenne oder kannte da sogar einige aus meiner sicht
nicht wenig „krasse“ „fälle“ (was mich einst dazu brachte mich zu fragen, wieso in meinem umfeld doch so einige total durchgeknallte
personen leben und was das mit mir zu tun hat*g - ich bin dann drauf
gekommen und habe in folge mit grosser erleichterung friedlich die kontakte beendet) nun lese ich bei www noch den einen oder anderen, bei dem ich denke… det is vielleicht son kandidat *g

  • übrigens so gesehen recht tröstlich*g - solange ich selbst mehr unter meinen macken leide als meine umwet, gehts also noch:wink:

Man sollte also -das zu Deiner Eingangsfrage- heutzutage nicht
jeden Menschen als persönlichkeitsgestört bezeichnen, sondern
eben in Abgrenzung zu den Normalos und Neurotikern die eben
Beschriebenen, denen es ja meist an „normaler“ Wahrnehmung und
sozialem Sinn mangelt. Wenn der Mangel an sozialem Sinn
deutlicher ins Auge sticht, muss man auch an eine „antisoziale
Persönlichkeitsstörung“ denken.

tendentiell fühle ich das auch so - sicher war ich mir aber nicht.

manchmal verwirren mich bestimmte worte. gerade ist das hier
der fall im zusammenhang mit dem wort problem.

Das ist nur natürlich. Aber was wird heutzutage nicht alles
als „Problem“ bezeichnet, Nina.

ja eben und damit habe ich ein problem*g - vor allem dann, wenns
in der „fachsprache“ so verschwenderisch angewandt wird - dann suche
ich immer nach einem problem sozusagen - weil ich denke - ok - es soll eines sein, dann schau mal wos steckt - sprich - die eigentliche verwirrung entsteht weil ich hier eine differenzierte ausdrucksweise „erwarte“ und voraussetze. nehms dann zu wörtlich und zu ernst und erkenne die breite der scala nicht. - von aussen betrachtet halt befremdlich - von innen - also z.b für dich, sicher weniger, weil eben „klar“.

lieben dank für die aufklärung und die informationen!!!

einen feinen feiertag sofern du in einer entsprechenden region wohnst!
ansonsten einen kurzweiligen arbeitstag:wink:

LG
nina

hi nina,

eigentlich wollte ich mich in diesem thread nicht aeussern, jetzt tue ich es aber doch. das thema haengt zu sehr auf mir drauf- man moege mir verzeihen :wink:

bedauerlich finde ich die sprachlosigkeit die den weg zur
klärung verwehrt (für die es aber sicher einen grund geben
wird) - gab es diese nicht wenns um andere dinge gegangen ist,
liegt für mich ein pers. problem mit carsten seitens des
freundes auf der hand - welches er nicht ausdrücken kann oder
will - auch wenn mein beispiel null passt oder evas gedanken
auch nicht.

ja, das ist es, was mir eigentlich am meisten zu schaffen macht.
eine klare ansage wie " mir wird das hier zu eng, ich brauch abstand, (kriege das zeitlich momentan alles nicht auf die reihe) und ziehe mich zurueck. ich melde mich, wenn’s wieder geht." oder so in der art wuerde mir einge schlaflose naechte ersparen, aber auch der gegenseite, die ihre ruhe haben moechte, ein nerven meinerseits.

so merke ich leider immer wieder zu spaet, was angesagt ist. grueble drueber, ob ich diejenige veraergert haben koennte, ziehe mich selber runter und habe dazu noch das gefuehl, dass ich mich mit meinem „nichtbemerken der situation“ zum voelligen idioten mache. der weg aus diesem „loch“ ist jedesmal auf’s neue verdammt lang :wink: trotzdem renne ich das naechste mal wieder mit vollem schwung rein*g*.
belehrungsresistent oder so :wink:

ich arbeite aber an mir :smile: wobei ich aber fast glaube, dass ich meine naechste chance verspielt habe. aber das ist eine andere geschichte …

gruss,ramona

Lieber Branden,

Glaub ich zwar nicht wirklich,

Erich Kästner hat das, was ich meine, trefflich formuliert:

„Sei traurig, wenn Du traurig bist,
und steh’ nicht stets vor deiner Seele Posten!
Den Kopf, der dir ans Herz gewachsen ist,
wird’s schon nicht kosten.“

Dies ist mein Kalenderspruch für heute.

Gruß,
Anja

einen feinen feiertag sofern du in einer entsprechenden region
wohnst!

Wohne in der „falschen“ Region :wink:

ansonsten einen kurzweiligen arbeitstag:wink:

Danke, Nina, den Vormittag hab ich gerade rumgekriegt praxismäßig :wink:
Gruß,
Branden

Der ist durchaus schön, der Kästner-Spruch!
Gruß,
Branden