Makellose Maria

Hallo,

in unserer Stadt wallen die Gemüter über ein eigentlich banales Thema hoch:
Die evangelische Landesbischöfin Margot Käßmann wies darauf hin (so habe ich das verstanden), dass Jungfrau (hebräisch: almáh) auch als junge Frau verstanden werden kann, es also nicht sicher ist - wenn man von der Übersetzung aus dem Hebräischen ausgeht, dass Maria Jesus nicht doch auf normalem Weg empfangen und geboren hat.
Hier ein Link zur Person Margot Käßmann:
http://www.uni-hannover.de/aktuell/pressein/2002/200…

So konnte man in einem Leserbrief unserer Zeitung folgendes lesen:
„Es ist nicht vorstellbar, dass Jesus, die zweite göttliche Person, durch eine Erbsünde oder einer persönlichen Sünde belastete Frau zur Welt kommen wollte. Deshalb lehrt die katholische Kirche unfehlbar, dass dieses makellose Geschöpf empfing und gebar, so wie Eva vor dem Sündenfall empfangen und gebären sollte, also ganz rein und ohne Schmerzen…“

Und dann schrieb jemand noch:
„Weihnachten ist ein Fest der Freude am Glauben. Christus ist gekommen, um die Knechtschaft der Sünde zu brechen. An Maria vollzieht sich dieses Mysterium…“

Ich bin evangelisch und verstehe viele Einstellungen der Katholischen Kirche nicht. Warum ist diese Unbeflecktheit Marias so wichtig? Wie ist diese Überzeugung entstanden? Stammt diese aus einer Zeit als in unserer Gesellschaft Zügellosigkeit in Prüderie verwandelte, oder steckt da eine theologische Philosophie dahinter?
Leider habe ich auch nichts Nachlesbares von der ev.Landesbishöfin gefunden, das sich mit ihren Äußerungen befaßt. Falls mir da jemand weiterhelfen kann, wäre ich dankbar.

In dem Sinne
viele Grüße
Claudia

Unbefleckte Empfängnis
Hallo Claudia,

katholische Dogmaten sind sehr wohl theologisch
begründet und haben ihre Geschichte.

Das folgende habe ich bei google nur ganz schnell
gefunden (Stichwort unbefleckte Empfängnis, wobei
der Unterschied zwischen Maria und Anna auch
berücksichtigt werden müßte)):

„Die Unbefleckte Empfängnis war eines der
wichtigsten Themen der Gegenreformation. Damit
ist nicht die Jungfräulichkeit Marias gemeint,
sondern die Vorstellung, daß sie selbst ohne
Erbsünde empfangen wurde. In Spanien hatte sich
dieses Dogma schon bald durchgesetzt, und hier
entwickelte sich auch seit dem 16. Jahrhundert
das ikonographische Schema. Bestimmend waren
dafür zwei Bibelstellen: das Hohe Lied Salomons
und die Apokalypse des Johannes.“

Oder
„Am 8. Dezember feiert die Kirche das Hochfest
der Unbefleckten Empfängnis Mariens. 1854 wurde
das Dogma der Unbefleckten Empfängnis von Papst
Pius XI. verkündigt, mit den Worten „dass die
seligste Jungfrau Maria im ersten Augenblick
ihrer Empfängnis durch die einzigartige Gnade und
Bevorzugung des allmächtigen Gottes (…) von
jeglichem Makel der Unschuld bewahrt wurde“.“

Oder
„Im Osten feierte man schon um 700 ein Fest der
„Empfängnis der heiligen Anna“ (Marias Mutter) am
9. Dezember, also neun Monate vor dem Fest Mariä
Geburt am 8. September.
Durch die Dogmatisierung ihrer „Unbefleckten
Empfängnis“ durch Papst Pius IX. 1854 hat das
Hochfest „Mariä Erwählung“, wie es auch genannt
wird, ein besonderes Gewicht erhalten. Die
Aussage, dass Maria unbefleckt empfangen wurde,
steht in Zusammenhang mit der von Augustinus
erarbeiteten Erbsündenlehre, nach der alle
Menschen in einen Schuldzusammenhang
hineingeboren werden, der von Augustinus als
„Erbsünde“ bezeichnet wird. „Wenn ich von Sünde
spreche, nehme ich allein die Jungfrau Maria aus,
die ich aus Ehrfurcht vor dem Herrn nicht
erwähnen mag, wenn ich von Sünde spreche“, so
Augustinus.
Heute interpretiert man die „Erbsünde“ als Hass,
Lüge und Egoismus der Welt. Von der Verstrickung
in die Erbsünde hat Christus die Menschen
befreit.
Maria, vom Zeitpunkt ihrer Zeugung an ohne
Erbsünde, ist damit ein ganz besonderer Mensch,
schon vor ihrer Geburt dazu auserwählt den
Erlöser Jesus Christus zu gebären.“

Du findest auf diesem Wege bestimmt noch mehr
desgleichen.

Liebe Grüße

Hallo Claudia,

in unserer Stadt wallen die Gemüter über ein eigentlich
banales Thema hoch:
Die evangelische Landesbischöfin Margot Käßmann wies darauf
hin (so habe ich das verstanden), dass Jungfrau (hebräisch:
almáh) auch als junge Frau verstanden werden kann, es also
nicht sicher ist - wenn man von der Übersetzung aus dem
Hebräischen ausgeht, dass Maria Jesus nicht doch auf normalem
Weg empfangen und geboren hat.

mir scheint, dass man hier von einem Extrem ins andere fällt.

Dass Jesus durch den Heiligen Geist gezeugt wurde und Maria zu diesem Zeitpunkt noch Jungfrau war, sagt doch nicht aus, dass sie bis zu ihrem Lebensende auch eine blieb.

Der entsprechende Text aus dem Evangelium lautet:
„Josef nahm Maria als seine Frau nach Hause, aber er hatte keinen Geschlechtsverkehr mit ihr, bis sie einen Sohn geboren hatte, und er nannte ihn Jesus.“ (Matthäus 1,24)

So konnte man in einem Leserbrief unserer Zeitung folgendes
lesen:
„Es ist nicht vorstellbar, dass Jesus, die zweite göttliche
Person, durch eine Erbsünde oder einer persönlichen Sünde
belastete Frau zur Welt kommen wollte. Deshalb lehrt die
katholische Kirche unfehlbar, dass dieses makellose Geschöpf
empfing und gebar, so wie Eva vor dem Sündenfall empfangen und
gebären sollte, also ganz rein und ohne Schmerzen…“

Zu dieser Einstellung kam es, weil sich die kath. Kirche mit der Vorstellung der Erbsünde in eine Sackgasse manövriert hat.
Erst war nur Maria frei von der Erbsünde, später auch ihre Mutter. Wenn man das weiter verfolgen würde…

Für viele ist nicht vorstellbar, dass Jesus als ganz normales Kind geboren wurde.
„Jesus mußte mit denselben Versuchungen kämpfen wie wir, auch wenn er nie gesündigt hat.“ (Hebräer 4,15)

Ich bin evangelisch und verstehe viele Einstellungen der
Katholischen Kirche nicht. Warum ist diese Unbeflecktheit
Marias so wichtig? Wie ist diese Überzeugung entstanden?
Stammt diese aus einer Zeit als in unserer Gesellschaft
Zügellosigkeit in Prüderie verwandelte, oder steckt da eine
theologische Philosophie dahinter?

Da ich auch nicht katholisch bin, will ich der Kirche nichts unterstellen.
Aber meiner Information zufolge, mußte Maria in den göttlichen Status versetzt werden, damit sie entsprechend verehrt werden durfte. Wenn man Maria als einfaches jüdisches Mädchen sieht, kann man sich die vielen Darstellungen Marias nicht erklären.

Gruss Harald

Hallo Claudia

Eugen Drewermann „Worum es eigentlich geht“ ISBN 3-466-20356-2 Buch anschauen
U.a. das Kapitel „Jungfrauengeburt biologisch - ein Dissens“

Scrollen bei:
http://home.t-online.de/home/d.g.p.meinhard/frauen/r…

Solange man sich wegen Dogmen nur Wortgefechte liefert und Lehrstühle wackeln…
Dogma heisst nicht nur Lehrsatz, sondern auch Verordnung, Meinung. Ich habe mich für „Meinung“ entschieden, allerdings nicht die meinige - bin kein weltfremder Eunuch.

Gruss
Mäni

‚almah‘ = junge frau, jungfrau = ‚betulah‘ (OWT)
.

immaculata
Hi Claudia

… oder steckt da eine theologische Philosophie dahinter?

So ist es. Genauer gesagt: Es steckt eine mythologische Standardfigur (ein sog. „Mythem“) dahinter, das gar nicht von den frühen christlichen Autoren (Matthäus, Lukas, und erst recht nicht Augustinus) erfunden wurde, und das sich sogar weltweit nicht nur in semitischen Kulturen fand.

Zur Apotheose eines charismatischen Menschen gehört immer auch eine nachträgliche Mythisierung seiner Geburt (z.B. für Buddha entstand ca. 300 v.Chr. eine fast identische Geburtslegende wie bei Christus).

Daß bzgl. Marjam-Maria zusätzlich zum Christus-Geburts-Mythos eine Apotheose (Vergöttlichung) entstand, liegt daran, daß im ganzen Mittelmeerraum bereits seit Jahrhunderten Kulte weiblicher Gottheiten bestanden (sowohl virginale als auch maternale). Das war der Boden, aus dem der Marienkult entstanden ist. Eine Vergöttlichung der Maria war in einem Monotheismus aber nicht möglich, und bei den christlichen Autoren auch nicht notwendig. So ist wenigstens eine mythische Überhöhung der Maria übriggeblieben.

Warum das ausgerechnet Schwängerungen ohne Beteilung eines Mannes sein müssen, ist mythologisch nicht simpel und in zwei Sätzen zu erläutern.

Leider haben nur ganz wenige christliche Theologen überhaupt religionshistorische Kenntnisse, und mythologische bzw. mythengeschichtliche erst recht nicht. Das gilt ebenso auch für die Revoluzzer/innen unter ihnen (z.B. Ranke-Heinemann, Sorge, Drewermann). Daher sind die aufklärerischen Versuche über diese Dinge oft nicht weniger absurd als die Gegenwehr traditioneller und sog. „fundamentalistischer“ Richtungen.

Die rationalistischen Rettungsversuche dieses in der antiken Religiosität so überaus bedeutsamen Virgo-Mythems sind ebenso witzig wie albern: Hier wird mit Hilfe der Diskussion über die Bezeichnungen lateinisch virgo, griechisch parthenos, nymphe, aramäisch. almah, ardat mit dem Unterschied zwischen „Jungfrau“ und „junge Frau“ herumgedoktert.

Alle die lat. griech., hebr. und aramäischen Ausdrücke bezeichnen die „junge Frau“, und zwar die „im heiratsfähigen Alter“. Nun ist es aber in allen bekannten antiken Mittelmeerkulturen Bestandteil der Sexualethik gewesen (zumindest in der öffentlich gehandhabten *g*), daß die junge Frau als „immaculata“ (in deutlichem deutsch „ungef*ckt“) in die Ehe geht. Infolgedessen ist auch bei dem Ausdruck „junge Frau in heiratsfähigem Alter“ das hymen intactum mitgedacht.

Das Problem ist, daß bei diesen klerikalen, also laienhaften (*gg* ja - Wortspielchen) Entmythologisierungs-Vorhaben die ungeheure Bedeutung der Mythen und des mythischen Denkens mit dem Bad ausgeschüttet wird.

Grüße

Metapher

"Es ist nicht vorstellbar, dass Jesus, die zweite göttliche
Person, durch eine Erbsünde oder einer persönlichen Sünde
belastete Frau zur Welt kommen wollte.

Hallo!

Im Klartext heißt das doch wohl: Fortpflanzung ist Sünde!

Muß man über die verbogenen Gedanken offenkundig Gestörter ernsthaft diskutieren? Interessant ist allenfalls die geschichtliche Frage, wann und unter welchen Voraussetzungen sich solcher Humbug in den Köpfen festsetzen konnte.

Gruß
Wolfgang

Hallo,

Leider haben nur ganz wenige christliche Theologen überhaupt
religionshistorische Kenntnisse, und mythologische bzw.
mythengeschichtliche erst recht nicht. Das gilt ebenso auch
für die Revoluzzer/innen unter ihnen (z.B. Ranke-Heinemann,
Sorge, Drewermann). Daher sind die aufklärerischen Versuche
über diese Dinge oft nicht weniger absurd als die Gegenwehr
traditioneller und sog. „fundamentalistischer“ Richtungen.

Nun bin ich christliche Theologin, als offensichtlich per Dekret unfähig, derartige Kenntnisse zu besitzen. Mh, warum hat das keiner den Menschen gesagt, die meine Studienordnung schrieben, so daß ich es im Examen einfacher gehabt hätte?
Budda in allen Ehren, das Motiv einer Überhöhung Marias sehe ich eher in der hellenistischen theios-aner-Tradition (Appolonios von Tyana), ebenso wie zB. die Geschichte vom 12jährigen Jesus im Tempel. Einige der Kindheitsevangelium, falls man als Theologe die überhaupt kennen kann, sind wohl auch sehr in dieser Tradition gestaltet.
Die Evangelien sind Bestandteil griechischer Literatur, wenn auch Poulärliteratur. Motvie lassen sich am ehesten daher erklären, erst recht bei Kirchenschriftstellern wie Ignatius und Origenes, wobei ja gerade letzterer aufgrund seiner Biographie wohl am besten durch seinen griechischen Bildungshintergrund zu erklären ist (paideia).
Dies sei gesagt aus dem isolierten Elfenbeinturm der Theologie, die zwar an deutschen Universitäten sitzt, aber nicht rechts, nicht links schaut, nichts mitbekommt und ständig Bibeltexte herunterleiert in dem sicheren Wissen, das jedes Wort wahr sei und Historiker, die zwar kein Wort Griechisch können, ihre Texte trotzdem besser verstehen können, die sind ja keine Theologen (das ist meine „Berufserfahrung“).
Grüße,
Taju

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theios aner?

Nun bin ich christliche Theologin

Das ist mir aus deinen Beiträgen hier, die ich immer recht informativ finde, hinreichend bekannt. Da du dich persönlich angegriffen fühlst (was mit unverständlich ist), sollte ich die Bemerkung, die du beanstandest, präzisieren:

Es betraf die außerchristlichen religionshistorischen und mythentheoretischen Kenntnisse. Und hier bzgl. unseres Themas speziell die von öffentlich an diversen Maria-Problematiken beteiligten Personen. Frag mal irgendeinen deiner Kolleg/inn/en, warum mancherorts eine schwarze Maria verehrt wird, dann weißt du was ich meine.

… also offensichtlich per Dekret unfähig, derartige Kenntnisse zu besitzen

Also es war eine kritische Bemerkung zu einem allgemeinen zustand der christlichen Theologie und nicht Kritik an einzelnen Personen. Es ist etwas blöde, es zu erwähnen, aber ich war lange genug selbst als Dozent in der Theologie tätig, um dahinter zu stehen, was ich sagte. Auf die Herkunft (resp. Beziehung) so mancher christlicher und jüdischer Mytheme aus babylonischen, persischen (Zarathuschtra), griechischen und italischen Quellen habe ich hier schon sehr oft hingewiesen. Und daß viele Mytheme eben eine Art universeller mythologischer Standard sind, das ist für manche Frage eigentlich recht erhellend :smile:

Budda in allen Ehren

Genau soetwas meinte ich: Sehr auffallende Ähnlichkeiten zu außerchristlichen Bildern werden als nebensächlich abgetan :smile:

das Motiv einer Überhöhung Marias sehe ich eher in der hellenistischen theios-aner-Tradition (Appolonios von Tyana)

hm - wie die Apotheose der Maria mit der von Philo Alexandrinus initiierten theios-aner-Idee zusammenhängen soll würde mich sehr interessieren. Weißt du da Näheres zu? Und in der Vita Apollonii des Philostratos, der einzigen historischen Quelle zu Apollonius, sehe ich ebenfalls keinen Hinweis zum Marien-Kult.

… und Historiker, die zwar kein Wort
Griechisch können, ihre Texte trotzdem besser verstehen
können, die sind ja keine Theologen (das ist meine
„Berufserfahrung“).

Da ist irgendwas ironisch gemeint, aber ich krieg nicht ganz mit, was du meinst. Meinst du, daß Historiker kein Griechisch können? Oder daß Theologen ihnen vorhalten, kein Griechisch zu können?

Grüße

Metapher

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Hallo Claudia!

Da Gott aus Liebe zu seinen Kindern ein schaubarer Gott sein wollte, so benötigte er eine Frau, die seine Zeugung empfangen, ihn austragen, gebären und großziehen sollte. Diese Frau war keine x-beliebige Frau, sondern stammte aus einer dafür vorgesehenen Linie von Menschen, die Gott besonders liebten. Maria war damals die reinste, der Heiligkeit Gottes ange-messensten Seele.

Wenn es in Lk 1,35 heißt: „Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten“, so sollten wir nicht darunter verstehen, daß da ein üblicher Geschlechtsverkehr stattgefunden hat. Denn einmal ist der Heili-ge Geist keine Person, sondern der allmächtige W i l l e Gottes, zum andern arbeitet Gott nicht mit seinen Händen, sondern mit seinem Willen. Und so wie Gott das Universum und alles was darin ist, aus sich durch seinen Willen erschaffen hat, so hat er auch die Zeugung seines Menschensohns nicht materiell, sondern geistig bewirkt.

Wenn nun manche Menschen andeuten oder behaupten, Maria habe Jesus in einem üblichen Geschlechtsverkehr empfangen, so ist das deren freier Wille, der an der Wahrheit nichts ändert. Denn die Wahrheit kommt nicht durch Mehrheitsbeschluß zustande! Diese Menschen wissen eben noch nicht genug von der Liebe, Größe, Vollkommenheit, Allmacht und Heiligkeit Gottes.

Vielleicht kannst Du die Bedeutung der Unbeflecktheit Marias besser verstehen, wenn Du Dir den Sündenfall in Erinnerung rufst:

1Mo 2,16 Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du sollst essen von allerlei Bäumen im Garten; 1Mo 2,17 aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du nicht essen; denn welches Tages du davon ißt, wirst du des Todes sterben.

Gott ist Heilig und fordert von uns, daß wir seine Gebote befolgen. Um so mehr ist seine Heiligkeit in Betracht zu ziehen, wenn er sich selbst von einem Menschen gebären läßt.

Josef war übrigens ein alter Witwer mit fünf erwachsenen Söhnen. Er hat nie, weder vorher noch nachher, mit Maria Ge-schlechtsverkehr gehabt, auch kein anderer Mann.

Wenn Dich noch näher interessiert, wie es mit der Geburt Jesu tatsächlich zuging, so empfehle ich Dir das Buch „Die Jugend Jesu“ ISBN 3-87495-208-8 Buch anschauen. Es ist das durch den Propheten Jakob Lorber, 1800-1864, Graz, wiedergeoffenbarte Jakobus Evangelium.

Gruß
Helmut

Sexy

Was ich immer schon über göttlichen Sex wissen wollte:

… sollten wir nicht darunter verstehen, daß da ein üblicher
Geschlechtsverkehr stattgefunden hat. Denn … arbeitet Gott nicht mit seinen Händen …

*feix*

Gruß

Metapher

hallo Harald

Dass Jesus durch den Heiligen Geist gezeugt wurde und Maria zu
diesem Zeitpunkt noch Jungfrau war, sagt doch nicht aus, dass
sie bis zu ihrem Lebensende auch eine blieb.

Wie sollte das auch funktionieren: Jesus soll Geschwister gehabt haben! Wurden die auch jungfräulich gezeugt? Diese Geschwister bezeugen (durch ihre Anwesenheit), dass Maria und Josef ein ganz normales Geschlechtsleben führten.

So konnte man in einem Leserbrief unserer Zeitung folgendes
lesen:
"Es ist nicht vorstellbar, dass Jesus, die zweite göttliche
Person, durch eine Erbsünde

mir sträuben sich immer die Haare, wenn ich Erbsünde höre.Meist ist damit der biologisch wichtigste Teil im Leben gemeint: der Geschlechtsverkehr, die Fortpflanzung. Wenn man dies als Erbsünde bezieichnet, so sagt man damit zugleich, dass Gott Fehler macht. Dass diese Art der Lebenserhaltung schmutzig ist, etwas unnatürliches, vom Teufel geschaffenes.

oder einer persönlichen Sünde
belastete Frau zur Welt kommen wollte. Deshalb lehrt die
katholische Kirche unfehlbar, dass dieses makellose Geschöpf
empfing und gebar, so wie Eva vor dem Sündenfall empfangen und
gebären sollte, also ganz rein und ohne Schmerzen…"

würde mich ja interessieren, wo die das her haben! In der Bibel steht nichts davon, oder?

Zu dieser Einstellung kam es, weil sich die kath. Kirche mit
der Vorstellung der Erbsünde in eine Sackgasse manövriert hat.
Erst war nur Maria frei von der Erbsünde, später auch ihre
Mutter. Wenn man das weiter verfolgen würde…

Menschen: eine lebensart ohne Geschlechtsverkehr, nur mit jungfäulicher Zeugung. Übrigens kann dann die Weissagung nicht stimmen, die da sagt, dass der messias aus dem hause David kommen soll. Meines Wissens war David ein Mann.

Für viele ist nicht vorstellbar, dass Jesus als ganz normales
Kind geboren wurde.

und mit Sicherheit erst mal wie jedes Kind in die Windeln gekackt hat und später rumgetollt ist, gealbert hat, gerauft hat, seine Sexualität entdeckt hat: kurz ein ganz normales Kind war. Dies tut seiner Bedeutung keinen Abbruch.

Grüße
Raimund

hallo Helmut

Da Gott aus Liebe zu seinen Kindern ein schaubarer Gott sein
wollte, so benötigte er eine Frau, die seine Zeugung
empfangen, ihn austragen, gebären und großziehen sollte.
Diese Frau war keine x-beliebige Frau, sondern stammte aus
einer dafür vorgesehenen Linie von Menschen, die Gott
besonders liebten.

wenn mich nicht alles täuscht, steht in der Weissagung, dass der messias aus der linie Davids stammen wird. David war aber ein gewaltiger Sünder vor dem herrn (Ehebruch, Mord, Frauenraub)

Maria war damals die reinste, der
Heiligkeit Gottes ange-messensten Seele.

Sie war ein Geschlechtswesen wie alle anderen auch.

Wenn es in Lk 1,35 heißt: „Der heilige Geist wird über dich
kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten“, so
sollten wir nicht darunter verstehen, daß da ein üblicher
Geschlechtsverkehr stattgefunden hat. Denn einmal ist der
Heili-ge Geist keine Person, sondern der allmächtige W i l l
e Gottes, zum andern arbeitet Gott nicht mit seinen Händen,
sondern mit seinem Willen.

Ich habe meine sohn auch nicht mit den Händen gezeugt. Da habe ich ein spezielles Werkzeug von der natur (ok, Gott) ethalten. Dazu bedarf es auch noch des Willens. Bin ich also ein Gott und mein Sohn ein…:smile:

Und so wie Gott das Universum und
alles was darin ist, aus sich durch seinen Willen erschaffen
hat, so hat er auch die Zeugung seines Menschensohns nicht
materiell, sondern geistig bewirkt.

Wie stellst Du Dir eine geistige Zeugung vor?

Wenn nun manche Menschen andeuten oder behaupten, Maria habe
Jesus in einem üblichen Geschlechtsverkehr empfangen, so ist
das deren freier Wille, der an der Wahrheit nichts ändert.
Denn die Wahrheit kommt nicht durch Mehrheitsbeschluß
zustande! Diese Menschen wissen eben noch nicht genug von der
Liebe, Größe, Vollkommenheit, Allmacht und Heiligkeit Gottes.

Vielleicht kannst Du die Bedeutung der Unbeflecktheit Marias
besser verstehen, wenn Du Dir den Sündenfall in Erinnerung
rufst:

1Mo 2,16 Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du
sollst essen von allerlei Bäumen im Garten; 1Mo 2,17 aber von
dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du
nicht essen; denn welches Tages du davon ißt, wirst du des
Todes sterben.

Was hat das mit Bumsen zu tun? Also ich habs noch mit keinem Apfel getrieben! Bin ich also frei von der Erbsünde?

Gott ist Heilig und fordert von uns, daß wir seine Gebote
befolgen. Um so mehr ist seine Heiligkeit in Betracht zu
ziehen, wenn er sich selbst von einem Menschen gebären läßt.

Josef war übrigens ein alter Witwer mit fünf erwachsenen
Söhnen. Er hat nie, weder vorher noch nachher, mit Maria
Geschlechtsverkehr gehabt, auch kein anderer Mann.

Wie hat dann Maria ihre anschließenden Kinder gezeugt? Außerdem, was hat das Alter eines mannes mit dessen Potenz zu tun? Gut, er schaftt vermutlich nicht mehr drei mnal täglich eine Frau zu befriedigen. Doch zu einer Zeugung reicht schon 1 mal jährlich. Nehme ich das Beispiel Charly Chaplin, dann war das weitaus öfters. Der hat noch mit 85 munter seine Frau und andere vernascht.

Wenn Dich noch näher interessiert, wie es mit der Geburt Jesu
tatsächlich zuging, so empfehle ich Dir das Buch „Die Jugend
Jesu“ ISBN 3-87495-208-8 Buch anschauen. Es ist das durch den Propheten Jakob
Lorber, 1800-1864, Graz, wiedergeoffenbarte Jakobus
Evangelium.

Na, ja. Wenn ich in die Nervenheilanstalt gehe, finde ich noch mehr „Propheten“. Die erzählen mir, dass Jesus ein grünes Männchen vom Mars war.
komm von Deinem Märchenerzähler Lorbeerblatt runter.

Grüße
Raimund

man lernt nie aus… o.w.T.

Hallo,

Es betraf die außerchristlichen religionshistorischen
und mythentheoretischen Kenntnisse. Und hier bzgl. unseres
Themas speziell die von öffentlich an diversen
Maria-Problematiken beteiligten Personen. Frag mal irgendeinen
deiner Kolleg/inn/en, warum mancherorts eine schwarze Maria
verehrt wird, dann weißt du was ich meine.
Also es war eine kritische Bemerkung zu einem allgemeinen
zustand der christlichen Theologie und nicht Kritik an
einzelnen Personen. Es ist etwas blöde, es zu erwähnen, aber
ich war lange genug selbst als Dozent in der Theologie tätig,
um dahinter zu stehen, was ich sagte. Auf die Herkunft (resp.
Beziehung) so mancher christlicher und jüdischer Mytheme aus
babylonischen, persischen (Zarathuschtra), griechischen und
italischen Quellen habe ich hier schon sehr oft hingewiesen.
Und daß viele Mytheme eben eine Art universeller
mythologischer Standard sind, das ist für manche Frage
eigentlich recht erhellend :smile:

Nun gut, ich muß wohl zugeben, hier eine gewisse Epfindlichkeit einzubringen, die ihren Ort woanders hat. So weiß ich auch Deine Beiträge als äußerst differenziert stets zu schätzen, wenn auch mein wissenschaftlicher Ansatz ein wenig anders aussieht. Mein „Forschungsgebiet“ ist das antike, griechische Christentum als Teil der jeweiligen hellenistisch geprägten Gesellschaft (es geht dabei auch nicht um das Ausblenden anderer Gruppen/Religionen, sondern um sinnvolle Eingrenzung angesichts zeitlicher Begrenzungen sowie darum, daß man sich wohl um das bemühen sollte, wofür man gewisse Kompetenzen besitzt). Motivgeschichtliche Abhängigkeiten versuche ich durch literarische Untersuchungen zu beweisen. Auch dies muß keine Ignoranz Religionshistorischer Zusammenhänge bedeuten, sondern hat etwas damit zu tun, daß meine Arbeit religionssoziologisch ausgerichtet ist.
Was mich stört an Deinen Ausführungen, ist, daß Du vom „allgmeinen Zustand der christlichen Theologie“ sprichst. Sicherlich, Buddhismus z.B. habe ich eher in Religionswissenschaftlichen Seminaren kennengelernt, was aber nicht heißt, daß einen Parallelen nicht auffallen, die ich wiederum jedoch selbst eher bei religionsanthropologischen Fragestellungen mit einbeziehe. Dies jedoch nicht, weil ich nun unbedingt die Exklusivität chr. Religion retten möchte (ich weiß, daß es solche Theologen gibt), sondern weil meine wissenschaftliche Methode (die nur neben anderen gültig ist) eben in erster Linie literarkritisch ist. Kurz: Es gibt keinen allgemeinen Zustand der christlichen Theologie. Es gibt nicht nur diverse Theologien und vor allem Fakultäten und Schulen, schon zwischen der déutschen und angloamerikanischer sehe ich allein vom Ansatz her Unterschiede.

Budda in allen Ehren

Genau soetwas meinte ich: Sehr auffallende Ähnlichkeiten zu
außerchristlichen Bildern werden als nebensächlich abgetan :smile:

Ok, Kritik und Polemik angekommen…

hm - wie die Apotheose der Maria mit der von Philo
Alexandrinus initiierten theios-aner-Idee
zusammenhängen soll würde mich sehr interessieren. Weißt du da
Näheres zu? Und in der Vita Apollonii des Philostratos,
der einzigen historischen Quelle zu Apollonius, sehe ich
ebenfalls keinen Hinweis zum Marien-Kult.

Die theios-aner-Idee ist älter als Philo, hat ihre Wurzeln mE im hellenistischen Heroenglaube. Als Quelle wäre hier ebenfalls Philostrat zu nennen, „Heroicus“, eine Art Geschichtensammlung, in der alte Motive zusammengetragen wird.
Ob sich schon in den Evangelien eine theios-aner-Christologie findet, ist durchaus umstritten, ich selbst denke aber ja. Für MAria ist Matthäus wichtig (was ihre Jungfräulichkeit angeht), der Jesus als Erfüller der alttestamentlichen Prophezeiungen beweisen möchte (Reflexionszitate). Für den Marienkult jedoch, also die besondere BEdeutung Marias, Mittlerstellung etc. sehe ich jedoch spätere christliche Schriften als bedeutend an. Apologetische Motive sind dabei nicht außer Acht zu lassen: Die ungeklärte Herkunft Jesu war ja durchaus ein Angriffspunkt, vor allem von griechischer Seite. Sieht man die Vita Apollonii als „Gegenentwurf“ zur christlichen „Jesuspropaganda“ an (und wenn sie nicht als solche entstanden ist, so ist sie zumindest später so benutzt worden, vgl. Julian), so geht es letztlich um die Frage, wer denn nun der bessere theios-aner ist. Die Wunderbare Geburt und Kindheit gehört immer zum theios-aner. Nun hatte man ja nicht viel zu bieten, was die Kindheit anging…
Kurz: Die Rolle Marias ist auf verschiedenen Ebenen sehr wichtig gewesen, sie wurde, so denke ich, aus apologetischen Motiven immer stärker gemacht, so daß man sich wiederum auf diese Quellen berufen konnte zur Begründung einer Marienverehrung.

Da ist irgendwas ironisch gemeint, aber ich krieg nicht ganz
mit, was du meinst. Meinst du, daß Historiker kein Griechisch
können? Oder daß Theologen ihnen vorhalten, kein Griechisch zu
können?

Tja, und hier fällt meine Kritik an Dir, christliche Theologie nicht über einen Kamm zu scheren zurück: Also vorweg: es gibt sicherlich Historiker, die ihre Wissenschaft ernst nehmen und betreiben, und es sind sicherlich auch die meisten.

Grüße,
Taju
off-topic: Ich arbeite hier in einem interdisziplinären Forschungsbereich zu antiken Religionen. Die meisten meiner Kollegen sind Historiker. Einige davon beschäftigen sich ebenfalls mit christlichen und jüdischen Gruppen im 2.-4. Jh.
Nun wurde man schon damit begrüßt, daß Theologie ja keine Wissenschaft sei (worüber ich zu streiten bereit bin, aber ich bin nun, sozusagen von Beruf, Kirchenhistorikerin, und ich bin nicht in der Lage, dies anders zu betreiben als im wissenschaftlichen Diskurs).
Um es kurz zu machen: Jeglicher Widerspruch, den man als Theologe hier äußert, wird mit dem Vorwurf religiös motivierter Unwissenschaftlichkeit quittiert. Dies wird absurd, wenn es z.B. um die Originalquellen geht. Das Studium der Originalquellen ist mE eine Voraussetzung für den wissenschaftlichen Umgang mit antiken Texten. Als Theologin habe ich gewisse Vorteile, denn ich schweige zwar sofort bei jedem Philologen, aber da Graecum, Latinum und Hebraicum Studienvoraussetzungen waren, hat man bis zu Examen, wenn man möchte, doch einen gewisse TExterfahrung, vor allem aber Vokabelkenntnisse. Ein Hinweis auf die Originalsprache wird jedoch ständig abgelehnt, da Theologie ja keine Wissenschaft sei und man deswegen als Theologe prinzipiell nicht kompetent ist. Die Wahrheit liegt aber woanders: Meine Kollegen promovieren in Alter Geschichte und sind höchstens momentan dabei, Griechisch zu lernen. Den NAchweis des Graecums müssen sie erst dann erbringen, wenn sie sich ihren Titel holen wollen. Warum man also nicht an Originalquellen arbeiten kann, ist ziemlich klar. Da eigene Unfähigkeiten durch Angriff versucht werden zu überdecken, ist es einfach nur frustrierend und unwissenschaftlich.

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Parallelen zum Buddhismus ?
Hallo Metapher :smile:

Zur Apotheose eines charismatischen Menschen gehört immer auch
eine nachträgliche Mythisierung seiner Geburt (z.B. für Buddha
entstand ca. 300 v.Chr. eine fast identische Geburtslegende
wie bei Christus).

Jetzt machst du mich aber neugierig. So ein kleines bisschen weiß ich ja doch zum Buddhismus, aber eine „fast identische Geburtslegende wie bei Christus“ ? Ehrlich gesagt seh ich da so ziemlich gar keine Parallelen.

Aber schaun wir mal.

Buddha wurde ehelich geboren. Sowohl Vater als auch Mutter waren bekannt und verheiratet. Auch handelt es sich bei Buddhas Eltern keineswegs um Leute aus „einfachen Verhältnissen“ sondern immerhin war der Vater ein kleiner Stammesfürst und aus der Kaste der Brahmanen. Seine Mutter verstarb wenige Tage nach der Geburt. Somit gibt es hier wenig Potential für einen „Mayadevi-Kult“. Aufgezogen wurde er von seiner Tante. Die einzige Ählichkeit bei den „Fakten“ sehe ich darin, dass Buddha ebenfalls „unterwegs“ geboren wurde, allerding nicht in einem Stall sondern in einem Hain auf dem Weg zum Elternhaus von Buddhas Mutter. Er hatte eine recht behütete Kindheit und Jugend und ging erst von zu Hause fort, nachdem er selbst verheiratet war und einen Sohn gezeugt hatte (also auch alles ziemlich „menschlich“).

Nun zu den Legenden. Eine Legende besagt, dass Buddhas Mutter geträumt haben soll, ein Bodhisattva gehe in Gestalt eines weißen Elefanten in ihren Leib ein. Ist das nun ein „besonder Umstand“ ? Ich denke nein. In der hinduistischen Gesellschaft, die an das Prinzip der Wiedergeburt glaubt, ist es selbstverständlich, dass beim rein menschlichen Akt der Zeugung noch „etwas“ hinzukommt. Dass es in diesem Fall ein Bodhisattva war, liegt nahe, da es sich um eine buddhistische Legende handelt. Selbst ein Bodhisattva „nimmt seine Geburt“ (wie man so schön sagt) jedoch nach der Empfängnis. (und nun komm mir bitte nicht mit dem weißen Elefanten *hmmmpf*).

Dann gibt es noch die Legende, dass seine Mutter im Stehen gebar (was wohl üblich war bei Bodhisattvas) und es gibt auch die Geschichte, dass er aus ihrer Hüfte heraustrat (praktizierten die Inder eigentlich schon den Kaiserschnitt ? Dass Buddhas Geburt nicht ganz unproblematisch war zeigt ja schon, dass seine Mutter wenig später starb. Ein weiterer Hinweis wäre, dass seine Mutter schon im 10. Monat war, also eigentlich „über der Zeit“. Hier würde man dann irgendwann einen Kaiserschnitt machen, wenn sich die Geburt nicht auf natürlichem Weg einleiten lässt).

Dann wurde dem Kind noch von „Weisen“ eine große Zukunft prophezeit (hm…).

Zu guter letzt (?) gibt es da noch die Jakatas (immerhin bestandteil des buddhistischen Kanon), eine Sammlung von Legenden um Buddhas Geburt, aber eben auch um seine vorherigen Leben (es sollen auch ein paar Tiergestalten dabei gewesen sein). Auch dies erscheint mir nur Sinn zu machen in einem hinduistisch/buddhistischen Umfeld und schließt eine Ähnlichkeit mit den Legenden des Christentums gradezu aus. (IMHO) Schließlich kommen Geburten im Hinduismus/Buddhismus (Bodisattva-Ideal) öfters mal vor im Leben :smile:

So, das wäre mein Kenntnissstand.
Mach mich schlau :smile:

lieben Gruss
Marion

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Parallelen
Hi Marion

natürlich meine ich z.B. die Lalitavistara-Sammlung. Und der Ausdruck „fast identisch“ bezieht sich nicht auf erzählerische Details, sondern bereits auf die mythologische „Tiefenstruktur“, d.h. auf die Basis-Mytheme. Von denen sagte ich, daß es „internationale“ mythologische Standards gibt. D.h. es ging mir um das „Material“, aus dem die Legenden gestaltet werden, und davon gibt es vieles, das unabhängig von den speziellen spirituellen Lehren ist, innerhalb derer es ausgemalt wird.

Und das sind u.a. die Legendenformen, die zu einer posthumen Apotheose einer historischen Persönlichkeit gehören: Eine nicht „biologisch korrekte“ Weise der Empfängnis und der Geburt, bzw. den Geburtumständen: Lalitavistara berichtet von der (verheirateten) Maya. Der Buddha tritt in der Gestalt eines weißen Elefanten (Mythem für einen Boddhisattva - es wird hier übrigen nicht als Traum der Maya dargestellt) in ihren Leib „von der Seite her“ ein, der Vater ist also auch hier nicht der leibliche und der Buddha hat ebenfalls eine die Zeitlichkeit transzendierende Präexistenz (daß die im Hinsuismus/Buddhismus einen anderen Hintergrund haben als in anderen religösen Konzeptionen, spielt für die Form des Mythems hier keine Rolle). Die Geburt Buddhas vollzieht sich in dieser Legende ebenfalls als Austritt aus der Seite des Leibes der Maya und wird explzit als „schmerzfrei“ erwähnt - sie „steht“ übrigens tatsächlich unter einem Ashoka-Baum. Das Ganze spielt sich auf dem Weg zur Mutter der Maya ab (vgl. Jesu Geburt auf dem Weg zu den Vätern des Joseph). Indra nimmt das Kind in Empfang, Naga-Könige besuchen und segnen es (in einer Übersetzung fand ich „taufen“, weiß aber nicht, was das meint).

Die Geburt wird von mirakulösen Zeichen begleitet (Erdbeben, Blitze, Lichter …). Das Kind stellt sich selbst vor mit den Worten „… of all beings in heaven above and beneath the heavens, there is none but myself to be honoured“.

7 Tage nach der Geburt stirbt Maya und das Kind wird weiter von einer Amme aufgezogen, die als Maha Prajapati bezeichnet wird - Prajapati ist der vedische Schöpfergott.

Das 3-jährige Kind wird in einem (Shiva)-Tempel präsentiert, wo die shivaitischen Götter ihm huldigen. Es wird dann devatideva genannt, was man etwa mit „Gott der Götter“ wiedergeben kann.

Naja … soweit die Erzählung. Die Umstände des Todes und gewisser Wiedererscheinungen enthalten zusätzlich interessante Vergleichsmaterial.

Und - nur am Rande erwähnt: Zahlreiche christliche Apokryphen des 2. Jhdts legen den Verdacht nahe, daß man die Lalitavistara-Legenden kannte :smile:

Gruß

Metapher

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Moin Metapher

Und das sind u.a. die Legendenformen, die zu einer posthumen
Apotheose einer historischen Persönlichkeit gehören: Eine
nicht „biologisch korrekte“ Weise der Empfängnis und der
Geburt, bzw. den Geburtumständen: Lalitavistara berichtet von
der (verheirateten) Maya. Der Buddha tritt in der Gestalt
eines weißen Elefanten (Mythem für einen Boddhisattva - es
wird hier übrigen nicht als Traum der Maya dargestellt)
in ihren Leib „von der Seite her“ ein, der Vater ist also auch
hier nicht der leibliche

Stop. Ein Buddhist würde dich an diesm Punkt nur verständnislos anschauen. Das „in den Leib der Mutter eintreten“ ist im Zusammenhang mit der Entstehung eines Menschen im Rahmen der buddhistischen Denkweise von Tod und Wiedergeburt ein ganz normaler Vorgang, dem quasi die biologische Zeugung vorausgeht. Der leibliche Vater und die leibliche Mutter sind die Menschen, die durch Beisteuern von Sperma und Eizelle diesen Vorgang erst möglich machen. Erst nach dieser biologischen Zeugung Tritt der „Geist“ in den Körper der Mutter ein und bindet sich quasi an den Embryo. Ich glaube kein Buddhist käme auf die Idee, aus dem von dir beschriebenen ableiten zu wollen, dass Siddharta keinen leiblichen Vater hätte und ich hab dergleichen auch noch nie irgendwo gehört, gelesen oder eine Andeutung dazu gefunden, genau so wenig wie zu in irgend einer möglichen Jungfräulichkeit von Siddhartas Mutter. Schließlich handelte es sich hier um eine verheiratet Frau :smile:

Die von dir genannte Apotheose hat in keine der Lehren der großen Buddhistischen Schulen Eingang gefunden. Bis zum 3. buddhistischen Konzil wurde das Leben des Buddha selbst als ziemlich irrelevant angesehen, da seine Biographie nicht bestandteil der Lehre war. Die Lalitavistara mögen für einen Indologen als früher Sanskrittext von Interesse sein, hieraus jedoch eine Aptheose als Bestandteil der buddhistischen Lehre ableiten zu wollen, sehe ich als völlige Überbewertung eines kleinen Seitenzweigs dem innerhalb des Buddhismus kein großes Gewicht beigemessen wird.

und der Buddha hat ebenfalls eine die

Zeitlichkeit transzendierende Präexistenz (daß die im
Hinsuismus/Buddhismus einen anderen Hintergrund haben als in
anderen religösen Konzeptionen, spielt für die Form des
Mythems hier keine Rolle).

Mir ist jetzt nicht ganz im klaren, was du als „Form“ des Mythos bezeichnest, aber die „transzendierte Präexistenz“ ist nunmal kein besonderes Merkmal eines (oder DES) Buddha, sondern etwas, das aus Buddhistischer Sicht auf jedes Lebewesen zutrifft, einschließlich uns beiden :smile:. Ich würde das daher aus buddhistischer Sicht auch nicht als Mythos in Verbindung mit Siddhartas Geburt bezeichnen.

Die Geburt Buddhas vollzieht sich

in dieser Legende ebenfalls als Austritt aus der Seite des
Leibes der Maya und wird explzit als „schmerzfrei“ erwähnt -
sie „steht“ übrigens tatsächlich unter einem Ashoka-Baum. Das
Ganze spielt sich auf dem Weg zur Mutter der Maya ab (vgl.
Jesu Geburt auf dem Weg zu den Vätern des Joseph). Indra nimmt
das Kind in Empfang, Naga-Könige besuchen und segnen es (in
einer Übersetzung fand ich „taufen“, weiß aber nicht, was das
meint).

Hm…verrätst du mir deine Quelle ?

Die Geburt wird von mirakulösen Zeichen begleitet (Erdbeben,
Blitze, Lichter …). Das Kind stellt sich selbst vor mit den
Worten „… of all beings in heaven above and beneath the
heavens, there is none but myself to be honoured“.

Quelle ?

7 Tage nach der Geburt stirbt Maya und das Kind wird weiter
von einer Amme aufgezogen, die als Maha Prajapati
bezeichnet wird - Prajapati ist der vedische Schöpfergott.

Naja, und Maya ist die Illusion :smile: Man kann hier zwar sagen, dass die Namen der Frauen (der Mutter Sidhartas und seiner Tante, die ihn aufzog) vielleicht nicht zufällig gewählt wurden, aber es gibt auch keinerlei Hinweis darauf, dass sie nicht tatsächlich so hießen. Schließlich haben Deutsche Vornamen teilweise auch recht hochtrabende Bedeutungen :smile:

Das 3-jährige Kind wird in einem (Shiva)-Tempel präsentiert,
wo die shivaitischen Götter ihm huldigen. Es wird dann
devatideva genannt, was man etwa mit „Gott der Götter“
wiedergeben kann.

Davon ist mir wieder gar nichts bekannt. Quelle ?
Ich weiss, dass es Splittergruppen Buddhistischer Schlen gab, die Buddha mit einer gewissen Göttlichkeit in Verbindung bringen wollten, aber wie oben schon erwähnt, das entspricht nicht dem Verständnis der großen Buddhistischen Schulen (und hätte seinem eigenen Verständnis wohl auch nicht entsprochen). Es gab auch einige Dichter seiner Zeit, die sich das Leben des Buddha und seine Geburt und Kindheit in schönen Worten und damals üblichen Vorstellungen (teilweise fröhlich angelehnt an die Erzählungen z.B. der Mahabharata) ausgemalt haben…oder meinst du das mit Mythen ?

Und - nur am Rande erwähnt: Zahlreiche christliche Apokryphen
des 2. Jhdts legen den Verdacht nahe, daß man die
Lalitavistara-Legenden kannte :smile:

Ich bin mir sicher, das es hier Verbindungen gab, wo Güter reisen, da reisen Geschichten erst recht :smile: Aber gibt es ähnliche Geschichten nicht auch in der indisch-hinduistischen Mythologie ?

Wenn es so wäre, ist es dann überhaupt „legitim“ diese universellen Mythen mit einer bestimmten religiösen Lehre in Verbindung zu bringen ? Schließlich wird z.B. die Buddhistische Lehre durch diese Mythen in keinster Weise berührt.

lieben Gruss
Marion

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Marienkult
Hallo Taju,

Für den Marienkult jedoch,
also die besondere BEdeutung Marias, Mittlerstellung etc. sehe
ich jedoch spätere christliche Schriften als bedeutend an.

in diesem Zusammenhang würde mich Deine Meinung zur Situation in Ephesus interessieren.

(Apg.19,23-40)
Das Volk rief: „Groß ist die Artemis der Epheser.“ (Luther übersetzte „Diana“)
Siehst Du eine Ähnlichkeit zwischen der Verehrung der Artemis und der Marienverehrung?

Gruss Harald

Hallo Raimund,

Diese
Geschwister bezeugen (durch ihre Anwesenheit), dass Maria und
Josef ein ganz normales Geschlechtsleben führten.

ganz meiner Meinung :wink:

mir sträuben sich immer die Haare, wenn ich Erbsünde
höre.

mir auch

Meist ist damit der biologisch wichtigste Teil im Leben
gemeint: der Geschlechtsverkehr, die Fortpflanzung.

nein, das ist es nicht.
gemeint ist, dass jeder Mensch von Geburt an ein Sünder ist.
Aber auch das ist falsch, denn Jesus sagt in Bezug auf kleine Kinder: „solcher ist das Himmelreich“
Von Adam vererbt haben wir die Neigung zur Sünde, der jeder Mensch irgendwann erliegt. Und nur hier liegt der Unterschied bei Jesus. Er hat der Versuchung widerstanden und nicht gesündigt.

Wenn man
dies als Erbsünde bezieichnet, so sagt man damit zugleich,
dass Gott Fehler macht. Dass diese Art der Lebenserhaltung
schmutzig ist, etwas unnatürliches, vom Teufel geschaffenes.

wäre es so, hättest Du Recht, aber s.o.

würde mich ja interessieren, wo die das her haben! In der
Bibel steht nichts davon, oder?

kein Wort.

Menschen: eine lebensart ohne Geschlechtsverkehr, nur mit
jungfäulicher Zeugung.

was soll das? Das kam doch nur einmal vor.

Übrigens kann dann die Weissagung nicht
stimmen, die da sagt, dass der messias aus dem hause David
kommen soll. Meines Wissens war David ein Mann.

no na *g*

Gruss Harald