Hallo Allerseits,
ich hätte da mal inspieriert durch eine Frage aus dem Brett Arbeitsrecht einen juristischen, aber auch ethischen Fragekomplex.
/t/unserioese-arbeitsvermittlung/5624561
Nehmen wir mal an, da wäre ein Makler. Sowas kennt man eher vom Immobilienmarkt, auch vom Arbeitsmarkt, ist aber prinzipiell in vielen Bereichen denkbar.
Dieser Makler vermittelt zwischen einem Kunden und einem Anbieter. Es kommt zu einer vertraglichen Einigung zwischen Kunden und Anbieter.
Später stellt sich heraus, dass der Anbieter ein Betrüger war und der Kund erleitet einen Verlust.
Wie sieht es nun mit der Maklerprovision aus. Gehen wir davon aus, dass der Makler den betrügerischen Vorsatz den Anbieters nicht kannte.
Hat der Makler ein Recht auf seine Provision, denn er hatte seinen Job gemacht und es kam ja ein Vetrag zustande?
Kann man vom Makler erwarten, dass er die Seriosität des Anbieters prüft? Darf man vom Makler überhaupt erwarten, dass er bei einem zweifelhaften Anbieter abstand nimmt, oder kann er sich einfach auf die Angaben des Abieters berufen?
Und wie das ethisch zu beurteilen, wenn der Makler auf seine Provision besteht?
Gruß
Carlos
Hat der Makler ein Recht auf seine Provision, denn er hatte
seinen Job gemacht und es kam ja ein Vetrag zustande?
Im Immobilienbereich ist diese Vorgehensweise üblich, ob das in anderen Bereichen auch so ist, kann ich nicht beurteilen.
Kann man vom Makler erwarten, dass er die Seriosität des Anbieters prüft?
Auch hier habe ich nur eigene Erfahrungen aus dem Immobiliensektor. Dort ist es üblich, dass der Makler auf die Angaben des Verkäufers vertraut und dieses in seinem Expose auch deutlich macht.
Und wie das ethisch zu beurteilen, wenn der Makler auf seine Provision besteht?
Wenn er seine vertragliche Verpflichtung erfüllt hat, darf er auch seine Provision fordern. Sollte er an einem Betrug beteiligt sein, sieht das natürlich anders aus.
Hallo,
Wie sieht es nun mit der Maklerprovision aus. Gehen wir davon
aus, dass der Makler den betrügerischen Vorsatz den Anbieters
nicht kannte.
Der Makler muss doch erst einmal den Angaben des Kunden trauen.
Wenn der Makler Kenntnis von Mängeln erlangt, die der Kunde verschweigt, muss er den Käufer auf die Mängel hinweisen.
Ein klar erkennbar feuchter Keller wäre so ein Beispiel. Aber ein Makler ist kein Baugutachter, alles was nicht offensichtlich ist, muss er auch nicht untersuchen.
Hat der Makler ein Recht auf seine Provision, denn er hatte
seinen Job gemacht und es kam ja ein Vetrag zustande?
Wenn er seinen Job richtig gemacht hat, muss er auch bezahlt werden. Er hatte ja auch Kosten.
Kann man vom Makler erwarten, dass er die Seriosität des
Anbieters prüft? Darf man vom Makler überhaupt erwarten, dass
er bei einem zweifelhaften Anbieter abstand nimmt, oder kann
er sich einfach auf die Angaben des Abieters berufen?
Darüber sollte man im Vorfeld mit dem Makler sprechen.
Wenn es um Baumängel geht, dafür gibt es vereidigte Gutachter, die ein Haus auf Mängel prüfen.
Dass beim Verkauf alles richtig läuft (ist Verkäufer auch Eigentümer etc.) ist Aufgabe des Notars.
Und wie das ethisch zu beurteilen, wenn der Makler auf seine
Provision besteht?
Wenn der Makler nicht an dem Betrug beteiligt war, warum sollte er dann auf sein Geld verzichten? Er könnte allenfalls um seinen guten Ruf fürchten, wenn sein Name im Zusammenhang mit dem Betrug erwähnt wird.
Viele Grüße
Holygrail
Herzlicher Dank für eure Antworten (o.w.T.)
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