Hallo LeoLeo,
ich habe es schon drei Mal mit einer Antwort versucht, aber ich habe mich entschieden die Emotionen runterzuschrauben.
Stell dir vor du kaufst ein Haus über einen Makler. Alles geht seinen Gang. Du überweist das Geld und erfährst später, dass du betrogen wurdest. Das Haus gehörte gar nicht den Betrügern.
Nun der Makler und sagt, dass er sein Geld sehen will. Aber er will mal nicht so sein. Wenn die Polizei die Betrüger schnappt und das Geld wiederbeschafft, will er sein Geld sehen.
Die allermeisten Menschen würden auf das Ansinnen des Maklers mit allergrößten Unverständnis reagieren.
Im Gegenteil, die meisten Menschen würden, die Frage stellen, ob der Makler eine Mitschuld hat, immerhin hat der Makler den Kunden zu den Betrüger geführt. Hätte der Makler nicht durch entsprechende Prüfungen leicht herausfinden können, dass die Betrüger nicht die Besitzer sind?
Würdest du diesen Makler als großzügig bezeichnen? Sollte der Makler, der seinen Job gemacht hat, auf jeden Fall auf sein Geld bestehen?
Hier der Fall ist vergleichbar.
Ein Betrieb, der vor der Insolvenz steht und neue Mitarbeiter für eine Vollzeitarbeitsstelle anwirbt, wissend dass sie nicht zahlen werden, handelt betrügerisch. Wesentlich wahrscheinlicher ist, dass hier niermals ein seriöses Geschäftsmodell bestand. Es bestand hier klar eine Abzocke vom Arbeitgeber her. Und empfinde es als Zynismus, diesen nicht zu sehen.
Und nun zum Juristischen.
Vordergründig kam ein Arbeitsvertrag zustande. Der Arbeitnehmer hat seine Arbeitskraft geliefert. Aber der Arbeitnehmer hat in keiner Weise gezeigt, dass er jemals Willens war, den Vertrag zu erfüllen.
Der Arbeitsvertrag wurde nicht erfüllt.
Siehst du das anders?
Ganz im Gegenteil ist die geschilderte
Vorgehensweise der PAV außerordentlich „menschlich“, wenn sie
nicht nur Geduld im Hinblick auf ihre Bezahlung haben, sondern
scheinbar indirekt andeuten, auf die Erfolgsprämie zu
verzichten, wenn der AN ganz leer ausgeht - was im Übrigen
dank Insolvenzgeld nahezu unmöglich ist.
Nix menschlich, es geht hier um die Frage, wie es aussieht, wenn der PAV sein Geld vor Gericht einklagen will (siehe oben).
Abgesehen vom Marketingschaden, wenn es in die Medien kommt, dass ein PAV Betrügern Arbeitnehmer zuliefert UND dafür Geld sehen will.
Es ist nicht Aufgabe einer PAV, vorher
eine Betriebsprüfung beim AG durchzuführen, um seine
Liquidität garantieren zu können. Auch eine PAV „lebt“ nur von
den Angaben, die der AG ihnen gegenüber macht.
Ist dem so? Darf man von einem PAV keinerlei Prüfung der Seriosität erwarten? Es geht nicht um eine Betriebsprüfung. Es geht um ein paar Interentrecherchen, was es mit dem potentiellen Arbeitgeber auf sich hat. Wenn der PAV die Firma kennt, was der Kunde ja hofft, wird sowas kaum passieren.
Daß der
TE die mit der PAV vereinbarte Vergütung evtl nicht zahlen
will, stellt ihn dann lustigerweise übrigens schon fast auf
eine Stufe mit dem zahlungsunwilligen AG, über den er klagt.
Dies empfinde ich als bitterböse. Der TE hat bisher überhaupt kein Geld gesehen. Er hat keine Arbeitsstelle, schon gar nicht unbefristet. Der PAV hat für ihn letztendlich nichts geleistet, sondern ihn, wenn auch ungewollt, in eine ganz üble Situation gebracht. Ist er unmoralisch, weil er die Rechtmäßigkeit der Zahlung an den PAV in Frage stellt, was wohl die Allermeisten in der gleichen Situation machen würden?
Gruß
Carlos