Mal Ethik (fast) ohne Religion: Richard Wagner

Hallo allerseits,

wo gerade in einem anderen Brett die Sprache auf Wagners Verbindung zum Nationalsozialismus, bzw. seinem Antisemitisum kam, stellte sich mir die Frage: DARF man ethisch betrachtet seine Musik mögen? Bzw. allgemeiner formuliert: Darf man die (guten) Werke von Leuten bewundern, die auch schlechtes getan haben (und wenn es nur schlechte Gedanken waren)?

Wie ist eure Meinung dazu?

Danke
Michael

P.S. Nicht zur Diskussion steht, ob man Wagners Musik mag oder nicht, das gehörte auch nicht in dieses Brett.

wo gerade in einem anderen Brett die Sprache auf Wagners
Verbindung zum Nationalsozialismus, bzw. seinem Antisemitisum
kam, stellte sich mir die Frage: DARF man ethisch betrachtet
seine Musik mögen? Bzw. allgemeiner formuliert: Darf man die
(guten) Werke von Leuten bewundern, die auch schlechtes getan
haben (und wenn es nur schlechte Gedanken waren)?

man munkelt, dass sich in den wagnerschen fankreisen plus
dazugehoerigen festspielen ein brauner bodensatz findet. in
wieweit das stimmt oder nicht, kann ich leider nicht sagen. alles
was ich sagen kann, ist, dass ich eine menge leute kenne, die
wagners werke moegen. und ich bin in israel. also muss es wohl
moeglich sein, zwischen kunstwerken und deren schoepfern zu trennen.

Hallo Michael,

Ästhetik ist Privatsache, Ethik nicht.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Hallo Michael,

ich finde Deine Frage ein wenig scheinheilig, obwohl sie mit Sicherheit nicht so gemeint ist.

Kunst ist eine Sache von Gefühlen. Ich finde ein Bild, ein Gebäude oder ein Musikstück schön, weil es mich innerlich anspricht. Die Frage nach dem Künstler stellt sich bei mir damit erst einmal nicht, das Bild wird nicht schöner, wenn es von Dürer ist und nicht häßlicher, wenn es ein Dorfschullehrer gemalt hat. Es spricht mich an oder auch nicht.

Ich bin auch ehrlich genug, das offen zu sagen. Das Problem, daß hinter Deiner Frage steht, ist nämlich ein anderes: Schickt es sich, Wagner gut zu finden, dürfen die Bauten von Hitlers Hofbaumeister Speer überhaupt schön sein?

Menschen sind wiedersprüchlich, das sind wir alle. Es kann tatsächlich einer von der Begabung her ein großer Künstler und trotzdem charkterlich ein Schwein sein. Wenn ich das eine von anderen trennen kann, dann kann ich auch Wgners Musik mögen, ohne deshalöb den Menschen Wagner mögen zu müssen. Damit riskiere ich allerdings, daß mich ein paar Moralapostel vor Wut in der Luft zerreißen.
Übrigens: Auch der große Goethe hat nicht nur den „Faust“ geschrieben, sondern in seiner Funktion als Staatsminister Todesurteile unterschrieben. In mindestens einem Fall gab seine Stimme den Auschlag für die Hinrichtung…

Gernot Geyer

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Verschaerfte Frage

Hallo allerseits,

wo gerade in einem anderen Brett die Sprache auf Wagners
Verbindung zum Nationalsozialismus, bzw. seinem Antisemitisum
kam, stellte sich mir die Frage: DARF man ethisch betrachtet
seine Musik mögen? Bzw. allgemeiner formuliert: Darf man die
(guten) Werke von Leuten bewundern, die auch schlechtes getan
haben (und wenn es nur schlechte Gedanken waren)?

Hallo ich finde die Frage hoechst interessant und will sie anschliessend nochmal verschaerfen! Allgemein tendiere ich dazu das Kunstwerk unabhaengig vom Kuenstler zu sehen. Das heisst wenn die Musik gut ist, werde ich sie geniessen und mir nicht sorgen machen darum wer sie Komponiert hat. Eine Diskussion diesbezueglich gibt es auch in der Bibel und zwar in 1.Korinther 10,28. Dort geht es darum ob man als Christ Fleisch essen darf, das anderen „Goettern“(genauer: Goetzen) geopfert wurde. Das Fazit ist ja, sofern nicht andere Menschen durch mein Verhalten in Verlegenheit kommen, siehe auch Titus 1,15: „Den Reinen ist alles rein; …“

Natuerlich denke ich dass man Kunstwerke nicht geniessen kann die eindeutige Negative Botschaften enthalten wie z.B. „Toetet alle Karnickel“ oder so :smile:

Jetzt will ich die Frage nochmal verschaerfen: ich habe schon mal mit einigen Christen folgendes Problem diskutiert: darf man als Christ satanische Musik hoeren? Dazu muss man wissen das viele Kuenstler Buende mit satanischen Maechten eingehen bzw. okkulte Inspiration suchen - auch unter Drogeneinfluss. Oft enthalten besagte Lieder keine expliziten negativen Botschaften sonder versteckte, die man nur hoert wenn man die CD´s rueckwaerts spielt(auch Backward Masking genannt). Manche Gruppen machens natuerlich ganz explizit, siehe verschiedene Heavy Metal Bands.

Darf man solche Musik hoeren wenn sie KEINE expliziten negativen Botschaften enthalten?

Ich frage weil ich viele Lieder der sogenannten „weltlichen“ Musik sehr schoen finde.
Ich tendiere auch hier zu der selben Antwort wie bezueglich dem Goetzenopferfleisch. Es gibt auch christliche Musik die von Satanisten gemacht ist. Soll ich mich daran stoeren dass dort in den Liedern versteckte Botschaften sind, die man aber nur hoert wenn man es rueckwaertsspielt?

Gruss Abe…

Hi Abe,

Jetzt will ich die Frage nochmal verschaerfen: ich habe schon
mal mit einigen Christen folgendes Problem diskutiert: darf
man als Christ satanische Musik hoeren? Dazu muss man wissen
das viele Kuenstler Buende mit satanischen Maechten eingehen
bzw. okkulte Inspiration suchen - auch unter Drogeneinfluss.
Oft enthalten besagte Lieder keine expliziten negativen
Botschaften sonder versteckte, die man nur hoert wenn man die
CD´s rueckwaerts spielt(auch Backward Masking genannt). Manche
Gruppen machens natuerlich ganz explizit, siehe verschiedene
Heavy Metal Bands.

Jajaja … hast du wohl bei Jack Chick gelesen? Das mit dem Backward Masking war schon vor zehn Jahren alter Käse.
Ein Produkt der typischen Paranoia amerikanischer Fundamentalisten. Wie es ein Kritiker so schön gesagt hat: „Wenn man sich die Texte von Slayer et al anhört, wozu braucht man dann noch geheime Botschaften“?
Ich würde mir keine Lieder mit blasphemischen Texten anhören, seien die nun Rockmusik oder Heurigenlieder („Wir kommen alle alle in den Himmel weil wir so brav sind“ …) Ich mag auch keine Videos mit blasphemischen Szenen. Aber ich finde die christliche Kunst hat das Problem dass sie eben nur brav und lieb und nett und geistlich weichgespült sein darf, und da ist mir zu wenig Leben drin. Also muss ich wohl oder übel auf die weltliche Musik ausweichen.

Darf man solche Musik hoeren wenn sie KEINE expliziten
negativen Botschaften enthalten?

Warum nicht? Wenn ich mir nur Sachen von Künstlern anhöre (lese, ansehe) die christlicherseits als hygienisch einwandfrei gelten wäre das ziemlich trüb. Ich hab mir in Irland eine Menge Platten mit den Liedern der IRA gekauft und die liebe ich heiß, obwohl mir die Problematik manchmal zu Bewusstsein kommt. Nur, problematisch ist das Meiste auf der Welt.

Ich frage weil ich viele Lieder der sogenannten „weltlichen“
Musik sehr schoen finde.
Ich tendiere auch hier zu der selben Antwort wie bezueglich
dem Goetzenopferfleisch.

Ich sags wirklich ungern, Abe, aber ich stimme dir voll und ganz zu.:wink:)

Es gibt auch christliche Musik die

von Satanisten gemacht ist.

???

Soll ich mich daran stoeren dass

dort in den Liedern versteckte Botschaften sind, die man aber
nur hoert wenn man es rueckwaertsspielt?

Ich halte das wie gesagt für Blödsinn. Und selbst wenn, was soll mir schon passieren wenn mir einer ins Ohr murmelt: „Bete den Satan an!“ außerdem, welcher Trottel spielt seine Platten schon rückwärts? Das allein entlarvt doch die Geschichte als absurd.
Übrigens gibts da den lieben Witz: Was hört man, wenn man die Platten von Slayer rückwärts abspielt? „Bete fleißig und lies täglich in der Bibel!“

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Keine weichgespülte Antwort!
Liebe Barbara,

Aber ich finde die

christliche Kunst hat das Problem dass sie eben nur brav und
lieb und nett und geistlich weichgespült sein darf, und da ist
mir zu wenig Leben drin. Also muss ich wohl oder übel auf die
weltliche Musik ausweichen.

Das sehe ich nicht so und ich denke, behaupten zu dürfen, daß dem auch wirklich nicht so ist. Gerade christliche Kunst (welche das auch immer für Dich ist)erhebt den Anspruch, eben auch das Märtyrium darzustellen. Explizit das Mysterium von Golgatha, aber auch andere Versuchungen, die teilweise auf grausame Art und Weise dargestellt werden.

Ich führe ein Beispiel an, welches für mich „das“ Altarbild schlechthin ist: Der ISENHEIMER ALTAR in Colmar (Elsaß, F.).

Dieser wurde zwischen 1480 und 1528 von Mathias Grünewald gemalt für das Antoniter Kloster in Isenheim, an welches damals ein Hospital für Haut- und Pestkranke angeschlossen war.(Dort wurde Hilfe gegen die furchtbare Blutkrankheit, das sog. „Antoniterfeuer“, welches wahrsch. durch das giftige Mutterkorn ausgelöst wurde, angeboten).Dieser Klappaltar ist gewaltig und zeigt in außerordentlicher Grausamkeit nicht nur die Kreuzigung Christi, sondern auch die Versuchung des hl. Antonius mit den furchtbarsten Dämonen. Und nie zeigte ein Altar das physische Leiden Christi furchtbarer, als auf diesem Karfreitagsbild.

Auf der anderen Seite malt er die verklärteste Auferstehung, die ich je so dargestellt erlebt habe (ich kenne aber auch noch nicht alles, zugegeben!!)

Fakt ist jedoch, daß eben diese „grausamen“ Darstellungen einen echten therapeutischen Effekt haben. Der Kranke, der damals von den Mönchen immer wieder vor diese Bilder geführt wurde und dessen Leib mit Geschwüren bedeckt war, mußte wohl eine ungeheure innere Erschüterung erleben beim Anblick des zerschundenen Christusleibes, der „um der Menscheitssünde“ willen aus tausend Wunden blutete. Und so konnte in dem Kranken eine Katharsis (Läuterung) eintreten, ein neuer Keim konnte sich bilden und eine Art innere Neugeburt sich vorbereiten, die dann Bild wurde in der Seele des Kranken und in den darauffolgenden
„Lichtbildern“ dieses Altars.

Jeder, der sich mit Leid, Tod und unheilbaren Kranken beschäftigt kennt die Wandlung der „kranken, verbitterten“ Seele, wenn sie größeres Leid als ihr eigenes bei anderen kennenlernt und selber ein Mitgefühl für andere empfinden lernt. Dieses schafft inneren Frieden und dieser wiederum lindert zunächst und heilt manchmal die Verbitterung, das Harte und schaft nach der „Katharsis“ manchmal sogar wieder Gesundheit.

Und diesen Prozeß finde ich super lebendig! (Für alle, die es Wissen möchten: ich fühle mich keiner Sekte oder Religion zugehörig)

Darf man solche Musik hoeren wenn sie KEINE expliziten
negativen Botschaften enthalten?

Warum nicht? Wenn ich mir nur Sachen von Künstlern anhöre
(lese, ansehe) die christlicherseits als hygienisch
einwandfrei gelten wäre das ziemlich trüb. Ich hab mir in
Irland eine Menge Platten mit den Liedern der IRA gekauft und
die liebe ich heiß, obwohl mir die Problematik manchmal zu
Bewusstsein kommt. Nur, problematisch ist das Meiste auf der
Welt.

Ja, genau! Problematisierende Kunst impliziert doch noch lange nicht Gottlosigkeit.

Ich halte das wie gesagt für Blödsinn. Und selbst wenn, was
soll mir schon passieren wenn mir einer ins Ohr murmelt: „Bete
den Satan an!“ außerdem, welcher Trottel spielt seine Platten
schon rückwärts? Das allein entlarvt doch die Geschichte als
absurd.
Übrigens gibts da den lieben Witz: Was hört man, wenn man die
Platten von Slayer rückwärts abspielt? „Bete fleißig und lies
täglich in der Bibel!“

In diesem Sinne: „God is a DJ“.Rinn in die Rinne!(Bitte, dies als Metapher zu verstehen)

Herzliche Grüße einer „Faithless“ liebenden, Geige spielenden und zu Housemusic tanzenden

Bettina

Aus dem Kontext…
Ich habe jetzt schon mehrmals versucht, meine „worship praise“-CD oder auch nur die „Lukas, der Lokomotivführer“ Kassette meines Sohnes rückwärts abzuspielen.

Wie bringt man denn die blöde Technik dazu, so etwas zu machen??

fragt sich
Thomas

‚Paul is dead‘…*g*
Hi Thoma,s

funktioniert meines Wissens nur mit Vinylplatten oder Tonbandaufnahmen (diesen großen Rollen aus den uralten Agentenfilmen…). Meine Schwester und ich haben das als Kinder mit der Beatles-Platte, auf welcher das Lied „lucy in the Sky with diamonds“ war versucht. Da sollte man dann irgend etwas „grausamens“ hören („John Lennon ist Tod“ oder „Paul is dead“ oder „Kauft Drogen“ *grins* oder sowas.) Lasse mich von alten Beatles Freaks gerne eines genaueren Belehren. Raus damit! Verbreitet die Botschaft!

Lalaierende Grüße von Bettina

HI Bettina,

Das sehe ich nicht so und ich denke, behaupten zu dürfen, daß
dem auch wirklich nicht so ist. Gerade christliche Kunst
(welche das auch immer für Dich ist)erhebt den Anspruch, eben
auch das Märtyrium darzustellen. Explizit das Mysterium von
Golgatha, aber auch andere Versuchungen, die teilweise auf
grausame Art und Weise dargestellt werden.

Weiß ich! Der Heiligenkalender wird in der Sadomaso-Szene zu Höchstpreisen gehandelt :wink:))
Nein, mal ernst: Was ich da schrieb, war natürlich zu kurz gegriffen. Ich hatte dabei auch nicht die gesamte christliche Kunst im Blickfeld, sondern diese bestimmte aus Amerika importierte moderne christliche Trivialkunst, wahrscheinlich deshalb, weil ich zehn Jahre lang solches weichgespülte Zeug übersetzen musste und dadurch für alle Zeit geschädigt bin. Da heißt bei mir die Frage immer: „Ist es christlich oder ist es gut?“ Sagen wir so: Ich meinte den heute so beliebten christlichen Kitsch.
Ich entschuldige mich also formell vor der echten christlichen Kunst, die es natürlich auch gibt.

.Dieser Klappaltar ist

gewaltig und zeigt in außerordentlicher Grausamkeit nicht nur
die Kreuzigung Christi, sondern auch die Versuchung des hl.
Antonius mit den furchtbarsten Dämonen. Und nie zeigte ein
Altar das physische Leiden Christi furchtbarer, als auf diesem
Karfreitagsbild.

Naja, das grenzt bei mir auch schon an künstlerischen Sadismus, wie überhaupt die ganze extreme Leidensverehrung ziemlich krank ist - aber man kann auf beiden Seiten vom Pferd fallen. (ÜPbrigens wurde der Hl. Antonius doch sexuell versucht, und da frage ich mich, warum dazu gerade scheußliche Dämonen geschickt wurden … hat es sich noch nicht bis in die Hölle herumgesprochen, dass schöne Weiblein dazu geeigneter sind? Oder hatte der Mann vielleicht einen extravaganten erotischen Geschmack?

Auf der anderen Seite malt er die verklärteste Auferstehung,
die ich je so dargestellt erlebt habe (ich kenne aber auch
noch nicht alles, zugegeben!!)

Ja, das stimmt. „Verklärt“ trifft es ganz genau. Mich ergreift das Bild auch zutiefst.

Ja, genau! Problematisierende Kunst impliziert doch noch lange
nicht Gottlosigkeit.

Ganz meine Meinung.

In diesem Sinne: „God is a DJ“.Rinn in die Rinne!(Bitte, dies
als Metapher zu verstehen)

Erklär das einer alten Dame, die musikalisch hoffnungslos out ist, mal genauer :smile:)

gruß,
bb

Hi Thomas,

Ich habe jetzt schon mehrmals versucht, meine „worship
praise“-CD oder auch nur die „Lukas, der Lokomotivführer“
Kassette meines Sohnes rückwärts abzuspielen.

Wie bringt man denn die blöde Technik dazu, so etwas zu
machen??

Die ganze schreckliche Wahrheit ist dies: Das Gerücht wurde von den Plattenfirmen in die Welt gesetzt, damit die Leute ihre Platten kaputt machen und neue kaufen müssen!

verrät dir
bb

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An bb: *lach* und *freu*.

Hi Barbara,

wirklich lustig *g* :smile:)), ich hab´gerade so gelacht über Deine letzten Zeilen, hier.

Weiß ich! Der Heiligenkalender wird in der Sadomaso-Szene zu
Höchstpreisen gehandelt :wink:))
Nein, mal ernst: Was ich da schrieb, war natürlich zu kurz
gegriffen. Ich hatte dabei auch nicht die gesamte christliche
Kunst im Blickfeld, sondern diese bestimmte aus Amerika
importierte moderne christliche Trivialkunst, wahrscheinlich
deshalb, weil ich zehn Jahre lang solches weichgespülte Zeug
übersetzen musste und dadurch für alle Zeit geschädigt bin. Da
heißt bei mir die Frage immer: „Ist es christlich oder ist es
gut?“ Sagen wir so: Ich meinte den heute so beliebten
christlichen Kitsch.
Ich entschuldige mich also formell vor der echten christlichen
Kunst, die es natürlich auch gibt.

Du brauchst Dich nicht zu entschuldigen. Ich entschuldige mich, daß ich ungefragt die Lehrerin gemacht habe *schäm*.

.Dieser Klappaltar ist

gewaltig und zeigt in außerordentlicher Grausamkeit nicht nur
die Kreuzigung Christi, sondern auch die Versuchung des hl.
Antonius mit den furchtbarsten Dämonen. Und nie zeigte ein
Altar das physische Leiden Christi furchtbarer, als auf diesem
Karfreitagsbild.

Naja, das grenzt bei mir auch schon an künstlerischen
Sadismus, wie überhaupt die ganze extreme Leidensverehrung
ziemlich krank ist - aber man kann auf beiden Seiten vom Pferd
fallen. (ÜPbrigens wurde der Hl. Antonius doch sexuell
versucht, und da frage ich mich, warum dazu gerade scheußliche
Dämonen geschickt wurden … hat es sich noch nicht bis in die
Hölle herumgesprochen, dass schöne Weiblein dazu geeigneter
sind? Oder hatte der Mann vielleicht einen extravaganten
erotischen Geschmack?

Nee, das darf man doch wieder nicht so wörtlich nehmen. Nach dem Motto: Gott schickt bei Versuchungen immer mal schnell die Lilith runter, wer ihr dann widersteht ist „gerettet“- oder so.
Beim hl. Antonius hat das andere Gründe. Er ist damals (wie viele Heilige und übrigens auch Jesus nach der Taufe) in die Einöde gegangen, um „sich selber kennenzulernen“. Da erscheint der Satan/Ahriman/Luzifer oder wie auch immer in verschiedenen Gestalten, um die einsame Seele zu prüfen. Und da Antonius der Schutzheilige der Kranken des „Antoniterfeuer“ (wahrsch. Mescalinvergiftung??) ist, wurden die Dämonen eben auch teilw. hier mit Pestbeulen, Geschwülsten usw. dargestellt. Aber natürlich gibt es gute Interpretationen der einzelnen, von M. Grünewald dargestellten Dämonen, doch das geht mir hier zu weit (zu anstrengend *g*).

Auf der anderen Seite malt er die verklärteste Auferstehung,
die ich je so dargestellt erlebt habe (ich kenne aber auch
noch nicht alles, zugegeben!!)

Ja, das stimmt. „Verklärt“ trifft es ganz genau. Mich ergreift
das Bild auch zutiefst.

Ja, genau! Problematisierende Kunst impliziert doch noch lange
nicht Gottlosigkeit.

Ganz meine Meinung.

In diesem Sinne: „God is a DJ“.Rinn in die Rinne!(Bitte, dies
als Metapher zu verstehen)

Erklär das einer alten Dame, die musikalisch hoffnungslos out
ist, mal genauer :smile:)

FAITHLESS ist der Name einer Musicgroup, die (für meinen Geschmack!) fantastisch gute Housemucic produziert, texted, singt. Ein Lied von ihnen ist „God is a DJ“ . Und „Rinn in die Rinne“ ist ein „alter“ Hamburger Spruch beim sich Zuprosten: Rinn = Rein (mit dem Schnaps/Wein) in die Rinne = die Speiseröhre. Und damit meinte ich, jeder solle sich das „Zeug“ „reinziehen“ (Kunst in jeder Form und Unform) wie es ihm beliebt.

gruß,

bb

Dir auch liebe Grüße von b

PS: wie „jung“ bist Du denn? (oder geht das zu weit?)

z.B. Leni Riefenstahl
Hallo Michael,

nehmen wir Leni, ihr Filmcutting war prägend für alle Filmschaffenden, in fast allen Ländern werden ihre Fotos und ihre nichtpolitischen Filme als bahnbrechende Film/Bild-kunst angesehen…

Was mach ich mit so jemand? Politisch bestenfalls naiv (liest man ihr Memoiren)…

Als Künstlerin hat sie eine Ästhetik geschaffen, die uns ganz selbstverständlich überall in Film und Fernsehen begegnet…

Manche verabscheuen ja sogar ihre Unterwasserfilme, weil sie die Unterwasserwelt faschistisch zeige???

beste Grüsse,

barbara

die z.B. Leni Riefenstahls Werk ambivalent gegenübersteht.

Hallo Bettina,

Beim hl. Antonius hat das andere Gründe. Er ist damals (wie
viele Heilige und übrigens auch Jesus nach der Taufe) in die
Einöde gegangen, um „sich selber kennenzulernen“.

Ja, das ist immer eine ziemlich gefährliche Sache … am schlimmsten dann, wenn man draufkommt dass die Dämonen nicht außen dran sondern innen drin sind!

PS: wie „jung“ bist Du denn? (oder geht das zu weit?)

Also ich poste auch im Brett 50+ …
gruß,
bb

Sehr sympathisch!!! Göttlicher Humor(deshalb
auch voll richtig im Brett Religion…)

Ja, liebe Barbara,

…Einöde gegangen, um „sich selber kennenzulernen“.

Ja, das ist immer eine ziemlich gefährliche Sache … am
schlimmsten dann, wenn man draufkommt dass die Dämonen nicht
außen dran sondern innen drin sind!

Genau! Hast Du auch schon so´n paar Erlebnisse gehabt??? Also stärkt das nicht ungemein den Charakter, wenn man diese Seite an sich kennenlernt? Ich bin ja dafür, daß jeder mal im Laufe seines Lebens die 12 Persönlichkeitsstörungen durchmachen sollte (für Leute, die Menschen mit Persönlichkeitsstörungen kennen: Ich bitte herzlich, mich NICHT falsch zu verstehen. Aber wenn „man“ selber schon ein paar mal am Rande des Wahnsinns angekommen ist und dann doch noch die "Kurve gekriegt hat - so meine ich das nämlich- dann merkt man hinterher, wie stark einen das Erlebnis wieder gemacht hat).

Aber DAS ist ja auch der Sinn der Sinnsuche in der Einöde, nicht wahr? Also, ich lasse mich einer anderen Sichtweise belehren aber vorsicht Uuuuuuuuhhhhhhhhhaaaaaaaaahhhhhhh…*g*

PS: wie „jung“ bist Du denn? (oder geht das zu weit?)

Also ich poste auch im Brett 50+ …
gruß,
bb

Was hat Dich denn so „jung“ bleiben lassen (oder wieder werden lassen…) oder wie auch immer…???

Gruß und Wink

Bettina

Mußt Du alles verraten *lach* oT

*weinvorfreude" Bettina

Die ganze schreckliche Wahrheit ist dies: Das Gerücht wurde
von den Plattenfirmen in die Welt gesetzt, damit die Leute
ihre Platten kaputt machen und neue kaufen müssen!

verrät dir
bb

Hallo Bettina,

schlimmsten dann, wenn man draufkommt dass die Dämonen nicht
außen dran sondern innen drin sind!

Genau! Hast Du auch schon so´n paar Erlebnisse gehabt???

Naja, ich bin Schriftstellerin, und das bedeutet ständige Selbstentlarvung. Oft richtig peinlich, was meine Figuren alles über mich aussagen. Im Moment schreibe ich gerade an einem Buch über einen schüchternen Deutschlehrer, der überzeugt ist mit dem Teufel verlobt zu sein …

Also

stärkt das nicht ungemein den Charakter, wenn man diese Seite
an sich kennenlernt? Ich bin ja dafür, daß jeder mal im Laufe
seines Lebens die 12 Persönlichkeitsstörungen durchmachen
sollte (für Leute, die Menschen mit Persönlichkeitsstörungen
kennen: Ich bitte herzlich, mich NICHT falsch zu verstehen.
Aber wenn „man“ selber schon ein paar mal am Rande des
Wahnsinns angekommen ist und dann doch noch die "Kurve
gekriegt hat - so meine ich das nämlich- dann merkt man
hinterher, wie stark einen das Erlebnis wieder gemacht hat).

Genau. Ich hab die Kurve haarscharf gekriegt und heute danke ich Gott, dass trotz all der Löcher und Risse in meiner Persönlichkeit letzten Endes alles ziemlich gut gelaufen ist.

Aber DAS ist ja auch der Sinn der Sinnsuche in der Einöde,
nicht wahr? Also, ich lasse mich einer anderen Sichtweise
belehren aber vorsicht
Uuuuuuuuhhhhhhhhhaaaaaaaaahhhhhhh…*g*

Deshalb liebe ich die Wüste. Ich war nur vierzehn Tage im Sinai Trekken aber dort bist du nach einem Tag schon ein anderer Mensch. Ich habe auch unsere Berge sehr gern, die Hochplateaus, auf denen du nur Licht und Steine findest. Diese Leere tut ungeheuer wohl. Die Araber haben ein Sprichwort: „Wer in die Wüste geht ist nicht mehr derselbe wenn er herauskommt.“ Stimmt!
Dämonen hab ich glücklicherweise keine getroffen, die einzige Bedrohung war der Reiseleiter, ein strammer Naturbursche aus Israel, der sich in meinem Zelt einquartierte und beharrlich versuchte sich durch drei Schlafsäcke zu mir durchzuarbeiten *g*

Was hat Dich denn so „jung“ bleiben lassen (oder wieder werden
lassen…) oder wie auch immer…???

Ääh … nie erwachsen werden …
gruß,
bb

Die Wüste (be-)lebt!

Salût, Barbara,

Genau! Hast Du auch schon so´n paar Erlebnisse gehabt???

Naja, ich bin Schriftstellerin, und das bedeutet ständige
Selbstentlarvung. Oft richtig peinlich, was meine Figuren
alles über mich aussagen. Im Moment schreibe ich gerade an
einem Buch über einen schüchternen Deutschlehrer, der
überzeugt ist mit dem Teufel verlobt zu sein …

Echt krass! Wurde er schüchtern, nachdem er sich mit dem Teufel „verlobt“ hatte oder hat er zu viel „Faust“ gelesen???
Da halte mich doch mal auf dem Laufenden. Deinem Deutschlehrer könnte ich ne ganz gute Therapie empfehlen. (Aber dann würde sich das Buch nicht mehr so gut verkaufen…*g*).

Deshalb liebe ich die Wüste. Ich war nur vierzehn Tage im
Sinai Trekken aber dort bist du nach einem Tag schon ein
anderer Mensch. Ich habe auch unsere Berge sehr gern, die
Hochplateaus, auf denen du nur Licht und Steine findest. Diese
Leere tut ungeheuer wohl. Die Araber haben ein Sprichwort:
„Wer in die Wüste geht ist nicht mehr derselbe wenn er
herauskommt.“ Stimmt!

Das hast Du gemacht! Klasse! Habe ich auch vor. Würdest Du das mit bekannten machen oder dich einer „anonymen Reisegruppe“ Anschließen? Ich liebe es, Bergwandern zu gehen und habe schon göttliche Erlebnisse morgens um 6h beim Sonnenaufgang auf 3.3oo müM gehabt. Kennst Du Graubünden? Deshalb bin ich (u.a.) von der Küste an die Ch-Grenze gezogen…

Und das arabische Sprichwort ist absolut wahrhaftig!

Dämonen hab ich glücklicherweise keine getroffen, die einzige
Bedrohung war der Reiseleiter, ein strammer Naturbursche aus
Israel, der sich in meinem Zelt einquartierte und beharrlich
versuchte sich durch drei Schlafsäcke zu mir durchzuarbeiten
*g*

Ja, ja. Diese Mentalität kennt keine Hemmungen…was ähnliches habe ich in Ägypten erlebt. Was hat ihn denn letztendlich von dir weichen lassen?

Ääh … nie erwachsen werden …
gruß,
bb

Neeeeee, das nehm ich Dir nicht ab. Jedenfalls nicht, wenn Du „erwachsen werden“ im ursprünglichen Sinne verwendest: den Dingen entwachsen. Da bist Du nämlich erwachsener als viele Leute, denen ich so begegne. Naja. Kompliment von einer, die erstmal (noch…) erwachsen werden will.

Liebe Grüße von Bettina

P.S: Reserviere hiermit ein Exemplar von „Des Teufels schüchterner Deutschlehrer“.

zB. Michael Jackson
…wenn er erreicht das ein kleiner Junge seine Anklage wg. sexuellen Mißbrauchs im Gegenzug von zig mio $ zurückzieht, hat er auch was auf dem Kerbholz.
Und trotzdem jubeln ihm noch die Millionen zu und kaufen seine Platten, obwohl er anscheinend pädophil ist.

Ich sage nur „I love children,…kicher *hhii,hiii,auuuuuuh“

Gruß
M.

Hallo Milovic,

…wenn er erreicht das ein kleiner Junge seine Anklage wg.
sexuellen Mißbrauchs im Gegenzug von zig mio $ zurückzieht,
hat er auch was auf dem Kerbholz.
Und trotzdem jubeln ihm noch die Millionen zu und kaufen seine
Platten, obwohl er anscheinend pädophil ist.

nun, nur weil Millionen jubeln, ist die Sache noch lange nicht ethis einwandfrei.

Alles Gute
Michael