Mal Ethik (fast) ohne Religion: Richard Wagner

…wir wissen aber, daß Wagner und Richard Strauss in Israel schon mal zugelassen wurden (genaue Daten und Termine habe ich nicht parat, sorry), es ist somit ein Schritt zurück, der dazu noch von dem Staat vorgeschrieben wird, nicht von der Öffentlichkeit, die auch in diesem Fall „selbstverständlich“ „wie ein Volk“ hinter der politischen Entscheidung des Staates steht. So arbeiten diese Mechanismen, vgl. „Der Tribun“ von Mauricio Kagel.

Gerade die 80-jährigen, die Überlebenden sind in ihrer großen Mehrheit der Kunst gegenüber tolerant, wenigstens die, die mir bekannt sind. Die Behüter der öffentlichen Moral sind im besten politischen Alter und versuchen davon zu profitieren, daß sie jemanden beschützen, der sie darum nicht gebeten hat.

Und die Musikstudenten sollten Wagner nicht lieben oder hassen, sondern kennen:

„Zwei Freunde betrachten antike Venus-Statue. Der eine meint, sie gefalle ihm nicht so. Der andere widerspricht: sie ist schon ein Paar Tausend Jahre alt, sie kann schon selbst aussuchen, wem sie gefällt…“ (Diese Geschichte existiert in mehreren Varianten…)

Die Botschaft Wagners und die Rezeption seiner Kunst lassen
sich voneinander trennen, man muß es nur wollen, es gibt
Beispiele in der Geschichte.

stimmt. ich denke trotzdem, dass es einfach noch zu frueh ist.
solange es noch menschen gibt, fuer die der holocaust nicht
historie sondern erinnerung ist, kann man solche schritte
nicht
tun. so muss man diese ‚scheinheiligkeit‘ verstehen: ein
20jahriger musikstudent aus israel kann wagner ‚leichter‘
lieben
als ein 80jaehriger survivor. die oeffentlichkeit hat aber
letzterem rechnung zu tragen.

http://www.judentum.net/kultur/wagner.htm

viele Grüße

Iris

Danke für Link o.T.

-)