Hallo Kerstin,
Nun hat es mich nach 23 Jahren auch getroffen und ich bin
erstmals arbeitslos.
das ist volle Kanne kacke *tröst*
Und so ätzend das auch ist, der Typ vom Arbeitsamt hat recht: er kann Dir keinen Job herzaubern. Das ist zwar hart aber leider nicht zu ändern. Darum kann ich Dir nur raten, das zu tun, was die Jungs auf dem Arbeitsamt von Dir wollen. Also Du taperst brav zu allen Terminen, die sie Dir geben, bewirbst Dich brav und pünktlich auf alle „Angebote“ die sie Dir machen. Und im Übrigen nutzt Du aus, was sie noch an Angeboten (Kopierservice, fachlicher Check Deiner Unterlagen, berufliche Umorientierung, BIZ etc.) bieten.
Ansonsten machst Du Dein eigenes Ding. Da würde ich durchaus auch diese Datenbank vom Arbeitsamt dazu nehmen, genauso wie die üblichen Verdächtigen Internetjobbörsen und die Samstagszeitungen. Und natürlich alle Deine persönlichen Kontakte und Initiativbewerbungen bei Firmen, die Du entweder eh kennst oder übers Internet kennen lernst 
Sprich, es hilft alles nix - nen Job kriegst Du nur, wenn Du aktiv wirst. Dumm ist nur, dass es wohl gerade bei Dir in der Gegend und in Deiner Lebenssituation (Du schreibst, dass Du alleinerziehend bist) besonders übel ist. Sprich, Du wirst an dem einen oder anderen Kompromiss nicht vorbei kommen. So könntest Du entweder überlegen, ob Du vielleicht noch andere Sachen tun kannst/willst und das jetzt als Chance für ne Umorientierung (Stichwort Ich-AG) siehst. Oder Du ziehst einen Umzug ins Ausland bzw. anderes Bundesland in Erwägung.
Ausland muss ja nicht Hinterindien oder Botswana sein, es gibt auch in Europa durchaus nette Länder mit vielen Bergen, wo sogar Deine Muttersprache gesprochen geschrieben wird
Will sagen, sowohl Österreich als auch die Schweiz wären da durchaus interessante Alternativen, und insbesondere in der Schweiz sieht’s jobmässig vergleichsweise traumhaft aus. Ich will ja jetzt keine Grundsatzdiskussion anzetteln aber ich glaube nicht, dass die schulische Ausbildung für Deinen Junior hier noch schlechter ist als in Deutschland 
Das Aamt vermittelt keine Jobs - wer dort als AG drin steht
ist entweder Zeitarbeitsfirma oder bekannt weil er anderweitig
keine Leute findet : nicht empfehlenswert, so einen Job
anzunehmen
Ja und? Dass Zeitarbeit kein Makel ist, haben ja andere schon erwähnt. Und von Deinem potentiell zukünftigen Arbeitgeber kannst Du Dir ja auch Deine eigene Meinung bilden
Es suchen auch ganz normale gute Firmen dort Leute.
wer vom Aamt vermittelt wird- der Arbeitgeber wird den
garnicht wollen, weil er meint, wenn der den Job wirklich
wollte, hätte er sich selbst beworben. da er geschickt wurde,
heißt das er will nur nachweisen, daß er hier war: nicht
empfehlenswert auf das Aamt zu warten
Ja und? Das liegt einfach daran, dass Du als Arbeitssuchender Dich auf einen Vorschlag vom Arbeitsamt bewerben musst. Und da finden es halt viele Leute eine gute Idee, ihr Missfallen zu diesem Prozedere bzw. dem vorgeschlagenen Job durch schlechte bis unsägliche Bewerbungen kund zu tun. Umso positiver wird Deine gute Bewerbung im Zweifelsfall rausstechen.
Umschulung geht nicht, wird nicht gezahlt. Wird vom AG auch
nicht ernst genommen, da die Erfahrung fehlt.
Ja und? So wie in Deiner ViKa steht, hast Du einerseits einen guten Beruf und andererseits sicherlich die Eigeninitiative selber was neues in Angriff zu nehmen!
völlig anderer Job „zwischendurch“ - auch schlecht, da man max
3 Jahre aus dem Job raus sein darf, sonst meint der AG man
habe alles verlernt und wird lieber einen nehmen der „frisch
raus“ ist.
Ja und? Innerhalb von 3 Jahren findet doch ein netter, sympathischer, berufserfahrener Mensch wie Du was im „eigentlichen“ Beruf. Und so ein „Zwischendurch-Job“ gibt viel Gesprächsstoff beim Vorstellungsgespräch und Dir ne Menge (Lebens)erfahrung. Been there, done that.
Ansonsten ist man mit der Bezahlung auf
Hilfsarebeiterniveau.
Ja und? Ich weiss, das tut weh, für einen 40-Stunden-Job weniger Kohle als Arbeitslosengeld zu kriegen, aber für die Selbstachtung isses trotzdem besser 
ganz anderen Beruf erlernen - gut, aber muß selbst finanziert
werden, außerdem wäre man während der Zeit nicht versichert,
da das Aamt nichts zahlt, also Krankenkasse etc müsste man
selber tragen.
Naja, das kommt ein wenig drauf an 
Initiativbewerbung - ja gut, aber wenn man regional was
möchte, gibts hier sowieso nichts in meinem Beruf
(Feinmechaniker)
Ja und? Siehe oben zum Thema Ausland. Wenn Du übrigens dazu Fragen hast, ich war jetzt 4 Jahre in Österreich und bin mittlerweise in der Schweiz. Achja, nach Deutschland zieht mich weniger denn je zurück 
Überregional - ja gut, aber neuerdings wollen die AG keine
Pendler (hat mir auch ein Kollege erzählt, das dies die erste
Frage ist, ob jemand in der Nähe wohnt wenn er bei einem
potenziellen AG anruft)
Ja und? Klar mag es solche Firmen geben. Aber sich deswegen nicht überregional zu bewerben halte ich für ziemlich kopflos. Eventuell schreibst Du als PS in Deiner Bewerbung sinngemäss, dass Du auf jeden Fall bereit bist für den neuen Job in die xxx-Stadt umzuziehen. Oder Du schreibst gleich, dass Du aus persönlichen Gründen eh nach yy-lingen willst.
Ausland - ja gut, aber da sollte ich auch daran denken, das
ich langsam zu alt werde für sowas (bin außerdem alleinstehend
mit Kind), also sollte ich auch dran denken,daß mein Kind eine
Ausbildung braucht und da will ich noch ins Ausland…?
Ja und? Siehe ebenfalls oben. Und das von wegen „zu alt“ hab ich überlesen. Achja, ganz persönlich habe ich eh die Meinung, dass es das beste ist, was Du einem normalen, gesunden Kind antun kannst, es mal für längere Zeit ins Ausland zu schleppen.
Oder? Ich kann gar nicht glauben, daß jede Eigeninitiative ein
„ja aber…“ des AAmts nach sich zieht.
Nein, aber jedes „ja aber“ zieht ein „na und?“ nach sich *fg*
Sorry, das alles mag ziemlich hart und brutal klingen - ist eigentlich auch genauso gemeint, denn leider hilft alles andere nix!
*wink* und ich drücke Dir ehrlich sämtliche Daumen
Petzi