Mal ganz blöd gefragt

Hallo,
Nun hat es mich nach 23 Jahren auch getroffen und ich bin erstmals arbeitslos. Ich wohne in Thüringen, da ist es mit Jobs bekanntermaßen dünn gesäät. Ich war auf dem AAmt äh… Agentur beim Arbeitsvermittler. Das Fazit überrascht mich etwas als völlig Unerfahrene.

zusammengefaßt sagte sie:

Das Aamt vermittelt keine Jobs - wer dort als AG drin steht ist entweder Zeitarbeitsfirma oder bekannt weil er anderweitig keine Leute findet : nicht empfehlenswert, so einen Job anzunehmen

wer vom Aamt vermittelt wird- der Arbeitgeber wird den garnicht wollen, weil er meint, wenn der den Job wirklich wollte, hätte er sich selbst beworben. da er geschickt wurde, heißt das er will nur nachweisen, daß er hier war: nicht empfehlenswert auf das Aamt zu warten

Umschulung geht nicht, wird nicht gezahlt. Wird vom AG auch nicht ernst genommen, da die Erfahrung fehlt.

völlig anderer Job „zwischendurch“ - auch schlecht, da man max 3 Jahre aus dem Job raus sein darf, sonst meint der AG man habe alles verlernt und wird lieber einen nehmen der „frisch raus“ ist. Ansonsten ist man mit der Bezahlung auf Hilfsarebeiterniveau.

ganz anderen Beruf erlernen - gut, aber muß selbst finanziert werden, außerdem wäre man während der Zeit nicht versichert, da das Aamt nichts zahlt, also Krankenkasse etc müsste man selber tragen.

Initiativbewerbung - ja gut, aber wenn man regional was möchte, gibts hier sowieso nichts in meinem Beruf (Feinmechaniker)

Überregional - ja gut, aber neuerdings wollen die AG keine Pendler (hat mir auch ein Kollege erzählt, das dies die erste Frage ist, ob jemand in der Nähe wohnt wenn er bei einem potenziellen AG anruft)

Ausland - ja gut, aber da sollte ich auch daran denken, das ich langsam zu alt werde für sowas (bin außerdem alleinstehend mit Kind), also sollte ich auch dran denken,daß mein Kind eine Ausbildung braucht und da will ich noch ins Ausland…?

Also für mich klingt das so: entweder du findest in deinem Job in der Nähe etwas oder du hast halt Pech…

Oder? Ich kann gar nicht glauben, daß jede Eigeninitiative ein „ja aber…“ des AAmts nach sich zieht.
Sieht das wirklich so aus?

Kerstin

Hi!

Anscheinend will (kann) das AA dir nicht weiterhelfen. Man hat ja eh schon so viel Schlechtes von denen gehört, am Besten bewirbst du dich einfach selbst. Auf eigene Faust. Da soll viel mehr bei rumkommen als wenn du dich vermitteln lässt, hab ich schon von mehreren gehört.

Ciao!

Steffie

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Das Aamt vermittelt keine Jobs - wer dort als AG drin steht
ist entweder Zeitarbeitsfirma

Hallo Kerstin, ich weiß nicht welchen Stellenwert Zeitarbeitsfirmen in Thüringen haben, aber abgesehen von der meist recht dürftigen Bezahlung, kann man sowas durchaus als Sprungbrett sehen.

Initiativbewerbung - ja gut, aber wenn man regional was
möchte, gibts hier sowieso nichts in meinem Beruf
(Feinmechaniker)

Was heißt denn regional? In welchen km-Umkreis?

Also für mich klingt das so: entweder du findest in deinem Job
in der Nähe etwas oder du hast halt Pech…

Oder? Ich kann gar nicht glauben, daß jede Eigeninitiative ein
„ja aber…“ des AAmts nach sich zieht.
Sieht das wirklich so aus?

Wie das in eurem Umkreis aussieht, kann man aus der Ferne nicht beurteilen. Hatte die den gar nichts positives zu sagen?

Hier ein link, wo du mal reinschauen könntest:

MfG

4 beeindruckende Zahlen
Hallo Kerstin!

Nun hat es mich nach 23 Jahren auch getroffen und ich bin
erstmals arbeitslos.

Mein Mitleid!

Das Aamt vermittelt keine Jobs

Ich möchte Dir dazu eine klitze kleine Statistik zeigen.
Die 4 erfolgreichsten Methoden der Jobsuche in Deutschland:
Informelle Kontakt (Freunde, Kollegen) 40%
Anzeigen von Unternehmen 22%
Eigeninitiative 15%
Arbeitsamt 11%

Da Du ja schon einige Zeit gearbeitet hast, hoffe ich, dass Du vielleicht ein paar Kontakte hast. Kennst Du vielleicht Zulieferer Deiner Ex-Firma? Oder hast Du andere Ex-Kollegen, die vor Dir gehen durften und jetzt vielleicht schon nen neuen Job haben?

Es tut mir wirklich leid für Dich, der AATyp hat recht. Statistisch gesehen wirkt sich jede Sekunde (nagut, vielleicht nur jeder Monat) Arbeitslosigkeit negativ auf Dein zukünftiges Einkommen aus.

Also bleibt mir nur noch, Dir ganz fest die Daumen zu drücken, dass Du bald wieder was findest. Glück braucht man in den heutigen Zeiten sicher auch ne Menge :smile:

Lg,
Nic

Hi Kerstin,

völlig anderer Job „zwischendurch“ - auch schlecht, da man max
3 Jahre aus dem Job raus sein darf, sonst meint der AG man
habe alles verlernt und wird lieber einen nehmen der „frisch
raus“ ist. Ansonsten ist man mit der Bezahlung auf
Hilfsarebeiterniveau.

Trotzdem besser als 3 Jahre lang arbeitslos.

Initiativbewerbung - ja gut, aber wenn man regional was
möchte, gibts hier sowieso nichts in meinem Beruf
(Feinmechaniker)

Als ich mich mal bewerben wollte meinte das Arbeitsamt, das sei Sinnlos, auf eine Stelle wären ca. 60 Arbeitssuchende. Ich habe sechs Bewerbungen geschrieben und vier Zusagen erhalten. Das muß natürlich nicht sein, nur es deswegen nicht zu versuchen wäre Quatsch.

Überregional - ja gut, aber neuerdings wollen die AG keine
Pendler (hat mir auch ein Kollege erzählt, das dies die erste
Frage ist, ob jemand in der Nähe wohnt wenn er bei einem
potenziellen AG anruft)

Blödsinn. Dem AG ist es grundsätzlich völlig egal, ob Du pendelst oder nicht, vorausgesetzt die Pendlerbedingungen sind so, dass Du Deinen Arbeitsplatz rechtzeitig erreichst und nicht völlig starr an die Bahn-/Busverbindungen gebunden bist.

Also für mich klingt das so: entweder du findest in deinem Job
in der Nähe etwas oder du hast halt Pech…

Oder? Ich kann gar nicht glauben, daß jede Eigeninitiative ein
„ja aber…“ des AAmts nach sich zieht.
Sieht das wirklich so aus?

Glaub nicht den „ja abern…“ Anderer. Besinne Dich auf das was Du kannst und bewerbe Dich. Sei fair bei Deiner Bewerbung - und ehrlich… und vor allem positiv. Lass Dich nicht vom negativen Geschwätz der Leute beeinflussen und geh die Sache so schnell wie möglich an.

Viel Glück!
Rolf

Hallo Kerstin,

Nun hat es mich nach 23 Jahren auch getroffen und ich bin
erstmals arbeitslos.

das ist volle Kanne kacke *tröst*

Und so ätzend das auch ist, der Typ vom Arbeitsamt hat recht: er kann Dir keinen Job herzaubern. Das ist zwar hart aber leider nicht zu ändern. Darum kann ich Dir nur raten, das zu tun, was die Jungs auf dem Arbeitsamt von Dir wollen. Also Du taperst brav zu allen Terminen, die sie Dir geben, bewirbst Dich brav und pünktlich auf alle „Angebote“ die sie Dir machen. Und im Übrigen nutzt Du aus, was sie noch an Angeboten (Kopierservice, fachlicher Check Deiner Unterlagen, berufliche Umorientierung, BIZ etc.) bieten.

Ansonsten machst Du Dein eigenes Ding. Da würde ich durchaus auch diese Datenbank vom Arbeitsamt dazu nehmen, genauso wie die üblichen Verdächtigen Internetjobbörsen und die Samstagszeitungen. Und natürlich alle Deine persönlichen Kontakte und Initiativbewerbungen bei Firmen, die Du entweder eh kennst oder übers Internet kennen lernst :wink:

Sprich, es hilft alles nix - nen Job kriegst Du nur, wenn Du aktiv wirst. Dumm ist nur, dass es wohl gerade bei Dir in der Gegend und in Deiner Lebenssituation (Du schreibst, dass Du alleinerziehend bist) besonders übel ist. Sprich, Du wirst an dem einen oder anderen Kompromiss nicht vorbei kommen. So könntest Du entweder überlegen, ob Du vielleicht noch andere Sachen tun kannst/willst und das jetzt als Chance für ne Umorientierung (Stichwort Ich-AG) siehst. Oder Du ziehst einen Umzug ins Ausland bzw. anderes Bundesland in Erwägung.

Ausland muss ja nicht Hinterindien oder Botswana sein, es gibt auch in Europa durchaus nette Länder mit vielen Bergen, wo sogar Deine Muttersprache gesprochen geschrieben wird :wink: Will sagen, sowohl Österreich als auch die Schweiz wären da durchaus interessante Alternativen, und insbesondere in der Schweiz sieht’s jobmässig vergleichsweise traumhaft aus. Ich will ja jetzt keine Grundsatzdiskussion anzetteln aber ich glaube nicht, dass die schulische Ausbildung für Deinen Junior hier noch schlechter ist als in Deutschland :wink:

Das Aamt vermittelt keine Jobs - wer dort als AG drin steht
ist entweder Zeitarbeitsfirma oder bekannt weil er anderweitig
keine Leute findet : nicht empfehlenswert, so einen Job
anzunehmen

Ja und? Dass Zeitarbeit kein Makel ist, haben ja andere schon erwähnt. Und von Deinem potentiell zukünftigen Arbeitgeber kannst Du Dir ja auch Deine eigene Meinung bilden :wink: Es suchen auch ganz normale gute Firmen dort Leute.

wer vom Aamt vermittelt wird- der Arbeitgeber wird den
garnicht wollen, weil er meint, wenn der den Job wirklich
wollte, hätte er sich selbst beworben. da er geschickt wurde,
heißt das er will nur nachweisen, daß er hier war: nicht
empfehlenswert auf das Aamt zu warten

Ja und? Das liegt einfach daran, dass Du als Arbeitssuchender Dich auf einen Vorschlag vom Arbeitsamt bewerben musst. Und da finden es halt viele Leute eine gute Idee, ihr Missfallen zu diesem Prozedere bzw. dem vorgeschlagenen Job durch schlechte bis unsägliche Bewerbungen kund zu tun. Umso positiver wird Deine gute Bewerbung im Zweifelsfall rausstechen.

Umschulung geht nicht, wird nicht gezahlt. Wird vom AG auch
nicht ernst genommen, da die Erfahrung fehlt.

Ja und? So wie in Deiner ViKa steht, hast Du einerseits einen guten Beruf und andererseits sicherlich die Eigeninitiative selber was neues in Angriff zu nehmen!

völlig anderer Job „zwischendurch“ - auch schlecht, da man max
3 Jahre aus dem Job raus sein darf, sonst meint der AG man
habe alles verlernt und wird lieber einen nehmen der „frisch
raus“ ist.

Ja und? Innerhalb von 3 Jahren findet doch ein netter, sympathischer, berufserfahrener Mensch wie Du was im „eigentlichen“ Beruf. Und so ein „Zwischendurch-Job“ gibt viel Gesprächsstoff beim Vorstellungsgespräch und Dir ne Menge (Lebens)erfahrung. Been there, done that.

Ansonsten ist man mit der Bezahlung auf
Hilfsarebeiterniveau.

Ja und? Ich weiss, das tut weh, für einen 40-Stunden-Job weniger Kohle als Arbeitslosengeld zu kriegen, aber für die Selbstachtung isses trotzdem besser :wink:

ganz anderen Beruf erlernen - gut, aber muß selbst finanziert
werden, außerdem wäre man während der Zeit nicht versichert,
da das Aamt nichts zahlt, also Krankenkasse etc müsste man
selber tragen.

Naja, das kommt ein wenig drauf an :wink:

Initiativbewerbung - ja gut, aber wenn man regional was
möchte, gibts hier sowieso nichts in meinem Beruf
(Feinmechaniker)

Ja und? Siehe oben zum Thema Ausland. Wenn Du übrigens dazu Fragen hast, ich war jetzt 4 Jahre in Österreich und bin mittlerweise in der Schweiz. Achja, nach Deutschland zieht mich weniger denn je zurück :wink:

Überregional - ja gut, aber neuerdings wollen die AG keine
Pendler (hat mir auch ein Kollege erzählt, das dies die erste
Frage ist, ob jemand in der Nähe wohnt wenn er bei einem
potenziellen AG anruft)

Ja und? Klar mag es solche Firmen geben. Aber sich deswegen nicht überregional zu bewerben halte ich für ziemlich kopflos. Eventuell schreibst Du als PS in Deiner Bewerbung sinngemäss, dass Du auf jeden Fall bereit bist für den neuen Job in die xxx-Stadt umzuziehen. Oder Du schreibst gleich, dass Du aus persönlichen Gründen eh nach yy-lingen willst.

Ausland - ja gut, aber da sollte ich auch daran denken, das
ich langsam zu alt werde für sowas (bin außerdem alleinstehend
mit Kind), also sollte ich auch dran denken,daß mein Kind eine
Ausbildung braucht und da will ich noch ins Ausland…?

Ja und? Siehe ebenfalls oben. Und das von wegen „zu alt“ hab ich überlesen. Achja, ganz persönlich habe ich eh die Meinung, dass es das beste ist, was Du einem normalen, gesunden Kind antun kannst, es mal für längere Zeit ins Ausland zu schleppen.

Oder? Ich kann gar nicht glauben, daß jede Eigeninitiative ein
„ja aber…“ des AAmts nach sich zieht.

Nein, aber jedes „ja aber“ zieht ein „na und?“ nach sich *fg*

Sorry, das alles mag ziemlich hart und brutal klingen - ist eigentlich auch genauso gemeint, denn leider hilft alles andere nix!

*wink* und ich drücke Dir ehrlich sämtliche Daumen

Petzi

Hallo,

Hier ein link, wo du mal reinschauen könntest:

http://www.meinestadt.de/deutschland/jobs/jkl/0-7908…

ist nichts anderes als bei arbeitsagentur.de - nur anders gestaltet - aber weniger.

Gruß
Otto

Hallo,

Hier ein link, wo du mal reinschauen könntest:

http://www.meinestadt.de/deutschland/jobs/jkl/0-7908…

ist nichts anderes als bei arbeitsagentur.de

Ja lieber Otto, das weiß ich.

nur anders gestaltet

Einfacher.

aber weniger.

Ähm ja…immernoch besser als gar nichts.

MfG

Hallo Kerstin,
ich stimme da mit Petzi überein. Auf AAmt kannst du getrost verzichten. Mir haben die doch allen Ernstes mal ne Anzeige aus unserem Tagesblatt kopiert, worauf ich sie gefragt habe, ob sie für die Aktion tatsächlich Geld verdient, denn das hätte ich auch selber machen können. Habe dann GUTEN TAG gesagt und mir selber was gesucht.
Verarschen lassen muss ich mich nun wirklich nicht!
Petzis Idee mit der Schweiz ist gar nicht dumm.
Habe gerade erst einen Bericht gesehen, wie gut deren Schulsystem dort ist( Sogar die Japaner sind beeindruckt und machen nun Lehreraustausch), da können wir dank PISA nicht mithalten.
Auch die Bezahlung der Jobs ist ganz gut, sofern du wiklich bereit bist zu arbeiten und nicht etwa fragst, wann du Pause oder Urlaub hast .
Auf Jedenfall Kopf und Ärmel hoch und aktiv werden!!

Gruß X’Nedra

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

vielen Dank an alle :smile: oT
.