Medikament für Glück?

Nabend zusammen,
seid geraumer Zeit, etwa 2 Jahre, kann ich kein Glück mehr empfinden. Ich war deshalb auch schon in Behandlung Psychotherapie, welche aber leider am eigentlichen Problem nix verändert hat und ich hab irgendwie das Gefühl es könnte auch einfach biologisch bedingt sein. Es ist einfach so, daß ich schlicht kein tiefes Gefühl empfinden kann, günstigerweise auch keine all zu negativen Gefühle, was mich auch nicht so stört :wink:, aber das fehlen jeglicher positiver Gefühle nervt schon gewaltig. Ich hab ne Zeit lang Antidepressiva versucht, aber die haben nix wirklich verändert und deshalb wurden sie dann auch wieder abgesetzt, zumal die ja nur das Problem ansich verschlimmern, ich also noch Gefühlsloser werde. Komm mir eh schon vor wie ein Soziopath, aber kann man das werden? Und auch wieder los werden? Nun kam mir unter anderem die Idee, es wär doch klasse, wenn ich mir die fehlenden Glückshormone per Medikament zuführen könnte, allerdings müßte ich wissen ob es sowas überhaupt gibt und ob das dann legal ist und von wem man sich die dann verschreiben lassen kann.

Wär toll wenn sich da jemand auskennen würde und mir ein paar Tipps geben kann.

MFG TWG

Nabend zusammen,
seid geraumer Zeit, etwa 2 Jahre, kann ich kein Glück mehr
empfinden.

Ist damals etwas geschehen, was dir die Freude gründlich versalzen hat? Und bist du einfach nicht mehr in der Lage aus dieser Situation herauszukommen? Oder hast du wegen einer Art Zwangslage zeitweilig deine Gefühle unterdrücken müssen? Dann kann das automatisiert worden sein und du mußt nun gezielt daran arbeiten, Gefühle wieder zuzulassen.

Wie wäre es, wenn du dir mal gezielt Dinge im Leben anschaust, die dir auch früher schon Freude machten? In der Natur findet man solches auch überall. Geh mit fröhlichen Menschen aus und laß die Griesgrämer beiseite. Widme dich einem Hobby, das richtig Spaß macht.

Meide eine Weile die täglichen Nachrichten - die verbreiten nur das Schlechte bzw. Deprimierendes. Sender und Zeitungen, die sich auf gute Nachrichten spezialisieren gibt es nicht, auch wenn sowas schon mal versucht wurde. Schau immer genau überall hin und du wirst viel schönes und erfreuliches entdecken und die Empfindungen kommen damit zurück.

Nun kam mir unter anderem die
Idee, es wär doch klasse, wenn ich mir die fehlenden
Glückshormone per Medikament zuführen könnte

Pillen sind keine Antwort, ganz abgesehen davon, daß sie alle bis hin zu schweren Nebenwirkungen haben. Die Glückshormone kannst du selbst produzieren, indem du dir selbst Gutes tust!

Gruß,
Cantate

Danke erstmal für die nette Antwort, leider ist es nicht so einfach. Mein Problem ist ja gerade, daß Dinge die mir eigentlich Spaß machen und eigentlich freude bringen, nicht mehr wirken. Es ist ein bischen so, als läge über allem ein Dicker Schleier, so wie man nach einem lauten Knall lange alles nur noch ganz dumpf und undeutlich hört, nur daß es nicht weg geht. Es gibt nichts mehr was mich tief berührt, egal ob das Gefühle wie Liebe sind, oder Angst. Meine Mutter kam z.B. erst kürzlich Notfallmäßig ins Krankenhaus und es hat mich kein bischen berührt und das obwohl wir eine sehr enge Beziehung haben. Ich bin z.B. sein längerer Zeit in eine Frau verliebt, aber ich weiß das nur, weil ich die Symptome aufmerksam geprüft habe und nicht weil ich es tatsächlich spüren würde und das nervt mich gewaltig. Es ist aber alles, selbst die schönsten Dinge, die lustigsten Witze/Filme, locken lediglich ein oberflächliches schmunzeln hervor, aber nicht mehr, kein tief gehendes Gefühl. Es ist schwer zu beschreiben.

Ja, es gab einen Auslöser, der dann auch für eine ausgeprägte Depression gesorgt hat, die ich mit einiger Hilfe und viel Zeit in den Griff bekommen hab, aber es hat eben am Grundproblem nichts getan und die Therapeutin hats leider nicht wirklich verstanden.

Ist damals etwas geschehen, was dir die Freude gründlich versalzen hat? Und bist du einfach nicht mehr in der Lage aus dieser Situation herauszukommen? Oder hast du wegen einer Art Zwangslage zeitweilig deine Gefühle unterdrücken müssen? Dann kann das automatisiert worden sein und du mußt nun gezielt daran arbeiten, Gefühle wieder zuzulassen.

Ich würde sagen, ein bischen von beidem. Ich bin aus dem höchsten Himmel in die tiefste Hölle gestürzt, hab dabei mein komplettes Weltbild zerstört und die Situation die das auslöste fühlte sich schon sehr zwanghaft an, auch wenn sie es nicht war und sicher von den meisten Menschen als Lapalie angesehen würde. Ich denke, es kann durchaus sein, daß ich mich damals selbst in diese Lage gebracht habe, weiß allerdings jetzt nicht mehr wie ich es wieder weg bekomme.

Hi,

man sagt, Bananen enthalten körpereigene glücklichmacher. Allerdings musst du davon Berge essen, ehe du was davon merkst.

Das, was du geschrieben hast, lässt mich darauf schließen, dass du das Problem, was du angeschnitten hast (und nicht näher drauf eingegangen bist) nicht verarbeitet hast. Das ist aber manchmal nichts aussergewöhnliches. Wenn eine Ursache so gravierend ist, dass man sie alleine nicht bewältigen kann, neigt man dazu es unter dem Teppich zu kehren und zu unterdrücken. Man lebt dann einfach so in den Tag hinein und hält diese oberflächliche Gelassenheit aufrecht.

Es gibt kein Glück in Tablettenform. Glücklichsein ist das, was wir selber aus unserem Leben machen. Ich kann mir nicht einfach ein paar Tabletten reinschmeissen und erlebe dieselbe Freude die ich empfinde, wenn ich daran denke, dass im Sommer bald Terminator 4 in die Kinos kommt (ich bin ein riesiger Terminator Fan und kann es einfach nicht abwarten, den im Kino zu sehen). Sowas erreichst du nicht mit Medikamenten, sondern mit deiner inneren und äußeren Einstellung zu deinem Leben gegenüber.

Du sagst, du empfindest eine Art Apathie. Kannst nicht lachen und weinen, es ist dir vieles gleichgültig. Positiv an der Sache ist, dass es dich nervt und das ist schon mal eine gute Vorraussetzung dafür diesen Zustand zu ändern. Das zeigt, dass du wenigstens motiviert bist es zu ändern, da es dich belastet (viele machen sich erst garnicht die Mühe, weil sie abgeschlossen haben).

Meine Empfehlung ist: diese nicht verarbeiteten Sachen in Ordnung bringen. Diese „Ursache“ die du angeschnitten hast, aufarbeiten. Mit Freunden und Familie - oder zur Not auch mit Hilfe einer fremden Person im Rahmen eines psychologischen Gespräches (nicht davon irriterien lassen - zum Psychologen zu gehen ist längst keine Beklopptenstigmatisierung mehr).

Was mir noch aufgefallen ist: du erwartest glaub ich etwas zu viel. Du verliebst dich in eine Frau und wartest auf den Feuersturm der Leidenschaft. Du nimmst (oder nahmst) Anti-Depressiva und dachtest, du wirst zum Hans in Glück. Fragst nach Tabletten die man einfach isst und alles ist takko.
Vielleicht fängst du erstmal mit kleinen Dingen an, wo das Erfolgserlebnis schneller zu erreichen ist und dich zusätzlich motiviert weiterzumachen (keine Ahnung, vielleicht mal n Hobby zulegen). Und steigerst dann. Setze dir erreichbare Ziele und such nach neuen Herrausforderungen. Erfolg zu haben ist die beste Stimmungskanone.
Und zu deinem Schwarm: es muss nicht immer der riesige Super-Knall sein, manchmal äußert sich Verliebtsein auch leise.

Bosse, ein Musiker, schrieb dazu in einem Lied folgendes:
„Es war immer so laut und Liebe ist leise. Hast du sie nie gehört, sie hat die ganze Zeit geflüstert“
http://www.youtube.com/watch?v=4FrqOPQ6RZQ

Fang mit kleinen Schritten an, mach mit Zeit immer größere und mach am Ende eigene Fußstapfen. Weil, wenn man immer nur in die der anderen reintriff, hinterlässt man keine eigenen :smile:
Und sei geduldig, arbeite an dir.

Gruss levi

Hallo TGW,

also eins vorweg. Glück kann man nicht kaufen, und das auch nicht in der Apotheke. Ist mit dem Leben so wie mit Glücksspielen, wenn du verstehst was ich meine.

Ich würde mal so sagen, du hast ein Problem Freude zu empfinden, und wie mir scheint im allgemeinen Probleme auf emotionaler Ebene, hast du auch selbst beschrieben, und das hindert dich daran, dich glücklich zu fühlen.

Ob eine medikamentöse Behandlung dich weiterbringt, kann nur mit professioneller Hilfe geklärt werden, dafür weiss man hier zu wenig über dich. Das ist was sehr Individuelles, dazu muss Vieles geklärt sein. Würde dir also raten einen Psychologen aufzusuchen, oder auch mit deinem Hausarzt darüber zu sprechen, der dich an die richtige Stelle überweisen könnte.

LG

allround