Mehrsprachigkeit

Hallo zusammen,

da ich derzeit eine Beziehung im nahen Ausland führe und damit bei uns vier verschiedene Sprachen aufeinandertreffen, kam bei mir interessehalber die Frage auf, wie eine sinnvolle Erziehung in Hinblick auf die Sprache aussehen würde.

Ich habe schon oft von zweisprachigen Familien gehört - aber wie verhält es sich bei vier Sprachen?

Ist es sinnvoll sich auf eine Sprache zu konzentrieren oder maximal zwei? Wie sieht die sprachliche Entwicklung bei vier Sprachen aus - könnte dies eher schaden bzw. die sprachliche Entwicklung verzögern?

Dazu sollte ich noch erwähnen, dass wir uns ebenfalls (noch) nicht in unserer eigenen Muttersprache unterhalten.

Sommerliche Grüße,
Sweet-Jane

Hallo Jane,
ich weiß nur, dass zweisprachige Erziehung funktioniert, wenn jeder der erziehenden Partner konsequent eine Sprache spricht. Dann lernen die Kinder das in der Regel sehr gut. Auf keinen Fall sollte man die Sprachen mischen bis das Kind genug Sprachvermögen (am besten nochmal genau bei Fachleuten erkundigen) erworden hat.
Gruß
Anna

Hallo Jane,

Vorab: Was ich jetzt dazu schreibe bezieht sich auf meine Erfahrung mit meinem 2-sprachigen Sohn und das (recht viel) was ich über Mehrsprachigkeit gelesen habe.

Bzgl. 2- oder gar 3-sprachiges Kind müssen hier im Archiv mehrere/viele Artikeln geben. Schau bitte nach.

Ich denke, es geht nicht darum, daß ein Mensch mehrere Sprachen als Kind lernt (das ist nur eine der viele „Möglichkeiten“), sondern daß es auch die Kultur des jeweiligen Landes (oder einer von denen) kennenlernt. Daher ist für mich sehr fraglich was ein Kind mit VIER Sprachen anfangen soll (Das ist nur meine Meinung).

Auch wie man das bewerkstelligen möchte ist mir schleierhaft. Leider machts Du absolut keine Angaben darüber welche Sprachen beteiligt sind, welche Eure Muttersprachen sind, wo Ihr lebt und welche Sprache dort sonst gesprochen wird, etc…

Das gesagt, noch einen Gedankenanstoß:
Warum soll Eurem Kind (ist er schon geboren?) gleich VIER Sprachen lernen??? Für mich ist es so, daß ich auf Spanisch bzw. Katalanisch denke.

Jetzt geht es noch (mein Sohn ist 6 J.a.), aber es wird die Zeit kommen,wo ich mit ihm Sachen zu besprechen habe, die schwierig sind, auszudrücken. Wenn ich das aber noch in eine mir Fremdsprache hätte machen müssen, erscheint mir das ganze fast unmöglich. Nein: Ich rede mit meinem Sohn meiner Muttersprache weil die die Sprache ist, in der ich denke und wo ich mir mit den Feinheiten bestens auskenne.

Denke daran, daß wenn Du mit dem Kind eine Fremdsprache redest, sprich eine, die Du selbst gelernt hast, wird es irgendwann mal (und vermutlich recht bald) der Tag kommen, wo Du Fehler machst, weil Du diese Sprache nicht beherrscht (D.h. Du erkennst Ironie nicht, du bekommst nicht was man zwischen den Zeilen richtig meint, bestimmte Ausdrücken sind dir völlig unbegreiflich und kannst keinen Zusammenhang stellen, usw.) Und was machst Du dann? Greifst Du auf Deiner Muttersprache zurück??

Das alles waren meine Gedanken, warum ich nie mit meinem Sohn Deutsch reden würde. Und die Zweisprachigkeit hat es bis jetzt (toi, toi, toi) bestens geklappt.

Schöne Grüße,
Helena

Hallo Sweet-Jane,

ein Freund von mir wuchs dreisprachig auf (Deutsch, Englisch und Französisch), das Rumänische (vom Vater) wurde abgeschmettert, weil die Mutter ihr Veto einlegte.

Es gelten dabei aber recht strenge Regeln.
Eine Sprache muß einer Person bzw. Institution zugeordnet werden. Im Fall meines Freundes ging er in einen französischen Kindergarten und sie hatten immer ein englischsprachiges Au-Pair-Mädchen.

Ob und wie eine mehrsprachige Erziehung klappt, läßt sich wohl nicht pauschal beantworten, daß hängt wohl nicht zuletzt vom Kind ab, aber meist geht es gut.

Gandalf

Hallo Helena,

vielen Dank für Deine Antwort.

Hier noch die fehlenden Angaben:wink:

Die vier Sprachen kommen folgendermaßen zustande:

Ich wohne in Deutschland (Muttersprache also Deutsch).
Er wohnt in Belgien (Muttersprache Flämisch).
Er ist türkischer Abstammung (Zweit-Muttersprache Türkisch).
Wir unterhalten uns zu 95% auf englisch.

Grüße,
Sweet-Jane

Hallo zusammen,

da ich derzeit eine Beziehung im nahen Ausland führe und damit
bei uns vier verschiedene Sprachen aufeinandertreffen, kam bei
mir interessehalber die Frage auf, wie eine sinnvolle
Erziehung in Hinblick auf die Sprache aussehen würde.

Ich habe schon oft von zweisprachigen Familien gehört - aber
wie verhält es sich bei vier Sprachen?

Hi

Das GEHT schon. Allerdings wird das rein praktisch kaum möglich sein.
Wichtig bei der mehrsprachigen Erziehung ist ja, dass jede Person konsequent in EINER Sprache spricht UND diese Sprache MUSS unbedingt die Muttersprache sein (oder so gut wie, aber wenn möglich, muss).

Das ist sehr wichtig, denn egal wie gut du Englisch, Spanisch oder sonstwas sprichst, du bist nie genau so gut darin wie ein Muttersprachler und auch die Aussprache unterscheidet sich, wenn auch im Alltag kaum wahrnehmbar, doch.
Dadurch würde man dem Kind direkt Fehler in der Sprache anerziehen.

Aber es würde z.B. gehen das Paps nur Deutsch, Mutti nur Englisch, Oma nur Spanisch und Opa nur Arabisch mit dem Kind spricht.
In der Praxis stelle ich mir das jedoch als sehr anstrengend und aufwändig vor.

lg
Kate

Hallo Jane,

vielen Dank für Deine Antwort.

Gerne! :o))

Hier noch die fehlenden Angaben:wink:
Die vier Sprachen kommen folgendermaßen zustande:

Ich wohne in Deutschland (Muttersprache also Deutsch).

Das ist nicht dasselbe: Ich wohne auch in Deutschland und bei weitem ist Deutsch NICHT meine Muttersprache.

Er wohnt in Belgien (Muttersprache Flämisch).
Er ist türkischer Abstammung (Zweit-Muttersprache Türkisch).
Wir unterhalten uns zu 95% auf englisch.

Die alles entscheidende Frage ist WO das Kind lebt und bei wem.

Und dann: Ist Dein Freund auf Flämisch oder auf Türkisch aufgewachsen? Und noch eine: In welcher Sprache DENKT er, wenn er „schwieriges“ überlegt (z.B. Gefühle o.Ä.)?

Auf keinen Fall würde ich mit meinem Sohn, in Eurer Konstellation, Englisch sprechen. Klar: Ich weiß ja nicht wie gut Ihr diese Sprache könnt, aber gewiß denkt Ihr nicht auf Englisch wenn Ihr jeweils allein im Bett über Eure Zukunft, Gefühlen, usw… grubbelt, oder?.

Ich denke, in eurem Fall wäre das logischste, daß Du Deutsch mit dem Kind redest und Dein Freund entweder auf Flämisch oder auf Türkisch, je nachdem. In meinen Augen wäre ein völliger Unfug die 4 Sprachen mit Eurem Sohn zu reden und führt zu nix.

Und wenn Ihr Euch entschieden habt, muß Ihr konsequent sein und nie abweichen. Es hört sich streng und hart an, ist es aber keineswegs. Das weiß ich aus Erfahrung.

Schöne Grüße,
Helena

Hallo Jane,

vielen Dank für Deine Antwort.

Gerne! :o))

Hier noch die fehlenden Angaben:wink:
Die vier Sprachen kommen folgendermaßen zustande:

Ich wohne in Deutschland (Muttersprache also Deutsch).

Das ist nicht dasselbe: Ich wohne auch in Deutschland und bei
weitem ist Deutsch NICHT meine Muttersprache.

Sry, so war es das „also“ nicht gemeint:wink: Lass es mich erweitern um "Deutsch ist also in unserem Fall meine Muttersprache.

Er wohnt in Belgien (Muttersprache Flämisch).
Er ist türkischer Abstammung (Zweit-Muttersprache Türkisch).
Wir unterhalten uns zu 95% auf englisch.

Die alles entscheidende Frage ist WO das Kind lebt und bei
wem.

Der Fall ist ja noch nicht akut. Es hat mich einfach nur in Hinblick auf die Zukunftsplanung interessiert und gedanklich beschäftigt. Aber höchstwahrscheinlich würde das Kind in Deutschland aufwachsen.

Und dann: Ist Dein Freund auf Flämisch oder auf Türkisch
aufgewachsen? Und noch eine: In welcher Sprache DENKT er, wenn
er „schwieriges“ überlegt (z.B. Gefühle o.Ä.)?

Er wurde in beiden Sprachen großgezogen und er redet heute noch wechselhaft mit der Familie Türkisch und Flämisch.
In welcher Sprache er denkt und träumt, werde ich ihn heute Abend mal fragen. Aber ich meine zu wissen, dass er auch in beiden Sprachen träumt:smile:

Auf keinen Fall würde ich mit meinem Sohn, in Eurer
Konstellation, Englisch sprechen. Klar: Ich weiß ja nicht wie
gut Ihr diese Sprache könnt, aber gewiß denkt Ihr nicht auf
Englisch wenn Ihr jeweils allein im Bett über Eure Zukunft,
Gefühlen, usw… grubbelt, oder?.

Problem ist nur, dass WIR uns ja auf Englisch unterhalten und das Kind ja dann dies mitbekommen würde. Aber evtl. muss dann eben der ein
oder andere „in den sauren Apfel beißen“ und die Sprache des anderen lernen.

Ich denke, in eurem Fall wäre das logischste, daß Du Deutsch
mit dem Kind redest und Dein Freund entweder auf Flämisch oder
auf Türkisch, je nachdem. In meinen Augen wäre ein völliger
Unfug die 4 Sprachen mit Eurem Sohn zu reden und führt zu nix.

Und wenn Ihr Euch entschieden habt, muß Ihr konsequent sein
und nie abweichen. Es hört sich streng und hart an, ist es
aber keineswegs. Das weiß ich aus Erfahrung.

Schöne Grüße,
Helena

Hallo Jane,

Sry, so war es das „also“ nicht gemeint:wink: Lass es mich
erweitern um "Deutsch ist also in unserem Fall meine
Muttersprache.

Jetzt lies es sich weit besser an! :o)))

Der Fall ist ja noch nicht akut. Es hat mich einfach nur in
Hinblick auf die Zukunftsplanung interessiert und gedanklich
beschäftigt. Aber höchstwahrscheinlich würde das Kind in
Deutschland aufwachsen.

Dann mach so wie ich und google bis zum Umfallen im einschlägigen, seriösen Webseiten darüber. Bei mir war das während der Schwangerschaft aber schon da sprach ich mit dem Ungeborenen („Ach wirst Du schöööönn!“, „Mama hat Dich schon jetzt sehr lieb“, usw usf…) auf Spanisch.

Er wurde in beiden Sprachen großgezogen und er redet heute
noch wechselhaft mit der Familie Türkisch und Flämisch.

Dann muß er sich überlegen in welcher Sprache er das Kind erziehen möchte. Denn genau DAS ist das wichtigste überhaupt: Es MUß nach dem Motto laufen: „Ein Mensch, eine Sprache“ und das Konsequent. Also so etwas wie „Morgen should I go zum Arzt weil ich Headache habe“ ist, vorallem am Anfang, wo die Grundlage der Grammatik sich bildet, total verpönnt sein. Koste was wolle. (Das mache ich auch so mit meinem Sohn).

Problem ist nur, dass WIR uns ja auf Englisch unterhalten und
das Kind ja dann dies mitbekommen würde.

Daß das Kind das mitbekommt ist ja kein Problem. Nur er muß sich nicht damit ausdrücken müssen. Und auch er muß stets wissen in welcher Sprache er wen zu reden hat (Du Deutsch, Dein Freund zB Türkisch und sonst nix)

Aber evtl. muss dann
eben der ein
oder andere „in den sauren Apfel beißen“ und die Sprache des
anderen lernen.

Das ist auf jeden Fall empfehlenswert. Mein Freund hat angefangen Spanisch zu lernen (er ist Deutscher mit Deutsch als Muttersprache) und mittlerweile läuft alles ganz prima und er versteht uns sehr gut. Geschweige denn der Vorsprung der er den Mitschüler der BZ hat, da er tgl. mit dem Spanisch zu tun hat.

Schöne Grüße,
Helena

Hallo Sweet-Jane,

Ist es sinnvoll sich auf eine Sprache zu konzentrieren oder
maximal zwei?

Dass dies für die beste Möglichkeit gehalten wird, wurde schon mehrfach gesagt. Ich möchte nur noch einige Sätze aus der Praxis dazu tun.

Ich habe länger als ein Jahr bei einer binationalen Familie als Tagesmutter gearbeitet. Die Mutter ist Deutsche, der Vater Brasilianer (Landessprache Portugiesisch), beide Kinder wurden nach dem genannten Prinzip erzogen. Der Achtjährige schaltete am gemeinsamen Abendbrottisch, wo er sich sozusagen „gleichzeitig“ mit Mutter und Vater unterhielt, mühelos zwischen den Sprachen hin und her. Ich hatte nie den Eindruck, dass er damit ein Problem hatte.

Mein Betreuungskind war zu Beginn 18 Monate alt, also schwer mit dem Spracherwerb und -ausbau beschäftigt. Der machte das ziemlich genauso, mit der Einschränkung, dass er den ihn Ansprechenden dabei sehen musste. So als reiche es nicht z.B. Portugiesisch zu hören, als müsse die Wahrnehmung „Aha Papa, also Portugiesisch!“ hinzukommen. Das hatte dann, als ich dort aufhörte schon stark nachgelassen, trat nur noch auf, wenn er müde war.

Beide Elternteile sprachen die Sprache des Partners außerordentlich gut, bis perfekt. OK, bei Portugiesisch kann ich es nicht wirklich beurteilen, glaube es aber. Es gab eine starke Verbindung nach Brasilien mit häufigen Aufenthalten dort.

Sommerliche Grüße,
Renate

Hallo Renate,
Genauso habe ich es auch erfahren, mi dem Unterschied daß mein Freund am Anfang wenig Spanisch gesprochen hat und so hat unser Sohn ganz mühelos und ohne mit dem Winpern zu zücken… ins Deutsche „für den Papa“ übersetzt. Kein Problem! (Darüber kann ich viele Anekdote erzählen)
Ansonsten völlige Zustimmung.
Schöne Grüße,
Helena

sommerliche Grüße

Ggggggggg Schön daß es bei Euch schon sommer ist. Hier noch nicht und ausserdem regnet es gerade! ;o))) SCNR

Hallo,

Das ist sehr wichtig, denn egal wie gut du Englisch, Spanisch
oder sonstwas sprichst, du bist nie genau so gut darin wie ein
Muttersprachler und auch die Aussprache unterscheidet sich,
wenn auch im Alltag kaum wahrnehmbar, doch.
Dadurch würde man dem Kind direkt Fehler in der Sprache
anerziehen.

Sagt wer?
Nur wenn Englisch nur vom Nicht-Muttersprachler gesprochen wird, werden die Fehler auf Dauer übernommen.
Ich arbeite an einer Internationalen Schule. Bei uns gibt es durchaus Kinder mit vier Sprachen (Mutter Französin, Vater Brasilianer, Schulsprache Englisch, Umgangssprache hier Deutsch).
Es kommt auf die Kinder an. Es kann funktionieren.

Gruß
Elke

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Hallo,

Es gelten dabei aber recht strenge Regeln.

Diese Regeln werden inzwischen nicht mehr als so unverzichtbar angesehen.
Es klingt für Erwachsene logisch, dass es so sein müsste, aber es ist nicht automatisch der Fall. Je mehr internationale Familien es gibt, je größer wird die Erfahrung.

Ob und wie eine mehrsprachige Erziehung klappt, läßt sich wohl
nicht pauschal beantworten, daß hängt wohl nicht zuletzt vom
Kind ab, aber meist geht es gut.

Letzterem kann man uneingeschränkt zustimmen. Für Eltern ist es aber sehr schwierig, wenn nicht unmöglich, im Vorfeld zu wissen, was für Kinder sie haben werden.

Gruß
Elke

Hallo,

Ich wohne in Deutschland (Muttersprache also Deutsch).
Er wohnt in Belgien (Muttersprache Flämisch).
Er ist türkischer Abstammung (Zweit-Muttersprache Türkisch).
Wir unterhalten uns zu 95% auf englisch.

Eure Konstellation erinnert mich ein wenig an den Schriftsteller Elias Canetti (der allerdings, das muss man einräumen, wohl ein Sprachgenie war). Er verbrachte seine Kindheit in Bulgarien. Die Familie waren sephardisch-spanische Juden, die Großeltern sprachen noch ein veraltetes Spanisch. Die Dienstboten kamen aus Ungarn. Das waren schon drei Sprachen. Dann kam Englisch dazu (wenn auch erstmal kurzfristig). Fasziniert hat ihn Deutsch. Denn Mutter und Vater hatten beide in Wien studiert und benutzten Deutsch als „Liebessprache“ untereinander, um sich gegen die Großfamilie abzugrenzen. So lernte er Deutsch und das war dann auch die Sprache, in der er selbst seine ersten Bücher schrieb (er selbst studierte in Wien, dann in Zürich). Später ging er nach England und seine letzten Bücher schrieb er auf Englisch.

Gruß
Elke

PS: Rein vom Gefühl würde ich an eurer Stelle es so machen: Du redest Deutsch mit ihm, dein Freund Vlaams oder Türkisch, je nachdem, in was er sich wohler fühlt, eventuell aber auch eure Zukunftsaussichten beachten (wollt ihr mal in Belgien leben? besteht die Möglichkeit, dass ihr irgendwann in die Türkei zieht?). Das Englisch würde ich durchaus als Sprache zwischen euch beibehalten.

Hallo,

ich weiß nur, dass zweisprachige Erziehung funktioniert, wenn
jeder der erziehenden Partner konsequent eine Sprache spricht.

Woher weißt du das? Ich habe neuere Artikel gelesen, die das nicht mehr so konsequent fordern, wie früher immer behauptet wurde. Allerdings finde ich die Sachen im Netz nicht und Literatur (für oder dagegen) würde mich interessieren.
Ich glaube aber, dass das ein „self perpetuating myth“ ist, eine Legende, die dadurch lebt, dass sie immer wiederholt wird.
Gruß
Elke

hallo,

kurzer erfahrungsbericht meinerseits. ich bin 3 1/2 - sprachig aufgewachsen.

ich hab mit meinen eltern ihre jeweilige landessprache gesprochen. meine großmutter hat mit mir ihre landessprache (nicht identisch mit der des zugehörigen elternteils) gesprochen. da sie nicht oft bei uns war, verstehe ich die sprache nur und kann sie nicht sprechen, da es eine sehr seltene sprache ist und ich sie nur durch sie kenne. inzwischen gibt es dafür aber im internet filme, um die sprache zu erhalten, damit sie nicht auslöscht. diese filme schaue ich mir gelegentlich an, um meine sprachkenntnisse nicht zu verlieren.
deutsch habe ich durch die nachbarn und freunde gelernt.

ich hoffe, dass dieser bericht euch hilft.

alles gute
anita

Hallo,

Problem ist nur, dass WIR uns ja auf Englisch unterhalten und
das Kind ja dann dies mitbekommen würde.

Daß das Kind das mitbekommt ist ja kein Problem. Nur er muß
sich nicht damit ausdrücken müssen. Und auch er muß stets
wissen in welcher Sprache er wen zu reden hat (Du Deutsch,
Dein Freund zB Türkisch und sonst nix)

Das sehe ich allerdings nicht so unproblematisch. Wenn die Eltern sich unterhalten dann hört das Kind
zu, merkt sich die Intonation und saugt alles auf wie ein Schwamm. Wenn die Eltern dann aber mit dem
Kind in einer anderen Sprache sprechen als untereinander - jeder Mensch, egal wie alt will dann auch
diese „Geheimsprache“ sprechen oder es fühlt sich ausgeschlossen.

Mich würde interessieren warum ihr englisch miteinander redet - kannst Du kein Flämisch und er kein
Deutsch oder gibt es einen anderen Grund. Letztlich würde ich dazu tendieren die Zwei Sprachen zu
wählen, die ausschlaggebend für die familiäre Beziehung ist. Wenn die Familiensprache Englisch ist und
das Kind in Belgien aufwächst, dann ist es Englisch und Flämisch (und Deutsch, wenn es in Deutschland
aufwächst). Die türkische Sprache ist etwas, was der Vater dem Kind dann mit auf dem Weg geben kann,
wenn Raum dafür ist. Ihr werdet dann auch mit der Zeit sehen, wo die Talente des Kindes liegen - sollte
es die Sprache sein, wird es von sich aus verlangen mehr zu lernen.

Viele Grüße

Hallo,
Vorab: Du hast mich angeklickt, also ich hoffe, daß Jane das auch liest…

Das sehe ich allerdings nicht so unproblematisch.

Warum genau???

Wenn die
Eltern sich unterhalten dann hört das Kind
zu, merkt sich die Intonation und saugt alles auf wie ein
Schwamm.

Da ist es aber nichts auszusetzen!

Wenn die Eltern dann aber mit dem
Kind in einer anderen Sprache sprechen als untereinander -
jeder Mensch, egal wie alt will dann auch
diese „Geheimsprache“ sprechen oder es fühlt sich
ausgeschlossen.

Wie gesagt, ich finde es keineswegs schlimm. Ich finde die Hauptsache ist der, welche Sprache jede Bezugperson mit dem Kind redet. Und diese MUß gewährleistet sein. Was er sonst für Sprache aufnimmt, hört oder sonstwas ist nicht schlimm.

Letztlich würde ich
dazu tendieren die Zwei Sprachen zu
wählen, die ausschlaggebend für die familiäre Beziehung ist.

Ich finde das einzige richtige ist, daß jeder seine Muttersprache mit dem KInd redet. Egal welche die auch ist. Hauptsache aber es ist die jeweilige Muttersprache. Begründet habe ich das schon in meiner ersten Antwort.

Wenn die Familiensprache Englisch ist und
das Kind in Belgien aufwächst, dann ist es Englisch und
Flämisch (und Deutsch, wenn es in Deutschland
aufwächst).

Finde ich absolut nicht.

Die türkische Sprache ist etwas, was der Vater dem
Kind dann mit auf dem Weg geben kann,
wenn Raum dafür ist.

Das Motto lautet: Mit dem Kind, ein Mensch - eine Sprache. Alles andere ist nicht förderlich.

Ihr werdet dann auch mit der Zeit sehen,
wo die Talente des Kindes liegen - sollte
es die Sprache sein, wird es von sich aus verlangen mehr zu
lernen.

Ich glaube es gibt kaum ein Kind, das nicht wießbegierig ist und eine natürliche Neugier entwickelt. Aber wir reden von einer (oder zwei) Sprache(n) mit der das Kind eine Sprache aufwachsen soll. Was er dazu noch lernt ist hier nicht das Thema.
Schöne Grüße
Helena
*Ebenfalls selbst zweisprachig aufgewachsen*

Hallo,
Sehr interessant finde ich die GEschichte von Elias Canneti! Danke dafür!! :o)))

PS: Rein vom Gefühl würde ich an eurer Stelle es so machen: Du
redest Deutsch mit ihm, dein Freund Vlaams oder Türkisch, je
nachdem, in was er sich wohler fühlt, eventuell aber auch eure
Zukunftsaussichten beachten (wollt ihr mal in Belgien leben?
besteht die Möglichkeit, dass ihr irgendwann in die Türkei
zieht?). Das Englisch würde ich durchaus als Sprache zwischen
euch beibehalten.

Das stimme ich uneingeschränkt zu! Vorallem was Englisch betrifft.

Sagt wer?
Nur wenn Englisch nur vom Nicht-Muttersprachler gesprochen
wird, werden die Fehler auf Dauer übernommen.
Ich arbeite an einer Internationalen Schule. Bei uns gibt es
durchaus Kinder mit vier Sprachen (Mutter Französin, Vater
Brasilianer, Schulsprache Englisch, Umgangssprache hier
Deutsch).
Es kommt auf die Kinder an. Es kann funktionieren.

Liebe Elke

ich habe doch nicht gesagt, dass es daran scheitert, dass es vier Sprachen sind :wink: Sondern dann, wenn jemand nicht in seiner Muttersprache spricht.
Und da kann ich Erfahrungswerte nennen von einem bekannten Jugendlichen, der schlechtes Englisch durch seinen Vater mitbekam (dafür spricht er aber beinahe fließend Klingonisch, das scheint ne neue Mode der 90er gewesen zu sein).
(Wie man weiter unten lesen kann ist Englisch ja die Muttersprache von keinem der Beteiligten).

Es kommt natürlich auch auf die Zeit an, wenn Person X mit der Aufsicht über das Baby beauftragt ist und in ihrer Muttersprache Englisch spricht, wird das Kind auch später nicht grottiges Englisch sprechen, nur weil in der Umgebung das Englische vergewaltigende Deutsche sprechen :wink:

Englisch soll hier aber auch nur als Beispiel dienen und kann durch jede Sprache Y ersetzt werden.

Eine viersprachige Erziehung in der Familie stelle ich mir dennoch sehr umfangreich (nicht unmöglich!) vor.

Aber dein Beispiel interessiert mich, waren schon vor dem Schulbesuch Englischkenntnisse vorhanden oder wurde an der Schule ins Englische eingeführt?

lg
Kate