Hallo,
„Schwerer“ im Bezug auf herausfordernd mag ja sein, aber ein
Jahr ist nun ziemlich lang…dass man da noch keinen einzigen
Anhang gefunden hat, ist schon extrem aussergewöhnlich.
Nein, es ist nicht außergewöhnlich.
Du wiederholst nur die Ausgangsaussage. Was bedeutet nicht
klarkommen genau? Stört er den Unterricht und er Lehrer
findet keinen Weg das zu verhindern? Ärgert er andere Kinder
und er Lehrer weiss keinen Weg?..Wie soll man bitteschön
irgendwelche Tips geben, wenn hier alles so pauschal
verwurschtelt wird.
Nun, nicht „klar kommen“ im Sinne von Sympathie und Antipathie. Eine Entwicklung, die zwar menschlich aber bei einem Pädagogen fehl am Platz sind. Es gibt Lehrerinnen, die mögen keine Jungs und verhalten sich denen gegenüber richtig fies, es gibt Lehrer, die Schülerinnen nur als Zicken anreden etc. Aber es gibt auch Lehrer die sind toll, für diese Lehrer würden sich Eltern und Schüler die Beine ausreisen.
Mein Gefühl mag falsch sein, aber Du hier kannst nun überhaupt
nichts dazu sagen, weil Du nicht die Mutter bist, die die
Geschichte kennt.
Nein, diese Geschichte als Einzelfall kenne ich nicht, aber dafür unzählige Andere und daher weiß ich, von was ich rede.
Es hilft sich gelegentlich in andere Personen
hineinzuversetzen und deren Motivation für ein Verhalten zu
hintergründen, dass man für miserabel und falsch hält. Wenn
ich nur wertend aus meiner Sicht berichte, halte ich das für
unsachlich.
Es hilft gelegentlich auch, wenn man sich mit diesen Vorfällen auseinandersetzt.
*Hüstel* - nun, dann bist du wohl der einzige Mensch, der sich hier selber outet, dass egal was er erlebt und von sich gibt, grundsätzlich immer als unsachlich anzusehen ist.
Na dann! Es ist dir aber schon klar, dass du immer nur wertend aus deiner Sicht berichten kannst?
Richtig, sich damit auseinanersetzen ist notwendig, aber wenn es dabei um Kinder geht, ist ein anderes Vorgehen angebracht, als wenn du im Streit mit deinem Nachbar lebst. Wichtig ist, dem Kind zu signalisieren, dass er ernst genommen wird, dass man für ihn da ist, dass man ihm Hilfe gibt etc.
Ich glaube Dein Leben ist extrem schwer. Fragst Du den Arzt
auch immer alle Details bevor er nur irgendetwas an Dir machen
kann? Den Bankmitarbeiter? Deinen Rechtsanwalt? Dein Wissen
muss extrem gross sein, da Du niemanden einen
Vertrauensvorschuss in deren Qualifikation zu geben scheinst.
Da ich für mich als Mensch und damit für mein Leben selber verantwortlich bin, gehe ich Vertrauen sehr dosiert um. Vertrauen wächst langsam, Vertrauen verdient man sich. Würde man jedem Menschen einen Vertrauensvorschuss (welch ein Unwort) geben, dann darf man sich nicht wundern, wenn man ständig auf die Nase fällt.
Ich habe NICHTS im Ausgangstext gelesen, dass mich nur im
geringsten davon überzeugt hat, dass die Schule eine Schuld am
Fehlverhalten des Jungen hat. Da die Eltern aber das
Sitzenbleiben auf den Druck an der Schule schieben, scheint
mir das nur eine Ausrede zu sein, die schön einfach ist.
Schön einfach ist es, weil man ja in der Regel an
Institutionen nichts ändern kann und daher nichts
macht…während man am eigenen Verhalten schon einiges ändern
kann, was aber sehr aufwendig ist.
Das tut mir leid für dich. Deiner Antwort nach gehe ich davon aus, dass du nicht ganz verstanden hast, in welch schwieriger Situation sich Eltern und Kind gerade befinden. Es geht hier nicht um Schuld oder Nichtschuld, es geht hier schlichtweg um falsches Verhalten und grundsätzlich gilt bei solch heiklen Dingen zunächst und primär, das Kind aus diesem Kreislauf herauszunehmen und ihm so den Druck zu nehmen. Wenn man diese ersten Schritt geschafft hat, kann man beginnen, mit ihm zusammen einen positiven Weg zu gehen.
Wenn Du 9jährige Kinder für fähig hälst solche Entscheidungen
mitzutragen, dann frage ich mich wofür diese noch Eltern
brauchen. Anscheinend ist da eine Entwicklung an mir
vorbeigegangen.
Was glaubst du denn, wer diese Entscheidung leben muss? Nicht die Eltern oder Lehrer müssen die Entscheidung tragen, sondern das Kind und daher sollen sie Mitentscheiden dürfen. Auch das gehört zum täglichen Leben eines Kindes. Kinder sind keine Puppen, die ungefragt alles umzusetzen haben, was Erwachsene anordnen.
Ich habe bereits deutlich gemacht, dass ein „Problem“ Umzug
und neu in der Klasse zu pauschal ist, speziell da er nicht
wirklich neu ist, sondern schon seit längerem dort ist.
Wenn er beim Eintritt in die Klasse den Anschluss nicht gefunden hat, dann ist u. U. genau das sein Problem. Es ist grausam für ein Kind, außen zu stehen und egal wie auch immer, nicht in die Gemeinschaft zu kommen.
Probleme, die eventuell da sein könnten, sind, dass die Eltern
keine Zeit haben auf andere Eltern zuzugehen, Treffen zu
organisieren, vorleben, wie man Freunde macht…
andere könnten sein, dass der Junge ein auffälliges Verhalten
zeigt, weil er eventuell von Älteren gemobbt wird, andere
Probleme hat, die sich auf das Verhalten an der Schule
auswirken und und und…
Es ist wohl eine der größten Unsitten, wenn man nur der Schule wegen Beziehungen aufbaut. Vorleben - das ist richtig, aber unverkrampft.
Da muss man sich schon mal ein bisschen mehr damit
auseindersetzen als eine Pauschalierung nach der anderen hier
aufzuzählen.
Korrekt, denn du hast pauschaliert. Um es noch mal ganz klar zu sagen: Zuerst muss der Druck weg und dann kann man beginnen, dem Jungen zu helfen. Dem Kleinen aber die Schuld aufzuladen, das macht keinen Sinn.
mG
nyke