Hallo liebe Eltern,
folgende Situation: ich will locker über die Straße joggen,
auf der anderen Straßenseite zwei junge Frauen, die einen ca.15 Monate alten Knirps beobachten, wie er vor der Bordsteinkante steht und sich sichtlich unsicher ist, ob er diese Höhe schafft um zur Mutter zu gelangen.
Zwei Autos warteten und ich konnte wegen Pollern auch nicht weiter.
So wollte ich dem kleinen Mann etwas helfen.
Noch bevor ich ihn überhaupt berühren konnte fauchte mich die Mutter an: „das ist mein Kind und keine Puppe, der kann das schon allein“.
Ich konnte nur „bescheuert“ murmeln und weiterjoggen.
Schreibt mal eure Meinung - ich glaube, ich bin aus einem anderen Zeitalter. Ich habe mich immer gefreut, wenn die Leute nett zu meiner Tochter waren.
LG Vera
Hallo
ein fremdes Kind anfassen, das sollte man besser nicht tun.
Ansonsten ist es natürlich keine Nettigkeit, jemandem eine schwierige Lernaufgabe, die er mit Ehrgeiz versucht zu schaffen, einfach wegzunehmen und für ihn zu erledigen. Nett wäre es, da zuzuschauen und denjenigen zu bewundern, wie toll er das hinkriegt.
Wenn die den ganzen Verkehr aufhalten, das ist natürlich eine andere Sache, aber da sollte man der Mutter was sagen, und nicht einfach das Kind beiseite stellen.
Ich hätte das auch nicht als Nettigkeit gegenüber meinem Kind aufgefasst, sondern als Übergriff.
Viele Grüße
Simsy
mein lerngeschenk
Hallo
Ansonsten ist es natürlich keine Nettigkeit, jemandem eine
schwierige Lernaufgabe, die er mit Ehrgeiz versucht zu
schaffen, einfach wegzunehmen und für ihn zu erledigen. Nett
wäre es, da zuzuschauen und denjenigen zu bewundern, wie toll
er das hinkriegt.
ich stimme simsy zu.
kinder müssen solche probleme alleine lösen können. und das lernen.
es spricht in meinen augen für die mutter, dass sie das kind beobachtet und ihm die mühe läßt.
es spricht ein bißchen gegen uns alle, dass dieser anblick so ungewohnt ist. das „helfen“ ist sehr viel verbreiteter und führt sogar dazu, dass mütter immer mit ausgebreiteten armen hinter ihren kindern am klettergerüst stehen.
es spricht nicht gegen dich, denn wenn du keine kinder hast, dann muß einem das nicht klar sein. bei all diesen vorbildern.
beispiel aus diversen kinderaktivitäten, die ich im laufe der zeit gesammelt habe:
ich biete auf dem marktplatz eier auspusten und färben an. eine pallette eier ist vorhanden. auspusten können zweijährige… wenn man sie läßt!
die mütter konnten das fast alle nicht.
„paß auf! das ei! es geht kaputt!!! lass es nicht fallen!“
und so fort.
ich schicke mittlerweile immer diese mütter kaffeetrinken und frage sie vorher, was geschieht, wenn wohl das ei tatsächlich kaputtgeht.
ein kaputtes ei. so what?
wenn die mamas das begriffen haben, gehen sie klönen und die kinder färben (erfolgreich!) eier, sogar, wenn ich sie mit kerzenwachs punkte klecksen lasse.
lg
tilli
Hallo Vera,
das hat in meinen Augen nichts mit Nettigkeit zu tun. Und auch nichts mit einem anderen Zeitalter.
Egal wem man hilft (ob älterer Mensch, Behinderter, Kind): Man sollte immer vorher fragen bzw. den Kontakt herstellen. Sich also vergewissern, dass die Hilfe auch erwünscht ist. Das bedeutet nicht, groß zu lamentieren. Aber ein „darf ich“ oder „brauch Sie Hilfe“ sollte schon sein. Ausgenommen sind natürlich Situationen, wo keine Zeit mehr für diese Frage ist. (Wenn jemand stolpert und droht hinzufallen, dann packt man im Zweifel zu, da bleibt natürlich für Fragen keine Zeit).
Vorher zu fragen bedeutet, dass man dem anderen Respekt erweist, ihm - je nach Situation - die Würde lässt, ihn nicht bevormundet.
Dieses „gut gemeinte“ Anpacken von Leuten ohne Rücksprache ist eine Unsitte. Ich lass mich auch nicht einfach von jedem einfach so anpacken. (Ich selbst kenne die Situation aus einer Zeit, wo ich mit Krücken gelaufen bin.)
In dem Beispiel mit dem Kind sehe ich zwei gewichtige Gründe, nicht einfach aktiv zu werden:
-
wenn das im Beisein der Mutter passiert ist, kann man davon ausgehen, dass die Mutter sich etwas dabei denkt, wenn sie das Kind alleine wurschteln lässt. Hier einzugreifen ist ein völlig unangemessener Eingriff in diese „Erziehung“.
-
Noch wichtiger: Es ist schwierig genug, einem Kind beizubringen, dass es sich nicht von irgendwelchen Fremden anpacken lassen braucht bzw. soll! So eine „Nettigkeit“ torpediert eine solche Arbeit völlig.
Echte Hilfsbereitschaft ist das, was das Wort schon sagt: Eine BEREITSCHAFT zu helfen. Die kann ich dem anderen signalisieren. Ob er sie annimmt oder nicht kann und muss der andere selbst entscheiden können.
LG Petra
mein Zeitalter!
Hi Vera!
ich glaube, ich bin aus einem
anderen Zeitalter.
na, dann komme ich aus dem gleichen!
Ich habe nix gegen Mütter, die mit ihren Kindern üben!
Aber dafür gibt es Kinderspielplätze und Gärten.
Übungen im Strassenverkehr gehören für mich nicht dazu.
Ich hätte das Kind über die Strasse getragen und die Mutter gefragt, ob sie noch sauber tickt!
bin eben aus einer anderen Zeit
Ulli
Hallo Ulli,
na, dann komme ich aus dem gleichen!
Ich habe nix gegen Mütter, die mit ihren Kindern üben!
Aber dafür gibt es Kinderspielplätze und Gärten.
Übungen im Strassenverkehr gehören für mich nicht dazu.
Das mag sogar so sein (wobei sich mir noch nicht die ganze Situation für so ein Urteil erschließt. In einer Wohnstraße können bspw. auch Autofahrer mal warten. Und wenn man als Mutter im Blick hat, DASS gewartet wird, dann kann das Kind auch mal eine Sekunde länger brauchen).
Ich hätte das Kind über die Strasse getragen und die Mutter
gefragt, ob sie noch sauber tickt!
Man kann, wenn man es sich nicht verkneifen kann, einen Kommentar ablassen. Aber einfach zupacken ohne Not bleibt ein Übergriff! Und die einzige „Not“ die ich da sehe, ist, dass da ggf. zwei Autofahrer gewartet haben. Das hätten sie bei einer alten Dame mit Rollator auch tun müssen…
LG Petra
Hallo Petra, Simsy und Tilli, …
stellvertretend Petras Posting hier 
das hat in meinen Augen nichts mit Nettigkeit zu tun. Und auch
nichts mit einem anderen Zeitalter.
Ich würde es sogar erweitern: Hilfsbereitschaft, nicht nur zuschauen sondern helfen (ein brisantes Thema in vielerlei Hinsicht in der heutigen Zeit), Freundlichkeit, Menschlichkeit.
Wenn zwei junge Frauen den Knirps auf einer öffentlichen Straße auf der anderen Straßenseite stehen lassen, ihn versuchen über die Straße zu locken (ca. 15 Monate!), den öffentlichen Verkehr aufhalten, und dann noch in dem Glauben sind, hier Erziehung zu leisten/eine Aufgabe weg zu nehmen/einen Übergriff zu implizieren, dann noch anfauchen, spätestens dann
würde ich die beiden mal fragen, ob sie einen an der Klatsche haben.
Egal wem man hilft (ob älterer Mensch, Behinderter, Kind): Man
sollte immer vorher fragen bzw. den Kontakt herstellen. Sich
also vergewissern, dass die Hilfe auch erwünscht ist. Das
bedeutet nicht, groß zu lamentieren. Aber ein „darf ich“ oder
„brauch Sie Hilfe“ sollte schon sein.
Ok, hätte sie das Kind fragen und auf eine Antwort warten sollen?
Ausgenommen sind
natürlich Situationen, wo keine Zeit mehr für diese Frage ist.
Das sagen meist diejenigen, die in der U-Bahn zusehen, sich wegdrehen. Dies ist nicht persönlich gegen dich oder Simsy und Tilli gemeint, das wäre vermessen, ich kenne euch nicht (in einer derartigen Situation nicht mal mich). Aber dieser Egoismus (mein Kind, meine Erziehung, meine Recht, alle anderen müssen warten und geduldig sein) ist es, der gleiches fördert, Egoismus, soziale Kälte, Mobbing und mehr.
Vorher zu fragen bedeutet, dass man dem anderen Respekt
erweist, ihm - je nach Situation - die Würde lässt, ihn nicht
bevormundet.
Was Vera meint, wäre das klassische Beispiel für Respekt gegenüber dem Knirps.
Dieses „gut gemeinte“ Anpacken von Leuten ohne Rücksprache ist
eine Unsitte.
Wenn man das eine von dem anderen nicht mehr unterscheiden kann, nur faucht, ohne sich auch nur einen Funken Gedanken zu machen, weshalb die andere Person dies tut, dann halte ich es für ein sehr schlechtes Zeichen.
Ich lass mich auch nicht einfach von jedem
einfach so anpacken. (Ich selbst kenne die Situation aus einer
Zeit, wo ich mit Krücken gelaufen bin.)
Tja, weshalb so ablehnende Gedanken grundsätzlich?
In dem Beispiel mit dem Kind sehe ich zwei gewichtige Gründe,
nicht einfach aktiv zu werden:
- wenn das im Beisein der Mutter passiert ist, kann man davon
ausgehen, dass die Mutter sich etwas dabei denkt
da kann man zumindest anderer Auffassung sein, was sie sich dabei denkt.
Hier einzugreifen ist ein
völlig unangemessener Eingriff in diese „Erziehung“.
OK, „“. Und dann noch etwas weiter gedacht, …
- Noch wichtiger: Es ist schwierig genug, einem Kind
beizubringen, dass es sich nicht von irgendwelchen Fremden
anpacken lassen braucht bzw. soll! So eine „Nettigkeit“
torpediert eine solche Arbeit völlig.
Mal ehrlich, diese Aktion wie ich sie aus meiner Sicht oben geschildert habe, bei einem 15-mon. Knirps?
Echte Hilfsbereitschaft ist das, was das Wort schon sagt: Eine
BEREITSCHAFT zu helfen. Die kann ich dem anderen
signalisieren. Ob er sie annimmt oder nicht kann und muss der
andere selbst entscheiden können.
Tja, in diesem Fall war es Knirps, der offensichtlich Probleme hatte. Nicht die beiden auf der anderen Straßenseite, das ganze klingt wie ein Experiment und hat m.E. mit Erziehung aber so was von gar nichts zu tun.
Gruß
Der Franke
Hallo,
leider ist es in unserem Land so, dass Kinder höchstens angelächelt werden dürfen - bloss nicht zu nahe kommen ! Du schreibst dass sie „fauchte“ - darin liegt halt der Unterschied, die Mutter hätte dass ja auch freundlich sagen können. Schliesslich wolltest du dem Kind ja offensichtlich helfen. Versteh ich in hundert Jahren nicht solche Reaktionen…
LG
Bravo! Dem ist absolut nichts hinzuzufügen. ***
Wer lesen kann, ist…
…klar im Vorteil.
auf der anderen Straßenseite stehen lassen,
Wo steht denn so was? Wenn das so wäre, würd ich Dir ja Recht geben.
Aber es handelt sich um ca. 20-30cm, das lese ich zumindest aus dem Posting heraus.
Es geht um die „Erklimmung“ einer Bordsteinkante. Ein wahrliches Großunternehmen für ein 15 Monate altes Kind.
Gruß,
Christiane
Hallo Vera,
wir haben gerade auch einen „ich kann und will alleine“ zu Hause und wir lassen ihn auch alles alleine machen und geben relativ viel Verantwortung an ihn ab - das endet schon mal damit, dass er 10 Mal hin plumpst, bei dem Versuch aufzustehen und eine Sandkuhle zu verlassen etc. Wir helfen erst, wenn er uns um Hilfe bittet, anderen Falls sehen wir uns das Drama eben Minuten lang an und üben uns in Geduld - manchmal auch nicht ganz uneigennützig - so oft wie aktuell Hindernisse im Weg sind, kann ich das Kind gar nicht retten, heben etc. Wir werden dafür auch häufiger von anderen Müttern etwas irritiert angesehen, manchmal recht verständnislos. Dafür ist unser Zwerg dann sooooooooooooo stolz - sieht manchmal nach Expeditionen durch das Dickicht unseres Gartens oder den Spielplatz oder das Einkaufszentum leider entsprechend aus :o(
…und kann für sein Alter auch überdurchschnittlich viel.
Hilfe Hieße für mich in der von Dir beschriebenen Situation das Kind fragen ob man ihm helfen darf - unserer würde Dir dann die Hand zur Hilfe reichen oder - je nachdem wie weit die Eltern weg stehen daneben bleiben und eingreifen, wenn doch was unvorhergesehenes kommt - so mache ich es z.B. wenn andere Kinder beim Einkaufen die Gänge lang wackeln, und Mami/Papi wegrennen - den Eltern mit einem Blick signalisieren, dass man mit aufpasst bzw. wenn die Eltern die Flucht ihres Sprösslings noch nicht bemerkt haben in der Nähe bleiben, dass ggf auch kein Fremder das Kind mit nimmt, aber das Kind ansprechen oder einfach weg setzen passiert eher selten. Ich kann es auch nicht leiden, wenn Leute mein Kind einfach anfassen.
stellvertretend Petras Posting hier
das hat in meinen Augen nichts mit Nettigkeit zu tun. Und auch
nichts mit einem anderen Zeitalter.Ich würde es sogar erweitern: Hilfsbereitschaft, nicht nur
zuschauen sondern helfen (ein brisantes Thema in vielerlei
Hinsicht in der heutigen Zeit), Freundlichkeit,
Menschlichkeit.
Nein. Was HilfsBEREITSCHAFT ist, habe ich formuliert. Aber ich wiederhole es gerne noch einmal:
„Eine BEREITSCHAFT zu helfen. Die kann ich dem anderen signalisieren. Ob er sie annimmt oder nicht kann und muss der andere selbst entscheiden können.“
Alles andere ist nicht freundlich, auch nicht menschlich. Und das würdest du vielleicht auch so sehen, wenn du durch diese „freundliche“, „menschliche“ Hilfsbereitschaft mal in die Bredouille gekommen bist.
Wenn zwei junge Frauen den Knirps auf einer öffentlichen
Straße auf der anderen Straßenseite stehen lassen, ihn
versuchen über die Straße zu locken (ca. 15 Monate!), den
öffentlichen Verkehr aufhalten, und dann noch in dem Glauben
sind, hier Erziehung zu leisten/eine Aufgabe weg zu
nehmen/einen Übergriff zu implizieren, dann noch anfauchen,
spätestens dann
… wodraus liest du das alles? Das sind alles deine Fantasien. Ich zitiere die Schilderung:
„auf der anderen Straßenseite zwei junge Frauen, die einen ca.15 Monate alten Knirps beobachten, wie er vor der Bordsteinkante steht und sich sichtlich unsicher ist, ob er diese Höhe schafft um zur Mutter zu gelangen.“
Was da steht: Die Bordsteinkante war auf der anderen Straßenseite der Beobachterin. Da der Spross die Kante erklimmen will, um zur Mutter zu gelangen, dürfte eher wahrscheinlich sein, dass sich die Mutter genau hinter dieser Kante befunden hat! Nix mit „über die Straße locken“!
würde ich die beiden mal fragen, ob sie einen an der Klatsche
haben.
Das steht dir frei. Aber einfach Kind anpacken ist nicht!
Egal wem man hilft (ob älterer Mensch, Behinderter, Kind): Man
sollte immer vorher fragen bzw. den Kontakt herstellen. Sich
also vergewissern, dass die Hilfe auch erwünscht ist. Das
bedeutet nicht, groß zu lamentieren. Aber ein „darf ich“ oder
„brauch Sie Hilfe“ sollte schon sein.Ok, hätte sie das Kind fragen und auf eine Antwort warten
sollen?
Nein. Aber, falls denn wirklich erforderlich, Kontakt mit der Mutter aufnehmen.
Im übrigen kann man auch ein so junges Kind fragen, ob man helfen soll (wenn man sich unbedingt einmischen will). Echte „Hilfe“ in dem Moment wäre dann allenfalls, dem Kind bspw. mal den Finger zum festhalten hinzuhalten. Und nicht einfach anzupacken. Hilfe zur Selbsthilfe. Hilfe, bei der der andere seine Würde behält.
Ausgenommen sind
natürlich Situationen, wo keine Zeit mehr für diese Frage ist.Das sagen meist diejenigen, die in der U-Bahn zusehen, sich
wegdrehen. Dies ist nicht persönlich gegen dich oder
Simsy und Tilli gemeint,
Doch. Ist es. Wenn du das in dem Zusammenhang bennenst, dann ist das sehr wohl persönlich gemeint. Und bei mir jedenfalls liegst du da leider völlig falsch! Ich behaupte, von mir sagen zu können, dass ich höchst hilfsbereit bin. Aber eben mit der Betonung auf BEREIT! Wie beschrieben: Ich frage vorher. Ich stelle Kontakt her. Ich bevormunde nicht. Ich vergewissere mich beim anderen, ob und vor allen Dingen auch WELCHE Hilfe wirklich gewünscht ist.
Aber
dieser Egoismus (mein Kind, meine Erziehung, meine Recht, alle
anderen müssen warten und geduldig sein) ist es, der gleiches
fördert, Egoismus, soziale Kälte, Mobbing und mehr.
Das ist völliger Bullshit. Sorry. Es hat nix mit der geschilderten Situation zu tun. Völlig OT.
Was Vera meint, wäre das klassische Beispiel für Respekt
gegenüber dem Knirps.
Respekt vor dem Knirps wäre (voraus gesetzt, ein Eingreifen wäre erforderlich gewesen - was ich wie gesagt noch nicht sehe), in anzusprechen und ihm HILFREICH den Finger hinzuhalten. Nicht einfach anpacken. Das ist rücksichtslos und erschreckt das Kind noch eher. Wenn da irgendein Wildfremder einfach zu packt!
Dieses „gut gemeinte“ Anpacken von Leuten ohne Rücksprache ist
eine Unsitte.Wenn man das eine von dem anderen nicht mehr unterscheiden
kann, nur faucht, ohne sich auch nur einen Funken Gedanken zu
machen, weshalb die andere Person dies tut, dann halte ich es
für ein sehr schlechtes Zeichen.
Spiegel. Das mit dem Gedanken machen gilt ja wohl an erster Stelle für den, der da einfach so zupackt. Und wenn da ein schlechtes Zeichen ist, dann wohl das, DASS da eben einfach so zugepackt wird.
Ich lass mich auch nicht einfach von jedem
einfach so anpacken. (Ich selbst kenne die Situation aus einer
Zeit, wo ich mit Krücken gelaufen bin.)Tja, weshalb so ablehnende Gedanken grundsätzlich?
Weshalb? Weil ich ich bin? Lässt du dich einfach von jedem so anpacken?
Im Übrigen noch einmal: ich habe höchst persönlich gleich mehrfach mit dieser Anpackerei sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Musterbeispiel für „das Gegenteil von gut gemacht ist gut gemeint“.
Echte Hilfsbereitschaft ist das, was das Wort schon sagt: Eine
BEREITSCHAFT zu helfen. Die kann ich dem anderen
signalisieren. Ob er sie annimmt oder nicht kann und muss der
andere selbst entscheiden können.
Tja, in diesem Fall war es Knirps, der offensichtlich Probleme
hatte. Nicht die beiden auf der anderen Straßenseite, das
ganze klingt wie ein Experiment und hat m.E. mit Erziehung
aber so was von gar nichts zu tun.
Der Junge war nicht auf der anderen Straßenseite der Mutter. Im Übrigen wissen wir auch nicht, wie lange das alles gedauert hat. Und es ist noch nicht mal klar, ob die Autos überhaupt gewartet haben, weil er vielleicht ein paar Sekunden länger für die Bordsteinkante gebraucht hat…
LG Petra
Wer lesen kann, ist…
…klar im Vorteil.
ok, Verständnis des Gelesenen ist aber ein zusätzliches Thema.
Hallo Christiane,
lies den Text mal aus meiner gedachten Perspektive, Vera auf der einen Straßenseite, der Knirps auch, die jungen Frauen auf der anderen. Sie versucht ihm zu helfen, damit er die Straße überqueren kann.
Und nu? Eindeutig? Nach deiner oder meiner Auffassung?
Bist du tatsächlich der Meinung, dass Vera falsch oder gar mit schlechten Hintergedanken gehandelt hat? Oder reagiert die junge Frau nicht ein wenig „überspannt“? Wäre nicht etwas Freundlichkeit angebracht?
So oder so, es ändert nichts an einigen grundlegenden Einstellungen. Daher:
Egal, von welcher Straßenseite aus betrachtet, ich habe es von meiner aus gelesen und kommentiert 
Gruß
Der Franke
Hallo nochmal,
Man kann, wenn man es sich nicht verkneifen kann, einen
Kommentar ablassen. Aber einfach zupacken ohne Not bleibt ein
Übergriff!
Schade, oder eher traurig, wenn man „zupacken“ in einer derartigen Situation nicht mehr richtig bewerten kann. Schade für die junge Frau.
Und die einzige „Not“ die ich da sehe, ist, dass da
ggf. zwei Autofahrer gewartet haben.
Geht es überhaupt um Not? Oder aus Sicht von Vera um was ganz anderes? Dass eine junge Frau nicht gelernt hat, was Respekt, Anstand und Höflichkeit sind?
Das hätten sie bei einer
alten Dame mit Rollator auch tun müssen…
Du vergleichst Äpfel mit Birnen.
Gruß
Der Franke
und ich dachte immer, die Frauen wären die Sensiblen
Huhu,
ok, Verständnis des Gelesenen ist aber ein zusätzliches Thema.
Na hör mal, es ändert aber den Inhalt des Posts ganz gewaltig. Du gehst davon aus daß das Kind mit 15 Monaten eine wohl häufig befahrene Straße alleine überqueren soll und Vera schreibt, daß es lediglich einen Bordstein erklimmen will auf dem wohl in 20cm Entfernung die Mutter des Kindes steht. 
lies den Text mal aus meiner gedachten Perspektive,
Vera auf der einen Straßenseite, der Knirps auch, die jungen
Frauen auf der anderen. Sie versucht ihm zu helfen, damit er
die Straße überqueren kann.Und nu? Eindeutig? Nach deiner oder meiner Auffassung?
Ehrlich gesagt ist mir meine Zeit zu schade um über einen virtuellen Fall zu diskutieren, den nun weder Vera noch Du noch jemand anderes hier erlebt hat. Bitte nicht übel nehmen.
Bist du tatsächlich der Meinung, dass Vera falsch oder gar mit
schlechten Hintergedanken gehandelt hat? Oder reagiert die
junge Frau nicht ein wenig „überspannt“? Wäre nicht etwas
Freundlichkeit angebracht?
1- Falsch: ja
2- schlechte Hintergedanken: nein (Ich bin felsenfest überzeugt daß Vera mit für sie allerbesten Gedanken gehandelt hat)
3- „überspannt“: evtl., zumindest hatte sie weniger Verständnis als ich momentan für Vera (aber es geht auch nicht um mein Kind:wink:
4- Freundlichkeit: M. E. ist Freundlichkeit fast immer angebracht, egal auf welcher Seite.
Dennoch liegen zwischen unser beider Einstellungen Welten.
Zwei Beispiele aus Deinem Post:
Egal wem man hilft (ob älterer Mensch, Behinderter, Kind): Man
sollte immer vorher fragen bzw. den Kontakt herstellen. Sich
also vergewissern, dass die Hilfe auch erwünscht ist. Das
bedeutet nicht, groß zu lamentieren. Aber ein „darf ich“ oder
„brauch Sie Hilfe“ sollte schon sein.Ok, hätte sie das Kind fragen und auf eine Antwort warten
sollen?
Was meinst Du was ein 15 Monate altes Kind alles versteht? Und ja, es gibt tatsächlich Kinder in dem Alter die auch antworten würden. Du wärest erstaunt.
- Noch wichtiger: Es ist schwierig genug, einem Kind
beizubringen, dass es sich nicht von irgendwelchen Fremden
anpacken lassen braucht bzw. soll! So eine „Nettigkeit“
torpediert eine solche Arbeit völlig.Mal ehrlich, diese Aktion wie ich sie aus meiner Sicht oben
geschildert habe, bei einem 15-mon. Knirps?
Wie oben, Du scheinst ein 15 Monate altes Kind als ein dummes, nicht verstehendes etwas zu sehen. Und da gibt es viele, die so denken, auch heute noch, leider. Dementsprechend werden eben kleine Kinder behandelt.
Vera würde vermutlich auch von Herzen gerne einer blinden Frau helfen, die dabei ist eine Straße zu überqueren, in dem sie sie unter den Arm nimmt und losmarschiert. Gleiches Thema, anderer Proband. Aber auch hier gilt genauso wie beim kleinen Kind: erst fragen, sich annähern, abchecken, ob Hilfe gewollt ist.
Pomeranze hat es wie ich finde hervorragend erklärt.
Gruß,
Christiane
Hallo Petra,
meine Einstellung zu einem Miteinander habe ich versucht deutlich zu machen. Und dein Argument „…wenn du durch diese „freundliche“, „menschliche“ Hilfsbereitschaft mal in die
Bredouille gekommen bist.“ ist in diesem Zusammenhang nicht entscheidend, es ist deine schlechte Erfahrung, dein Problem, aber nicht allgemein gültig. Ich habe andere Erfahrungen, vielleicht weil ich mich anderen gegenüber anders verhalte, nicht von vornherein misstrauisch jedenfalls.
…Das sind alles deine Fantasien. Ich zitiere die Schilderung:
„auf der anderen Straßenseite zwei junge Frauen, die einen
ca.15 Monate alten Knirps beobachten, wie er vor der
Bordsteinkante steht und sich sichtlich unsicher ist, ob er
diese Höhe schafft um zur Mutter zu gelangen.“
Was da steht: Die Bordsteinkante war auf der anderen
Straßenseite der Beobachterin.
Ganz großes Kino. Wo steht eigentlich, auf welcher Seite der Knirps stand? Bei uns gibt es i.d.R. zwei Bordsteinkanten, auf jeder Straßenseite eine.
Mannomann.
Hilfe zur Selbsthilfe. Hilfe, bei der der andere
seine Würde behält.
Sprechen wir jetzt von einem knapp eineinhalb Jahre alten Knirps und der von Vera geschilderten Situation?
Das sagen meist diejenigen, die in der U-Bahn zusehen, sich
wegdrehen. Dies ist nicht persönlich gegen dich oder
Simsy und Tilli gemeint,Doch. Ist es. Wenn du das in dem Zusammenhang bennenst, dann
ist das sehr wohl persönlich gemeint.
Dein Misstrauen in Ehren, aber du unterstellst mir etwas. Wenn du zitierst, dann bitte meinen Satz vollständig. Ob du ihn ganz gelesen und verstanden hast, ist dein Problem. Du verfälschst es schlicht und einfach.
Und bei mir jedenfalls
liegst du da leider völlig falsch!
Sorry, wenn ich jetzt mal einwerfen muss: Ich werds überleben.
Das ist völliger Bullshit. Sorry. Es hat nix mit der
geschilderten Situation zu tun. Völlig OT.
Ja, wenn es dir weiterhilft.
Respekt vor dem Knirps wäre (voraus gesetzt, ein Eingreifen
wäre erforderlich gewesen - was ich wie gesagt noch nicht
sehe), in anzusprechen und ihm HILFREICH den Finger
hinzuhalten. Nicht einfach anpacken. Das ist rücksichtslos und
erschreckt das Kind noch eher. Wenn da irgendein Wildfremder
einfach zu packt!
Spiegel. Das mit dem Gedanken machen gilt ja wohl an erster
Stelle für den, der da einfach so zupackt. Und wenn da ein
schlechtes Zeichen ist, dann wohl das, DASS da eben einfach so
zugepackt wird.
Tja, Vera, das Monster.
Tja, in diesem Fall war es Knirps, der offensichtlich Probleme
hatte. Nicht die beiden auf der anderen Straßenseite, das
ganze klingt wie ein Experiment und hat m.E. mit Erziehung
aber so was von gar nichts zu tun.Der Junge war nicht auf der anderen Straßenseite der Mutter.
Hatten wir schon.
Gruß
Der Franke
Hallo,
Was meinst Du was ein 15 Monate altes Kind alles versteht? Und ja, es gibt tatsächlich Kinder in dem Alter die auch antworten würden. Du wärest erstaunt.
Wie oben, Du scheinst ein 15 Monate altes Kind als ein dummes,
nicht verstehendes etwas zu sehen. Und da gibt es viele, die
so denken, auch heute noch, leider. Dementsprechend werden
eben kleine Kinder behandelt.
Tja, ich habe zwei Kinder, beide volljährig 
Pomeranze hat es wie ich finde hervorragend erklärt.
Ja, es mag ein Generationenproblem sein. Insbesondere zuhören, versuchen zu verstehen, Freundlichkeit, Hilfe (heute z.B. Bereitschaft), Vertrauen. Ich bemerke auch die Unnahbarkeit, die Kälte, das Misstrauen, den Egoismus. Das Problem der heutigen Zeit. Und beneide meine Kids wahrlich nicht.
Gruß
Der Franke
Hallo,
es ist zwar von Dir nett gemeint, aber so sehen das Eltern nicht unbedingt. Ich kenne das Thema auch, da irgendwie viele Leute meinen, sie müßten meine Kinder anlangen.
Ich mag das aus mehreren Gründen nicht. Erstens will ich nicht, dass Fremde mein Kind anlangen, kein Erwachsener will einfach so von Fremden angelangt werden und das gleiche sollte man bei Kindern auch respektieren.
Zweitens: Irgendwann muss ich meinem Kind mal beibringen, dass es sich nicht von Fremden ansprechen/anfassen lassen soll bzw. erst recht nicht mitgehen usw. Und ich finde, das fängt eigentlich schon im Babyalter an, das kann man einfach nur von Anfang an mitgeben, dass das bei den Kleinen drin ist. Und das sollten Fremde einfach respektieren.
Was mir schon mehrmals passiert ist, wir gehen aus/in die Straßenbahn, ich hab meine Kleine an der Hand, um mit ihr die Stufen zu laufen, Kinderwagen noch mit dem Kleinen dabei, dann kommt jemand, schnappt sich meine Tochter von hinten und hebt sie die Stufen hoch/runter. Das ist zwar nett gemeint, aber ich frage mich manchmal, was die Leute sich dabei denken, was denn in den Kleinen vorgeht, die an nix denken und sie werden von hinten geschnappt, obwohl sie an der Hand der Mama sind.
Von dem her bin ich der Meinung, nicht einfach etwas mit den Kleinen machen, sondern einfach mal Mama/Papa fragen, ob man denn helfen kann/soll. Macht man bei Erwachsenen ja auch und Kinder haben gleiche Rechte.
Grüße, Salbei
…Das sind alles deine Fantasien. Ich zitiere die Schilderung:
„auf der anderen Straßenseite zwei junge Frauen, die einen
ca.15 Monate alten Knirps beobachten, wie er vor der
Bordsteinkante steht und sich sichtlich unsicher ist, ob er
diese Höhe schafft um zur Mutter zu gelangen.“
Was da steht: Die Bordsteinkante war auf der anderen
Straßenseite der Beobachterin.Ganz großes Kino. Wo steht eigentlich, auf welcher Seite der
Knirps stand? Bei uns gibt es i.d.R. zwei Bordsteinkanten, auf
jeder Straßenseite eine.
Mannomann.
Mannomann. Genau. Nocheinmal: Es steht da zunächst, dass der Knirps sich auf der anderen Seite der Beobachterin befindet an einer Bordsteinkante, wo er nicht hoch kommt. Fakt ist: Wo die Mutter in dem Moment steht, steht da ausdrücklich nicht. So gesehen weder mit deiner noch mit meiner Version.
Du gehst mal davon aus, dass die Mutter auf der Straßenseite der Beobachterin stand. Und kübelst aufgrund dieser Annahme fröhlich los.
Wesentlich logischer erscheint die Annahme, dass der Knirps, der - laut Schilderung der Beobachterin - die Bordsteinkante ZU SEINER MUTTER HIN wollte. Ergo sich auf der gleichen Straßenseite wie seine Mutter befunden hat.
Es erscheint mir immernoch relativ unwahrscheinlich, dass sich da ein Knirps eine Bordsteinkante hoch zu seiner Mutter hin bemüht, wenn selbige sich auf der anderen Seite befindet.
Und was den Rest angeht: Du scheinst es offenbar völlig in Ordnung zu finden, andere Leute einfach so aus innerer Motivation heraus anzupacken. Ich finde das nicht in Ordnung.
Du hast für dich (und allgemeingültig) den Weg abgelehnt, in so einer Situation zunächst einmal die wenige Meter? (eher wahrscheinlich Zentimeter) daneben stehende Mutter zumindest per Blick zu kontaktieren.
Du hast für dich (und allgmeingültig) den Weg abgelehnt, ihn zumindest mal vorher anzusprechen, besser noch, ihm dann wenigstens nur den Finger / die Hand zu reichen* anstatt ihn einfach so anzupacken.
Und stampfst fröhlich darauf herum, dass dein Weg der moralisch / menschlich bessere wäre…
Ich reite nochmal auf den Schlüsselwörtern herum. HilfsBEREITSCHAFT. „Die Hand reichen“ (ist auch eine Formulierung, die man in dem Zusammenhang gebraucht), Hilfe ANBIETEN, …
Diesen Unterschied scheinst du nicht zu kapieren oder nicht zu kapieren wollen. Und damit - meine ganz persönliche Meinung - bist du damit nur unwesentlich „besser“ als die, die dann gleich gar nix machen…
LG Petra
Ja, es mag ein Generationenproblem sein. Insbesondere zuhören,
Hier wurde nicht zugehört.
versuchen zu verstehen,
Hier ist auch nicht versucht worden, zu verstehen. Gezählt hat nur die subjektive Brille.
Freundlichkeit,
Was ist freundlich daran, ein Kind einfach anzupacken und wohin zu heben? Es hätte andere, wesentlich freundlichere Optionen gegeben.
Hilfe
Dem Kind ist nicht geholfen worden. Hilfe, falls überhaupt erforderlich, wäre gewesen, dem Kind NACH Kontaktaufnahme die Hand zu reichen, so dass das Kind die Chance gehabt hätte, diese anzunehmen. Eine helfende Hand annehmen kann auch ein Kind in dem Alter!
(heute z.B.
Bereitschaft),
Bereitschaft bedeutet erst einmal nur, das Signal zu geben, etwas zu tun (in dem Fall: zu helfen). Es bedeutet nicht, einfach zu tun.
Vertrauen.
Genau das Vertrauen wird durch solche Impulsiv-ich-muss-unbedingt-tun-Handlungen fast genauso gestört, wie durch nix tun.
Ich bemerke auch die Unnahbarkeit,
die Kälte, das Misstrauen, den Egoismus. Das Problem der
heutigen Zeit.
Das sind alles Punkte, die mit den nicht nur durch mich aufgezeigten alternativen Möglichkeiten nix zu tun haben.
LG Petra