Mein Sohn

Hallo,

eure Meinung und Erfahrungen würden mich zu folgendem Verhalten meines Sohnes interessieren.
Er wird bald 5 und sagt meist nein zu allem, daß stört mich nicht unbedingt. Aber er grüsst und verabschiedet mit Vorliebe ungern Menschen die zu uns kommen oder wenn ich mal für ein paar Tage weg muss. Ich fragte Ihn nach dem Grund und er antwortete: „Nein, ich will nicht“. Ich mag Ihn natürlich nicht zu etwas zwingen, was er nicht will, aber was könnte der Grund für solch ein Verhalten sein?
Auf der einen Seite freut es mich, weil er dadurch sein Selbsbewusstsein zeigt, aber manchmal macht mich das auch nachdenklich. Wie könnte das zum Beispiel später aussehen, wenn er Hausaufgaben machen soll?

Gruß
Michael

überzeugen
Hallo!

Ich mag Ihn natürlich
nicht zu etwas zwingen, was er nicht will, aber was könnte der
Grund für solch ein Verhalten sein?

Menschen kann man generell nur nachhaltig von etwas überzeugen, wenn man ihnen den Grund für etwas nennt.
Also erkläre ihm doch mal, wieso man Leute verabschiedet und begrüßt.
Mir fallen dafür jetzt mehrere Gründe ein. Wenn du eine kleine Hilfe benötigst, kann ich sie gerne mal formulieren.

Auf der einen Seite freut es mich, weil er dadurch sein
Selbsbewusstsein zeigt, aber manchmal macht mich das auch
nachdenklich. Wie könnte das zum Beispiel später aussehen,
wenn er Hausaufgaben machen soll?

Du schreibst, dass er das mit „[Vorliebe nicht macht]“. Will er sie eigentlich verabschieden und macht es nur aus Protest gegen dich nicht? Dann würde ich mir da nicht zu große Sorgen machen. Kinder sind dafür bekannt, dass sie manchmal etwas rebellisch sind :smile:
Aber wenn du für die Hausaufgaben gute Grüde nennen kannst und deinen Sohn von ihrer Erledigung überzeugen kannst, dann wird das schon im Großen und Ganzen laufen.

Gruß
Paul

Hallo

Wie könnte das zum Beispiel später aussehen, wenn er Hausaufgaben machen soll?

Da kann ich sowieso nur von abraten, Druck zu machen. Es gibt nämlich eigentlich normalerweise ausreichend Druck von seiten der Schule, dass die Hausaufgaben gemacht werden. Die Kinder wollen nicht ohne Hausaufgaben in die Schule kommen. Dabei kann und sollte man sie unterstützen. Man sollte z. B. (jedenfalls am Anfang, schadet aber auch viel später nicht) jeden Tag schauen, wie die Hausaufgaben aussehen und irgendwas Positivies dazu sagen.

Wenn man zusätzlich zur Schule noch Druck aufbaut, scheint mir das eher kontraproduktiv zu sein.

Viele Grüße
Simsy

Hallo Mikhael

Er wird bald 5 und sagt meist nein zu allem, daß stört mich
nicht unbedingt. Aber er grüsst und verabschiedet mit Vorliebe
ungern Menschen die zu uns kommen oder wenn ich mal für ein
paar Tage weg muss. Ich fragte Ihn nach dem Grund und er
antwortete: „Nein, ich will nicht“. Ich mag Ihn natürlich
was könnte der
Grund für solch ein Verhalten sein?

Vielleicht protestiert er gegen deine Abwesenheit? Du schreibst ,dass du „mal“ ein paar Tage weg musst. Kann es sein das dein Sohn ein „Papakind“ ist? Und eben deshalb so an dir hängt.
Allerdings braucht dein Kind feste Regeln ,um sich in der Gesellschaft zu Recht zu finden und dazu gehört auch das Grüßen/Verabschieden von Gästen.

nicht überzeugt
Hallo!

Allerdings braucht dein Kind feste Regeln ,um sich in der
Gesellschaft zu Recht zu finden und dazu gehört auch das
Grüßen/Verabschieden von Gästen.

Wenn ich meinen Kind sagen würde, dass es gut ist, andere Leute zu verabschieden,
weil „Man einfach feste Regeln braucht, um sich in der Gesellschaft zurechtzufinden.“, dann wäre es von dieser Notwendigkeit nicht überzeugt :smile:

Gruß
Paul

Hallo!
Natürlich hast du recht. Es war allerdings mehr als Elterninformation gemeint.

Hallo,

ein „Papa-Kind“ ist er ganz und gar nicht. Eher ein „Mama-Kind“. Manchmal habe ich den Eindruck, daß er ganz froh ist, wenn ich weg bin:smile:

Gruß
Michael

Hallo Paul,

auch eine bzw. mehrere Erklärungen haben Ihn nicht interessiert, er ist nicht umzustimmen. Ich finde es nicht unbedingt so wichtig, daß er sich nicht verabschiedet, aber die Gründe dafür würden mich interessieren. Das mit dem „Rebell“ ist natürlich richtig und da da kann ich innerlich lächeln. Oft frage ich Ihn auch WARUM er etwas so oder so macht, er antwortet dann: „Ich weiss es nicht.“ Meist führt es zu Gesprächen, die nicht unbedingt etwas bringen, aber ich weiss, dass er mir zugehört hat und es später meist berücksichtigt.

Gruß
Michael

Konkurrenz?
Hallo

ein „Papa-Kind“ ist er ganz und gar nicht. Eher ein
„Mama-Kind“. Manchmal habe ich den Eindruck, daß er ganz froh
ist, wenn ich weg bin:smile:

Vielleicht bist du die Konkurrenz, die sich um Aufmerksamkeit bei der Mama bemüht …

Viele Grüße
Simsy

Hallo Michael,
ich weiß nicht ob ich es ganz verstanden habe, aber wenn, dann würde ich sagen es ist ihm eine Art zu sagen, daß er nicht will, daß diese Menschen gehen. Nach dem Motto: „Wenn ich nicht Tschüß sage, dann ist es so, als ob sie noch da wären…“
Konnte das sein???
Schöne Grüße,
Helena

Hallo,
ich denke, es ist normal.
Ich kenne viele Kinder im Vorschulalter (und auch noch später), die auch nicht grüßen, aus Schüchternheit, weil es für sie nicht wichtig ist usw.
Meine Strategie bei meinen eigenen Kindern: immer schön selbst Vorbild sein. Irgendwann kommt es dann doch von allein…

Beatrix

zum grüßen
Hallo,

Ich wollte (zum Ärger meiner Mutter) auch nie grüßen. Es war mir peinlich und ich war sehr schüchtern!

Das war aber nur so ne Marotte und verging von selbst.

LG Birgit

Hallo,
wie Birgit auch grad schrieb… bei mir war es auch so, dass es mir peinlich war, warum weiß ich nicht. Ich wollte z.B. auch nicht telefonieren…
Scheint ja ein verbreitetes Phänomen zu sein, und ich dachte immer, ich wär irgendwie komisch…

Scheint ja ein verbreitetes Phänomen zu sein, und ich dachte
immer, ich wär irgendwie komisch…

Das dachte ich auch immer. Ich hatte schon im Kindergarten heftig Probleme damit, Menschen zu grüßen, die nicht meine engsten Freunde oder vielleicht auch noch liebe Verwandte wie die Patentante waren. Das ist aber nicht von selber verschwunden und auch heute muss ich mich noch überwinden, wenn ich den Chef am Gang sehe. Ich würde es bei mir unter „Schüchternheit“ einordnen. Vielleicht auch ein wenig Unverständnis, wozu die Grüßerei gut sein soll. Wenn jemand da ist, sieht man es doch sowieso und muss nicht noch extra darauf hinweisen. Das ganze Getue war mir immer peinlich und ich habe auch oft nicht wirklich einordnen können, wen ich wie begrüßen muss - wann ich „Grüß Gott“ sagen muss, wann „Guten Morgen“, „Hallo“, „Tschüß“, „Auf Wiedersehen“, etc. Ich war zwischen all diesen Floskeln und Höflichkeitsformen immer ein wenig verloren.
In meinem Fall war es sicher wichtig, dass meine Eltern darauf gedrängt haben, dass Grüßen etwas Wichtiges ist. Dadurch ist es mir heute zumindest theoretisch bewusst, dass es halt einfach sein muss und ich erkenne einen Sinn darin, mich immer wieder dazu überwinden, weil mir klar ist, dass andere darauf sehr großen Wert legen.

LiGrü
igel.

2 „Gefällt mir“

Mein Senf dazu
Hallo!

Er wird bald 5 und sagt meist nein zu allem, daß stört mich
nicht unbedingt.

Mein Sohn macht das phasenweise. Mich nervt das enorm, ich muss aber ja hier auch den Alltag mit ihm zusammen meistern. Das scheint ja bei Dir nicht unbedingt der Fall zu sein.

Ein Teil des Nein-Sagens ist bei uns einfach eine Art „Gegenwehr gegen dauernde Fremdbestimmung“. Er möchte einfach Einfluß nehmen auf die Dinge, die passieren (oder eben dann nicht).
Ein bißchen Rebellion gegen mich als Person ist sicher auch dabei.
Ein wenig Ausprobieren, wie er mich auf die Palme bringt (klappt ganz gut).
Es kann sich schon lohnen, die Gründe für ein „Dauernein“ zu durchleuchten. Man reagiert dann gelassener und das Miteinander wird entspannter.

Aber er grüsst und verabschiedet mit Vorliebe
ungern Menschen die zu uns kommen oder wenn ich mal für ein
paar Tage weg muss. Ich fragte Ihn nach dem Grund und er
antwortete: „Nein, ich will nicht“.

Ich mag Ihn natürlich
nicht zu etwas zwingen, was er nicht will, aber was könnte der
Grund für solch ein Verhalten sein?

Auf der einen Seite freut es mich, weil er dadurch sein
Selbsbewusstsein zeigt, aber manchmal macht mich das auch
nachdenklich. Wie könnte das zum Beispiel später aussehen,
wenn er Hausaufgaben machen soll?

Der erste Satz macht mich ein wenig nachdenklich. Was machst Du denn mit Dingen, die unumgänglich sind? Anschnallen im Auto oder Zähneputzen? Oder die von Dir angefragten Hausaufgaben?

Einem 5-jährigen kann man sicher klarmachen, dass es nicht immer nach seiner Nase geht. Dass Menschen traurig oder wütend werden, wenn man sie nicht begrüßt und verabschiedet. Wenn es dann mal spontan klappt, Loben nicht vergessen!

Bei den meisten Dingen setze ich auf das Ausbadenlassen von logischen Konsequenzen. Sind die Hausaufgaben nicht erledigt, bekommt er Ärger (Nachsitzen bei 3mal)in der Schule (das sollte dann natürlich mit der Lehrkraft abgesprochen sein). Das ist beim Grüßen natürlich nicht so einfach, da kann aber ein Lob schon Wunder wirken. Oder das Aussetzen einer Belohnung über eine Punktekarte, die man dann ausschleicht.

Mit 5 ein wenig schwierig zu begreifen, aber ich mache meinem Sohn (8)inzwischen klar, dass „Danke, bitte, hallo, tschüss“ immer Pluspunkte im Miteinander bringen und nichts kosten. (Außer ein wenig Überwindung).

Grüße
kernig

Hi,

das Problem kennen wir phasenweise mehr oder weniger alle. Allerdings verstehe ich deinen Satz „ich will ihn nicht zwingen“ nicht ganz. Es gehört zum Großwerden dazu Regeln zu lernen und diese einzuhalten. Das fängt im Kindergarten an und hört bei den verschiedenen Familienmitgliedern (Oma, Opa, Tante, Onkel) sowie den vielen Spielfreunden auf.

Überall treffen Kinder auf Regeln die Orts- oder Persongebunden sind, die gesellschaftlich erwartet werden oder einfach sein müssen.

Unsere Kinder haben sicherlich auch mal das Recht nein zu sagen, einen Besuch nicht begrüßen oder verabschieden zu wollen aber generell hätte ich damit ein Problem. So lange wie sie noch kleiner sind kann man darüber schmunzeln aber ab einem gewissen Alter fängt es an, dass man zum Beispiel Grüßt (auch wenn es heißt man muss über seinen eigenen Schatten springen).

Grüßen heißt für mich nicht man muss ein Kind zu einem Begrüßungsküsschen zwingen, das sicherlich nicht aber ein „Hallo“ oder Tschüß darf man auch in dem Alter erwarten.

Andersherum erwartet das Kind ja auch, dass es mal eine Viertelstunde länger aufbleiben darf obwohl die Eltern etwas anderes möchten, ein Naschi mehr bekommen oder oder oder.

Da passt dann schon ein bisschen das Sprichwort – Eine Hand wäscht die Andere.

Viele Grüße
MeToo

doch nicht Troja?
Hallo!

Meintet ihr diese Helena?

Gruß
Paul

off topic
Hallo late bird,

na siehste, wir sind nicht allein! Alles im grünen Bereich*g*

Liebe Grüße
Birgit

Hallo,
wie Birgit auch grad schrieb… bei mir war es auch so, dass
es mir peinlich war…

Danke euch allen…
Hallo,

es waren sehr gute Antworten, ich werde das mal reflektieren.

Gruß
Michael

Ja (owt)
=^…^=