Hallo,
ich habe heute früh auf WDR die Sendung Hart aber fair - das Reizthema mit dem Thema „Neues von Rechtsaußen oder wieviel Nationalstolz können wir uns leisten“, gesehen.
Das Thema Rassismus ist ja zur Zeit wieder ein ganz besonderes Gesprächsthema, nachdem sich mal wieder einige zur so genannten Elite gehörenden Personen, antisemitisch geäussert haben.
Wenn man diese ganzen Diskussionen nicht mit ein bischen Humor aufnimmt, wird es unerträglich, zumindest für mich. Ganz zu schweigen, von den Schlagzeilen in der ausländischen Presse, „dass der rechte Sumpf nach über 60 Jahren noch nicht verschwunden ist“ und dass man doch darauf reagieren solle, indem man deutsche Produkte nicht kauft et cetera.
Soviel Arroganz und Uneinsichtigkeit, versteckt hinter dem Totschlag-Argument des
„Alle-die-gegen-mich-sind-sind-Rassisten“ habe ich ja noch nie gesehen…
Mir ist inzwischen klar, dass ich auf gewisse sexistische Äusserungen weiblicher Kollegen, mich nicht so äussern sollte, wie ich es getan habe, weil ich mich damit auf dasselbe Niveau begebe, wie die sich Äußernde. Als Nichtdeutsche darf man sich einfach nicht soviel erlauben, wie ein Deutscher und es wird alles doppelt so hoch gewichtet. Wie erklärst Du dir das ? Wenn sich Menschen von der Nationalotät eines Menschen leiten lassen, statt sich auf dem Boden des Grund-
gesetzes zu bewegen (u. a. Gleichbehandlungs-grundsatz). Von Ausländern erwartet man, dass sie sich anpassen und sich zum Grundgesetz bekennen, was ich von mir ohne weiteres behaupten kann. Wieso bekennen sich so viele Inländer nicht zum Grundgesetz ?
Ich weiß, ich weiß, jetzt bin ich ein böser Rassist, über den Du jetzt Deine Häme ergießen wirst. Dies wird aber nichts daran ändern, dass Du mit dieser Einstellung am Arbeitsmarkt scheitern wirst. Das wird kein Arbeitgeber, aber auch kein Kunde lange mitmachen.
Wieso sollte ich dich als Rassisten einstufen ? Du hast deine individuelle Meinung abgegeben, die keine rassistische Geisteshaltung erkennen lässt, aber dennoch gewisse argumentative Schwächen aufweist.
Meine extremen rassistischen Erfahrungen habe ich im übrigen bisher nur in München (Bayern), der ehemaligen „Haupstadt der Bewegung“, gemacht. Dort wo ich jetzt bin (Düsseldorf) sind die Menschen weitaus toleranter. Arbeitgeber überlegen sich, ob ich in ein Team passen könnte. Sie stellen mich einfach nicht wegen meiner Fachkompetenz ein, sondern meiner Sozialkompetenz. Ausserdem wollen Arbeitgeber besonders gerne Duckmäuser, die immer bereit sind sich fremdsteuern zu lassen. Ich bin eher wie ein Arbeitgeber, statt wie ein Arbeitnehmer zu sein.
Wenn hier alle ach so rassisistisch sind, dann gehe doch in ein anderes Land, wo sie es angeblich nicht sind. Dort wirst Du dann merken, dass Du auch ohne rassistische Chefs, Kollegen
und Kunden mit Deiner Einstellung nicht weit kommen wirst - und wohinter versteckst Du Dich dann? Hinter Deiner Attraktivität? DIe ist Dir anscheinend doch etwas zu sehr zu Kopf gestiegen…
Es sind nicht alle rassistisch. Ich habe nur von meinen Erfahrungen in München berichtet.
Ich bin in NRW aufgewachsen und habe auch dort bei so manch einem Arbeitgeber gearbeitet, ohne einer ausländerfeindlichen Umgebung ausgesetzt zu sein.
Ich glaube du übertreibst ein wenig, warum so exaltiert ? Ist schon beachtlich, welch eine Resonanz mein Beitrag hervorgerufen hat.
Gruß
Marcel