Hallo MitleserInnen,
es ist doch äusserst „erstaunlich“, wie sehr die rechte Gewalt durchs Sommerloch auf die Medienwiese gefallen ist. Aber das ist natürlich Blödsinn, denn das ‚Sommerloch‘ dient nur als ein Argument dafür, die Gefahr von Rechts in diesen Tagen erst recht zu präsentieren. Aber wie merkwürdig mag es doch erscheinen, dass wir auf einmal jeden Tag von einer rechts-motivierten Tat hören, irgendein Prominenter sein Moral-Feigenblatt gegen Rechts dazu benutzt, selbst wieder einmal genannt zu werden, oder irgendwelche Politiker härteres Durchgreifen, Zivilcourage usw. fordern.
Nein, das ist mir doch alles eine Spur zu durchsichtig. Was hier geschieht, ist in meinen Augen einmal mehr der langfristige Versuch, Menschenrechte weiter einzuschränken. Man erzeuge bei der Bevölkerung das Gefühl, sie wäre nicht mehr sicher, und da der Trend den Trend nährt, glaubt man irgendwann, man wäre tatsächlich nicht mehr sicher. Anschliessend hält der Staat seine „schützende“ Hand über die Bürger, die es sich auf Grund ihres Schutzbedürfnisses dann auch gefallen lassen, dass für die Sicherheit eben Opfer gebracht werden müssen.
Als ein Beispiel, wie gut bereits die Meinungs-Automatismen funktionieren: Beim Meinungsforschungsinstitut Emnid wurde gefragt, welches Thema die Bundesbürger als besonders wichtig erachten. Die letzten 20 Jahre stand auf dem ersten Platz die Arbeitslosigkeit, kaum wurde dieses Jahr die Steuerreform breitgetreten und in den Medien 'rauf und 'runter gebetet, schon landete sie ganz vorne, dass sogar der Emnid-Moderator erstaunt war.
(Damit man mich hier nicht absichtlich oder unabsichtlich falsch versteht: Ich stehe keiner rechtsgerichteten Partei oder ähnlichem nahe.)
Gerhard Wisnewski, einer der Autoren von „Das RAF-Phantom“, hatte vor kurzem in der Mailing-Liste ([email protected], http://www.egroups.de/messages/rafinfo) einen Artikel gepostet, den ich Euch nicht vorenthalten möchte.
Marco
MEINUNGSFREIHEIT FÜR DIE NPD
Die Freiheit des Andersdenkenden wird morgen meine eigene
sein
Zehn Thesen zum angeblich neuen „Rechtsradikalismus“
Von Gerhard Wisnewski
„Es ist schon wieder soweit in Deutschland!“
Ist es schon wieder soweit in Deutschland?
-
Allerdings, aber anders, als wir glauben: Unliebsame Parteien
sollen verboten, unbequeme Medien zensiert, unerwünschte
Gedanken ausgeblendet werden. Was eine Gesellschaft jedoch
braucht, ist eine offene Auseinandersetzung, die eine Demokratie
lebendig erhält und nicht eine schleichende Verbotspolitik. -
Die Bedrohung kommt von oben, nicht von Rechts. Über ein
Verbot einer Partei und über Zensurmaßnahmen (wieder mal im
Internet, das man offensichtlich zum reinen Warenhauskatalog
umgestalten will) kann sich niemand freuen, die anderen
Parteien und Gruppierungen schon gar nicht, denn sie werden
die nächsten sein. -
Deutschland wandelt sich zur totalitären Demokratie: Man
kann nicht den Faschismus bekämpfen und ihn dabei jeden Tag
neu schaffen. -
Wer politische Äußerungen, egal ob von rechts oder links,
direkt für Straftaten verantwortlich macht, begründet die Straftat
des Meinungs- und Gedankenverbrechens. -
Deshalb ist es die Pflicht eines Jeden, für die Meinungsfreiheit
und den Fortbestand der NPD, der radikalsten Rechten und aller
anderen Parteien einzutreten. -
Mit einem gewissen Maß politischen Abenteurertums muß
jede Gesellschaft leben. Für Straftaten gibt es in Deutschland
genügend Paragraphen. -
Eine Demokratie, die entscheidet, welche Parteien genehm
sind und welche nicht, hat sich bereits selber abgeschafft. -
Der Staat und seine Organe sind selbst in linke und rechte
Attentate verstrickt. Die Attentate werden benutzt, um eine
repressive Politik zu begründen. Zusätzliche Legitimation dafür
holt man sich in „amtlichen“ Kundgebungen „gegen rechts“, die
verdächtig an die von oben verordneten, „freiwilligen“
Kundgebungen totalitärer Staaten erinnern. -
Man soll nicht mehr wegsehen, heißt es in diesen Tagen,
Zivilcourage sei gefragt, die Demokratie sei bedroht. Genau:
Allerdings nicht von ein paar glatzköpfigen Spinnern, sondern
von demokratischen Geisterfahrern an der Spitze des Staates.
Also mischen wir uns ein! -
Denn: Die Freiheit des Andersdenkenden wird morgen meine
eigene sein.
