Mentalität und Lebenserwatung

Hallo,

habe schon öfter mal gehört, dass gestreßte und negativ eingestellte Menschen, die sich übermäßig sorgen und leicht ärgern, etc. eher zu Herzinfarkten oder gar zu Krebserkrankungen neigen und daher auch eine kürzere Lebenserwartung haben, als Menschen mit positiver Einstellung.

Gibt es hierzu entsprechende Studien? Wurde schon einmal festgestellt, dass z. B. Rheinländer, die ja bekanntlich Frohnaturen sind oder etwa Südländer, mit einer etwas lockereren Einstellung/Mentalität, im Schnitt tatsächlich länger leben?

Vielen Dank für Ihre Antworten.

LG, Rolo

Hallo,

habe schon öfter mal gehört, dass gestreßte und negativ
eingestellte Menschen, die sich übermäßig sorgen und leicht
ärgern, etc. eher zu Herzinfarkten oder gar zu
Krebserkrankungen neigen und daher auch eine kürzere
Lebenserwartung haben, als Menschen mit positiver Einstellung.

Das kann ich nicht glauben, (natürlich nur persönlich) kenne viele gute Menschen die früh gingen und dafür sehr, sehr viele fiese Menschen die sehr, sehr alt wurden und immer noch leben.
Ich glaube das liegt daran, dass sie sich eher über andere Ärgern und ihnen die Schuld geben als sich selbst als Fehlerquelle zu sehen.

lg
Kate

Hi Rolo
Damit sprichst Du zweifelsohne ein spannendes Thema an. Das wird in diesem sonst oft durch dröge Fragestellungen geplagten Brett schonmal von mir mit einem Eingangs-Sternchen belohnt. :wink:
So.
Zu deiner Idee, ob die lockeren Südländer länger leben, fällt mir natürlich sofort erst einmal der kürzlich im Alter von 112 Jahren verstprbene älteste Europäer ein - wie kann es anders sein- ein Sizilianer. Dass der so alt wurde, wa weder dem Knoblauch, noch der Mafia zuzurechnen, sondern seiner Angewohnheit, jeden Abend ein Glas Rotwein (wahrscheinlich sizilianischen) zu sich zu nehmen. Die Favonoide in demselben in Kombination mit seiner dadurch erfolgten Entspannung mögen den alten Herrn so alt haben werden lassen.
„Mutmaßungen, nichts als Mutmaßungen“ höre ich jetzt unsere Gegner und Kritiker aufschreien. Aber es nützt ihnen nichts - sterben sie doch jung an ihrer künstlichen Aufregung.
Es grüßt dich und wünscht dir lebenslange Entspanntheit:
Branden

Hallo Kate,

Ich glaube das liegt daran, dass sie sich eher über andere
Ärgern und ihnen die Schuld geben als sich selbst als
Fehlerquelle zu sehen.

inwiefern sollte diese Haltung zu einer höheren Lebenserwartung führen?

Grüße,

I.

Moin, Rolo,

das Entscheidende an der Frage ist das

etc.

nämlich die absolute Beliebigkeit. Wer soll denn so eine Behauptung nachprüfen?

Eine groß angelegte Studie hat jedenfalls keinerlei Zusammenhang zwischen Gemütsverfassung und Krebserkrankungen nachweisen können. „Think positive“ können wir also getrost als Ammenmärchen in die Tonne stampfen. Wenn ich mich recht erinnere, wurde diese Studie in Spektrum der Wissenschaft zitiert.

Gruß Ralf

Hi, Ralf,

das überrascht mich, aber wenn es so ist. Die Psychosomatik wird doch sonst so oft strapaziert. Jemand der sich oft ärgert, hat evtl. auch Magenprobleme, wenn man Liebeskummer hat, kriegt man entweder gar nix runter oder man schlingt alles in sich rein. Kurz: Haben psychische Befindlichkeiten nicht doch irgendwie Auswirkungen auf unsere Körperfunktionen? Andererseits, wenn dem so wäre, und Italiener oder Spanier oder natürlich Rheinländer im Schnitt 2 oder 3 Jahre älter werden würden, hätte man davon sicher auch schon gehört. Wollte nur wissen, ob es sich für mich lohnt, meine Einstellung zu ändern :smile:

LG, Rolo

Nun, wenn man an sich selbst Zweifelt oder sich selbst die Schuld gibt, führt dies schonmal zu Selbstmitleid und/oder Depressionen. Die schlagen nicht nur aufs Gemüt sondern auch auf die Gesundheit.
Und auch bei Kleinigkeiten kann man ein schlechtes Gewissen entwickeln dass einen Hemd.
Dieser bestimmte Menschenschlag hat das nicht.
Er macht immer alles richtig und fühlt sich darum gut, wenn er irgendetwas nerviges tut, dann nur aus „Gutheit“ und die anderen sind böse, wenn sich die Tat als Falsch oder unerwünscht herausstellt.
Andere Menschen sind sowieso immer böse und machen alles falsch, nur man selbst sieht alles im richtigen Licht.
Dadurch kann man auch nicht in Selbstmitleid zerfließen oder ein schlechtes Gewissen bekommen, im Gegensatz, man baut sich ständig selbst auf, egal wie allein man in Wirklichkeit ist.

lg
Kate

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Hallo Kate,

ich glaube, ich verstehe jetzt.

Doch denke ich, daß dies nicht die einzig möglichen Haltungen sind, die einer zu irgendwelchen Erlebnissen einnehmen kann. Ich habe den Verdacht, daß in unserer Kultur dem Begriff der Schuld eine viel zu große Wichtigkeit gegeben wird und daß dies ein christliches Erbe ist. Aber darüber weißt Du sicher viel besser Bescheid.

Ich könnte mir auch eine Haltung vorstellen, in der man für Dinge, die schlecht laufen, weder bei sich noch bei anderen irgendeine Schuld sucht, die Schuldfrage einfach als uninteressant betrachtet, da sie nicht lösungsorientiert ist, und in pragmatischer Entspanntheit das Beste aus der Situation macht. Vielleicht wäre es eine Art von Erlösung, könnten wir den Begriff der Schuld ersatzlos aus unserer Sprache streichen.

Ich glaube, daß tatsächlich einige Menschen zu einer solchen Haltung finden, also nicht zwecks eigener Entlastung anderen die Schuld geben, aber auch nicht sich durch übermäßige Zweifel und Selbstvorwürfe niederdrücken. Diese Menschen können gesund alt werden, ohne dafür fies werden zu müssen.

Als Beispiele führe ich einige Menschen an, denen ich das irgendwie zutraue. Daß sie existierten, versöhnt mich etwas mit der Tatsache des Altwerdens:

Kardinal Franz König (Erzbischof von Wien, 1905 - 2004)

Margarethe Schütte-Lihotzky (Architektin, „Frankfurter Küche“, 1897 - 2000)

Leopold Vietoris (Mathematiker, 1891 - 2002)

Grüße,

I.

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Dass der so alt wurde, wa weder dem
Knoblauch, noch der Mafia zuzurechnen

och, ich denke die Mafia ist nicht unbeteiligt. Wenn die gewollt hätte…

pp