Militanter Außenminister!

Servus Karl,

ich gebe Dir recht … auch oder gerade wenn unsere Politiker nicht fair bleiben, wir sollten es.

Ich hatte, nachdem Du und Patrick mir geschrieben habt, wie sich das ganze zugetragen hat, Gelegenheit einen Tonmitschnitt der damaligen Landtagsdebatte zu hören. Haider hat diesen Satz als Antwort auf jenen Satz von einem sozialdemokratischen Landtagabgeordenten ‚…wie im Dritten Reich…‘ – wohl im Zorn - gesagt. Ich muß schon sagen, das relativiert das ganze schon.

Wenn man den Satz allein stehen läßt, dann hat man (habe ich gehabt) den Eindruck, JH wolle es KZ und Arbeitslagerüberlebenden es reinsagen.
Trotzdem, trotzdem…

Ich finde, Haider (wie auch Westenthaler, Kabas und Schnell usw.) sollte sich an Riess-Passer, Grasser und Haupt ein Beispiel nehmen. Von ihnen habe ich noch nie eine derartige Sprache gehört. (Das sollten sich auch einige SP und Grünabgeordnete zu Herzen nehmen).

Servus
Herbert

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grade habe ich gelesen…
…dass Frau Röhl, die Tochter von Ulrike Meinhof, nun in einem Brief an Bundespräs. Rau angekündigt hat, Herrn Fischer wegen versuchten Mordes anzuklagen.

Ja liebe Frau Röhl, hätten Sie denn da nicht schon 1976 drauf kommen können?

Schon komisch…

Servus Regina,

Das freut mich. Aber den eine Million Österreichern (und
hochgerechnet wahrscheinlich ein ähnlicher Prozentsatz in
Deutschland) geht es wahrscheinlich schlechter als es Dir
anfangs gegangen ist.

Das wird wohl kaum möglich sein. Ich hatte durch
Vollzeit-Erwerbstätigkeit weniger Geld zur Verfügung als ich
es mit Sozialhilfe gehabt hätte. Aber die öffentliche und
private Mentalität (das Anspruchsdenken) war anders.

So ist es auch in Österreich. Ich hab da was vermischt; Viele von den Armen arbeiten und kommen dennoch auf keinen grünen Zweig. Es gibt ja kaum billige Wohnungen, selbst für eine kleine gehen ganze Monatsgehälter drauf.

Ich kann natürlich nur für Österreich schreiben, und hier
kommt man mit der Sozialhilfe gerade so über die Runden.

Mehr kann man ja wohl auch nicht verlangen. Oder soll man mit
Sozialhilfe üppig leben können?

Das meinte ich nicht. Man soll ja nicht üppig leben können - überleben schon.

Eine liebe Freundin von mir, 4 Kinder. Sie ist mit der
Sozialhilfe nicht ausgekommen. Jetzt arbeitet sie sicher 50
Stunden am Tag. Wie sie die Belastung, gut 2 Kinder wohnen
jetzt beim Vater, schafft ist mir ein Rätsel. Arbeiten -
Kinder versorgen, Wohnung in Ordnung halten, und das Geld
reicht gerade mal so…

Ist mir nicht ganz schlüssig. Ihr Einkommen müßte eigentlich
auf die Sozialhilfe angerechnet werden, oder sie arbeitet
„schwarz“.

Natürlich bekommt sie jetzt keine Sozialhilfe … Mistverständnis.

Übrigens: Erwerbstätig mit zwei Kindern macht weniger Arbeit
als arbeiten, zwei Kinder und ein Mann im Haus :wink: Und das
ist ja gar nicht so selten …

dann ist der Mann aber schlecht erzogen :wink:

Bei beiden Beispielen handelt es sich zufällig nur um
Deutsche, aber bei Ausländern lassen sich auch genug Beispiele
finden. Und da finde ich es noch ein bißchen schlimmer. Bitte
jetzt keine künstliche Empörung …

Ist mir ein bissi egal ob In- oder Ausländer.

Mir nicht. Oder findest Du Deutsche, die in irgendein Ausland
gehen und sagen: Hier bin ich, nun gebt mir mal - Wohnung,
Kleidung, Essen, Gesundheitsversorgung … schließlich sind
wir zunächst dafür verantwortlich, für unsere eigene
Gemeinschaft ) zu sorgen. Andernfalls ist es für den
Staatshaushalt weder begrenzbar noch überschaubar noch
kalkulierbar. Das ist ja einer der Gründe dafür, daß das
Asylrecht oder die Einwanderung neu geregelt werden soll. Der
Staat hat zwar Geld-Druckmaschinen, aber er kann aus
volkswirtschaftlichen Gründen nicht beliebig viel Geld
drucken.

Nun, so ist es ja in den meisten Fällen nicht. Wir holen Arbeiter aus dem Ausland und Menschen kommen… nach vielleicht ein paar Jahren wird dieser Mensch arbeitslos, was dann? Er/sie hat doch genau so Sozialversicherung und Steuer bezahlt wie jeder andere…

Wir wohnen beide
in Ländern, die zu den reichsten der Welt gehören. Da sollte
niemand unverschuldet in wirkliche Armmut reinrutschen.

Stimme dem zu - oder es gibt nur wenig Fälle. Und für die ist
dann die Sozialhilfe da.

Genau…

Natürlich sollten arbeitsfähige Menschen auch arbeiten -
arbeiten können. Man kann ja schlecht von einem z. B.
50-jährigen verlangen, daß er arbeiten muß, wenn er sich
redlich um Arbeit bemüht, und ihn dann keiner nimmt, was dann?

Warum soll man das nicht verlangen können? Das Merkwürdige ist
nur, daß viele Leute Arbeit finden, wenn sie ohne Arbeit
keinen Sozialhilfeanspruch haben, z.B. wenn
unterhaltsverpflichtete Angehörige da sind. Warum soll man
nicht verlangen können, daß er vorübergehend eine
Aushilfstätigkeit annimmt, von mir aus unter seinem „Niveau“?

Ich meinte, daß es für viele ältere Menschen unmöglich ist, Arbeit zu finden. Selbst für Arbeiten unter seinem/ihrem Niveau. Da gibt es genug junge Menschen die schon bei diesen Jobs Schlange stehen.

Wünsche einen schönen Wochenanfang,
Regina

wünsche ich Dir auch
Servus, Herbert

Hallo Tom,
ich weiss nicht, wie Du auf die Idee kommst, ich wäre Beamter gewesen. Ich war Buchhalter, die längste Zeit in einem Mittel-
betrieb mit 70 - 80 Arbeitern und Angestellten. Nur so viel zu Beamten: Auch ich habe nicht die beste Meinung von Beamten. Aber auch dort gibt es sicher solche und solche. In erster Linie finde ich „wohlerworbene Rechte“ für einen Blödsinn. Wenn mein Arbeitgeber meinen Gehalt nicht aus seiner Tasche oder vom Firmenkonto zahlen muß, also nicht gewinnschmälernd ist, kann er leicht großzügig sein. zahlt sowieso der „Staat“
Karl.

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Servus Regina,

.

Mir nicht. Oder findest Du Deutsche, die in irgendein Ausland
gehen und sagen: Hier bin ich, nun gebt mir mal - Wohnung,
Kleidung, Essen, Gesundheitsversorgung … schließlich sind
wir zunächst dafür verantwortlich, für unsere eigene
Gemeinschaft ) zu sorgen. Andernfalls ist es für den
Staatshaushalt weder begrenzbar noch überschaubar noch
kalkulierbar. Das ist ja einer der Gründe dafür, daß das
Asylrecht oder die Einwanderung neu geregelt werden soll. Der
Staat hat zwar Geld-Druckmaschinen, aber er kann aus
volkswirtschaftlichen Gründen nicht beliebig viel Geld
drucken.

Nun, so ist es ja in den meisten Fällen nicht. Wir holen
Arbeiter aus dem Ausland und Menschen kommen… nach
vielleicht ein paar Jahren wird dieser Mensch arbeitslos, was
dann? Er/sie hat doch genau so Sozialversicherung und Steuer
bezahlt wie jeder andere…

Es ist ein großer Unterschied, ob man Arbeitslosengeld bezieht, das ist eine Versicherung gegen Arbeitslosigkeit. Oder ob man Sozialhilfe bezieht, das ist eine Sozialleistung, um in Not geratenen Menschen zu helfen und nicht um von, ich will es nun mal so ausdrücken, arbeitsunwilligen Menschen mißbraucht zu werden.
Karl

Mißverständnis

Nun, so ist es ja in den meisten Fällen nicht. Wir holen
Arbeiter aus dem Ausland und Menschen kommen… nach
vielleicht ein paar Jahren wird dieser Mensch arbeitslos, was
dann? Er/sie hat doch genau so Sozialversicherung und Steuer
bezahlt wie jeder andere…

Lieber Herbert, ich glaube, da herrscht ein grundsätzliches Mißverständnis.
Daß wir Arbeiter aus dem Ausland geholt haben, das war mal - und wo es heute in Einzelfällen noch der Fall ist, ist es auch o.k. Übrigens war es früher ein Ausweisungsgrund bzw. ein Grund für die Nicht-Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis, wenn ein Ausländer längere Zeit arbeitslos wurde. Arbeit und Aufenthaltserlaubnis waren Bedingungen, die zwingend aneinander gekoppelt waren.

Aber davon rede ich jetzt nicht. Mir sind Ausländer in Deutschland, die genauso unauffällig leben wie die Deutschen, vollkommen egal. Über die gibt es auch von meiner Seite überhaupt nichts zu reden.

Ich rede - wenn schon die Rede darauf kommt - nur über Asylbewerber und bestimmte ethnische Minderheiten, sehe sie an, denke auch an das mit ihnen schon Erlebte und mache mir meine Gedanken. Die habe ich zum Teil in den letzten zwei Tagen hier schon niedergeschrieben. Und im vergangenen Jahr habe ich eingehender darüber hier geschrieben.

Im letzten Jahr wurden 3 % der Asylbewerber in Deutschland anerkannt.

Sorry Karl!

Du sprachst halt von „Dienstjahren“ und „Pension“, eigentlich typischer Beamtenjargon. Da habe ich Dir wohl unrecht getan.
Also noch mal Enstschuldigung!

Gruß
Tom

Servus Karl

Es ist ein großer Unterschied, ob man Arbeitslosengeld
bezieht, das ist eine Versicherung gegen Arbeitslosigkeit.
Oder ob man Sozialhilfe bezieht, das ist eine Sozialleistung,
um in Not geratenen Menschen zu helfen und nicht um von, ich
will es nun mal so ausdrücken, arbeitsunwilligen Menschen
mißbraucht zu werden.

Darüber hab ich mich schon in meinem ersten Artikel: ‚Re: gerne eine Antwort‘ ausgelassen. Wie will man jetzt unterscheiden, ob z. B. ein älterer Langzeitsarbeitloser keine Arbeit findet, oder ob er absichtlich keine findet. Die Zeiten haben sich geändert; Gestern haben sie z. B jemanden gebraucht der am Jahrzweitausendproblem am Großrechner arbeitet, morgen ist er entlassen. Da hilft ihm keine Erfahrung, wenn Großrechner immer mehr von Client-Serverlösungen ersetzt werden.

Ist nur ein Beispiel, aber deren gibt es viele, in jeder Branche. Wie kann man jemanden der den Staat (uns) ausnützt von jenem/r unterscheiden, der/die wirklich Hilfe braucht?

Servus
Herbert

Servus Regina,

Nun, so ist es ja in den meisten Fällen nicht. Wir holen
Arbeiter aus dem Ausland und Menschen kommen… nach
vielleicht ein paar Jahren wird dieser Mensch arbeitslos, was
dann? Er/sie hat doch genau so Sozialversicherung und Steuer
bezahlt wie jeder andere…

Lieber Herbert, ich glaube, da herrscht ein grundsätzliches
Mißverständnis.

die dürften sich bei uns häufen :wink:

Daß wir Arbeiter aus dem Ausland geholt haben, das war mal -
und wo es heute in Einzelfällen noch der Fall ist, ist es auch
o.k. Übrigens war es früher ein Ausweisungsgrund bzw. ein
Grund für die Nicht-Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis,
wenn ein Ausländer längere Zeit arbeitslos wurde. Arbeit und
Aufenthaltserlaubnis waren Bedingungen, die zwingend
aneinander gekoppelt waren.

Ist bei uns in Österreich auch noch so.
Und dann gibt es folgendes Problem: Du brauchst Arbeit um bleiben zu können und eine Firma nimmt dich nicht so leicht auf, weil es bürokratische Hindernisse gibt. Welche? da kann ich eine Freundin fragen, die genau das mitgemacht hat. Zumindest bis du dir eine dauerhaft(er)e Aufenthaltsbewilligung erarbeitet hast.

Das mit der Aufenthaltsbewilligung finde ich auch gut so. Die betroffenen Menschen erarbeiten sich ja eine Wohnung, stecken oft viel Geld rein. Wenn sie ausgewiesen werden, weil sie eben Pech bei der Arbeitssuche haben riskieren sie in ihren Heimatländern Obdachlosigkeit…

Aber davon rede ich jetzt nicht. Mir sind Ausländer in
Deutschland, die genauso unauffällig leben wie die Deutschen,
vollkommen egal. Über die gibt es auch von meiner Seite
überhaupt nichts zu reden.

OK

Ich rede - wenn schon die Rede darauf kommt - nur über
Asylbewerber und bestimmte ethnische Minderheiten, sehe sie
an, denke auch an das mit ihnen schon Erlebte und mache mir
meine Gedanken. Die habe ich zum Teil in den letzten zwei
Tagen hier schon niedergeschrieben. Und im vergangenen Jahr
habe ich eingehender darüber hier geschrieben.

Im letzten Jahr wurden 3 % der Asylbewerber in Deutschland
anerkannt.

Bei Asylbewerbern fallen mir sofort jene Juden ein, die aus dem 3. Reich auswandern wollten. Da hat es einen bedrückenden Film gegeben: ‚Das Boot ist voll‘ Obwohl man gewußt hat, daß sie ermordet werden hat man sie zurückgeschickt.

Ich glaube, daß es eine Pflicht der Menschlichkeit ist, jemanden der in Todesangst an unsere Tür klopft nicht zurückzuweisen.

Vielleicht kann man ja innerhalb der EU eine Regelung treffen, damit nicht einige wenige Länder die meiste Last tragen.

Obwohl… 1 oder 2 Militärhubschrauber weniger…

Servus
Herbert

Hallo Tom,
(Verschmitzt lächelnd)
Aufklärung:
Pension ist Rente
Dienstjahre sind Lebensarbeitszeit
Irgendeinen Unterschied muß es ja zwischen „Altreich“ und „Ostmark“ ja geben.
Gruß Karl

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

und Kiesinger?

…ist/war völlig untragbar in der deutschen Politik.

und Kiesinger?

…ist/war völlig untragbar in der deutschen Politik.

Ok, damit lasse ich auch Deine Meinung im ersten Beitrag gelten.

Wie ich das sehe, hab ich ja weiter oben beschrieben.

hallo.

trotz deiner bitte ein langweiliger seitenhieb von mir: alle politiker haben mehr oder weniger dreck am stecken. ob das nun die spd is oder die cdu oder die grünen… wenn es der sache dient, bemüht jede partei schwarze schafe.
es gilt also nicht, dem volk die spd madig zu machen, oder die cdu, oder die grünen… denn die dann an die macht kämen, sind keine spur sauberer als ihre vorgänger.
es kommt für’s volk nur drauf an, wer die bessere politik macht.
es gilt also, das volk dafür zu sensibilisieren, seinen verstand zu benutzen. und wenn einer sagt „die grünen wähl ich nimmer, weil der fischer damals polizisten verprügelt hat“, tut er das sicher nicht. denn eine prügelei, die zig jahre zurückliegt, macht einen joschka nicht heute zu einem schlechteren politiker.

gruß

michael

Hallo Beobachterin

Im letzten Jahr wurden 3 % der Asylbewerber in Deutschland
anerkannt.

Aber warum nur so wenige?
Fakt ist: 3 % werden als Asylanten anerkannt. Weitaus mehr werden geduldet, weil die Internationalen Bestimmungen, die Deutschland unterschrieben hat, vielen den Aufenthalt ermöglichen.
Es ist eine paradoxe Situation: Im GG steht was von Asyl, die Bewerber (welch ein Wort) werden abgelehnt nach Deutscher Rechtssprechung, bekommen aber ein Bleiberecht, weil die Fluchtgründe zwar nicht vom Staat, wohl aber von der internationalen Gemeinschaft anerkannt werden.
Folge: Ein Asylant darf arbeiten (Die meisten wollen ihrem Gastland auch garnicht auf der Tasche liegen), ein Asylbewerber darf nicht. Ebenso hat ein Asylbewerber die sogenannte Residenzpflicht, soll heissen, er darf nur in einem Bestimmten Gebiet sich aufhalten. Verstösst er gegen diese Auflage, weil er jemanden woanders besuchen will, steigt gleich mal wieder die Statistik, in der „kriminelle“ Ausländer auftauchen.
Aber mit Sozialhilfe hat das jetzt direkt nix zu tun, oder…
Gruß und fruhes Schaffen

Weikko

Hallo Beobachterin

Im letzten Jahr wurden 3 % der Asylbewerber in Deutschland
anerkannt.

Aber warum nur so wenige?
Fakt ist: 3 % werden als Asylanten anerkannt. Weitaus mehr
werden geduldet, weil die Internationalen Bestimmungen, die
Deutschland unterschrieben hat, vielen den Aufenthalt
ermöglichen.

Was sind denn das für Bestimmungen, und wann und wo hat Deutschland die unterschrieben?

Schönen Gruß, die Beobachterin

Unreflektierte Ansichten und Doppelmoral
Hallo Karl!

Ich bin nicht gewillt, mit meinen Steuern (ich ging
nach zweiundvierzigeinhalb Dienstjahren in Pension),
Nichtstuer durchzufüttern.

Da brauchst Du sicherlich keine Angst zu haben, denn Du müsstest doch besser wissen als ich, dass Haider Deine Steuern nicht Notleidenden, sondern Unternehmen zuführen will. Denn im Gegensatz zu Sozialhileempfängerin knabbern diese ja wahrlich am Existenzminimum.
   Genug der Ironie… Wie auch immer Haiders Ausdrucksweise sein mag, so gilt festzuhalten, dass sie sich an simplen, unreflektierten Ansichten orientiert: Mit einfachen Worten einfache Menschen erreichen, denn diese sind stets „volksamer“ als jene, die sich ihm und seinen Ansichten entgegenstellen. Leider wird Haider in dieser Weise allzu überbewertet, wenn man bedenkt, dass solche Menschen auch zum Beispiel in Deutschlands DVU sitzen. Es hat etwas von Doppelmoral, wenn Aussenminister Fischer Jörg Haider Populismus vorwirft und dabei Gerhard Frey, der zudem Herausgeber der „Nationalzeitung“ ist, vergisst.
   Wenn von Deiner Seite der Begriff „z. T. wirkliche Sozialschmarotzer“ verwendet wird, so zeugt das ebenso von einer gewissen Ignoranz und der gleichen Unbedachtsamkeit, die man den Gegnern Haiders wegen seiner Wortwahl hier und „draussen“ vorgeworfen hat.
   Zu guter Letzt bliebe noch festzuhalten, woher die FPÖ kommt (vgl. VdU und später). Aus diesem Grund hätte gerade Haider seine Worte mit Bedacht wählen sollen und sich nicht zu bestimmten Äusserungen - ob nun unbeherrscht oder nicht - hinreissen lassen sollen, wenn er nicht will, dass man ihn in eine Ecke stellt. Doch wie aus Protokollen der Nationalrats-Sitzungen ersichtlich wird, besitzt er keine Kontrolle über sich, insofern braucht sich niemand zu wundern, wenn man gegen ihn angeht.

Eine - womöglich - rhetorische Frage zum Abschluss: Was hat die FPÖ bisher für die Menschen des Landes getan?

Marco

…dass Frau Röhl, die Tochter von Ulrike Meinhof, nun in
einem Brief an Bundespräs. Rau angekündigt hat, Herrn Fischer
wegen versuchten Mordes anzuklagen.

Ja liebe Frau Röhl, hätten Sie denn da nicht schon 1976 drauf
kommen können?

Da war sie wohl noch zu jung, schätze mal so um die 10 Jahre alt
Tatsächlich schon komisch, dass alles erst nach 30 Jahren hochgejubelt wird. Die Konservativen versuchen es halt überall, Haken und Ösen zu finden, um von ihren eigenen Peinlichkeiten abzulenken.
Sollen wir’s dem Joschka also verzeihen? So wie wir ja auch Herrn Filbinger und anderen verziehen haben?
Gruss, Stucki

Lächerlich

Aus diesem Grund hätte gerade
Haider seine Worte mit Bedacht wählen sollen und sich nicht zu
bestimmten Äusserungen - ob nun unbeherrscht oder nicht -
hinreissen lassen sollen, wenn er nicht will, dass man ihn in
eine Ecke stellt. Doch wie aus Protokollen der
Nationalrats-Sitzungen ersichtlich wird, besitzt er keine
Kontrolle über sich, insofern braucht sich niemand zu wundern,
wenn man gegen ihn angeht.

Lächerlin, wie hier mit zweierlei Maß gemessen wird.
Man hat Jörg Haider nichts anderes vorzuwerfen als das, was seit Bestehen der Bundesrepublik im Bundestag Usus war. Gegen die Ausdrücke, die dort gefallen sind, nimmt sich Haider mit seinem „Westentaschen-Napoleon“ für Chirac beinah wie ein armer Waisenknabe aus, also beruhigt Euch mal:

_In Fragen der Etikette waren die Parlamentarier noch nie besonders zimperlich. Den ersten Ordnungsruf im Deutschen Bundestag verzeichnet das Protokoll am 20. September 1949. Hetzer , schleuderte der KPD-Vertreter Karl Renner vom Plenum aus Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) entgegen.

Die Zahl der Ordnungsmaßnahmen für Parlementarier, die sich im Ton vergriffen, hat seit 1949 die Tausender-Marke überschritten. Es gibt kaum ein Schimpfwort, mit dem in den vergangenen 50 Jahren nicht der politische Gegner im Bundestag traktiert wurde.

Auf das Tierleben - Ratte, Schlange, Stinktier, feiger Hund, Karnickel - griffen die Volksvertreter ebenso zurück auf auf eine deftige Fäkalsprache. Festgehalten sind auch Begriffe wie Berufsrandalierer, Gangster, Galgenkandidat, Harzer Roller, Lackschuhpanther, Möchtegern-Schimanski, Nadenstreifen-Rocker. Petersilien-Guru, Putzlumpen, Massenmörder, Pistolero, Pogromhetzer oder Giftspritze.

Obwohl das Reservoir ziemlich ausgeschöpft war, fiel Findigen aber immer noch eine Neuschöpfung ein, um ins Protokoll zu kommen.

Zu den Novitäten aus den letzten Jahren gehörten der kläffende Goldhamster , der Betonbolschewist , die Beamtenkuh oder die Weihnachtsgans.

Als einsamer Spitzenreiter auf der Parlaments-Schimpfliste hat sich Herbert Wehner verewigt, der es auf 58 Ordnungsrufe in Bonn brachte. Zählt man seine verbalen Verstöße in seiner turbulenten Zeit im sächsischen Landtag während der Weimarer Republik hinzu, sind es etwa 100.

In die Fußstapfen Herbert Wehners zu treten, bemühte sich lange Zeit Joschka Fischer. Als Grünen-Fraktionschef sammelte er innerhalb von zwei Jahren gleich ein Dutzend Ordnungswidrigkeiten.

Heiner Geißler titulierte er als Eckensteher , den CDU-Abgeordneten Althammer als christliche Dreckschleuder , Bundesinnenminister Friedrich Zimmermann war für ihn ein bleifreier Hanswurst und US-Präsident Ronald Reagan ein schießwütiger Zelluloid-Cowboy.
Eine eigene Spezies in der Bonner Schimpfsammlung waren jahrelang auch Chauvi-Sprüche. Sie sehen besser aus, als sie reden , rief Michael Glos von der CSU der SPD-Kollegin Anke Martiny zu.

Auch Helmut Kohl reihte sich mit einem Ausrutscher ein. Wenn ich Sie betrachte, verstehe ich, daß Sie für die Gleichberechtigung der Männer eintreten , ließ er Herta Däubler-Gmelin von der SPD von oben herab wissen. Der Kanzler entschuldigte sich später dafür.

Gelegentlich wurden nicht nur verbale Ausrutscher, sondern auch andere parlamentsfremde Praktiken gerügt. So bekam die Grünen-Abgeordnete Gertrud Schilling in den lebhafteren Tagen ihrer Partei 1989 einen Ordnungsruf, weil sie eine Frisbee-Scheibe durch den Plenarsaal schweben ließ, um gegen Tiefflüge zu demonstrieren.

Ihrem Fraktionskollegen Christian Ströbele wurde das Wort entzogen, weil er sich am Rednerpult aus Protest gegen das Vermummungsverbot bei Demonstrationen Sonnenbrille und Mütze aufsetzte.

Trotz schlechter Umgangsformen und sprachlicher Ungehörigkeiten im Plenum hielten es die meisten Parlamentarier mit einem vielzitierten Wort von Hans Dichgans: Ich möchte hier leidenschaftlich für das Recht der Abgeordneten eintreten, Unsinn zu reden. Es ist eines der Grundrechte des Parlaments , hatte der erfahrene CDU-Parlamentarier 1967 geworben._

Hallo!

Gerade weil sich andere so verhalten, sollte das nicht heissen, dass man es ihnen nachmachen muss. Das klingt wie diese Anekdote über den Ja-Sager, der sich vor die versammelte Gruppe stellt und erklärt: „Ich bin kein Ja-Sager! Wenn der Chef ‚nein‘ sagt, sage ich auch ‚nein‘!“
   Zudem ist es geschichtlich erhärtet, wohin solche rechtsextremen Aussagen Haiders führen. Und hinterher will’s wieder keiner gewesen sein und eine kollektive Amnesie zieht sich über die Länder. Schon aus diesem Grund gilt es sich gegen diese Leute zu wehren, wenn man ihnen nicht den roten Teppich erst zur Macht und anschliessend zur Diktatur bereiten will. Nichts gegen Leidenschaft, aber wer sich auf den Sitzungen nicht unter Kontrolle hat und nur Stammtischsprüche ablässt, darf niemals Kontrolle über ein Land bekommen. Leider scheint die Masse allerdings stets jemanden zu brauchen, der sie führt. Lächerlich mag ich das nicht nennen.

Marco

PS: Schade, dass Du nicht die Quelle genannt hast.

Hallo!

   Zudem ist es geschichtlich erhärtet, wohin solche

rechtsextremen Aussagen Haiders führen. :Marco

PS: Schade, dass Du nicht die Quelle genannt hast.

Ich habe doch die Quelle genannt. Es war ein dpa-Artikel - aber er ist natürlich nicht in einer Zeitung erschienen, wenigstens ist mir das nicht bekannt. Es dürfte doch längst klar sein, daß nur veröffenlicht wird, was genehm ist und daß die Nachrichten von den Medien selektiert werden.

Und noch eine Frage: Wohin sollen eigentlich solche „rechtsextremen Aussagen Haiders“ führen? Glaubst Du (und andere) eigentlich, daß Haider & Co. schon Pläne für neue Konzentrationslager bereit halten, die sie sofort errichten, sobald sie an der Macht sind, oh Lord! Anders kann ich mir die Hetze und die Volksverhetzung gegen „die Rechten“ inzwischen nicht mehr erklären.
Geh mal in mein Forum und schau nach, wie die Presse berichtet, da findest Du heute wieder mal zwei schöne Beispiele, ich kann ja hier nicht alles doppelt posten.

http://chat.com-online.de/perl/forum.pl?id=8917