Missbrauchsfälle

Hallo,

Wie ist es möglich, dass Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche nicht geahndet werden? Sind die Justitsbehörden nicht verpflichtet, solche Fälle zu untersuchen und Anklage zu erheben?

Lesen bildet:
http://www.welt.de/regionales/muenchen/article120446…
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/missbrauchspro…
http://www.hna.de/lokales/fritzlar-homberg/kinderpor…

Woanders wurde auch viel vertuscht.
http://www.zeit.de/gesellschaft/familie/2014-02/grue…

Ich bin kein Jurist, sondern ausgebildete Religionslehrerin, allerdings im Gegensatz zu Ihnen ganz gut informiert, weil ich in den letzten 10 Jahren im kirchlichen Bereich gearbeitet habe.
Sie haben ja schon ein paar Links zur Info erhalten. Lassen Sie sich bitte nicht von Medien irreführen, sondern informieren Sie sich gründlicher.
Lange Zeit sind tatsächlich viele Missbrauchsfälle vertuscht worden. Und zwar nicht nur im kirchlichen Bereich, sondern auch im öffentlichen und privaten. Das ist furchtbar.
Inzwischen ist das anders. Diözesen haben reagiert, Priester sind entlassen oder verurteilt worden. Die Kirchen haben eigene Untersuchungskomissionen und eigene Gerichte. Die Geschädigten entscheiden, ob sie Schmerzensgeld oder ein Verfahren möchten.
Anklage wird nur in manchen Fällen von Justizbehörden erhoben. Manches wird von den Kirchen weitergeleitet, aber nicht alles. Nachdem ich aber kein Jurist bin, möchte ich Sie darauf hinweisen, dass Sie die beste Info bei Ihrer eigenen Diözese finden (Öffentlichkeitsarbeit).

Meine Frage bezog sich lediglich auf die rechtliche Situation. Wenige genannte Einzelfälle bei tausenden Vorkommnissen sind da nicht sonderlich hilfreich.

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Der Vatikan müsse angesichts Tausender Missbrauchsfälle endlich handeln. Die Kirche müsse sich von Priestern trennen, die des Kindesmissbrauchs verdächtigt oder sogar überführt wurden. Diese sollten umgehend aus ihren Ämtern entfernt und den staatlichen Behörden überstellt werden, forderte das UN-Kinderschutz-Komitee in einem Bericht.

Lesen bildet:
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/vatikan-…

Moin,

Woanders wurde auch viel vertuscht.
http://www.zeit.de/gesellschaft/familie/2014-02/grue…

klar und somit muss man die Fälle der Kirche verzeihen.
Ich finde es zum Kotzen, wenn man eigene Fehler rechtfertigen, oder zumindestens verharmlosen will, indem man auf die anderer zeigt.

Die Äußerungen offizieller Stellen des Vatikans auf die Vorwürfe der UNO sprechen Bände der Uneinsichtigkeit und Arroganz!

Ein wenig Bescheidenheit täte gut, aber das wäre wohl zu viel verlangt von solch einem heiligen Verein, dessen Chef per Dekret unfehlbar ist.

Gandalf

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Moin,

möchte ich Sie darauf
hinweisen, dass Sie die beste Info bei Ihrer eigenen Diözese
finden (Öffentlichkeitsarbeit).

das ist doch jetzt hoffentlich nicht Dein Ernst!
Ich frage doch auch nicht die Mafia oder die Hells Angels über Drogenproblematik

Gandalf

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Meine Frage bezog sich lediglich auf die rechtliche Situation.
Wenige genannte Einzelfälle bei tausenden Vorkommnissen sind
da nicht sonderlich hilfreich.

Nicht einzelfälle. Das war organisiert und sollte sogar legalisiert werden. Auch die Odenwaldschule hängt damit zusammen.

auch moin

möchte ich Sie darauf
hinweisen, dass Sie die beste Info bei Ihrer eigenen Diözese
finden (Öffentlichkeitsarbeit).

das ist doch jetzt hoffentlich nicht Dein Ernst!
Ich frage doch auch nicht die Mafia oder die Hells Angels über
Drogenproblematik

wieso nicht ?
haben die keine pressestelle ??
:wink:

gesternte grüße

Hallo,

auch nicht die abschließende Antwort auf deine Frage … aber ein kleiner Mosaikstein. In dem Gutachten der Kanzlei sind außerdem einige sehr interessante Anmerkungen zu dem Thema.

http://www.kapuziner.org/dprov/notfall/meldungen.php

Schöne Grüße

vV

Bitte nennen Sie konkrete Beispiele, nach denen bekanntgewordene Mißbrauchsfälle nicht geahndet wurden oder werden. Sowohl die kirchlichen als auch die staatlichen Behörden sind verpflichtet, die Fälle bei begründetem Verdacht sofort zu untersuchen. Problem war und ist, daß offenbar immer noch nicht sämtliche Opfer Anzeigen eingebracht haben. Dies hat sich jedoch insgesamt verbessert. Mit besten Grüßen!

Hi
sicher, dass du richtig informiert bist?
Der „Staat“ muss Straftaten verfolgen, sobald sie bekannt und noch nicht verjährt sind. Oft scheitert es an letzterem. Ein verjährte Straftat darf nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden.
Die Kirche ist jedoch in der Hinsicht freier und kann auch nach Jahrzehnten einen Priester noch entlassen (mit allen Konsequenzen).

Gruß
HaWeThie

Hallo,

diese Aussage ist in dieser Pauschalität Blödsinn! Es steht außer Frage, dass sich nicht unerhebliche Teile der katholischen Kirche bei dem Thema sicherlich nicht mit Ruhm bekleckert haben. Aber das gilt nicht für die gesamte katholische Kirche. Mir sind persönlich allein zwei Fälle bekannt, in denen man von Seiten des hiesigen Bistums sich ganz sicherlich nicht vorwerfen lassen muss, irgendetwas beschönigt oder vertuscht zu haben. Und das sind Fälle, die schon lange vor der großen Medienaufmerksamkeit für dieses Thema lagen. Und das waren beides Fälle, die in der Bandbreite vorstellbarer Sexualdelikte noch eher in der unteren Hälfte lagen (kein Einsatz von körperlicher Gewalt, kein vollzogener Sexualakt), und es nicht um regelmäßigen Missbrauch über große Zeiträume und diverse Opfer ging, sondern die Sache schnell aufgedeckt und dann auch angemessen bearbeitet wurde.

Es stellt sich mir allerdings auch die Frage, warum so getan wird, als ob eine durch die Kirche selbst - aus nachvollziehbaren oder eben auch aus nicht nachvollziehbaren Gründen - unterlassene Anzeige alleine dafür verantwortlich gemacht wird, dass Strafverfolgung unterblieben ist?

Jedermann, der von einer Straftat erfährt oder den Verdacht einer Straftat hat, kann diese bei den zuständigen Stellen zur Anzeige bringen. D.h. ein Opfer, dessen Eltern, Lehrer, … die Kenntnis erlangt oder einen Verdacht gehabt haben, hätten dies jederzeit innerhalb der Verjährungsfrist erfolgreich zur Anzeige bringen können. Und ich werden in einigen Fällen den Verdacht nicht los, dass hier kirchlichen Institutionen das Fehlen „hellseherischer Fähigkeiten“ jetzt nachträglich vorgeworfen wird, wenn berichtet wird, dass man sich nie an kirchliche Stellen gewandt hat, zu denen man kein Vertrauen hatte (berechtigt oder auch nicht), selbst keine Strafanzeige erstattet hat, und jetzt der Kirche den Vorwurf macht, sie hätte Dinge nicht zur Anzeige gebracht, die sie - wie und warum auch immer - „hätte wissen müssen/gewusst haben soll“ - aber woher und durch wen eigentlich?

Dass „immer schon im ganzen Dorf geredet wurde“, bietet nun mal keine Garantie dafür, dass dieses Gerede auch irgendwann mal die 50 Km zum nächsten Generalvikariat überspringt, und dort beim richtigen Menschen dazu führt, dass der der Sache - nur aufgrund von Hörensagen - intensiv nachgeht. Zumal man bedenken muss, dass so ein Vorwurf - ob berechtigt und nachweisbar oder auch nicht - immer an einem entsprechend in den Fokus geratenen Menschen hängen bleiben wird. Also bitte mal das Sieb einsetzen, und gedanklich mal zwischen den Dingen abschichten, die wirklich den zuständigen Stellen nachweislich positiv zur Kenntnis gebracht worden sind, und denen die sich auf „hätten sie doch wissen müssen“, basieren.

Gruß vom Wiz

Gruß vom Wiz

Moin,

das ist aber auch nicht dein Ernst, hier jemand anzugreifen weil er so ehrlich war, Ross und Reiter zu nennen.

Wieso soll man der Kirche nicht das selbe Vertrauen in dieser Angelegenheit zur Aufklärung zubilligen wie z.b. Partein oder der Odenwaldschule?

Gewisse Fakten kann man sogar relativ leicht überprüfen, wie die Zahl der verurteilungen oder die der Entlassungen.

Und glaubst du im Ernst, ein Staatswalt könnte es sich leisten, einem solchen Verdacht, gerade wenn er die Kirche betrifft, nicht mit wirkliche allen Möglichkeiten nach zu gehen? Der würde doch in gewissen „Medien“ sofort zerrissen, wenn nur der Hauch eines Verdachtes bestehen würde.

Gerade in solchen Diskusionen wird mir klar, wie ein Mob entsteht, dem Fakten egal sind…

peinlich was du hier schreibst, es wurde zu keiner stelle gesagt, das man es verzeihen muss, weil es andere auch tun.

du übersiehst komplett und zum schaden der opfer, das nicht NUR ein problem einer gruppe ist, sondern das wir diese problem in der gesamten gesellschaft haben

aber kirchenbashing ist doch in mode, die vielen opfer, die in schulen, vereinen und der hauptteil, der in der familie und durch nahe bekannte missbraucht werden sind für solche leute wertlos und brauchen scheinbar keine hilfe und schutz

aber es ist immer einfach auf die böse kirche zu schimpfen…

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Hallo,

jedem Anfangsverdacht müssen die Ermittlungsbehörden nachgehen, gegen jeden wird ermittelt, die einzige Ausnahme können Diplomaten bzw Politiker sein, wenn deren Schutz nicht aufgehoben wird.

Einen Freibrief für Kirchen gibt es nicht.

hth

gute idee, wir veruteilen jeden bei verdacht, sowas wie die unschuldsvermutung darf es bei sowas wie kindesmissbrauch nicht geben,

ok, ich vermute mal, wir brauchen schnell jede menge gefängniszellen, aber wir habens doch…

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Wie ist es möglich, dass Missbrauchsfälle in der katholischen
Kirche nicht geahndet werden? Sind die Justitsbehörden nicht
verpflichtet, solche Fälle zu untersuchen und Anklage zu
erheben?

Lachhaft. Im Gegensatz zu dem Umgang mit der grünalternativen Pädophilie haben sowohl die katholische Kirche selbst als auch die Strafverfolgungsbehörden bei der Aufarbeitung nichts schleifen lassen.

s.