Mit 37 Jahren noch bei Eltern

Hallo zusammen,

ich mache mir so Gedanken um meinen Bruder. Der lebt mit 37 Jahren immer noch bei unseren Eltern und macht keine Anstalten jemals auszuziehen.
Andererseits fehlt ihn eine Paarbeziehung. Meiner Meinung ist soetwas nur möglich wenn er sich von den Eltern abnabelt.

Ich habe Ihm schon mehrmals gesagt das er sich auf eigene Füsse stellen muss. Allerdings ohne Resonanz. Mittlerweile frage und rate ich ihn disbezüglich zu nichts mehr. Meine Frau meint allerdings ich soll ihm mal wieder in den Hintern treten.

Ist das normal? Was hält Erwachsene Kinder bei den Eltern?
Was kann ich als Bruder tun? Ist ihm noch zu helfen?

Ja, wenn Deine Frau das meint . . .
Hallo harwin,

Du meinst aktiv werden zu müssen, weil Deine Frau meint, Du müsstest ihm Mal wieder in den Hintern treten - ja?

So richtig weisst Du also auch nicht, was Du zu tun hast - oder warum meint Deine Frau, Dir das sagen zu müssen? Sag´ ihr doch einfach, sie soll ihn gefälligst selber treten, wenn ihr so danach ist.

Warum glaubt Ihr überhaupt, dass Ihr Euch den Kopf des Bruders zerbrechen müsst - ist er offensichtlich unglücklich oder gar unmündig - oder befürchtet Ihr Nachteile (ggf. irgendwann mit Erbschaft z. B.) oder dass Ihr sonst zu kurz kommt?

Aus Deinem Posting wird mir Deine/Eure Motivation nicht klar genug, warum Ihr meint, dass Deine Bruder zu Hause ausziehen soll - wie stehen denn die Beteiligten (Bruder und Eltern) überhaupt dazu. Habt Ihr deren Meinung berücksichtigt?

Hallo,

…und dann gibt es noch Eltern, die wohnen bei ihren Kindern. Wo ist das Problem? Du hast ein EIGENES Leben und Dein Bruder ist für das Seine zuständig. Nur weil er der in Deutschland üblichen Regel widerspricht, muss das nicht gleich heißen, dass er damit unzufrieden ist.

Unzufrieden würde ich wahrscheinlich dann, wenn mein Bruder mich wie ein kleines Kind behandeln würde und mir das Gefühl vermitteln würde, dass ich mein eigenes Leben nicht gebacken bekomme. Würde er mich in den Hinter treten, kannst Du Gift darauf nehmen, dass ich ZURÜCKTRETEN würde!

Also, wie unzufrieden ist er denn nun? Aus SEINER Sicht (versteht sich)

LG
Frank

Hallo Harwin!

Ein nettes Filmchen zu diesem Thema:

„Tanguy der Nesthocker“-schaut euch den mal an und ihr werdet das ganze vielleicht mit mehr Humor sehen :wink:
Aber mal im Ernst: Deine Eltern und dein Bruder müssen doch miteinander klarkommen-ob das „normal“ ist sei mal dahingestellt-solange sich alle direkt Beteiligten damit wohlfühlen.
Wo ist das Problem? Oder liegt er deinen Eltern auf der Tasche,sprich hat keinen Job,und du hast Angst um seine finanzielle Zukunft?
Ansonsten wirst du sowieso nicht viel an der Situation ändern können.

Gruß Anja

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Harwin
Dein Brüderchen hat ja 3 Eltern, wie’s aussieht.
Vater, Mutter und - Dich.
Ganz schön anstrengend (für alle Beteiligten).
Ich denke mal, am besten wird es sein, keinen (brüderlichen) Druck auszuüben.
Gruß,
Branden

Moin Harwin,

ich möchte Dir im Gegensatz zu den anderen Mut machen, Dich in die Angelegenheit einzumischen.

Wenn jemand mit 37 Jahren bei seinen Eltern wohnt, dann zeugt das von Abhängigkeit. Und das ist auf Dauer für niemanden gesund. Man muss seine eigenen Erfahrungen machen, Höhen und Tiefen des Lebens genießen und selbst meistern. So gewinnt man Selbstsicherheit.

Lieben Gruß,
Sebastian

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

an andere denken

Warum glaubt Ihr überhaupt, dass Ihr Euch den Kopf des Bruders
zerbrechen müsst - ist er offensichtlich unglücklich oder gar
unmündig - oder befürchtet Ihr Nachteile (ggf. irgendwann mit
Erbschaft z. B.) oder dass Ihr sonst zu kurz kommt?

Wenn zwei, die mitten im Leben stehen, sich Sorgen um jemand anderen machen, dann kann ich mir vorstellen, dass sie mehr Urteilsfähigkeit haben, als jemand, der mit 37 bei seinen Eltern lebt. Es sei denn er pflegt seine Eltern oder ähnliches, aber das ist aufgrund des Postings nicht zu vermuten.
Es geht nicht darum, ob der Bruder unzufrieden ist, ob er und seine Eltern sich wohlfühlen, oder was normal ist, sondern was gut für den Bruder ist. Dieser Psychotherapeuten-Mist „jeder ist für sich selbst verantwortlich“ bringt die Gesellschaft nicht wirklich weiter. Aber dass man in diesem Brett so denkt, ist natürlich logisch.

Aus Deinem Posting wird mir Deine/Eure Motivation nicht klar
genug, warum Ihr meint, dass Deine Bruder zu Hause ausziehen
soll - wie stehen denn die Beteiligten (Bruder und Eltern)
überhaupt dazu. Habt Ihr deren Meinung berücksichtigt?

Klar, das ist wichtig zu betrachten. Aber pauschal erstmal die Motivation in Frage zu stellen find ich engstirnig! Wer gesund ist, der denkt ganz automatisch an andere! So ist meine Meinung!

Gruß,
Sebastian

3 „Gefällt mir“

Hallo harwin,

mich würde interessieren, ob deine bzw. eure Eltern diese Situation als belastend empfinden, dass ihr 37 Jahre alter Sohn noch bei ihnen wohnt.

Dann noch, wie dein Bruder argumentiert, wenn du ihn darauf ansprichst. Totale Ablehnung? Angst? Bequemlichkeit? Geld?

Viele Grüße

Schnuffelmu

Nein, sie unterstützen das sogar. Ich bin zwar selbst mir Mitte 20 ausgezogen doch es war schon damals so das es meine Eltern nicht unterstützt haben sondern eher es zu Äußerungen kam wie:

" Wenn Du bei uns wohnen bleibst kannst Du Dir einiges sparen und irgendwann dann mal ein Haus bauen".

Mir war das nur irgendwann zu blöd.

Meiner Meinung ist
soetwas nur möglich wenn er sich von den Eltern
abnabelt.

anscheinend sind es ebenso deine Eltern, die die Nabelschnur festhalten.

Ich habe Ihm schon mehrmals gesagt das er sich auf
eigene
Füsse stellen muss.

wieso sollte er?

Mittlerweile
frage und rate ich ihn disbezüglich zu nichts mehr.

Das waere so, als wuerde dir jemand raten, den Arbeitgeber zu wechseln. Wieso solltest du? Laeuft doch alles prima.

Meine Frau
meint allerdings ich soll ihm mal wieder in den Hintern
treten.

Was hat deine Frau damit zu tun?

Ist das normal? Was hält Erwachsene Kinder bei den
Eltern?

die Eltern

Was kann ich als Bruder tun?

mit den Eltern reden. Aber ich denke, du kannst nichts machen und das musst du auch nicht. Ich breche keinem Fallschirmspringer das Bein, nur um ihm zu beweisen, dass sein Job gefaehrlich ist.

Ist ihm noch zu helfen?

weiss nicht, ob er Hilfe braucht. Auf jeden Fall wirst du alleine und auch nicht mit deiner Frau es schaffen, dass er das Haus seiner Eltern verlaesst.

Ich habe meine Bruder das mal ein paarmal gesagt das es auf Dauer nicht gut ist. Und dann habe ich es einfach sein lassen.

Meine Frau will das ich meinem Bruder helfe. Und zwar aus der Abhängigkeit raushelfe. Einerseits hat sie Recht das er hilfe braucht, ich meine schon auch das ich es ihm nicht aufzwingen kann, und das er es selbst merken muss was auf Dauer gut für ihn ist.

Er liegt meinen Eltern nicht auf der Tasche, er hat einen festen Job lässt sich halt bekochen, Wäsche waschen, Putzen, Einkaufen etc.

Das der nicht selbständig wird ist doch normal. Er will eine feste Partnerin aber welche Frau macht sowas mit? Zumindestens keine Deutsche.
Und andererseits leidet er darunter. Er will sich ein Haus bauen hat Geld angespart kommt aber nicht in die Gänge. Er hat einfach Angst dem ganzen nicht gewachsen zu sein. So sagte er es.

Er leidet sehr wohl darunter

Er leidet sehr wohl an seiner Unselbständigkeit. Vieles wird ihm von meinem Eltern abgenommen. Übrigens haben sie das bei mir auch gemacht.

Er ist in manchen Dingen einfach zu naiv, und hat Ängste traut sich aber nicht zum Psychologen.

Seitdem ich ausgezogen bin hatte er keine Partnerin mehr. Das ist jetzt über 15 Jahre her. Meine Mutter hat mich früher so Begluckt.
Heute macht sie es bei meinen Bruder.

Er will ein Haus bauen kommt aber weil er so unselbständig ist nicht in die Gänge. Er sagt er hat diverse Ängeste und traut es sich halt nicht zu. Er wartet darauf das ich mit ihm ein Doppelhaushälfte auf den Bauplatz stelle den wir bekommen haben. Doch ich wohne mit meiner Frau in einer Eigentumswohnung.
Er bekommt vieles alleine nicht gebacken.

Warum glaubt Ihr überhaupt, dass Ihr Euch den Kopf des Bruders
zerbrechen müsst - ist er offensichtlich unglücklich oder gar
unmündig - oder befürchtet Ihr Nachteile (ggf. irgendwann mit
Erbschaft z. B.) oder dass Ihr sonst zu kurz kommt?

Mein Bruder redet darüber das er unzufrieden ist. Er hat diverse Ängste z. B. traut er sich nicht mehr zu verreisen, er sagt klar das er Angst hat vor dem Schritt sich ein Haus zu bauen.

Für mich ist klar wenn man ein Haus bauen will dann muss man sich informieren, und dann das Risiko abwegen. Und dann wenn ich mir klar bin ich kann es angehen dann gehe ich das Risiko ein. Bei meinem Bruder kann ich nur sehen das er darauf wartet das ich ihm unterstütze und mit ihm ein Haus baue, doch ich bin bereits versorgt.

Deine blauen Augen
Hallo Sebastian,

Wenn zwei, die mitten im Leben stehen, sich Sorgen um jemand
anderen machen, dann kann ich mir vorstellen, dass sie mehr
Urteilsfähigkeit haben, als jemand, der mit 37 bei seinen
Eltern lebt . . .

Wie kommst Du darauf? Was ist so „schlimm“ daran, mit 37 Jahren Lebensalter bei bzw. mit den Eltern zu leben? Ich kann mir aus dem Stegreif etliche Gründe/Motivationen vorstellen, die nichts Ehrenrühriges haben, um so zu leben. Mir sind auch einige vergleichbare Fälle bekannt, bei denen ich gar nciht auf die Idee käme, dass da was nicht stimmen könnte. Heute mag es ungewöhnlich sein, allerdings muss es deshalb doch nicht verkehrt oder schlecht sein?!

. . . Es sei denn er pflegt seine Eltern oder
ähnliches, aber das ist aufgrund des Postings nicht zu
vermuten.

Warum sollte ein erwachsener Mensch eine solche Begründung brauchen, um mit 37 Lenzen im Elternhaus „leben zu dürfen“? Oder „ticken“ die Eltern ggf. nicht richtig, weil sie ihren erwachsenen Sohn (noch) nicht rausgeworfen haben?

Es geht nicht darum, ob der Bruder unzufrieden ist, ob er und
seine Eltern sich wohlfühlen, oder was normal ist, sondern was
gut für den Bruder ist.

Wurde der denn gefragt?

Dieser Psychotherapeuten-Mist „jeder
ist für sich selbst verantwortlich“ bringt die Gesellschaft
nicht wirklich weiter. Aber dass man in diesem Brett so denkt,
ist natürlich logisch.

???

Klar, das ist wichtig zu betrachten. Aber pauschal erstmal die
Motivation in Frage zu stellen find ich engstirnig! Wer gesund
ist, der denkt ganz automatisch an andere! So ist meine
Meinung!

Ist das Deine bisherige Lebenserfahrung? Ich habe bisher beobachtet und stelle immer wieder fest, dass Menschen, die als „gesund“ (und erfolgreich) angesehen/eingeschätzt werden, in erster Linie an SICH bzw. an eigene Vorteile denken. Dass man dabei auch an andere denkt, sei es, weil sie einem nützlich sein könnten oder weil sie einem im Wege sind, ist klar, hat aber eine ganz andere Motivation.

Antwort

anscheinend sind es ebenso deine Eltern, die die Nabelschnur
festhalten.

Ja, so sehe ich das auch

wieso sollte er?

Weil es seine Entwicklung so stark gehemmt hat das er Ängeste bekommen hat. Er ist bezüglich gleichaltriger und sogar jüngeren Frauen eher unselbständig und unreif. Er wünscht sich eine Partnerin.

Das waere so, als wuerde dir jemand raten, den Arbeitgeber zu

wechseln. Wieso solltest du? Laeuft doch alles prima.

Weil er mein Bruder ist, und weil ich mich um ihn Sorgen mache in gewisser Weise. Ich wünschte mir das er seine Ziele verwirklichen kann ohne das ihn meine Eltern daran hindern. Sie reden ihm auch oft etwas aus.

Was hat deine Frau damit zu tun?

Sie macht sich auch Sorgen um meinen Bruder.

weiss nicht, ob er Hilfe braucht. Auf jeden Fall wirst du
alleine und auch nicht mit deiner Frau es schaffen, dass er
das Haus seiner Eltern verlaesst.

Das befürchte ich !

Hintergrund
Hallo harwin,

danke für diese Informationen - dadurch bekommt der Fall m. E. allerdings eine andere „Gewichtung“. Was Du beschreibst, ist kaum mit einem (oder mehreren) Tritt(en) in den Hintern zu erreichen oder gar zu heilen.

Für mich klingt das nach einer psychischen Erkrankung Deines Bruders und ein erster Schritt könnte sein, dass er seinem Hausarzt offen sagt, was mit ihm los ist, seine Ängste beschreibt und zusammen mit dem Arzt nach Lösungen sucht. Vielleicht kannst Du Deinen Bruder motivieren oder gar begleiten beim ersten Schritt . . .

Ich halte es für unwahrscheinlich, dass Dein Bruder in seiner momentanen Verfassung ein Projekt wie Hausbau anfangen kann und will.

Das kenne ich von meiner Mutter.
Wenn du noch da wohnen bleibst, wir haben ja dann und wann eine grössere Summe Geld zur verfügung, kannst du dir ja eine Wohung kaufen oder wir unsterstützen dich bei dies und jenen.
Sie hat es sicher sehr gut gemeint und wollte nur mein bestets. Aber loslassen konnte sie nie.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

hallo harwin,

so lange der leidensdruck nicht groß genug ist, wird er nicht ausziehen.
er wird in diesem falle erst nach dem ableben der eltern sich auf die eigenen beine stellen.

strubbel
B:open_mouth:)

2 „Gefällt mir“

Mein Bruder redet darüber das er unzufrieden ist. Er hat
diverse Ängste z. B. traut er sich nicht mehr zu verreisen, er
sagt klar das er Angst hat vor dem Schritt sich ein Haus zu
bauen.

Für mich ist klar wenn man ein Haus bauen will dann muss man
sich informieren, und dann das Risiko abwegen. Und dann wenn
ich mir klar bin ich kann es angehen dann gehe ich das Risiko
ein. Bei meinem Bruder kann ich nur sehen das er darauf wartet
das ich ihm unterstütze und mit ihm ein Haus baue, doch ich
bin bereits versorgt.

Lieber Harwin!

Was soll das überhaupt mit dem Hausbau???
Solange er keine Beziehung/Partnerin/Familie hat,reicht es doch fürs erste,wenn er sich eine kleine Wohnung mieten würde.Da braucht er doch kein Haus,wo er abends nach er Arbeit alleine sitzt.
Vielleicht reicht erstmal eine teilmöblierte Wohnung, um ihm die Anschaffungssorgen und die damit verbundenen Umständen etwas zu erleichtern.Ich nehme mal an,das dein Bruder auch keinen großen Freundeskreis hat.Mangels Selbstvertrauens und dadurch resultierende immense Kontaktängste zu anderen Menschen wird er seine Probleme erst los,wenn er sich ihnen stellt.Du kannst ihn nur dahingehend unterstützen,indem du ihm anbietest ihn zum Arzt/Therapie zu begleiten.Aber der unbedingte Wille und die Initiative muss von deinem Bruder kommen-sonst bringt es nichts.Das ist wie bei allen Abhängigen so.Da müsst ihr ansetzen und die Probleme am kragen packen!

Gruß Anja