Mit Baby auf dem Fahrrad!

Oder ganz einfach: Wenn sie sich schon ein Rad und ein
Tragetuch leisten kann, dann ist doch sicher noch ein
Fahrradanhänger mit passender Baby-Liege drin.

Wie kommst du denn auf so ein hohles Argmument. Das ist ja so
wie: Wer sich eine Waschmaschine leisten kann, kann sich auch
einen Trockner leisten. Wie kommst du ueberhaupt auf sowas?

Der Vergleich hinkt so ein kleines bisschen. Eine geeignete Transportmöglichkeit für das Kind ist kein Luxus (wie ein Trockner) sondern eine notwendige Investition wenn man schon unbedingt mit dem Fahrrad und Baby unterwegs sein muss.

Hast du irgendwann in deinem Leben schon mal versucht, mit
einer bestimmten begrenzten Geldmenge auszukommen?

Ja, täglich!

Scheint irgendwie nicht so.

Wie man sich täuschen kann…

Falls du das nicht begriffen hast den
Fahrradanhaenger muesste man sich ja zusaetzlich zum
Fahrrad (und wohl auch zum Tragetuch, man faehrt ja nicht
immer Fahrrad) kaufen.

Ach so, lieber verzichtet man auf den geeigneten Schutz des Kindes anstatt auf die eigene Bequemlichkeit zu verzichten? Ich denke, ich verstehe recht gut…

Nehmen wir an, eine junge Mutter, eine junge Familie lebt ohne
Auto. Vielleicht aus Umweltbewusstsein, vielleicht um Geld zu
sparen. Die Mutter muss aus irgendeinem Grund in 4-5 km
Entfernung etwas erledigen. Vielleicht einkaufen, vielleicht
Behördengänge erledigen, ihre Eltern besuchen, Freunde
besuchen, sich in eine Weiterbildung eintragen oder was auch
immer. Nehmen wir an, Busse fahren nur sehr sporadisch und mit
Umwegen und Umsteigen.

Und das ist nicht zumutbar? Ist es zuviel verlangt, sich nach
den Fahrplänen zu orientieren?

Du faehrst wohl nie Bus, nicht wahr? Oder du lebst in einer
Grossstadt, wo das meistens ja noch ganz gut geregelt ist?

Nein, auch hier täuscht du dich. Ich wohne auf dem Land in einer kleine Ortschaft (Marktgemeinde) wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Auch hier fahren die Busse nicht oft, dafür aber nach Fahrplan, an dem man sich recht gut orientieren kann.

Sie kann sich ja auch ein Taxi
nehmen, für die 5km ist das auch nicht teuer, dafür
ausgesprochen bequem…

Schon mal davon gehoert, dass es viele junge Eltern gibt, die
auf Hartz4 angewiesen sind?

Ja, gute Bekannte von uns bekommen mehr als ich verdiene. HarzIV+Kindergeld+volles Erziehungsgeld+Wohngeld+Schwarzarbeit

Ihr stehen auf alle
Fälle mehrere Möglichkeiten offen. Ich weiß nicht, was du
gegen das Busfahren hast. Auch zu Fuß gehen ist nicht per se
gesundheitsschädlich. Gerade für Babys ist ein ausgedehnter
Spaziergang recht förderlich.

Ich glaube wirklich, dass dir hier einschlaegige Erfahrungen
fehlen.

Und ich glaube, du irrst dich da etwas. Ich rede üblicherweise nur von Dingen, von denen ich auch Ahnung habe. Ich habe zwei Kinder, wohne auf dem Land, habe nicht Unmengen an Geld und achte trotzdem auf die Sicherheit meiner Kinder.

Ich meine, man muss konsequent sein, und zwar von beiden
Seiten. Wenn man den Leuten Sicherheitsvorschriften macht,
dann muss man ihnen auch helfen, ihren Alltag zu regeln (in
diesem Fall z.B. kostenlose Taxen für Leute mit kleinen
Kindern).

Wieso kostenlos? Ich bzw. meine Frau müssen auch entsprechend
planen, wenn wir was zu erledigen haben. Wir konnten uns die
Kids auch nicht mal schnell auf den Rücken schnallen, nur weil
wir in die Eisdiele wollten…

Wieso Eisdiele? Glaubst du, eine junge Mutter hat nichts
anderes zu tun, als Eisdielen zu besuchen?

Nein, ich habe ja auch von uns geschrieben. Wir haben auch auf solche Dinge verzichtet, weils nicht ging. Meine Frau ist auch mit dem Kinderwagen 3km einfach ins Rathaus gelaufen, anstatt sich mit Tragetuch aufs Fahrrad zu schwingen. Vielleicht hätte ich besser dieses Beispiel bringen sollen.

Genau, immer wegschauen. Auch wenn Mutter und Kind dann nach
dem Sturz auf der Straße liegen?

Wenn du vorher wegschaust, sollst du halt auch hinterher
wegschauen. Dann geht dich das nichts an.

Ich wollte aber vorher schon nicht wegschauen, weil ich die Gefährdung des Kindes gesehen habe. „Ihr“ habt „uns“ doch nahegelegt, uns nicht um solche Sachen zu kümmern, die uns ja nix angehen…

So wie es aussieht, benutzt du die hier diskutierte junge
Mutter nur dazu, um deine Selbstgerechtigkeit zur Schau zu
stellen.

Es wurde die Frage gestellt, ob man das geschilderte Verhalten korrekt war und ob man dagegen etwas machen kann.
Ich habe darauf geantwortet und habe festgestellt, dass die Frau sich nicht korrekt verhalten hat.
Ob sie dieses Risiko eingeht oder nicht ist ihr überlassen. Nur werde ich die Behauptung einiger hier nicht so stehen lassen, dass Radfahren mit Tragetuch sei sicherer als mit geeignetem Kindersitz oder dass man das Kind im Falle eines Sturzes sogar beschützen könnte. Ferner habe ich meine Meinung kundgetan, dass man wohl kaum darauf angewiesen ist, sein Baby mit Tragetuch auf dem Fahrrad mitzunehmen, weil es andere Möglichkeiten gibt. Soviel zu meiner unerhörten Selbstgerechtigkeit.

mfg
Jolly

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Servus Jolly,

ich beschränke mich mal auf einige Korrekturen innnerhalb
Deines Textes.

Korrekturen oder Interpretationen?

STVO §21/3:
„Auf Fahrrädern dürfen nur Kinder unter 7 Jahren von
mindestens 16 Jahre alten Personen mitgenommen werden, wenn
für die Kinder besondere Sitze vorhanden sind und durch die
Radverkleidung oder gleich wirksame Vorrichtungen dafür
gesorgt ist, daß die Füße der Kinder nicht in die Speichen
geraten können.“

§21/3 STVO ist doch durch das Tragetuch eindeutig erfüllt.

Wie bastelst du aus einem Tuch einen Sitz?
Eine sehr gewagte Interpretation, der sich wohl kein Polizist oder Richter anschließen wird.

Abgesehen von den Fakten finde ich in dieser Diskussion das
Verhalten einiger „Tuchfans“ interessant. Sie fühlen sich
sofort angegriffen, obwohl niemand hier generell dem Tragetuch
seine positiven Eigenschaften und Auswirkungen auf die Psyche
von Mutter und Kind abstreitet. Dennoch wird vehement mit
aberwitzigen „Argumenten“ gearbeitet. Das Tuch sei auf alle
Fälle sicherer als ein Kindersitz.

das ist durchaus richtig, denn ein solch kleines Kind nimmt
auf dem Fahrradsitz bereits durch die bloße mitnahme Schaden
(seelischen)

Mein Gott…Gewichte bitte den „seelischen Schaden“ gegen den möglichen physischen…Ich glaube kaum, dass das Kind noch als Erwachsener an der seelischen Schändigung zu knabbern hat, wohl aber an der körperlichen im Falle eines Schädelbruchs…

im tragetuch hingegen hat es den (beruhigend wirkenden)
Kontakt zur mutter.

Die im Falle eines nicht so unwahrscheinlichen Unfalles ja ausgesprochen wichtig ist…vor allem wenn die Mutter dann noch auf das Kind drauffällt.

Im Falle eines Unfalls kann die Mutter das Kind eventuell
schützen.

Nein! Wer so etwas behauptet, glaubt auch, dass er sich im Auto am Lenkrad abstützen kann. Und sich dann wundert, wenn beide Arme brechen…Wer so etwas behauptet, glaubt auch Autos hochheben und fliegen zu können. Sorry für diese Vergleiche, aber das ist nun wirklich lächerlich! Kein Radfahrer kann sich im Falle eines Sturzes selbst halbwegs abfangen, geschweige denn mit einem quer über den Bauch gebundenen Kind!

Im Kindersitz dagegen ist der kleine sich selbst überlassen
und damit auf jedenfall überfordert, da noch keine geeigneten
Reflexe ausgebildet sind.

Das ist ja das schöne: Das Kind ist auch nicht auf die eigenen Reflexe oder die der Mutter angewiesen. Ein vernünftiger Kindersitz bietet Schutz auch ohne zusätzliche Massnahmen. Siehe ADAC-Tests…

Kurzum: Kindersitz und Helm nützen so einem Kleinkind
garnichts.

Das widerspricht komischerweise allen Test die z.B. der ADAC gemacht haben. Aber du wirst es schon besser wissen…

Genickbruch führt zu dauerhaftem TOD oder dauerhafter Lähmung.

Du redest jetzt vom Baumwoll-Tragetuch? Oder vom stabilen Kindersitz aus ABS mit hoher Rückenlehne, Seitenaufprallschutz und 5-Punkt-Gurt?

Meiner Meinung nach ist bereits das mitnehmen eines
Kleinkindes auf dem Fahrad eine Fahrlässigkeit, aber es gehört
nun mal zu unserer Zeit.

Und deswegen wähle ich das höhere Risiko? Jeder Schritt vor die Haustüre ist potentiell gefährlich, trotzdem würd ich nicht über die Autobahn laufen. Wobei, Zuhause passieren ja angeblich die meisten Unfälle…

Im übrigen plädiere ich an die Eigenverantwortung des
verantwortlichen und nicht an die bloße stupide
Gesetzesdienerei.

Ein schönes Fazit! Nur was ist, wenn die Eigenverantwortung nicht allzu ausgeprägt ist? „Wird schon nix passieren…“
Klar, man kann eh nix machen, wenn die Mutter an einem vorbeiradelt. Nachträglich Polizei verständigen ist lächerlich und bringt nix. Bei Gelegenheit wärs aber sicher nicht verkehrt, die Dame mal darauf aufmerksam zu machen und sie auch auf die Folgen hinzuweisen. Kann ja sein, dass die fürsorgliche Mutter einfach nicht drangedacht hat. Aber vermutlich reagiert die dann genauso angefressen wie einige andere hier. „Hey, ist mein Kind, geht dich nix an, hat wenigstens meine Nähe und keinen seelischen Schaden!“

mfg
Jolly

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Hallo

Oder ganz einfach: Wenn sie sich schon ein Rad und ein
Tragetuch leisten kann, dann ist doch sicher noch ein
Fahrradanhänger mit passender Baby-Liege drin.

… :

Falls du das nicht begriffen hast den
Fahrradanhaenger muesste man sich ja zusaetzlich zum
Fahrrad (und wohl auch zum Tragetuch, man faehrt ja nicht
immer Fahrrad) kaufen.

Ach so, lieber verzichtet man auf den geeigneten Schutz des
Kindes anstatt auf die eigene Bequemlichkeit zu verzichten?
Ich denke, ich verstehe recht gut…

Hä, wie ist denn das gemeint?
Ich bin hier davon ausgegangen, dass die uns allen unbekannte Frau auf dem Fahrrad moeglicherweise knapp bei Kasse sein koennte, und dass sie aus diesem Grunde ein Fahrrad und ein Tragetuch anstatt den wesentlich kostenintensiveren Alternativen Auto bzw. Tickets fuer oeffentlichen Nahverkehr und Kinderwagen besitzt. Darueber hinaus kauft sie sich Lebensmittel, Kleidung usw.

Von welcher eigenen Bequemlichkeit ist hier die Rede?

Du faehrst wohl nie Bus, nicht wahr? Oder du lebst in einer
Grossstadt, wo das meistens ja noch ganz gut geregelt ist?

Nein, auch hier täuscht du dich. Ich wohne auf dem Land in
einer kleine Ortschaft (Marktgemeinde) wo sich Fuchs und Hase
gute Nacht sagen. Auch hier fahren die Busse nicht oft, dafür
aber nach Fahrplan, an dem man sich recht gut orientieren
kann.

Bist du dann evtl. Rentner und hast den ganzen Tag Zeit oder was? Oder faehrst du selbst Auto und ueberlaesst das Busfahren anderen Leuten?

Schon mal davon gehoert, dass es viele junge Eltern gibt, die
auf Hartz4 angewiesen sind?

Ja, gute Bekannte von uns bekommen mehr als ich verdiene.
HarzIV+Kindergeld+volles Erziehungsgeld+Wohngeld+Schwarzarbeit

Du weisst aber, dass das Kindergeld vom Hartz4 wieder abgezogen wird? Und dass eine junge Mutter mit Baby in aller Regel keine Zeit hat zum Schwarzarbeiten?

Der Ausdruck „Wohngeld“ ist hier m.M. nach nicht korrekt. Der Hartz4-Empfaenger bekommt – wie frueher der Sozialhilfeempfaenger - die komplette Miete bezahlt. Darueber hinaus gibt es das, was du Hartz4 nennst. Das sind ca. 350 Euro im Monat fuer einen Erwachsenen (glaube ich). Davon ist alles zu bezahlen, auch Ansparungen fuer evtl. Anschaffungen wie Waschmaschine, Staubsauger etc. muessen davon gemacht werden.

Erziehungsgeld gibt es allerdings wirklich zusaetzlich.

Es ist auch nicht gut, von vornherein vorauszusetzen, dass alle Hartz4-Empfaenger schwarzarbeiten.

Ich rede üblicherweise
nur von Dingen, von denen ich auch Ahnung habe. Ich habe zwei
Kinder, wohne auf dem Land, habe nicht Unmengen an Geld und
achte trotzdem auf die Sicherheit meiner Kinder.

Meine Frau ist auch
mit dem Kinderwagen 3km einfach ins Rathaus gelaufen, anstatt
sich mit Tragetuch aufs Fahrrad zu schwingen.

Du meinst also, nicht du, sondern deine Frau hat fuer die Sicherheit deiner Kinder gesorgt.
3 km sind uebrigens nicht soo viel. Das kann man ja locker in einer halben Stunde schaffen. Es kommt auch schon mal vor, dass Muetter 6 oder gar 8 km entfernte Orte aufsuchen muessen, und anschliessend nochmal so viel, aber in einer anderen Richtung.

Ich wollte aber vorher schon nicht wegschauen, weil ich die
Gefährdung des Kindes gesehen habe. „Ihr“ habt „uns“ doch
nahegelegt, uns nicht um solche Sachen zu kümmern, die uns ja
nix angehen…

Du weisst wie das hier gemeint ist, und jetzt tu doch nicht so, als wuerdest du das nicht verstehen. Ich hatte mich hierauf bezogen:

Ich meine, man muss konsequent sein, und zwar von beiden
Seiten. Wenn man den Leuten Sicherheitsvorschriften macht,
dann muss man ihnen auch helfen, ihren Alltag zu regeln (in
diesem Fall z.B. kostenlose Taxen für Leute mit kleinen
Kindern).

Ferner habe ich meine Meinung
kundgetan, dass man wohl kaum darauf angewiesen ist, sein Baby
mit Tragetuch auf dem Fahrrad mitzunehmen, weil es andere
Möglichkeiten gibt.

Diese Moeglichkeiten moegen fuer dich und sogar fuer viele andere machbar sein, sind es aber nicht fuer jeden, was du ja offensichtlich einfach ignorierst.
Soviel zu meiner unerhörten

Selbstgerechtigkeit.

Die Bezeichnung Ignoranz passt hier vielleicht wirklich besser.

MfG Thea

3 „Gefällt mir“

Hallo

Im Falle eines Unfalls kann die Mutter das Kind eventuell
schützen.

Nein! Wer so etwas behauptet, glaubt auch, dass er sich im
Auto am Lenkrad abstützen kann. Und sich dann wundert, wenn
beide Arme brechen…Wer so etwas behauptet, glaubt auch Autos
hochheben und fliegen zu können.

Wer sowas behauptet, geht vielleicht davon aus, dass die Radfahrerin nicht unbedingt mit 30 durch die Gegend rast, sondern moeglicherweise mit angepasster Geschwindigkeit.

Sorry für diese Vergleiche,
aber das ist nun wirklich lächerlich! Kein Radfahrer kann sich
im Falle eines Sturzes selbst halbwegs abfangen, geschweige
denn mit einem quer über den Bauch gebundenen Kind!

Das haengt wirklich von der Geschwindigkeit und der Art des Unfalles ab. Und wohl auch ein bisschen von der Art des Fahrrads.
Es ist hier doch nicht die Rede von Radrennfahrern, und ich denke auch nicht, dass die Frau mit dem Wickeltuch mitten zwischen den Autos herumgefahren ist, sondern eher auf dem Fahrradweg.
MfG Thea

Absteigen (off Topic)
Hallo Jolly,

…Kein Radfahrer kann sich
im Falle eines Sturzes selbst halbwegs abfangen,…

Das würde ich so nicht unterschreiben. Vor vielen Jahren musste ich bei >20 Km/h absteigen, weil ein Atofahrer mir die Vorfahrt nahm.
Es gelang mir geschickt mit den Beinen nach vorne aufzukommen und nach einer seitlichen Rolle auf den Füssen zu landen.

Damals war ich aber in einem anderen Trainingszustand. Heute würde ich auch platt auf der Schnauze landen.

…geschweige
denn mit einem quer über den Bauch gebundenen Kind!

Lara Croft oder eine Spitzen turnerin könnte das. :wink:

Gruß
Carlos

Ach so, lieber verzichtet man auf den geeigneten Schutz des
Kindes anstatt auf die eigene Bequemlichkeit zu verzichten?
Ich denke, ich verstehe recht gut…

Hä, wie ist denn das gemeint?
Ich bin hier davon ausgegangen, dass die uns allen unbekannte
Frau auf dem Fahrrad moeglicherweise knapp bei Kasse sein
koennte, und dass sie aus diesem Grunde ein Fahrrad und ein
Tragetuch anstatt den wesentlich kostenintensiveren
Alternativen Auto bzw. Tickets fuer oeffentlichen Nahverkehr
und Kinderwagen besitzt. Darueber hinaus kauft sie sich
Lebensmittel, Kleidung usw.

Langsam aber sicher konstruierst du dir hier selber was zusammen…

  1. Wenn ich kein Geld für KFZ-Steuer, -Versicherung, Sprit und TÜV habe, darf ich nicht trotzdem autofahren. Wenn ich kein Geld für einen Autokindersitz habe, darf ich nicht trotzdem meine Kinder mitnehmen. Das gilt analog auch für andere und fürs Fahrradfahren. Mir ist klar, das Radfahrer es oft nicht so genau mit den Verkehrsregeln nehmen. Sobald sie aber andere dadurch gefährden, hört der Spaß auf finde ich. Unsere Gemeinschaft funktioniert nur mal mit gewissen Spielregeln, die aufgestellt werden, damit man sich und andere nicht schädigt.
  2. Nachdem sie sich, so bettelarm wie sie deiner Meinung nach ist, auch sicher kein neues Fahrrad leisten konnte, kann sie sich ja auch nach gebrauchten Kindersitzen umschauen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die recht billig zu haben sind, weil, und jetzt halt dich fest, ich mir auch nur einen Gebrauchten leisten konnte.
    Abgesehen davon, ist es nicht gerade einfach Kind und Einkäufe auf dem Rad zu balanzieren. Ein Kinderwagen, den man IMHO sowieso braucht, ist da deutlich besser geeignet…

Von welcher eigenen Bequemlichkeit ist hier die Rede?

Ich denke, dass habe ich ausführlich genug erläutert. Immer noch nicht kapiert? Die Bequemlichkeit der „kostenlosen“ Mobilität ohne auf die Sicherheit achten zu müssen…

Du faehrst wohl nie Bus, nicht wahr? Oder du lebst in einer
Grossstadt, wo das meistens ja noch ganz gut geregelt ist?

Nein, auch hier täuscht du dich. Ich wohne auf dem Land in
einer kleine Ortschaft (Marktgemeinde) wo sich Fuchs und Hase
gute Nacht sagen. Auch hier fahren die Busse nicht oft, dafür
aber nach Fahrplan, an dem man sich recht gut orientieren
kann.

Bist du dann evtl. Rentner und hast den ganzen Tag Zeit oder
was? Oder faehrst du selbst Auto und ueberlaesst das Busfahren
anderen Leuten?

Was ist es dir eigentlich so wichtig, herauszufinden, wer und was ich bin? Willst du mir daraus einen Strick drehen, weil du keine anderen Argumente findest? Nein, ich bin kein Renter, sondern gehöre zur Minderheit der arbeitenden, verheirateten Familienväter. Ich bin 31, habe zwei Söhne und fahre täglich 160km, größtenteils mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zur Arbeit. Willst du noch Größe, Gewicht und Haarfarbe wissen? Nehmen wir doch der Einfachheit halber an, ich weiß, wovon ich rede. Genauso wie du… :-/

Schon mal davon gehoert, dass es viele junge Eltern gibt, die
auf Hartz4 angewiesen sind?

Ja, gute Bekannte von uns bekommen mehr als ich verdiene.
HarzIV+Kindergeld+volles Erziehungsgeld+Wohngeld+Schwarzarbeit

Du weisst aber, dass das Kindergeld vom Hartz4 wieder
abgezogen wird?

Nein, es fliesst als Einkommen in die Berechnung mit ein. Genauso wie der Bedarf eines jeden Kindes! Kleiner, aber feiner Unterschied…

Und dass eine junge Mutter mit Baby in aller
Regel keine Zeit hat zum Schwarzarbeiten?

Ausnahmen wie diese bestätigen die Regel. Ausserdem gibt es nicht nur alleinerziehende Mütter. „In der Regel“ gibt es auch einen Vater dazu. Endweder von dem direkt oder vom Amt gibt es auch noch ein bisschen Bares an Unterhalt…

Der Ausdruck „Wohngeld“ ist hier m.M. nach nicht korrekt. Der
Hartz4-Empfaenger bekommt – wie frueher der
Sozialhilfeempfaenger - die komplette Miete bezahlt. Darueber
hinaus gibt es das, was du Hartz4 nennst. Das sind ca. 350
Euro im Monat fuer einen Erwachsenen (glaube ich). Davon ist
alles zu bezahlen, auch Ansparungen fuer evtl. Anschaffungen
wie Waschmaschine, Staubsauger etc. muessen davon gemacht
werden.

Zwei Erwachsene, zwei Kinder, 110qm Wohnung mit Garten (ca. 800,- Miete). Auto und Motorrad. Haustiere in rauen Mengen. Alle Unterhaltungsgeräte, die mir grad so einfallen. Auch Staubsauger, Waschmaschine und Trockner. Es geht anscheinend gut…

Erziehungsgeld gibt es allerdings wirklich zusaetzlich.
Es ist auch nicht gut, von vornherein vorauszusetzen, dass
alle Hartz4-Empfaenger schwarzarbeiten.

Nein, ich habe ja auch nicht verallgemeinert. Ich habe von einem mir gut bekannten Fall berichtet. Nicht mehr. Selbst ohne Schwarzarbeit kommen die auf mein Gehalt samt Kindergeld. Erziehungsgeld krieg ich Ar… natürlich keins…

Meine Frau ist auch
mit dem Kinderwagen 3km einfach ins Rathaus gelaufen, anstatt
sich mit Tragetuch aufs Fahrrad zu schwingen.

Du meinst also, nicht du, sondern deine Frau hat fuer die
Sicherheit deiner Kinder gesorgt.

Entschuldige, dass ich arbeite, es gibt noch Leute, die für ihr Geld arbeiten wollen/müssen! Wenn ich zuhause bin, achte ich auf die Sicherheit der Kinder, hat sie meine Frau, achtet sie darauf. Sind wir beide da, achten wir beide darauf. Eigentlich logisch, oder? Das nennt sich „ganz normale Familie“[TM].

3 km sind uebrigens nicht soo viel. Das kann man ja locker in
einer halben Stunde schaffen. Es kommt auch schon mal vor,
dass Muetter 6 oder gar 8 km entfernte Orte aufsuchen muessen,
und anschliessend nochmal so viel, aber in einer anderen
Richtung.

Und dass müssen sie unbedingt mit dem Rad ohne Kindersitz? Sorry, sogar hier auf dem Land kann ich in die nächste Kreisstadt mit dem Bus fahren. Ich muss mich nur an die Fahrpläne halten. Außer du erfindest noch mal schnell ne Situation, z.B. wenn die Mutter mitten in der Nacht, wenn kein Bus oder Zug mehr fährt, gaaaanz dringend…äh…Windeln holen muss! Naja, nicht so gut, aber ich bin sicher, du erfindest ne besser, coolere, beängstigendere Situation…

Ich wollte aber vorher schon nicht wegschauen, weil ich die
Gefährdung des Kindes gesehen habe. „Ihr“ habt „uns“ doch
nahegelegt, uns nicht um solche Sachen zu kümmern, die uns ja
nix angehen…

Du weisst wie das hier gemeint ist, und jetzt tu doch nicht
so, als wuerdest du das nicht verstehen. Ich hatte mich
hierauf bezogen:

Ich meine, man muss konsequent sein, und zwar von beiden
Seiten. Wenn man den Leuten Sicherheitsvorschriften macht,
dann muss man ihnen auch helfen, ihren Alltag zu regeln (in
diesem Fall z.B. kostenlose Taxen für Leute mit kleinen
Kindern).

Weil diese Aussage Schwachsinn/Forderung ist! Jedes Auto braucht regelmäßig eine TÜV-Überprüfung. Gibts die deswegen umsonst? Motorradfahrer haben Helmpflicht, gibts den Helm umsonst?

Ferner habe ich meine Meinung
kundgetan, dass man wohl kaum darauf angewiesen ist, sein Baby
mit Tragetuch auf dem Fahrrad mitzunehmen, weil es andere
Möglichkeiten gibt.

Diese Moeglichkeiten moegen fuer dich und sogar fuer viele
andere machbar sein, sind es aber nicht fuer jeden, was du ja
offensichtlich einfach ignorierst.

OK, ich definiere: Für eine alleinstehende Mutter mit Baby, die 6-8km mitten im Nichts lebt und täglich bei jedem Wetter zum Einkaufen/Behördengängen/Einschreibungen zu Fortbildungen in die nächste Stadt muss, wohin aber nie ein öffentliches Verkehrsmittel fährt, ist es bequemer/schneller mit dem Fahrrad zu fahren. Trotzdem bin ich nach wie vor der Meinung, dass sich diese Mutter dann überlegen sollte, sich einen passenden Kindersitz zuzulegen (gebraucht!), wenn sie ihr Fahrrad mit Kind so oft benützen muss.

Ich möchte nicht wie du über die „Beweggründe“ der Dame spekulieren, warum sie da mit ihrem ungeschütztem Kind herumfuhr. Fakt ist, dass sie es gefährdet hat, dass sie gegen gewisse Regelungen verstossen hat, dass sie andere Transportmöglichkeiten gehabt hätte. Aber vielleicht war sie ja gerade auf den Weg um sich einen Kindersitz zu kaufen…

Soviel zu meiner unerhörten
Selbstgerechtigkeit.

Die Bezeichnung Ignoranz passt hier vielleicht wirklich
besser.

Ignoranz der Gefahren für die Gesundheit von kleinen Kindern, deren Eltern im besten Fall gedankenlos sind?

Ganz allgemein finde ich es ausgesprochen bemitleidenswert, mit welchen Beleidigungen du hier „argumentieren“ musst. Ich sei selbstgerecht, ignorant, habe keine Ahnung, bin Rentner…
Ich werde mich auf alle Fälle nicht auf dein Niveau herablassen (oh, was neues, diesmal ist er ARROGANT!)

Streitest du es ab, dass für das Kind im Tragetuch auf dem Fahrrad eine höhere Gefährdung besteht als im geprüften Kindersitz?
Streitest du es ab, dass es nicht möglich wäre, sich einen solchen Kindersitz/Anhänger zuzulegen, sofern sie das Fahrrad öfter benutzt?

Jolly

3 „Gefällt mir“

Im Falle eines Unfalls kann die Mutter das Kind eventuell
schützen.

Nein! Wer so etwas behauptet, glaubt auch, dass er sich im
Auto am Lenkrad abstützen kann. Und sich dann wundert, wenn
beide Arme brechen…Wer so etwas behauptet, glaubt auch Autos
hochheben und fliegen zu können.

Wer sowas behauptet, geht vielleicht davon aus, dass die
Radfahrerin nicht unbedingt mit 30 durch die Gegend rast,
sondern moeglicherweise mit angepasster Geschwindigkeit.

10-15km/h? Und du glaubst wirklich, eine Mutter mit Kind auf dem Bauch kann da immer einen Sturz verhindern? Fährst du eigentlich Rad?

Sorry für diese Vergleiche,
aber das ist nun wirklich lächerlich! Kein Radfahrer kann sich
im Falle eines Sturzes selbst halbwegs abfangen, geschweige
denn mit einem quer über den Bauch gebundenen Kind!

Das haengt wirklich von der Geschwindigkeit und der Art des
Unfalles ab. Und wohl auch ein bisschen von der Art des
Fahrrads.
Es ist hier doch nicht die Rede von Radrennfahrern, und ich
denke auch nicht, dass die Frau mit dem Wickeltuch mitten
zwischen den Autos herumgefahren ist, sondern eher auf dem
Fahrradweg.

Oh ne, is klar. Wenn ich die Radfahrer so höre, wie unsicher doch viele Radwege sind und sie deshalb lieber auf die Fahrbahn ausweichen müssen…
Bei uns auf dem Land gibts z.B. viele Kombinierte Rad- und Fußwege. Da gibts immer wieder mal Situationen, in denen der Radfahrer, auch plötzlich, ausweichen muss.

Wir konnten bisher auch unfallfrei radfahren. Auch mit dem Auto hatte ich noch keinen Unfall. Trotzdem lege ich den Sicherheitsgurt an und meine Kinder sitzen auf Kindersitzen und nicht festgeschnallt auf der Motorhaube…oh ne, sorry, müsste eigentlich sagen: eingewickelt zwischen mir und dem Lenkrad.

Jolly

Aktivbürger
Hallo Ulli,
mich hat die Lektüre dieses Threads erst erstaunt und dann immer mehr amüsiert.

Ich nenn so etwas Aktivbürgertum. Großartig, wie man sich engagieren kann sogar abgesichert mit Gesetzeszitaten. Ich bin total begeistert.

Wozu Polizei und Ordnungsamt - Hoch lebe das Aktivbürgertum!

Hey, eigentlich hast du total recht!
Die ganzen Spiesser, die sich an Verkehrsregeln und Gesetze halten. Rote Ampeln sind mir nach deinem tollen Posting egal und an die Geschwindigkeitsbeschränkungen halt ich mich sicher nicht mehr. Sollen die Aktivbürger und Denunzianten doch einfach wegschauen…Danke dir vielmals!

"2 x 3 macht 4 Widdewiddewitt und Drei macht Neune !!
Ich mach’ mir die Welt Widdewidde wie sie mir gefällt … "

*kopfschüttel*

Jolly

find irony and win a price!
find spelling mistakes and double your price!

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo

Was ist es dir eigentlich so wichtig, herauszufinden, wer und
was ich bin? Willst du mir daraus einen Strick drehen, weil du
keine anderen Argumente findest?

Eigentlich nicht, ich konnte mir nur nicht vorstellen, dass du wirklich oefters mit oeffentlichen Verkehrsmitteln faehrst. Wahrscheinlich ist es bei euch aber besser geregelt mit den Bussen als hier. Ich wohne in einer Kleinstadt am Rande einer Grossstadt und finde, dass man die oeffentichen Verkehrsmittel hier (Busse) nur in seltenen Faellen gebrauchen kann. Oft ist man selbst zu Fuss fast genau so schnell.

Es kommt hier allerdings noch hinzu, dass der Nahverkehr sehr teuer geworden sind, je nach dem wie man faehrt. Wenn ich mit meinen beiden Kindern nur zu einem Schwimmbad (ca. 5-6 km entfernt, aber hinter der Stadtgrenze) hin und zurueck mit dem Bus fahren wollte, wuerde ich 11,40 Euro (+ 8,40 Euro Eintrittsgelder) bezahlen.

Du weisst aber, dass das Kindergeld vom Hartz4 wieder
abgezogen wird?

Nein, es fliesst als Einkommen in die Berechnung mit ein.
Genauso wie der Bedarf eines jeden Kindes! Kleiner, aber
feiner Unterschied…

Wieso?

Ich seh das so: Wer Hartz4 kriegt, bekommt Miete und den vorgeschriebenen Lebensunterhalt fuer sich und alle Haushaltsangehoerigen. Wenn da ein Einkommen da ist in Form von Unterhalt, Kindergeld usw. kriegt man um so viel weniger Hartz4.

Ein Unterschied ist das bei Erziehungsgeld, und bei Einkommen durch eine Taetigkeit. Ersteres wird garnicht angerechnet, zweiteres hat einen Freibetrag von ca. 50 Euro fuer Werbungskosten und dann werden ca. 70 % davon angerechnet.

Wer also viele nicht erwerbstaetige Familienangehoerige hat, n. M. kleine Kinder unter 2 und dafuer noch Erziehungsgeld bekommt, steht sich also mit Hartz4 leicht besser als einer, der als Alleinverdiener arbeiten geht, und dessen Kinder schon ueber 2 sind.

Zwei Erwachsene, zwei Kinder, 110qm Wohnung mit Garten (ca.
800,- Miete). Auto und Motorrad. Haustiere in rauen Mengen.
Alle Unterhaltungsgeräte, die mir grad so einfallen. Auch
Staubsauger, Waschmaschine und Trockner. Es geht anscheinend
gut…

Kann es sein, dass die noch nicht lange bei Hartz 4 sind und die Anschaffungen vorher gmeacht haben? Ansonsten geht das meiner Meinung nach nur illegal oder mit Sponsoring beispielsweise aus der Verwandtschaft.

Es kommt auch schon mal vor,
dass Muetter 6 oder gar 8 km entfernte Orte aufsuchen muessen,
und anschliessend nochmal so viel, aber in einer anderen
Richtung.

Und dass müssen sie unbedingt mit dem Rad ohne Kindersitz?
Sorry, sogar hier auf dem Land kann ich in die nächste
Kreisstadt mit dem Bus fahren. Ich muss mich nur an die
Fahrpläne halten. Außer du erfindest noch mal schnell ne
Situation, z.B. wenn die Mutter mitten in der Nacht, wenn kein
Bus oder Zug mehr fährt, gaaaanz dringend…äh…Windeln holen
muss! Naja, nicht so gut, aber ich bin sicher, du erfindest ne
besser, coolere, beängstigendere Situation…

Also, das mit diesen Ortschaften 6 km in eine und 8 km in eine andere Richtung ist nicht soo an den Haaren herbeigezogen. Bei uns ist das so, dass so einige oeffentliche Verwaltungsgebaeude hier, die anderen dort und noch andere wieder in einem anderen Ort sind (z. B. Stadtverwaltung, Arbeitsamt, Finanzamt), immer so Wege um die 6 - 15 km.

Wenn hier einer auf den Bus angewiesen ist und z. B. in allen Stellen etwas zu erledigen hat, da sind einige Dinge wirklich kaum zu schaffen, jedenfalls nicht, wenn man noch etwas anderes zu tun hat. Es kann natuerlich sein, dass es bei uns hier wirklich ungewoehnlich schlecht geregelt ist, aber das gibt es eben auch.

Man kann zwar immer mehr Sachen mit dem PC uebers Internet erledigen, aber den hat ja nicht jeder.

Streitest du es ab, dass für das Kind im Tragetuch auf dem
Fahrrad eine höhere Gefährdung besteht als im geprüften
Kindersitz?

Ich gehe in dem urspruenglichen Fall davon aus, dass es ein Saeugling war und nicht transportfaehig auf dem Kindersitz.

Streitest du es ab, dass es nicht möglich wäre, sich einen
solchen Kindersitz/Anhänger zuzulegen, sofern sie das Fahrrad
öfter benutzt?

Woher soll ich das denn wissen?

Das ist eigentlich der Grund, warum ich hier ueberhaupt was geschrieben habe:

Eigentlich wuerde ich bei den meisten Punkten davon ausgehen, dass es in der Regel so richtig ist, wie die meisten hier schreiben.
Aber was mich stoert ist die Behauptung, dass es jeder mit den hier in Deutschland dafuer vorgesehenen Mitteln schaffen kann, seinen Alltag zu regeln. Das stimmt einfach nicht immer. Es stimmt moeglicherweise fuer die Mehrheit, vielleicht sogar fuer fast alle. Es gibt aber einzelne Faelle, an die wohl keiner gedacht hat bei der Gesetzgebung oder Planung, und die sind dann oft in der Zwickmuehle entweder gegen das Gesetz zu verstossen oder ihren Alltag nicht geregelt zu kriegen.

Was mich auch noch wahnsinnig stoert, wenn die StVO wie ein Dogma behandelt wird (was du aber eigentlich gar nicht gemacht hast, ich sag es aber trotzdem hier mal, weil ich nicht mehr weiss, wer das war): Wer gegen die StVO verstoesst, gefaehrdet den Verkehr, wer sich daran haelt, gefaehrdet ihn nicht, Punktum. - Ich finde die StVO sinnvoll, und in Anbetracht des Personalmangels finde ich es auch ok, wenn die Polizei es so handhabt. Aber trotzdem stimmt das so einfach nicht immer, oder sogar relativ oft nicht.

Viele Grüße Thea

Pipi Langstrumpf
heiß geliebt in der Kinderzeit und auch heute durchaus wegweisend:

Pipi immer auf der Suche nach Gerechtigkeit, hat nie weggeschaut wenn es wichtig war, sehr wohl aber alle neune gerade sein lassen bei allen anderen Sachen!

P

Pipi immer auf der Suche nach Gerechtigkeit, hat nie
weggeschaut wenn es wichtig war, sehr wohl aber alle neune
gerade sein lassen bei allen anderen Sachen!

Da ich Pipi gerade nicht fragen kann, sagst du mir, ob dieses Thema wichtig ist oder nicht?

Abgesehen davon, falls du das hier alles wirklich gelesen hast, weisst du auch, dass eigentlich keiner geraten hat, zur Polizei oder zum Jugendamt zu gehen, einige aber sich erlaubt haben darauf hinzuweisen, dass es gefährlich, fahrlässig und ordnungswidrig war.

Insofern finde ich dein Posting…merkwürdig…

mfg
Jolly
der sich ernsthaft überlegt, auf Fragen in diesem Forum mit „geht mich nix an“ zu antworten…

Hallo

Wer sowas behauptet, geht vielleicht davon aus, dass die
Radfahrerin nicht unbedingt mit 30 durch die Gegend rast,
sondern moeglicherweise mit angepasster Geschwindigkeit.

10-15km/h? Und du glaubst wirklich, eine Mutter mit Kind auf
dem Bauch kann da immer einen Sturz verhindern?

Wenn ich sage, angepasste Geschwindigkeit, dann meine ich hier wirklich langsam. Eine genau Angabe kann ich nicht machen, weil das von der Reaktonsgeschwindigkeit und Reaktionssicherheit der Radfahrerin abhaengen wuerde.

Fährst du
eigentlich Rad?

Ja, aber erstens habe ich keinen Tacho am Rad, und zweitens ist es sehr lange her, dass ich mal mit dem Rad hingefallen bin.

Oh ne, is klar. Wenn ich die Radfahrer so höre, wie unsicher
doch viele Radwege sind und sie deshalb lieber auf die
Fahrbahn ausweichen müssen…

Auf die Fahrbahn? Eigentlich doch eher auf den Buergersteig.
Ich kenne sehr uebersichtliche und wenig befahrene Strecken, bei denen es eigentlich nicht passiert, dass man ploetzlich ausweichen muss, wenn man nicht zu schnell faehrt.

Falls das uebrigens jemanden interessiert: Ich persoenlich wuerde niemals mit einem Kind im Wickeltuch radfahren.
Was mich an den anderen Beitraegen hauptsaechlich stoert, ist das Dogmatische.

Viele Grüße Thea

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Ok, dann sag ichs Dir,
ich finde es eher zu vernachlässigen. Gut mit dem fahrlässig kann ich mitgehen
(und gestehe hiermit mich selber fahrlässig in Gefahr zu bringen und per Rad immer mal ne rote Ampel zu überfahren, wenn die Strasse leer ist)

aber das dann gleich die Ordnungswidrigkeit heranzitiert wird nach dem Motto: Ist verboten, darf man nicht amüsiert mich ungemein (und vielleicht macht es mir auch angst, was alles so ordentlich geregelt ist.

P

wenn eine Schwangere ihr Kind verliert…
Hoi Jolly!

Das mein Beitrag meist Polemik war, hast Du ja klar erkannt, auch, wenn Du dazu erst recht viele Zitate benötigt hast…
Na ja… manche brauchen eben länger…

Ich gehe also davon aus, dass DEIN Beitrag frei von Polemik ist.

Wobei: den Frauen
autofahren ganz zu verbieten, wäre eigentlich…

hier fehlt leider der Eintrag bei den …
aber ich werde DAS jetzt nicht interpretieren!

Aber Dein folgendes Statement ist der Hammer:

Schwangere sind in der Regel weder krank noch behindert. Ob
eine Schwangere Rad fährt ist ihr überlassen. Wenn sie nach
einem Sturz ihr Baby verliert ist es ihre Problem.

DAS mag ich kaum noch kommentieren!
Im 8. oder 9. Monat hat eine Frau also IHR Problem, wenn sie von einem Autofahrer umgefahren wird,
vier Wochen später ist sie ein Unmensch, wenn sie das gleiche Kind im Tragetuch mitnimmt??
Das ist auch eine Lebensphilosophie!

Ich bleibe dabei: geh einfach IMMER davon aus, dass die Radfahrerin vor Dir schwanger ist. Fahr sie nicht um!
Dann musst Du Dir auch keine Gedanken darüber machen, warum die Frau vielleicht mit einem Tagetuch ihr Kind auf dem Fahrrad durch die Gegend fahren MUSS!

… ich sitze auch meist im Auto…
Grüsse
Ulli

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Das mein Beitrag meist Polemik war, hast Du ja klar erkannt,
auch, wenn Du dazu erst recht viele Zitate benötigt hast…
Na ja… manche brauchen eben länger…

Nicht das mir jemand vorwirft, ich sei unsachlich und habe keine Argumente… :smile:)

Ich gehe also davon aus, dass DEIN Beitrag frei von Polemik
ist.

Wobei: den Frauen
autofahren ganz zu verbieten, wäre eigentlich…

hier fehlt leider der Eintrag bei den …
aber ich werde DAS jetzt nicht interpretieren!

Keine Polemik, ein kleiner Witz zur allgemeinen Aufheiterung. Oder doch meine persönliche Meinung? :wink:

Aber Dein folgendes Statement ist der Hammer:

Schwangere sind in der Regel weder krank noch behindert. Ob
eine Schwangere Rad fährt ist ihr überlassen. Wenn sie nach
einem Sturz ihr Baby verliert ist es ihre Problem.

DAS mag ich kaum noch kommentieren!
Im 8. oder 9. Monat hat eine Frau also IHR Problem, wenn sie
von einem Autofahrer umgefahren wird,
vier Wochen später ist sie ein Unmensch, wenn sie das gleiche
Kind im Tragetuch mitnimmt??
Das ist auch eine Lebensphilosophie!

? Wow, was du so alles interpretierst ist echt genial.
Hier gings die ganze Zeit darum, dass eine Frau mit Kind ohne ausreichenden Schutz Rad fährt. Niemand hat irgendwann davon gesprochen, dass ein böser Autofahrer kommt und die Frau samt Kind umfährt. Wer in dem Fall die Schuld trägt, ist ja wohl sonnenklar.

Also bitte, leg mir nicht Worte in den Mund, die ich so nie gesagt habe.

Beiden kann man den Vorwurf machen, unverantwortlich gehandelt zu haben. Nur der Dame mit Kind im Wickeltuch darf man auch eine Ordnungswidrigkeit vorwerfen. Jeder hat sich an die Regeln und Gesetze zu halten, wem sie nicht passen, der kann versuchen dagegen vorzugehen.

Aber hey, wen interessieren schon Ordnungswidrigkeiten. Kinderkram, den sich Aktivbürger und Denunzianten ausgedacht haben. :wink:

Ich bleibe dabei: geh einfach IMMER davon aus, dass die
Radfahrerin vor Dir schwanger ist. Fahr sie nicht um!

Ja, denk ich mir auch bei Männern…Zumindest hüte ich mich davor, die auch umzufahren…

Dann musst Du Dir auch keine Gedanken darüber machen, warum
die Frau vielleicht mit einem Tagetuch ihr Kind auf dem
Fahrrad durch die Gegend fahren MUSS!

Ach, inzwischen mache ich mir auch keine Gedanken, warum der eine oder andere Radfahrer bei rot über die Ampel fahren MUSS, auch wenn Kinder danebenstehen und sich das gute Beispiel abschauen. Wird schon gutgehen. Immer.

… ich sitze auch meist im Auto…

Dann sei bloss vorsichtig!

mfg
Jolly

Find spelling mistakes and win a price!
Find irony and double your price!

Falls das uebrigens jemanden interessiert: Ich persoenlich
wuerde niemals mit einem Kind im Wickeltuch radfahren.

Warum nicht? :wink:

Was mich an den anderen Beitraegen hauptsaechlich stoert, ist
das Dogmatische.

Also mein Hinweis auf die STVO -> nicht erlaubt -> böse!?
Naja, ich habe mir angewöhnt, erstmal die Fakten auf den Tisch zu legen. Ich habe oft genug Diskussionen miterlebt, in denen man sich erstmal seitenweise irgendwelche Spekulationen und persönliche Meinungen um die Ohren gehauen hat.

Fakt ist, dass es nicht erlaubt ist.
Fakt ist, dass es eine deutlich höhere Gefährdung für die Gesundheit/das Leben des Kindes besteht.

Allein aus dem zweiten Punkt erschließt sich doch schon der Sinn dieses STVO-Paragraphen. Ob man in diesem Fall dann auch von Obrigkeitshörigkeit oder Dogmatismus sprechen muss, sei mal dahingestellt. Oft reicht auch schon der gesunde Menschenverstand[TM]. Es mag durchaus Gesetze oder Regelungen geben, deren Hintergrund sich nicht (sofort) erschliesst. In diesem Fall liegt es offensichtlich auf der Hand: Kinder dürfen nicht ohne passenden Kindersitz und Speichenschutz auf dem Rad mitgenommen werden, WEIL eine sehr hohe Gefährdung für Gesundheit/Leben des Kindes besteht. Kinder müssen besonders geschützt werden, weil sie es selbst nicht können.

Nun kann man, wie hier geschehen, hergehen und bestimmte Szenarien erfinden, in denen der Frau gar keine andere Wahl bleibt als gegen diese Regelung zu verstossen und ihr Kind dieser Gefährdung auszusetzen, weil … weil … weil … Den Realismusgrad derartiger Planspiele mag jeder für sich selbst bestimmen. Der Versuch ein abstruses Szenario zu widerlegen endet meist in einem noch abstruserem.
Der Gesetzgeber kann sich aber an solchen Szenarien nicht orientieren. Für jeden Bürger besteht unabhängig davon aber die Möglichkeit, sich Ausnahmegenehmigungen zu besorgen. Wenn die Mutter der Meinung ist, ihr Kind nur im Tragetuch auf dem Rad transportieren zu können, kann sie sich von §21/3 befreien lassen. Genauso wie man sich von der Gurt- oder Helmpflicht befreien lassen kann. Sie muss nur gute Gründe vorlegen also eher nicht mit „seelischer Schaden durch körperliche Distanz“ argumentieren…könnte nämlich sein, dass jemand mit „körperliche Schäden durch seelische Nähe“ entgegenhält.

Ich finds nur seltsam, dass vermutlich jeder eingreifen würde, wenn eine Mutter ihr Kind ohrfeigt und anschreit. Wenn sie es aber einer derartigen Gefährdung aussetzt, wird es (gottseidank nur von manchen) heruntergespielt. Sowohl die Verantwortungslosigkeit als auch die Gefährdung an sich.

mfg
Jolly

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Ok, dann sag ichs Dir,
ich finde es eher zu vernachlässigen. Gut mit dem fahrlässig
kann ich mitgehen

Moment, nur zur Klarstellung: Es ist deiner Meinung nach also fahrlässig, weil eine Gefahr besteht. Aber die Gefahr ist zu vernachlässigen.
Soweit richtig?

(und gestehe hiermit mich selber fahrlässig in Gefahr zu
bringen und per Rad immer mal ne rote Ampel zu überfahren,
wenn die Strasse leer ist)

Gut, du bringst dich in Gefahr. Denkst du.
Unter Umständen aber auch Kinder, die dich dabei sehen und sich das abschauen. Irgendwann auch mal bei rote über eine vermeintlich freue Strasse radeln. Und dann doch ein Auto übersehen.

Die Mutter bringt sich UND ihr Kind in Gefahr.

aber das dann gleich die Ordnungswidrigkeit heranzitiert wird
nach dem Motto: Ist verboten, darf man nicht amüsiert mich
ungemein (und vielleicht macht es mir auch angst, was alles so
ordentlich geregelt ist.

Das finde ich wiederum beängstigend. Leute, die sich aus Grundsatz nicht an Gesetze und Regelungen halten. Die sich über die Mitmenschen stellen und sich Sonderrechte herausnehmen, Pflichten aber ablehnen. Die sich meistens keine Gedanken über Konsequenzen, auch für andere, machen.
Man muss sicher nicht alles akzeptieren, was uns vorgesetzt wird. Wer den für sich einfachsten Weg wählt, sollte dann aber nicht den Mund aufreissen. Aber das Thema dürfte in einem politischem Forum besser aufgehoben sein. Deshalb:

mfg und EOD
Jolly

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Hallo,

nur ein paar Anmerkungen, die Diskussion ist langsam aber sicher OT.

Also, das mit diesen Ortschaften 6 km in eine und 8 km in eine
andere Richtung ist nicht soo an den Haaren herbeigezogen. Bei
uns ist das so, dass so einige oeffentliche
Verwaltungsgebaeude hier, die anderen dort und noch andere
wieder in einem anderen Ort sind (z. B. Stadtverwaltung,
Arbeitsamt, Finanzamt), immer so Wege um die 6 - 15 km.

Wenn hier einer auf den Bus angewiesen ist und z. B. in allen
Stellen etwas zu erledigen hat, da sind einige Dinge wirklich
kaum zu schaffen, jedenfalls nicht, wenn man noch etwas
anderes zu tun hat. Es kann natuerlich sein, dass es bei uns
hier wirklich ungewoehnlich schlecht geregelt ist, aber das
gibt es eben auch.

Tschuldigung, aber ich erledige selbst mit Auto nicht alle Behördengänge (wenn wirklich mal welche zusammen anfallen) nicht an einem Tag. Wenn es sich anbietet, klar, aber wenn ich in zwei verschiedene Richtungen muss, sicher nicht!
Die meisten Ämter sind bei uns auch in der Kreisstadt beheimatet, das sind effektiv 15km einfach. 2km zum Bahnhof, fährt nur stündlich. Bus auch. Habs früher trotzdem geschaft. Aber da wars ja auch noch billiger…

Ich gehe in dem urspruenglichen Fall davon aus, dass es ein
Saeugling war und nicht transportfaehig auf dem Kindersitz.

Es gibt auch für Babys entsprechende Transportmöglichkeiten. Habe mal eine Art Maxicosi fürs Fahrrad gesehen, nur mit zusätzlichem Schutz am Kopfbereich. Kennt den jemand? Es gibt auch Fahrradanhänger mit Babyliege. Und nicht zu vergessen: Kinderwägen. Statt des Fahrrads ein Paar Rollerblades gekauft, schon ist man herrlich mobil.

Eigentlich wuerde ich bei den meisten Punkten davon ausgehen,
dass es in der Regel so richtig ist, wie die meisten hier
schreiben.
Aber was mich stoert ist die Behauptung, dass es jeder mit den
hier in Deutschland dafuer vorgesehenen Mitteln schaffen kann,
seinen Alltag zu regeln. Das stimmt einfach nicht immer. Es
stimmt moeglicherweise fuer die Mehrheit, vielleicht sogar
fuer fast alle. Es gibt aber einzelne Faelle, an die wohl
keiner gedacht hat bei der Gesetzgebung oder Planung, und die
sind dann oft in der Zwickmuehle entweder gegen das Gesetz zu
verstossen oder ihren Alltag nicht geregelt zu kriegen.

Naja, ich habe einige Alternativen gezeigt. Du hast dir alle Mühe gegeben, einen solchen Fall zu konstruieren. Einigen wir uns auf Unentschieden?

Was mich auch noch wahnsinnig stoert, wenn die StVO wie ein
Dogma behandelt wird (was du aber eigentlich gar nicht gemacht
hast, ich sag es aber trotzdem hier mal, weil ich nicht mehr
weiss, wer das war): Wer gegen die StVO verstoesst, gefaehrdet
den Verkehr, wer sich daran haelt, gefaehrdet ihn nicht,
Punktum. - Ich finde die StVO sinnvoll, und in Anbetracht des
Personalmangels finde ich es auch ok, wenn die Polizei es so
handhabt. Aber trotzdem stimmt das so einfach nicht immer,
oder sogar relativ oft nicht.

Kurzgesagt: Wer sich alleine schon an §1 hält gefährdet weder sich selbst noch sonstjemanden.

Der Gesetzgeber hält sich erstmal an die wahrscheinlichste Ausgangssituation. Man könnte dem Gesetzgeber auch vorwerfen, bei der Helmpflicht nicht an arme Motorradfahrer gedacht zu haben. So ein Helm ist auch nicht billig. Geschweige denn der TÜV oder gar die Führerscheinprüfung. Für besondere Fälle sind aber auch in unserer Gesetzgebung aber auch Ausnahmeregelungen vorgesehen. Befreiung von der Gurtpflicht, von der Helmpflicht usw. Kein Problem also. Wenn die Mutter aus wirtschaftlichen Gründen keinen Kindersitz bezahlen kann, kann sie gerne eine Ausnahmebescheinigung beantragen.

mfg
Jolly

Hallo

Einigen wir
uns auf Unentschieden?

Meinetwegen, aber ist das hier ein Match?

Wenn die Mutter aus wirtschaftlichen
Gründen keinen Kindersitz bezahlen kann, kann sie gerne eine
Ausnahmebescheinigung beantragen.

Dafür müsste sie aber ja doch - vorher - mit dem Fahrrad und dem Säugling im Tragetuch zu den entsprechenden Ämtern fahren!!

MfG Thea