Hallo Helena,
Ich habe die anderen Antworten noch nicht gelesen.
das ist in diesem Fall ein Fehler - die Frage ist gelöst, mit allen Details.
wenn das Dorf so klein sein sollte,
St. Vith (nur die Stadt selber, nicht die größere administrative Einheit) hat über 3.000 Einwohner.
würde ich erstmal schauen was für öffentlichen
Verkehrsmitteln in dem Dorf überhaupt gibt,(falls überhaupt
welche vorhanden!).
Belgien hatte schon früh ein sehr dichtes Eisenbahnnetz. Auch St. Vith lag an einer Nebenbahnlinie. Davon übrig geblieben ist ein flächendeckendes und einheitlich organisiertes Busnetz.
Neulich hier wollte jemand nach LLoret de Mar mit dem Zug aus
Barcelona fahren: In LLoret gibt es aber keinen Zugbahnhof!
Hier ist das Problem tatsächlich ähnlich. Der Unterschied allerdings, dass es Belgien wenigstens geschafft hat, ein einheitliches nationales Informationssystem zu bieten, während man in Spanien nur auf dem Weg über die Autobusstationen einen relativ guten Überblick erhält, d.h. im Fall Lloret wenigstens wissen muss, dass es von Barcelona aus bedient wird.
Dass man nicht nur Eisenbahnen in einem einheitlichen Informationssystem zusammenfassen kann, zeigen Deutschland und die Schweiz: Diese Systeme sind allerdings nur so gut wie die Daten, die zur Verfügung stehen - man kann über das deutsche System Schweizer Fahrpläne bis zum Postauto Guarda Staziun - Guarda Platz abfragen, während man z.B. für Spanien ganz aufgeschmissen ist, weil nicht einmal die regional bedeutenden Platzhirsche wie Alsina Graells ihre Daten zur Verfügung stellen. Das ist das Problem auch für unser Exempel Belgien: Die Busgesellschaften kooperieren zu wenig mit den anderen Informationssystemen, so dass ihre Fahrpläne nur bekannt sind, wenn man sie direkt aufruft.
Andere Länder bieten eine Art Kompromiss an: So stehen für das deutsche Informationssystem aus Frankreich viele (nicht alle) Buslinien zur Verfügung, die stillgelegte Eisenbahnen ersetzen sollen, aber andere, die noch nie oder schon lange nicht mehr auf der Schiene gefahren wurden, halten ihre Daten mehr oder weniger geheim. Kurioserweise gab es früher auf Papier ein französisches Omnibuskursbuch, dessen Daten aber nicht den Weg bis in die deutsche Hafas-Datei gefunden haben.
Ich glaube oft gehen wir alle hier davon aus, daß die
öffentlichen Verkehre im Ausland so sind wie in
Deutschland:
Das ist nicht so sehr das Problem, sondern eher dieses, dass man sich von hier aus, wo als Überrest von den staatlichen Verkehrsunternehmen eine funktionierende zentrale Fahrplandatei existiert, nicht gut vorstellen kann, dass es in anderen Ländern den Betreibern irgendwie rentabel scheint, ihre Fahrpläne international geheim zu halten.
Kurzer Sinn: Nur weil etwas nicht auf Schienen fährt, gibt es keinen vernünftigen Grund außer der Tradition, die Fahrpläne geheim zu halten.
Schöne Grüße
MM