Was, der kam da gerade in die Pubertät?
Das heißt, dass er zuvor ca. 13 oder 14 Jahre lang täglich zum
Essen überredet worden ist?
Na ja, ganz so war es nun auch wieder nicht. Meine Mutter achtete lediglich darauf, dass er eben nicht zwei Tage lang nichts isst und bot ihm zwischendurch immer wieder was an, á la „Wir haben noch das hier, möchtest du es vielleicht?“. Gezwungen wurde er zu nichts. Aber irgendwann hat sie sich halt gedacht, wenn er essen will, wird er das von sich aus sagen. Hat er aber nicht.
Wir sind aber vom Thema der Quietscheentchen abgekommen.
Also fuhr ich mit der Quietschente durch
den Brei. Sie lachten sich einen ab dabei und fingen an, Ihn
zu essen.
Welche Methoden habt Ihr?
Also offensichtlich die falschen, denn unsere Kinder, allem voran der Große (5) isst auch schlecht. Zum Glück sind die Sachen, die er isst, recht gesund, daher setzen wir (in den Tagen, in denen wir gelassen genug sind) auf den Zeitfaktor, dass er die anderen Sachen schon irgendwann probieren wird. Ich glaube, das Hauptproblem ist der Überfluss, denn wenn es nicht genug gäbe, würde man zwangsläufig auf den Hungerfaktor setzen. Das ist das einzige, was immer funktioniert. Da das Nahrungsangebot aber (Gott sei Dank) immer reichhaltig ist, und bei einer der drei Mahlzeiten immer etwas dabei ist, was schmeckt, futtern die sich dann daran satt. Aber das ist immer noch besser, als an irgendwelchen Süß- oder Knabberkram.
Allerdings: Mit dem Essen an sich quatsch machen („Hier kommt eine Erbse angeflogen, die will in deinen Mund“), solange es hinterher auch gegessen wird ist eine Sache. Aber mit Spielzeug im Essen rumfuhrwerken oder mit dem Essen spielen ist für mich das Allerletzte. Dafür ist Essen ein zu kostbares Gut.
Also fuhr ich mit der Quietschente durch
den Brei.
Kann man mal machen, der Überraschungseffekt ist auf Deiner Seite, hat ja auch geklappt. Auf Dauer würde ich mir das verkneifen, das könnte ausufern.
Zwei Regeln gelten bei uns:
Ich bestimme, was es zu essen (natürlich auch mal in Absprache) gibt und wann.
Mein Kind bestimmt, wieviel es von was ißt.
Sonst nix, keine Spielchen, kein Überreden, kein Belohnen für viel essen oder wenig, nichts zum Sattessen (sattnaschen) zwischendurch. Ich bin mir sicher, dass mit der Methode kein Kind verhungert (echte Krankheiten ausgeschlossen natürlich) und das Thema „Essen“ nicht zum Kampfplatz oder Machtspiel ausartet und schlussendlich die Nerven aller geschont werden.
Ein gesundes Kind verhungert nicht …
vor einem vollen Teller.
Zwei Regeln gelten bei uns:
Ich bestimme, was es zu essen (natürlich auch mal in
Absprache) gibt und wann.
Mein Kind bestimmt, wieviel es von was ißt.
So ähnlich habe ich das auch gehandhabt. Marotten bleiben nicht aus, aber umso weniger man sie beachtet, umso schneller geben sie sich.
Beispiel: Meine Tochter hat ca. 2 Jahre lang Sonntag Mittag nur Knödel und Soße gegessen, kein Gemüse, kein Fleisch. Irgendwann war das Thema von selbst erledigt.
Mein Sohn ist zur Zeit Salatfreak, O Ton da sind Vitamine drin die brauche ich. Noch bis vor kurzem hat er Obst und rohes Gemüse gemieden. Lediglich gekochtes Gemüse fand Gnade in seinen Augen bzw Gaumen.
Kinder essen in der Regel soviel wie sie Hunger haben.
Wir haben auch einen kleinen Spatz, aber ich lasse unsere Tochter. Sie ist mit ihrer Menge satt, es reicht ihr, sie ist nicht unterernährt, sieht gesund aus und hat Energie. Kinder brauchen oft viel weniger als Erwachsene denken.
Es gibt Tage, da merkt man, es gibt wichtigeres als Essen. Da helfen bei uns die Ziegen im Bauch, die haben Hunger und müssen gefüttert werden ;o). Ansonsten kann man auch die Puppe nebendran setzen. Unsere Tochter füttert sie und isst dann auch diese Gabel.
Dadurch isst sie auch bewußt und das ist mir wichtig. Ich will nicht, dass sie abgelenkt etwas in den Mund geschoben bekommt. Wie soll sie dadurch ein normales Essverhalten lernen…
Ansonsten kann ich Dir diesen Buchtipp geben, der Gold wert ist: Mein Kind isst nicht von Gonzalez. Kinder essen dadurch nicht mehr, aber man versteht die Kleinen besser, läßt sie und dadurch wird das Essen entspannter.
Kinder verhungern nicht am gedeckten Tisch.
Und wenn sie manchmal keinen Appetit (nicht Hunger) haben, dann ist es vielleicht in diesem Moment einfach nicht das richtige Essen. Ich esse ziemlich alles, aber Lust habe ich nicht immer auf alles und dann mag ich es einfach nicht. Und das ist bei den Kleinen genauso.
auch ich bin nicht begeistert von deiner Quietsche-Ente ;o)
Aber ich gebe dir Alternativen:
Kinder mögen Essen lieber, wenn es nicht schon vorher vermengt, sondern getrennt auf buntem Teller präsentiert wird. Ebenso kann man das Essen ja auch nett herrichten! Man muss nicht „flatsch“ Püree, „flatsch“ Gemüse hinstellen. Ich sah die Tage als Anregung einen Kinderteller auf dem mit dem Spinat ein Fußballfeld gemacht wurde, und mit Kartoffelpüree die weißen Linien gezogen wurden.
Oder das Püree wurde als Straße gemacht, als Autos fungierten dann Karotte und Tomate auf den „Fahrstreifen“. Man muss es ja nicht direkt so machen, aber nett herrichten ist doch schon ein anderer Ansatz, der meines Ermessens auch zu Erfolg führt. Zu schade fast zum Essen, aber ich denke, wenn du gerne Abwechslung und Spaß beim Essen vermitteln möchtest, wäre das ein angemessenerer Weg, als das Entchen durchzuziehen.
Spaß beim Essen ist unbestritten wichtig, aber ich finde, dass Spielzeug beim Essen nichts verloren hat. Ebensowenig wie Bücher und Zeitschriften.
Zudem sollte man sich nicht so sehr darauf konzentrieren, dass das Kind nun endlich… Sondern selbst essen, mit dem Partner reden, mit dem Kind reden - eine normale Situation herstellen, die nicht darauf fixiert ist, dem Kind das Nahrungsmittel einzuflößen.
Bei uns bekommt niemand eine Extrawurst, es wird gegessen was auf den Tisch kommt. Man muss nicht alles essen, aber von jedem probieren (was beim Spinat letzte Woche auch nicht so war…) Nachschlag mit einem Augenzwinkern auch schonmal von den Fischstäbchen, wenn der Spinat noch nicht aufgegessen wurde…
Spaß beim Essen ist ok, aber Spielzeug beim Essen nicht.
Ich sah
die Tage als Anregung einen Kinderteller auf dem mit dem
Spinat ein Fußballfeld gemacht wurde, und mit Kartoffelpüree
die weißen Linien gezogen wurden.
Sorry, auch das finde ich total übertrieben.
Ich habe nie Gesichter auf Brotschnitten gemacht o.ä. (Ausnahme: Muffins mit Smartytupfer, die haben sie aber selbst gemacht). Und für deine Beispiele war und ist mir meine Zeit einfach zu schade.
Bestes Mittel gegen Essensfrust ist kein Spiel und kein „interessant machen“, sondern gemeinsames Essen. Essen als Familien"event". Wir sitzen alle am Tisch und dem Essen kommt gar nicht soviel Beachtung zu. Ich kann mich nicht erinnern, dass Essen je ein großes Thema bei uns war. Unsere Kinder haben früh das gleiche Essen verlangt wie die Großen (beim jüngeren Sohn war das mit 9 oder 10 Monaten). Kein extra-lustiges Brot, kein extra softpüriertes Brei, keine Gläschen. Außerdem schon früh Selbstbestimmung: nicht nur bei der Wahl des Essens, auch bei der Wahl des Werkzeugs (viel, was man mit den Fingern essen kann, zumindest bei den Snacks, und eben kein „Füttern“, sondern „ich kann schon selbst mit dem Löffel“).
Ich sah
die Tage als Anregung einen Kinderteller auf dem mit dem
Spinat ein Fußballfeld gemacht wurde, und mit Kartoffelpüree
die weißen Linien gezogen wurden.
Sorry, auch das finde ich total übertrieben.
Hab ja nicht gesagt, dass man das so machen muss, sondern dass es eine Anregung sein kann.
Bestes Mittel gegen Essensfrust ist kein Spiel und kein
„interessant machen“, sondern gemeinsames
Essen. Essen als Familien"event". Wir sitzen alle
am Tisch und dem Essen kommt gar nicht soviel Beachtung zu.
Hallo Salbei! Nur eine Anmerkung: „Kinder verhungern nicht am gedeckten Tisch“. Das kann man nicht so stehen lassen, weil es nicht stimmt. Man kann das Essen „verlernen“, immer weniger essen als am Tag vorher, weil sie immer „satt“ sind…MfG. Erika,(nicht Walter)