Moellemann stern in fdp faellt

Nein, es wurde darauf hingewiesen, daß Friedmann durchaus
einen Anteil am Zulauf bei den Rechtsradikalen haben könnte.

wenn braune kahlköpfe eine synagoge abfackeln wer ist dann schuld? erraten - der friedmann…

*kopfschüttel*

keine sorge ich misch mich nicht ein deutsche angelegenheiten und bin schon wieder wech.

lehit !

Quatsch mit Sauce

Nein, es wurde darauf hingewiesen, daß Friedmann durchaus
einen Anteil am Zulauf bei den Rechtsradikalen haben könnte.

wenn braune kahlköpfe eine synagoge abfackeln wer ist dann
schuld? erraten - der friedmann…

Mal wieder „ich versteh´ mal alles absichtlich falsch“-Trip? Es geht nicht darum, was die Kahlköpfe machen, sondern es geht darum, daß bestimmte Äußerungen dazu führen können, daß Menschen aufgrund des Verhaltens von Friedmann (hast Du den überhaupt schon einmal in einer Diskussion gesehen?) auf den Gedanken kommen können, grundsätzliche Abneigung gegen Juden (und hier meine ich tatsächlich Juden) zu entwickeln. Ebenso, wie man das Bild des Deutschen im Ausland prägt, wenn man besoffen am Ballermann rumtaumelt.

Damit ist nicht gemeint, daß Menschen zu Rechtsextremen werden, nur weil sie Friedmann reden hören, um das nochmal zu betonen.

Das funktioniert vielmehr ähnlich, wie die derzeitige (schwachsinnige) Debatte um Möllemann dazu führt, daß einige Leute nun eine Abneigung gegen die FDP entwickeln, obwohl die FDP nichts dafür kann, was eines ihrer Mitglieder macht. Während Spiegel seine Sache bis zum aktuellen Problemfall eine recht gute Figur machte, ist Friedmann im Prinzip der unglückseelige Nachkomme von Galinski, der zwar nicht so arrogant und überheblich war, aber dafür im Namen der Juden zu jedem Thema seinen Senf abgab, so wenig das Thema mit Religion oder Judentum auch zu tun hatte.

Friedmann ist schlichtweg eine schlechte Vertretung für die jüdischen Interessen und für die weitere Normalisierung des Verhältnisses zwischen Deutschen und (deutschen) Juden kontraproduktiv.

keine sorge ich misch mich nicht ein deutsche angelegenheiten
und bin schon wieder wech.

Kannst Dich ruhig einmischen, aber sei doch so freundlich, meine Artikel richtig zu lesen. Ich bin es allmählich leid, zu zwei Sätzen Ursprungsartikel eine Seite Erläuterungen abzugeben, nur weil Du Dir die Bröckchen rauszusuchst, die Deine Vorurteile gegenüber den Deutschen an sich zu bestätigen scheinen.

Gruß
Christian

Moin Iris

und wen vertritt der Zentralrat der Juden ?

der Zentralrat vertritt einen Teil der jüdischen Gemeinden in
Deutschland - nämlich die, die in ihm zusammengeschlossen
sind.

Er vertritt nicht die liberalen Gemeinden, die in der Union
progressiver Juden zusammengeschlossen sind.

Er vertritt auch nicht die Juden, die nicht Gemeindemitglieder
sind - und das dürfte die Mehrzahl der in Deutschland lebenden
Juden sein.

Auf so eine Antwort hatte ich gehofft. Endlich mal etwas, womit man was anfangen kann.

Jetzt frag ich mich allerdings, was emfpinden Juden in Deutschland dabei, wenn Leute wie Friedmann sich hinstellen, und vorgeben „ihre“ Sache zu vertreten, oder zumindest entsprechenden Meinungen, das dem so ist, nicht entgegentreten. Ich habe Friedmann noch nie sagen hören, dass er diese oder jene Meinung z.B. ausschließlich als Privatmann vertritt und nicht als Funktionär des Zentralrats.

Wo ist die öffentlichkeitsstarke jüdische Opposition in D gegen Leute wie Friedmann ? (schließlich gab es ja auch lautstarke Opposition gegen Mölleman, und zwar ganz besonders aus der FDP selbst)

Fragt
M.

Quark!
Hallo Christian,

na so ein Quark!

nenne mir doch bitte deine definition von fanatismus und dann zitiere mich aus dem archiv minimum 3 zitate, woran du das bei mir fest machen willst. ich warte sehr gespannt auf deine antwort. ich versuche gegen jede form von fanatismus vorzugehen. und du weisst das oder willst es nicht sehen. also viel spass, ich warte gerne! :wink:

permanent fehl. Ich frage mich nur die ganze Zeit, wann diese
(winzige) Fraktion davon die Nase voll hat. Ehrlich gesagt

immer diese minderheiten! :wink:

mit einer Antwort aufwerte. Werde es wohl in Zukunft wieder
lassen.

oh schade, minderheitenbeitraege sind ja nicht aufwertbar lol

ich finde die worte, wie ich oben bereits im
thread schrieb,
von knobloch und friedmann nicht hilfreich,
moellemann und karsli
jedoch benutzen als erste die nazikeule UND
die antisemitismuskeule, und verlangen ein
mundverbot fuer friedmann

Nein, es wurde darauf hingewiesen, daß Friedmann durchaus
einen Anteil am Zulauf bei den Rechtsradikalen haben könnte.

waere es also besser, es gaebe keine oder nur schweigende juden?

Ehrlich gesagt, finde ich seine ständige, abwertende, kaum
steigerungsfähige Arroganz und Selbstherrlichkeit gegenüber

gehe mal auf bbc --> hardtalk, da werden praesidenten und staatsmaenner haerter auf ihre meinungen festgenagelt, nur ist es dort kein jude :wink:
und dann bitte ich dich, zu sagen wo du arroganz bei friedmann und bei anderen nichtjuedischen oeffentlichen menschen fest machst. zeigt moellemann nicht diese eigenschaften fuer dich? warum nicht? viel spass bei der beantwortung ALLER fragen! :wink:

Wer jedoch hier ein Redeverbot und einen Parteiausschluß
gefordert hat, ist die „Gegenseite“ namentlich
Herr/Frau/Fräulein (was auch immer besser zutrifft) Roth und
Friedmann selber.

deine einseitigkeit hier ist nicht zu uebersehen!

du weisst ganz genau, dass eben nicht menschen in IL nur aufgrund von ethnischen zugehoerigkeiten so behandelt werden wie du schriebst. wenn nicht, dann bitte ich um fundierte antwort.

wie sieht es aber aus mit rein innerethnischer behandlung der menschenrechte in palaestina? mord und oeffentliche misshandlung der leichen in palaestina durch palaestinenser und arafats unterschrift?

aber auch fuer dich gilt, du relativierst begriffe in einem masse, dass ich keine worte dafuer finde. nazimethoden sehen anders.

aha, du siehst gewalt als ein mittel der politischen arbeit. auch wenn deine kinder und freunde sterben in restaurants?

warum wohl geht IL nicht mit der gruendlichkeit dagegen vor? wie war das mit nazimethoden? siehe unten dein absatz.

Und noch ein Wort von mir zu dem Begriff „Nazimethoden“: Wenn
Nazimethoden so verstanden werden, daß Menschen nur aufgrund
ihrer ethnischen Zugehörigkeit belästigt, verfolgt, getötet,
in Ghettos gesperrt, nach eigenem Gutdünken behandelt, ihre
Rechte mißachtet werden, ja, dann wendet Israel Nazimethoden
an. Zwei Unterschiede: Die Palästinenser wehren sich mit
Gewalt (wie ich inzwischen finde, zu recht) und die Israelis
gehen bei der „Beseitigung des Problems“ nicht so gründlich
vor. Was ich einerseits gut finde, aber wo ich andererseits
der Ansicht bin, daß das die einzige Lösung wäre, das Problem
final in den Griff zu bekommen. Davor scheint man im
Augenblick noch zurückzuschrecken.

Das Eingehen auf den restlichen Kram spar ich mir mal, ist eh
immer das gleiche.

shit happens, nicht wahr? soll ich dir deinen satz bzgl ist immer das gleiche wiedergeben?

P.S.
Ich bin auch Moderator. Wie Marion zwar auch in anderen
Brettern, aber vielleicht möchtest Du daraus auch noch ein
kleine Beleidigung oder Andeutung zimmern. Dieser Hinweis für
Dich nur als Service. Danke für Deiner Aufmerksamkeit.

wo habe ich marion beleidigt?

beste gruesse, lego

moin marion,

du hast doch meine extra antwort gelesen zu deinem beitrag an mich.

ich warte gerne auf deine stellungnahme und warum fuer dich antisemitismus nur eine leere worthuelse ist. du schriebst:

"
Solange nicht geklärt ist, was
Antisemitismus überhaupt ist und wie er sich äußert, sind das
alles nur Worthülsen."

danke, aber jetzt kurz zu dem posting.

und wen vertritt der Zentralrat der Juden ?

der Zentralrat vertritt einen Teil der jüdischen Gemeinden in
Deutschland - nämlich die, die in ihm zusammengeschlossen
sind.

Er vertritt nicht die liberalen Gemeinden, die in der Union
progressiver Juden zusammengeschlossen sind.

Er vertritt auch nicht die Juden, die nicht Gemeindemitglieder
sind - und das dürfte die Mehrzahl der in Deutschland lebenden
Juden sein.

Auf so eine Antwort hatte ich gehofft. Endlich mal etwas,
womit man was anfangen kann.

stimmt, mit deinen „worthuelsen“ kannst du nichts anfangen.

Jetzt frag ich mich allerdings, was emfpinden Juden in
Deutschland dabei, wenn Leute wie Friedmann sich hinstellen,
und vorgeben „ihre“ Sache zu vertreten, oder zumindest

iris schrieb, wen der zentralrat vertritt und wen nicht. im uebrigen ist der zentralrat eine hierarchische struktur wie jede andere institution oder partei, gelle? was juden zu friedmann denken, ist hier eine ganz andere sache, aber auch eine andere frage.

entsprechenden Meinungen, das dem so ist, nicht
entgegentreten. Ich habe Friedmann noch nie sagen hören, dass
er diese oder jene Meinung z.B. ausschließlich als Privatmann
vertritt und nicht als Funktionär des Zentralrats.

das muss er auch nicht. klarzustellen, wann wer was zu was sagt in welcher position, ist nicht immer notwendig. seine sendung hier speziell zu friedmann heisst nicht: „aus der meinung des zentralrates.“

beste gruesse, lego

btw, hast du schon alle links von mir an dich durchgelesen, oder willst du mit einer antwort an mich in einem anderen unterthread, warten, wenn du das geschafft hast zu lesen?
aber ich will nicht nerven, hoffe ich jedenfalls. :smile:

in aller Deutlichkeit

nenne mir doch bitte deine definition von fanatismus

In diesem Fall ist Fanatismus das Beharren auf einer Position, ohne im geringsten Maße auf Gegenargumente einzugehen und ihr Zutreffen auch nur im mindesten Maße überhaupt für möglich zu halten. Aber das wirst Du mir sicherlich auch gleich vorwerfen.

zitiere mich aus dem archiv minimum 3 zitate, woran du das bei
mir fest machen willst. ich warte sehr gespannt auf deine
antwort.

Allein in Deinem vorhergehenden Artikel sind genug Beispiele.

Nein, es wurde darauf hingewiesen, daß Friedmann durchaus
einen Anteil am Zulauf bei den Rechtsradikalen haben könnte.

waere es also besser, es gaebe keine oder nur schweigende
juden?

Erstes Beispiel. Wie ich es gemeint habe, sollte eigentlich klar sein. Genauso klar, wie es Friedmann eigentlich sein sollte, was sein Verhalten bewirken kann (ich habe nie gesagt, daß es so ist). Mein eigentlich hinreichendes verdeutlichendes Beispiel findest Du im Artikel an lehitraot (Deutsche im Ausland).

gehe mal auf bbc --> hardtalk, da werden praesidenten und
staatsmaenner haerter auf ihre meinungen festgenagelt, nur ist
es dort kein jude :wink:

Was hat das mit der aktuellen Diskussion zu tun?

und dann bitte ich dich, zu sagen wo du arroganz bei friedmann
und bei anderen nichtjuedischen oeffentlichen menschen fest
machst.

Recht einfach: Gegensätzliche Meinungen werden von Friedmann regelmäßig nicht aufgegriffen, sondern als völlig falsch abgetan und der Gegenüber behandelt, als ob er es mit einem dümmlichen Menschen zu tun hätte.

zeigt moellemann nicht diese eigenschaften fuer dich?

Nein.

warum nicht?

Weil er sich nicht so verhält.

Wer jedoch hier ein Redeverbot und einen Parteiausschluß
gefordert hat, ist die „Gegenseite“ namentlich
Herr/Frau/Fräulein (was auch immer besser zutrifft) Roth und
Friedmann selber.

deine einseitigkeit hier ist nicht zu uebersehen!

Entschuldige, Oh Meister der Neutralität.

du weisst ganz genau, dass eben nicht menschen in IL nur
aufgrund von ethnischen zugehoerigkeiten so behandelt werden
wie du schriebst. wenn nicht, dann bitte ich um fundierte
antwort.

wie sieht es aber aus mit rein innerethnischer behandlung der
menschenrechte in palaestina? mord und oeffentliche
misshandlung der leichen in palaestina durch palaestinenser
und arafats unterschrift?

Habe ich irgendwo geschrieben, daß ich das Verhalten der Palästinenser rückhaltlos befürworte?

aber auch fuer dich gilt, du relativierst begriffe in einem
masse, dass ich keine worte dafuer finde. nazimethoden sehen
anders.

Ich schrieb:
„Und noch ein Wort von mir zu dem Begriff „Nazimethoden“: Wenn Nazimethoden so verstanden werden, daß Menschen nur aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit belästigt, verfolgt, getötet, in Ghettos gesperrt, nach eigenem Gutdünken behandelt, ihre Rechte mißachtet werden, ja, dann wendet Israel Nazimethoden an.“

Erläutere mir die Unterschiede zwischen dem Vorgehen der Israelis in den Palästinensergebieten der vergangenen Monate (abgesehen von den Unterschieden, die ich bisher nannte) und dem Vorgehen der Nazis gegen die Juden.

aha, du siehst gewalt als ein mittel der politischen arbeit.
auch wenn deine kinder und freunde sterben in restaurants?

Wieder ein nettes Beispiel dafür, was ich als Fanatismus bezeichnet habe. Ich schrieb:

Die Palästinenser wehren sich mit Gewalt (wie ich inzwischen
finde, zu recht)

Damit meine ich, daß es rechtens ist, sich gegen einen Angreifer auch mit Gewalt zu wehren (nicht zuletzt Israel sprach oft genug von Krieg). Was dieser Schlenker auf „meine“ Kinder soll, weiß ich nicht. Wenn Du wissen willst, ob mir das Schiksal der Kinder des Gegners egal ist, wenn ich versuche mein Land, mein Leben zu verteidigen, ist die Antwort: Ja!

warum wohl geht IL nicht mit der gruendlichkeit dagegen vor?
wie war das mit nazimethoden? siehe unten dein absatz.

Israel war dabei mit der gleichen Gründlichkeit vorzugehen, es wurde nur vom Rest der Welt an einem Punkt gestoppt, von dem man nicht weiß, wie weit es von dort noch weitergegangen wäre.

P.S.
Ich bin auch Moderator. Wie Marion zwar auch in anderen
Brettern, aber vielleicht möchtest Du daraus auch noch ein
kleine Beleidigung oder Andeutung zimmern. Dieser Hinweis für
Dich nur als Service. Danke für Deiner Aufmerksamkeit.

wo habe ich marion beleidigt?

Ich schrieb: „Beleidigung oder Andeutung“. Der Betreff „Hallo MOD Marion“ ist eine Andeutung und zwar eine unnötige. Was hat die Moderation diverser Bretter durch Marion mit dieser Diskussion zu tun?

beste gruesse, lego

Jaja.

Christian

Hallo Marion,

die Antwort auf Deine Frage ist etwas schwierig und umfangreich, aber ich versuch es doch möglichst einfach ohne zu sehr zu simplifizieren. Ich tue hier nur meine persönliche Meinung und meinen - allerdings ziemlich weiten Erfahrungsbereich - kund, also kein Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

Es gibt einen Spruch, der sich als Start eignet:

zwei Juden - drei Meinungen …

Jetzt frag ich mich allerdings, was empfinden Juden in
Deutschland dabei, wenn Leute wie Friedmann sich hinstellen,
und vorgeben „ihre“ Sache zu vertreten, oder zumindest
entsprechenden Meinungen, das dem so ist, nicht
entgegentreten.

Ich persönlich mag Friedman nicht und empfinde ihn als ziemlich arrogant, egal ob ich ihm in Einzelfragen zustimme oder nicht.
Wie auch bei anderen Personen des öffentlichen Lebens, die unterschiedliche Funktionen haben, kann man nicht immer trennscharf sagen, als was sich jemand in welcher Situation genau äußert. Da kann man nur nachfragen und genauer hinschauen und wenn das unterbleibt, ist dafür nicht Friedman haftbar zu machen sondern desöfteren mangelnde journalistische Sorgfalt.

Die Frage ist einfach, wer bekommt welchen Platz und welche Aufmerksamkeit in den Medien.
Daß es die erwähnte „Union progressiver Juden“ gibt, das wissen doch die meisten Leute gar nicht.
Es kommt aber der Interessenlage der Politik und des Zentralrats entgegen, wenn als „jüdische Meinung“ die des Zentralrats monopolisiert wird.

Für die Politik - ich meine jetzt politische Vertreter, Gremien etc. ganz allgemein - ist es bequemer, sich nur an einen Ansprechpartner für Jüdisches halten zu müssen als sich mit diversen Institutionen, Organisationen etc. herumzuschlagen.
Dem Zentralrat ist das nicht unrecht, denn jeder freut sich, wenn seiner Position besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird - warum also nicht auch der Zentralrat.

Inwieweit sich Juden öffentlich exponieren ist ganz unterschiedlich. Leider ist es so - und das schreibe ich jetzt als jüdische Journalistin, die sowohl Hörfunk, Print als auch Internet macht, daß man sobald man als Jude / Jüdin erkennbar ist, sehr schnell auch antisemitschen Dreck auf den Anrufbeantworter, in die Mailbox etc. bekommt. Und da entscheidet jede/r für sich, was verkraftbar und zuträglich ist.

Es kommt ja nicht von irgendwo, daß der Zentralrat auf seiner Internetseite http://www.juden.org
keine eMail und Kontaktmöglichkeit hat.

Im Internet gibt es - auch auf deutsch - eine ganze Reihe von jüdischen Gruppen / Initiativen und auch offiziellen Organisationen, die sich zu unterschiedlichen Fragestellungen äußern und Diskussionsmöglichkeiten zur Verfügung stellen.

Allerdings werden die Foren - wenn sie nicht paßwortgeschützt sind - von Neonazis regelrecht zugemüllt. Das heißt, man hat einen Wahnsinnsaufwand mit einer solchen Foreninfrastruktur und muß jede Menge Beiträge gegenlesen, den antisemitischen Scheiß löschen und den Rest freischalten. Das kostet sehr viel Zeit und Energie, die man dann halt für anderes nicht frei hat.

Einige Seiten mit Diskussionsmöglichkeiten:

http://www.hagalil.com

http://www.talmud.de (jüdische Religion)

http://www.bjsd.de (Bund jüdischer Studenten in Deutschland)

http://www.berlin-judentum.de jüdisches Leben in Berlin

ohne Diskussionsmöglichkeit:

http://www.liberale-juden.de (Seite der Gemeinden, die in der Union progressiver Juden zusammengeschlossen sind)

Ich habe Friedmann noch nie sagen hören, dass
er diese oder jene Meinung z.B. ausschließlich als Privatmann
vertritt und nicht als Funktionär des Zentralrats.

Man müßte noch hinzufügen:

  • als Mitglied im Vorstand der jüdischen Gemeinde Frankfurts
  • als CDU-Mitglied
  • als derzeitiger Präsident des ECJC (European Council of Jewish Communities - Dachverband jüdischer Gemeinden in Europa)

Ich auch nicht - aber siehe mein Kommentar oben.
Friedman ist meiner Ansicht nach - und in diesem Punkt besteht eine große Ähnlichkeit mit Möllemann - unglaublich narzistisch.

Wo ist die öffentlichkeitsstarke jüdische Opposition in D
gegen Leute wie Friedmann ? (schließlich gab es ja auch
lautstarke Opposition gegen Mölleman, und zwar ganz besonders
aus der FDP selbst)

Schau Dir mal jüdische Forendiskussionen an - da findest Du eine Reihe kritischer Anmerkungen zu Friedman.

Viele Grüße

Iris

hallo christian,

nenne mir doch bitte deine definition von fanatismus

In diesem Fall ist Fanatismus das Beharren auf einer Position,

aeh, das ist eine sehr duenne definition die dem wort nicht gerecht wird.

ohne im geringsten Maße auf Gegenargumente einzugehen und ihr
Zutreffen auch nur im mindesten Maße überhaupt für möglich zu
halten. Aber das wirst Du mir sicherlich auch gleich
vorwerfen.

doppelt nein, lese meine beitraege und du wirst erkennen, dass ich auf gegenargumente eingehen, AUCH zustimme zu gegenargumenten, UND PM sharon kritisiere nebst friedmann. mithin bin ich nach deiner definition nicht fanatisch. ich werfe dir solches nicht vor.

zitiere mich aus dem archiv minimum 3 zitate, woran du das bei
mir fest machen willst. ich warte sehr gespannt auf deine
antwort.

Allein in Deinem vorhergehenden Artikel sind genug Beispiele.

welche denn und andere? woran machst du das dann weiter fest?

gehe mal auf bbc --> hardtalk, da werden praesidenten und
staatsmaenner haerter auf ihre meinungen festgenagelt, nur ist
es dort kein jude :wink:

Was hat das mit der aktuellen Diskussion zu tun?

eine ganze menge, naemlich das auch dort nicht politischer smalltalk oder aber politische diplomatie betrieben wird.

nun aktzepiert friedmann aber privatmeinungen in seinen talkshows und sein hartes Nein dazu aber versteht sich als seine gegenmeinung, er redet jedoch sehr hart, wenn der gegenueber sich in ausweichmanoever ergeht.

hier aber aktuell benutzt moellemann uralte antisemitische argumente.

zeigt moellemann nicht diese eigenschaften fuer dich?

Nein.

ok

warum nicht?

Weil er sich nicht so verhält.

wenn du meinst

deine einseitigkeit hier ist nicht zu uebersehen!

Entschuldige, Oh Meister der Neutralität.

danke, das nehme ich wortwoertlich und als ernstes kompliment :smile:

wie sieht es aber aus mit rein innerethnischer behandlung der
menschenrechte in palaestina? mord und oeffentliche
misshandlung der leichen in palaestina durch palaestinenser
und arafats unterschrift?

Habe ich irgendwo geschrieben, daß ich das Verhalten der
Palästinenser rückhaltlos befürworte?

nein, nicht das ich wuesste, vielleicht leider, denn ich packe gerne in kritik auch kritik an der anderen seite ein, siehe meine beitraege

Erläutere mir die Unterschiede zwischen dem Vorgehen der
Israelis in den Palästinensergebieten der vergangenen Monate
(abgesehen von den Unterschieden, die ich bisher nannte) und
dem Vorgehen der Nazis gegen die Juden.

aha, du siehst gewalt als ein mittel der politischen arbeit.
auch wenn deine kinder und freunde sterben in restaurants?

Wieder ein nettes Beispiel dafür, was ich als Fanatismus
bezeichnet habe. Ich schrieb:

Die Palästinenser wehren sich mit Gewalt (wie ich inzwischen
finde, zu recht)

Damit meine ich, daß es rechtens ist, sich gegen einen
Angreifer auch mit Gewalt zu wehren (nicht zuletzt Israel
sprach oft genug von Krieg). Was dieser Schlenker auf „meine“
Kinder soll, weiß ich nicht. Wenn Du wissen willst, ob mir das
Schiksal der Kinder des Gegners egal ist, wenn ich versuche
mein Land, mein Leben zu verteidigen, ist die Antwort:
Ja!

aha, du befuerwortest tot an kindern fuer eine politische sache, das nenne ich fanatismus.

Israel war dabei mit der gleichen Gründlichkeit vorzugehen, es
wurde nur vom Rest der Welt an einem Punkt gestoppt, von dem
man nicht weiß, wie weit es von dort noch weitergegangen wäre.

israel verhaftet und toetet unschuldige nicht in absicht, es gibt in IL keine todesstrafe, IL vergast nicht gefaengnissinsassen.
ALLES KLAR zu nazimethoden?

wo habe ich marion beleidigt?

Ich schrieb: „Beleidigung oder Andeutung“. Der Betreff „Hallo
MOD Marion“ ist eine Andeutung und zwar eine unnötige. Was hat
die Moderation diverser Bretter durch Marion mit dieser
Diskussion zu tun?

wenn ein MOD-aussenpolitik antisemitismus eine leere worthuelse nennt, nenne ich einen mod in anrede mod, du verstehst.

beste gruesse lego

und nochmal in aller Deutlichkeit

hier aber aktuell benutzt moellemann uralte antisemitische
argumente.

Welche?

aha, du befuerwortest tot an kindern fuer eine politische
sache, das nenne ich fanatismus.

Ich denke, Du liest meine Texte so genau. Warum hast Du dann nicht mitbekommen, daß ich den Tod von Kindern nirgendwo befürwortet habe? Was ich mit „egal“ im vorherigen Artikel meinte, heißt so viel wie „billigend in Kauf nehmen“. In etwa so billigend, wie heute ein 13jähriges palästinensisches Mädchen nahe der „Grenze“ von israelischen Soldaten erschossen wurde. Ich unterstelle keine Absicht, aber das ist für mich „billigend in Kauf nehmen“. Sie war halt dummerweise am falschen Ort zur falschen Zeit.

moin lego

du hast doch meine extra antwort gelesen zu deinem beitrag an
mich.

ja, und ich fand sie größenteils beleidigend, sonst nichts.

ich warte gerne auf deine stellungnahme und warum fuer dich
antisemitismus nur eine leere worthuelse ist.

wenn du mir eine brauchbare, oder zumindest DEINE Definition von Antisemitismus gibst, dann haben wir eine Grundlage, auf der wir weiterreden können, sonst nicht.

Gruss
Marion

Urteilslogik, Meinungsfreigeit und Freindseligkeit
Tach Marion,

das ist ja wie Gedankenübertragung, denn genau:

Du meinst also, das was Möllman so von sich gibt, fällt auch
auf die FDP zurück ?

Du meinst weiterhin, das, was der Vorsitzende oder Vize des
Zentralrats der Juden sagt, fällt jedoch nicht auf ebendiesen
zurück ?

Diese Besonderheit ist mir aufgefallen als eine, die für den Begriff „Antisemitismus“ von seinen semantischen Hütern aus der Sozialwissenschaft (und keineswegs von „den Juden“) tatsächlich in Anspruch genommen wird.

Alle nicht speziell und extra gebildeten Menschen halten den Begriff „Antisemitismus“ zunächst für das negative Ende von theoretisch möglichen Meinungen über Juden, welche, wie jedes Urteil, nicht nur von den Vorurteilen der Urteilenden sondern auch vom Verhalten des „Beurteilungsgegenstandes“ geprägt wird.

So dürfte die Lebenserfahrung von Menschen, die auch selbst immer wieder „beurteilt“ werden, gestrickt sein und dem folgt auch wohl ihr Sprachverständnis.

Wenn es nun heißt, keineswegs könne ein Handeln von Juden, gleichviel, oba als Moderator oder Regierungschef, Einfluss darauf haben, ob sich „Antisemintismus“ herausbilde; ob er zu- oder abnehme; vielmehr werde dies unter Antisemiten ausgemacht, dann entsteht Verwirrung - eben bei allen nicht extra und speziell gebildeten Menschen.

Wenn es heißt, bei einem „jüdischen Thema“ sei das so, dass jeder Hinweis auf die allgemeine Urteilsregel „sowas kommt von sowas“, einen neuen Antisemiten erschaffe, dann haben die Leute „schlechte Karten“, eine „Antisemitwerdung“ überhaupt zu noch verhindern.

Bzw. wenn solch eine „Antisemitwerdung“ einmal passiert ist, hat der frischgebackene „Antisemit“ keine Chance zu verstehen, wie das geschehen konnte, wenn er nicht zufällig herausfindet, dass das Wort nicht ein Urteil, sondern eine innere Haltung von Leuten bezeichnen soll, die in einer bestimmten Weise mit der „Moderne“ verkracht sein sollen. Und auf deren Seite soll man sich dann geschlagen haben. Ohne die überhaupt zu kennen.

Nichts gegen elegante Theorien. Aber es ist wohl nicht ganz fair, den Leuten die Kenntnis einer bestimmten Theorie abzuverlangen, und sie nur bei deren allfälliger Berücksichtigung im Sprachgebrauch erst im Vollbesitz ihrer Würde (außerhalb des Verdiktes „Antisemit“) zu belassen.

Wie sollen die Leute den logischen Anforderungen von Sonderwortbedeutungen nachkommen, die sie praktisch nicht kennen (können). Das man, um „Antisemit“ zu werden, gar keinen Semiten persönlich zu kennen, geschweige denn zu hassen braucht; das ahnt nicht nur kaum jemand, sondern das ist auch vom Sprachgebrauch her sehr ungewöhnlich.

Eine Parallele zu unseren Diskussionen bei FF sehe in ganz gewagter Analogie folgendermassen und relativierend zu oben:

Man kann im Unterschied zu dem „Urteilsdiskurs“, von dem die Leute erstmal ausgehen, aber auch einen anderen Diskurs „erblicken“:

Wenn ein frisch aus der Sicherheitsverwahrung entlassener Vergewaltiger und Frauenmörder direkt zum besten geben würde, welche Frauen nach seiner Meinung mit welchem Verhalten der Frauenfeindlichkeit im allgemeinen und besonderen zuarbeiten würden, dann würde man das wahrscheinlich als ein bisschen anstössig enpfinden, obwohl es innerhalb der Begriffslogik des Urteilsbegriffs bleibt, oder bleiben mag.

Das Dilemma sehe ich so, wie es in der Losung: „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“ auch versucht wird, zum Ausdruck zu bringen.

Man kann sagen, egal was passiert, Hass auf Frauen, oder Hass auf Juden können nicht Resultate kognitiv legitimer Urteils-bildungsprozesse sein, und deswegen sei es unzulässig, einen Zusammenhang zwischen einem Verhalten von Frauen oder von Juden und deren „Beliebtheit“ herzustellen, so wie es anstössig wäre, zu sagen, dass so wie diese oder jene Frau sich gebart, sei es kein Wunder sei, dass es Vergewaltigungen gibt.

Ich finde aktuell, dass tatsächlich für die „Wertschätzungsbeziehungen“ zwischen Völker, Religionen, Bevölkerungsgruppen und Geschlechtern komplexere Beziehungen gelten als in der einfachen „Urteilslogik“ für die Beliebtheit von z.B. Fussballfans. (Fussballvereine kann man sperren oder auflösen, deswegen können ihre Fans sie auich unbelienbt machen) Mit einer kompletten Übernahme der „Urteilslogik“ a la Fussballverein würde man tatsächlich die Shoah in einen logischen Raum von „Mitverursachbarkeit“ durch die Opfer hineinziehen. Das wäre noch kein „Geschichtsrevisionismus“ sondern eine „Umkehr der Beweislast“. Im Augenblich gilt: Die Shoah war und konnte nur Sache von Antisemiten sein; wenn die Sonderlogik der Begriffs kippt, würde das bedeuten, dass die Juden an ihrem Unglück auch einen Anteil gehabt haben könnten und es stünde zur diskursiven Disposition inwieweit das konkret der Fall war. Und zu dieser Disposition steht das heute qua Selbstverständnis und z.Tl. auch qua Rechtslage in Deutschland nciht.

Ob es das nicht vielleicht besser sollte, ist noch wieder eine andere Frage. Denn wenn man eine Möglichkeit theoretisch ausschliessen will, fördert man u.U. ihr Entstehen als Tatsache.

Natürlich können wir heute kein Verdikt mehr über irgend ein Volk zulassen. Wir können die Albaner z.B. nicht so behandeln, wie das römische Imperium die Vandalen behandelt hat. Da hatten die Vandalen Pech und die Albaner Glück. Nun schimpfen viele Leute auf Albaner und sagen auch, bei jeder Vollstreckung des Kanuns (Blutrachegesetz) dass die sich sehr unbeliebt machen ohne das man deswegen sagen würde, dies sei eine Parteinahme für Slobodans Vertreibungspolitik.

Eigentlich müssten wir alle Menschen(gruppen) als der Urteilslogik ausnehmen, weil wir nirgendwo mehr „vollstrecken“ wollen (und können). Wir tun das aber, soweit überhaupt, nur bei den Juden; und diese Differenz schafft Böses Blut.

Mindestens aber muss man den Leuten sagen, dass sich das Thema für sie anhört, wie ein Fall von „Urteilslogik“, dass er das aber nicht ist und dass viele andere Fälle das auch nicht sind, und dass es sich tatsächlich etwas komisch anfühlen mag, dass wir mit der Ausnehmung von Menschngruppen aus der Urteilslogik mal bei den Juden anfangen. Es sollte bei dem Privileg nicht bleiben sondern uns vielmehr dazu überleiten, unser Urteilsverhalten insgesamt zu zivilisien.

Verwickelte Sache.

Ist so ähnlich wie zu Sowjetzeiten, wo SU-Kritik wegen Tschnobyl auch als „antikommunistisch“ stigmatisiert wurde.

Grüsse,

Thomas

ps, sorry wegen Tippfehlern, keine Zeit zum korrigieren.

Hallo Marion,

nachdem Iris dir die faktische Seite hoffentlich klar genug erklärt hat, möchte ich versuchen, dich zu „sensibilisieren“.

Iris schrieb:

Er vertritt auch nicht die Juden, die nicht Gemeindemitglieder
sind - und das dürfte die Mehrzahl der in Deutschland lebenden
Juden sein.

Auf so eine Antwort hatte ich gehofft. Endlich mal etwas,
womit man was anfangen kann.

Hat Iris deine Frage also richtig beantwortet? Gut.

Jetzt frag ich mich allerdings, was emfpinden Juden in
Deutschland dabei, wenn Leute wie Friedmann sich hinstellen,
und vorgeben „ihre“ Sache zu vertreten, oder zumindest
entsprechenden Meinungen, das dem so ist, nicht
entgegentreten.

Meinst du, daß sie auf „Leute wie Friedmann“ eindeutig negativ reagieren sollten, weil er ein so unsympatischer Typ ist? Und auch dann, wenn „Leute wie Friedmann“ von Möllemann angegriffen werden? Was ist somit wichtig, sein Narzißmus oder seine Funktion?

Stell dir einen typischen deutschen Juden vor, wie er jede Woche zu seiner Synagoge oder zu dem Haus seiner jüdischen Gemeinde geht und jedesmal durch den polizeilichen Schutz geht. So lernt er, wenn er das davor nicht wußte, daß er in keiner normalen Umgebung lebt, sondern mindestens „exponiert“ ist. Er weiß nicht viel von der Geschichte seines Volkes, aber genug, um in den Berichten über aktuelle Auftritte Möllemanns den Rückkehr des Antisemitismus in die große Politik zu erahnen.

Und dann hört er, daß seine Ahnung ihn nicht täuscht. Das hört er zunächst mal nicht von einem Dauerwelle oder sonstjemandem, den er kennen würde aus der großen Liste der bekannten deutschen Politikern, geschweige denn Intellektuellen, sondern von dem Friedmann, von dem unsympatischen, selbstverliebten usw.

Und dann zählen nicht dessen Manieren, sondern die Courage. Und daß er nicht nachgibt und dann erst die Unterstützung bekommt. Weil deutsche Juden durch ihre Geschichte eigentlich dazu gezwungen waren zu lernen, daß sie besser still halten. Deswegen ist hier Friedmann kein Privatmann, sondern ein Vertreter deutscher Juden.

Vor allen Dingen, weil sogar die Stimme eines von Weizsäckers nicht gehört wird. Mir hätte seine Meinung genügt, um die Bremse zu drücken. Möllemann darf aber weiter mit dem Feuer spielen.

Friedmännische Grüße *g*

Moin Iris,

die Antwort auf Deine Frage ist etwas schwierig und
umfangreich, aber ich versuch es doch möglichst einfach ohne
zu sehr zu simplifizieren. Ich tue hier nur meine persönliche
Meinung und meinen - allerdings ziemlich weiten
Erfahrungsbereich - kund, also kein Anspruch auf
Allgemeingültigkeit.

danke für deine Mühe - und - das ist völlig ausreichend. Ich glaube niemand vertritt hier mehr als seine Meinung.

Wie auch bei anderen Personen des öffentlichen Lebens, die
unterschiedliche Funktionen haben, kann man nicht immer
trennscharf sagen, als was sich jemand in welcher Situation
genau äußert. Da kann man nur nachfragen und genauer
hinschauen und wenn das unterbleibt, ist dafür nicht Friedman
haftbar zu machen sondern desöfteren mangelnde journalistische
Sorgfalt.

Wenn Friedman sich zu sagen wir mal dem Wetter äußern würde, dann könnte ich das unterschreiben. Nur wenn es um Belange geht, die „irgendwie jüdisches“ beinhalten, sei es die aktuelle Lage in Israel oder Beurteilungen von Äußerungen anderer, wie diese zu werten seien, dann wird es doch etwa heikel. Hier spricht man nämlich Herrn Friedman automatisch eine gewisse Kompetenz zu und die ergibt sich nunmal aus seiner Stellung.

Wenn also Friedman etwas als „Antisemitisch“ bezeichnet, dann ist man vielleicht eher geneigt, dem Glauben zu schenken, als wenn diese Wertung von meinem Nachbarn kommt. Nur, wenn ich den Vorwurf „Antisemitisch“ dann rational nicht nachvollziehen kann und der Herr Friedman lässt sich auch nicht auf eine Begründung sein, ja verweigert sogar eine offene Aussprache, dann entsteht bei mir der Verdacht, hier versucht jemand etwas zu instrumentalisiern um ganz andere Zwecke zu erreichen. Und das gefällt mir ganz und gar nicht.

Die Frage ist einfach, wer bekommt welchen Platz und welche
Aufmerksamkeit in den Medien.
Daß es die erwähnte „Union progressiver Juden“ gibt, das
wissen doch die meisten Leute gar nicht.

Das wusste ich ehrlich gesagt auch nicht.

Es kommt aber der Interessenlage der Politik und des
Zentralrats entgegen, wenn als „jüdische Meinung“ die des
Zentralrats monopolisiert wird.

Ja, das sehe ich auch so. Nur wirkt das eben in beide Richtungen. Für die meisten Leute ist dann auch der Zentralrat DIE „jüdische Meinung“ und prägt ihr Bild somit von Juden in D.

Dem Zentralrat ist das nicht unrecht, denn jeder freut sich,
wenn seiner Position besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird -
warum also nicht auch der Zentralrat.

Vielleicht weil er sich seiner Stellung und somit seiner Verantwortung bewusst sein sollte.

Inwieweit sich Juden öffentlich exponieren ist ganz
unterschiedlich. Leider ist es so - und das schreibe ich jetzt
als jüdische Journalistin, die sowohl Hörfunk, Print als auch
Internet macht, daß man sobald man als Jude / Jüdin erkennbar
ist, sehr schnell auch antisemitschen Dreck auf den
Anrufbeantworter, in die Mailbox etc. bekommt. Und da
entscheidet jede/r für sich, was verkraftbar und zuträglich
ist.

Das ist richtig und ehrlich gesagt, es ist mir auch eigentlich völlig egal, ob jemand nun Jude ist oder nicht. Nur grade bei der Nahost-Diskussion muss ich es immer wieder erleben, dass das eigene jüdisch sein, oder die Tatsache das jemand in Israel wohnt, als vermeintliches „Asset“ (Aktivposten) mit in die Wagschale geworfen wird um sich „Schein“-Kompetenz zu verleihen. Ich denke man muss nicht Jude sein um die Israelische Politik zu verteidigen und man muss kein Moslem sein, um einen eigenen Staat für die Palästinenser zu fordern. Nur, und hier kommen wir auch wieder zur aktuellen Situation um Friedman, es gibt Leute, die dies bewusst instrumentalisieren und dass stößt nunmal sauer auf.

Nein, lego, Juden sollen nicht zu Themen schweigen. Sie sollen sich nur ganz einfach zu Themen äußern, wie alle anderen Menschen auch. Von mir weiss auch kaum jemand hier, welcher religiösen Richtung ich nahestehe oder ob überhaupt irgendeiner. Ja und ? Das hindert mich auch nicht daran zu allem möglichen meine Meinung zu sagen, und wer aufmerksam im Religionsbrett liest, nur dem fällt vielleicht hin und wieder mal was auf.

Im Internet gibt es - auch auf deutsch - eine ganze Reihe von

jüdischen Gruppen / Initiativen und auch offiziellen
Organisationen, die sich zu unterschiedlichen Fragestellungen
äußern und Diskussionsmöglichkeiten zur Verfügung stellen.

hm…ehrlich gesagt, ich wüsste eigentlich kein Thema von dem ich sagen würde, das will ich nun mit bestimmen Leuten diskutieren, grade (oder nur) weil sie Juden sind…

Trotzdem danke für die links, ich werde sicher mal bei allen vorbeischauen, man weiss ja nie :smile:

Ich auch nicht - aber siehe mein Kommentar oben.
Friedman ist meiner Ansicht nach - und in diesem Punkt besteht
eine große Ähnlichkeit mit Möllemann - unglaublich
narzistisch.

Nun ja, über Möllemann brauchst du mir nichts erzählen. Ich verfolge die Politik dieses Herrn schon mindestens seit 10 Jahren und er ist mir ausgesprochen unsympatisch. Trotzdem finde ich das, was im Moment gegen ihn läuft, nicht korrekt.

Wo ist die öffentlichkeitsstarke jüdische Opposition in D
gegen Leute wie Friedmann ? (schließlich gab es ja auch
lautstarke Opposition gegen Mölleman, und zwar ganz besonders
aus der FDP selbst)

Schau Dir mal jüdische Forendiskussionen an - da findest Du
eine Reihe kritischer Anmerkungen zu Friedman.

Ja, das denke ich mir. Aber das meinte ich eigentlich nicht. Vor kurzem stand mal ein recht interessanter Artikel zu „innerjüdischer“ Opposition in Haaretz:

http://www.haaretzdaily.com/hasen/pages/ShArt.jhtml?..

Ich denke, ich brauche nicht zu erwähnen, dass der Artikel so in keiner deutschen Zeiten hätte stehen können (insbesondere der 6. Absatz nicht). Und das ist es, was viele hier ärgert.

Gruss
Marion

hallo exc,

(hast Du den
überhaupt schon einmal in einer Diskussion gesehen?)

ja, ein paar mal. ist mir unsympathisch. außerdem lackiert er angeblich seine nägel… das war aber nicht die frage!

auf den
Gedanken kommen können, grundsätzliche Abneigung gegen Juden
(und hier meine ich tatsächlich Juden) zu entwickeln.

die entwickelt nur jemand, der schon vorher welche hatte. so funktionieren vorurteile eben. ein paar einzelne unsympathische menschen (die gibts in jeder gruppe) erzeugen nicht urplötzlich eine abneigung gegen die ganze gruppe.

Ebenso,
wie man das Bild des Deutschen im Ausland prägt, wenn man
besoffen am Ballermann rumtaumelt.

also wenn friedman besoffen am ballermann rumtaumelt(e), wäre er ein besserer deutscher :wink:

Das funktioniert vielmehr ähnlich, wie die derzeitige
(schwachsinnige) Debatte um Möllemann dazu führt, daß einige
Leute nun eine Abneigung gegen die FDP entwickeln, obwohl die
FDP nichts dafür kann, was eines ihrer Mitglieder macht.

eine partei ist ja wohl was anderes. eine partei besteht, weil gewisse menschen sich zu ihr zusammengeschlossen haben. wenn einige mitglieder mist bauen, fällt das zurecht auf die ganze partei zurück. (erinnern wir uns einmal an scharon und seine partei…) aber gut, ich habe keine ahnung wer möllemann ist, noch was er gesagt hat. ich spreche allgemein.

Deine Vorurteile gegenüber den Deutschen an sich zu bestätigen
scheinen.

was für vorurteile denn? ich glaube nicht daß ich besonders viele vorurteile gegen deutsche habe. vom biertrinken am nacktbadestrand mal abgesehen :wink: hätte ich massiv vorurtiele, meinst du ich würde bei w-w-w .de schreiben und mod sein wollen?!

die mechanismen der vorurteile sind doch dieselben, egal um wen es geht.

grüße
lehitraot.

moin marion,

Nein, lego, Juden sollen nicht zu Themen schweigen. Sie sollen
sich nur ganz einfach zu Themen äußern, wie alle anderen
Menschen auch. Von mir weiss auch kaum jemand hier, welcher
religiösen Richtung ich nahestehe oder ob überhaupt
irgendeiner. Ja und ? Das hindert mich auch nicht daran zu
allem möglichen meine Meinung zu sagen, und wer aufmerksam im
Religionsbrett liest, nur dem fällt vielleicht hin und wieder
mal was auf.

hui, jetzt antwortest du mir hier indirekt, ich werde dir auch noch einmal antworten fundierter. schade das du nicht auf meine lange antwort woanders eingehen willst.
aber jetzt kurz.

friedmann darf sich also aeussern, aber nur wie jeder anderer. natuerlich.

aber noch einmal, friedmann eine foerderung von antisemitismus nahezulegen, ist eine unglaubliche unterstellung und verallgemeinerung von moellemann an alle juden. dies ist ein uraltes antisemitisches urteil von moellemann und das „darf“ er wohl sagen, aber friedmann darf darauf nicht mit klaren worten reagieren?

du schreibst, jeder hier vertritt seine eigene meinung sicherlich. darf ich dich hier kurz fragen, ob du immer noch der deinigen meinung bist, antisemitismus sei eine leere worthuelse, solange du keine definition hast?

kennst du schon bahamas?
http://www.redaktion-bahamas.org/hefte/edit20.htm
btw hier meine ich nicht linken antisemitismus sondern „modernen deutschen“:

sonst siehe auch
http://www.redaktion-bahamas.org/

oder die vielen links von iris.

oder meine links weiter unten an dich.
was fandest du eigentlich dort nicht beleidigend, denn du schreibst ja, mein extra-marion-beitrag sei fuer dich weitestgehend beleidigend. waere dann naemlich kuerzer, wenn ich wuesste, was dort nicht beleidigend ist. dies hatte und habe ich nicht vor, entschuldigung.

findest du deine worte „Solange nicht geklärt ist, was
Antisemitismus überhaupt ist und wie er sich äußert, sind das
alles nur Worthülsen.“ nicht beleidigend fuer den menschenverstand allgemein und fuer juden speziell?

beste gruesse lego

Hallo Marion,

ich habe große Schwierigkeiten, wenn unterstellt wird, daß man in Deutschland öffentlich nur jüdische Stimmen pro Scharon hört.

Das stimmt einfach nicht. Bei der von den Palästinensern organisierten Demo sind Mitglieder von der Nahostgruppe (Palästinenser, Juden und nichtjüdische Deutsche) mitgegangen, deren Statement und Plakate aussagten, sie seien gegen Scharons Politik.

Am nächsten Tag fand die von einer linken Gruppe organisierte pro-Israel Demo statt, auf der immer wieder betont wurde, von den verschiedenen teilnehmenden Gruppen, daß eine pro Israel Demo nicht automatisch heißt, man befürworte die Positionen Scharons.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland gibt vierzehntägig auch die Allgemeine Jüdische Wochenzeitung - seit einiger Zeit im Internet - heraus.
Dort habe ich letztes Jahr zum Unabhängigkeitstag von Israel einen Artikel der Publizistin Ester Dischereit gelesen, der sich gegen die Politik von Sharon aussprach. Ebenso gab es einen Artikel mit gleicher Zielrichtung von Michael Wolffsohn.

Die beiden publizieren auch in nicht-jüdischen Medien.
Es ist also auch eine Sache, was wahrgenommen wird und was nicht.

Viele Grüße

Iris

Hallo Marion und Lego,

ich empfehle den Artikel von Moshe Zimmermann in der Süddeutschen als Grundlage

Eine Frage der Haltung
http://www.sueddeutsche.de/aktuell/sz/artikel5648.php

viele Grüße

Iris

vielen dank iris
vielen dank iris,

hallo marion, das ist schon lustig, sich indirekt zu antworten, ist antisemitismus als begriff fuer dich immer noch eine leere worthuelse?

beste gruesse, lego

moin peet :smile:

Er vertritt auch nicht die Juden, die nicht Gemeindemitglieder
sind - und das dürfte die Mehrzahl der in Deutschland lebenden
Juden sein.

Auf so eine Antwort hatte ich gehofft. Endlich mal etwas,
womit man was anfangen kann.

Hat Iris deine Frage also richtig beantwortet? Gut.

Es ging hier nicht um richtig oder falsch peet. Es ging um unterschiedliche Wahrnehmungen. Anscheinend gibt es viele Juden in D, die sich durch Friedmann nicht vertreten fühlen, andererseits wird er aber in der deutschen Öffentlichkeit so wahrgenommen, als ober er alle vertreten würde (die Monopolisierung hat Iris ja schön verdeutlicht).

Jetzt frag ich mich allerdings, was emfpinden Juden in
Deutschland dabei, wenn Leute wie Friedmann sich hinstellen,
und vorgeben „ihre“ Sache zu vertreten, oder zumindest
entsprechenden Meinungen, das dem so ist, nicht
entgegentreten.

Meinst du, daß sie auf „Leute wie Friedmann“ eindeutig negativ
reagieren sollten, weil er ein so unsympatischer Typ ist?

Nein, sondern weil sie z.B. mit seiner (quasi monopolisierenden) Meinung, zum Beispiel wer ein Antisemit ist, nicht einverstanden sind.

Und

auch dann, wenn „Leute wie Friedmann“ von Möllemann
angegriffen werden? Was ist somit wichtig, sein Narzißmus
oder seine Funktion?

Sein Narzißmus wirft sicherlich auch ein schlechtes Licht auf seine Funktion, und die wiederum auf die Organisation, der er vorstehet, aber um seinen Narzißmus geht es hier ja nicht. Es geht um seine politischen Äußerungen und seine Angriffe gegen Mölleman und die FDP.

Stell dir einen typischen deutschen Juden vor, wie er jede
Woche zu seiner Synagoge oder zu dem Haus seiner jüdischen
Gemeinde geht und jedesmal durch den polizeilichen Schutz
geht. So lernt er, wenn er das davor nicht wußte, daß er in
keiner normalen Umgebung lebt, sondern mindestens „exponiert“
ist.

Niemand lebt in einer normalen Umgebung. Die meisten Leute sind auf irgend eine Weise „exponiert“. Mir als Frau brauchst du mir darüber nichts zu erzählen.

Er weiß nicht viel von der Geschichte seines Volkes, aber

genug, um in den Berichten über aktuelle Auftritte Möllemanns
den Rückkehr des Antisemitismus in die große Politik zu
erahnen.

Wenn ich sowas höre, dann werde ich nur eins…wütend…

Und dann hört er, daß seine Ahnung ihn nicht täuscht. Das hört
er zunächst mal nicht von einem Dauerwelle oder sonstjemandem,
den er kennen würde aus der großen Liste der bekannten
deutschen Politikern, geschweige denn Intellektuellen, sondern
von dem Friedmann, von dem unsympatischen, selbstverliebten
usw.

Genau. Und Friedman muss es ja wissen. Wer bislang nicht gewusst hat, dass die FDP allerhöst mutmaßlich antisemitisch ist, der weiss es eben jetzt. Wie konnte selbst Bubis das nur jahrelang übersehen. Und welch ein Glück, dass sich dieses Übel zufällig nicht in der Partei findet, dessen Parteibuch Friedman trägt.

Das dumme ist nur: Friedman ist für die meisten Deutschen nicht besonders glaubwürdig und wer sich seit längeren Jahren mit Poltik beschäftigt hat, der kann vermutlich ein Kichern nicht unterdrücken, dass es jetzt ausgerechnet die FDP getroffen hat. Nur die FDP-Mitglieder und Wähler, die finden das vermutlich gar nicht lustig.

Und dann zählen nicht dessen Manieren, sondern die Courage.
Und daß er nicht nachgibt und dann erst die Unterstützung
bekommt.

Ja, der Vorwurf „Antisemit“ zieht in Deutschland eben immer noch. Das kann sich keine ernstzunehmende Partei leisten, mit diesem Makel behaftet rumzulaufen. Einerlei ob da was dran ist oder nicht. Und seine Courage zeigt Friedman vermutlich dadurch, dass er jede offene Aussprache mit der FDP ablehnt ? Ich bin beeindruckt von soviel Mut.

Weil deutsche Juden durch ihre Geschichte eigentlich

dazu gezwungen waren zu lernen, daß sie besser still halten.
Deswegen ist hier Friedmann kein Privatmann, sondern ein
Vertreter deutscher Juden.

Zumindest derjenigen, die seine Ansicht teilen. Ich schätze mal die anderen fühlen sich durch in kaum vertreten und hier tappst du in deine eigene Falle…wer sind „die deutschen Juden“ ???

Vor allen Dingen, weil sogar die Stimme eines von Weizsäckers
nicht gehört wird. Mir hätte seine Meinung genügt, um die
Bremse zu drücken. Möllemann darf aber weiter mit dem Feuer
spielen.

oh nein, wer einen Konflikt sucht und forciert, der darf dann nicht weinen, wenn er einen bekommt. Wo gehobelt wird da fallen Späne. Das sollte auch ein Herr Friedman wissen.

Für mich ist das übrigens ein Zeichen von Normalität. Alles andere wäre sehr viel beunruhigender.

Gruss
Marion

Antisemitismus Diskussionsverweigerung
Moin Iris

ich empfehle den Artikel von Moshe Zimmermann in der
Süddeutschen als Grundlage

Danke für den Artikel, ich habe ihn mit Interesse gelesen und er wäre sicherlich eine sehr gute Diskussionsgrundlage. Aber diese Diskussion werde ich persönlich in der Öffentlichkeit nicht führen.

Diesen Eiertanz muss und will ich mir nicht antun.

Gruss
Marion