Molke auch nicht gesund?

Hallo,

nachdem ich weiter unten viel über Müsli, Frischkornbrei, Phytin usw. lernen durfte, habe ich nun an die Fachleute die nächste Fage. Patrick war es, glaube ich, der u.a. schrieb, Molke sei ebenfalls nicht zu empfehlen. Nun hab ich’s aber sehr damit und möchte nun mehr darüber wissen. Ich dachte, sie sei Vitamin- und Mineralstoffreich, darüberhinaus noch rand voll mit der richtigrum drehenden Milchsäure. ALLES LÜGE?? Auch wenn’s mich vielleicht desillusioniert: Bitte dagt mir die Wahrheit.

Grüße von Angelika, deren Molkedrink schon der Hinrichtung entgegenschlabbert.

Hallo,

da niemand den Anfang machen möchte, mache ich ihn - schließlich bin ich auch der Verursacher Deiner Bedenken.

Nachgewiesen ist eine gesundheitsschädigende Wirkung von Molke bislang noch nicht, eine Studie (1992 im New England Journal of Medicine veröffentlicht) liefert lediglich Hinweise auf eine Begünstigung bei der Entstehung von Diabetes.

Wissen möchte vor allem die Industrie von derlei Schädigung beliebter Geschäftspraktiken nichts - und so wird auch in Zukunft (sollte sich dieser Verdacht erst einmal verhärten) das Problem relativ unbekannt aber auch unbeobachtet bleiben.

Denn: wichtigstes Prinzip der modernen Industrie ist es, Abfälle gänzlich zu vermeiden. Aus der Notwendigkeit solcher Kostenersparnis entstehen Praktiken, wie z.B. bei einer ungewissen Sachlage Lebensmittel wie Molke (die früher Abfall waren) erst einmal unter das Volk zu mischen. Man propagandiert sogar noch viele gesundheitliche Vorteile - schon hat man statt kostenpflichtig zu entsorgenden Abfall ein schönes Zusatzgeschäft.

Um Nahrungsmittel verwertbar zu machen, haben sich im Laufe der Evolution sehr viele Praktiken ausgebildet, die dem Menschen zu gute gekommen sind. Heute vermeiden wir diese Praktiken, da wir keinen Abfall mehr haben möchtenm - gegessen wird eben alles - nicht bloß das „Filetstück“.

Freilich sind viele solcher Nahrungsmittel „ungenießbar“ - aber hier hat die Nahrungsmittelchemie wertvolle Pionierarbeit geleistet - selbst die ungenießbarste „Pampe“ wird durch einige wenige Zusatz(kunst)stoffe auf einmal genießbar und bekömmlich.

Vorgemacht hats die Tierfutterindustrie - der ist es ja schließlich zu verdanken, daß vegetarische Arten durch den Zusatz von Kunstaromen auch den Abfall aus der Tierkörperverwertung fressen (Wir erinnern uns an die Entstehungsgeschichte von BSE).

Anhänglich noch einige „Links“ (gibt man Molke als Grundbegriff z.B. bei Google ein, dann findet man auf den ersten 100 Seiten nur Lobpreisungen auf das Getränk), wobei der EULENspiegel einige sehr interessante Ansichten zu Nahrungsmitteln enthält.

http://www-promotion.com/user/eulenspiegel/spiegel/a…

http://www.ernaehrungsberatung.rlp.de/Internet/ernae…

http://www.oekotest.de/cgi/vb/vbgs.cgi?suchtext=molk…

Hallo,

Vorgemacht hats die Tierfutterindustrie - der ist es ja
schließlich zu verdanken, daß vegetarische Arten durch den
Zusatz von Kunstaromen auch den Abfall aus der
Tierkörperverwertung fressen (Wir erinnern uns an die
Entstehungsgeschichte von BSE).

und in so manchem (meist vielbeworbenen) Katzenfutter sind „Getreidenebenprodukte“ (Spreu, Spelzen?) mit denen der Verdauungsapparat der Tiere völlig überfordert ist.

Gruss, Niels

Naja, solange man an alles genügend Aroma und Süßstoff drantut, bekommen Tier und Mensch alles runter. Setzt man dann auch noch billige Kunstvitamine bei, dann darf man auch noch draufschreiben, das Zeug ist gesund.

Ich möchte im übrigen nicht wissen, was - da in den meisten Tierfutterkonserven (z.B. Whiskas & Co. für Katzen) - da, wenn da 4% Fleisch drin sein sollen, die restlichen 96% ausmacht…
Und dann stelle ich mir besser schon gar nicht die Frage, wie sich die 4% Fleisch zusammensetzen…

Es gibt übrigens Listen mit Aromastoffen für Tierfutter (natürlich auch für Menschenfutter), da gibt’s die abenteuerlichsten Geschmacksrichtungen - z.B. Mäusearoma für Katzen.

Hallo,

Ich möchte im übrigen nicht wissen, was - da in den meisten
Tierfutterkonserven (z.B. Whiskas & Co. für Katzen) - da, wenn
da 4% Fleisch drin sein sollen, die restlichen 96% ausmacht…
Und dann stelle ich mir besser schon gar nicht die Frage, wie
sich die 4% Fleisch zusammensetzen…

das ist ein Missverständnis! Sieh mal genau hin. Da steht meist „Fleisch und tierische Nebenprodukte (davon mind. 4% Huhn, Pute, Rind…)“. D.h. es ist schon mehr als 4% Fleisch
drin, aber von der angegebenen Sorte nur mind. 4%. Im Prinzip kann man also Huhn, Rind, Pute, Lamm, Fisch mischen, in Dosen füllen und auf jede etwas anderes schreiben solang
nur jeweils 4% davon enthalten sind (und überall das gleiche). Natürlich möchte ich der tierliebenden, wohlwollenden, uneigennützigen Tierfutterindustrie das nicht unterstellen :smile:). Bezeichnend ist, dass (gesetzlich vorgeschrieben) nicht „Huhn“ draufstehen darf sondern „MIT Huhn“ (dann sind nur 4% möglich).

Gruss, Niels

Also auf die Idde, daß (theoretischst) in jeder Dose einer Marke die gleiche Mischung drin sein könnte, darauf bin ich noch nicht gekommen - interessante Theorie, danke!

Wenn nun z.B. Huhn angegeben worden ist, dann ist damit aber noch nicht geklärt, welches Teile vom Huhn (theoretisch könnte man ja alles, d.h. komplett, reintun - man könnte aber auch vorher die relativ teure Hühnerbrust entfernen, ggfs noch die Beine und Flügel (und das dann an den Menschen verkaufen) und den Rest dann verwerten.

Diese Technik könnte ich mir im übrigen auch bei Menschen-Futter vorstellen - obwohl hier ja meistens schon draufsteht, daß es sich z.B. um RindFLEISCH und nicht bloß (man beachte den Unterschied) um Rind handelt…

Hallo Patrick,

schön, daß Du doch noch geantwortet hast. Nur leider weiß ich jetzt immer noch nicht, was an Molke denn so schlimm ist. Und wieso ist sie ein Abfallprodukt? Milch ist, so wie sie aus der Kuh kommt, doch zunächst einmal ein vollständiges Nahrungsmittel. Wenn ich aus einem bestimmten Grund davon etwas weg nehme, um das Ursprungslebensmittel aus welchen Gründen auch immer zu reduzieren, ist das, was weg genommen wurde doch nicht automatisch schlecht. Wirkt Molke also auf den Körper gar nicht basisch und enthält sie keine „gute“ Milchsäure? Deinem Gedankengang, eigentliche Abfallprodukte gewinnbringend unters Volk zu bringen kann ich zwar durchaus folgen, aber ist das im Fall der Molke wirklich so?

Ich hoffe, Du klärst mich noch auf…

Liebe Grüße

Angelika, immer noch verwirrt

Hi,

ich hatte einieg Links anhängend, in denen eine gesundheitliche Gefährdung (welche aber noch nicht nachgewiesen ist) potentiell eingeräumt wird.

Der eine Link (Stiftung Ökotest) sollte als Referenz eigentlich genügen. Trotz dem relativ großen Bekanntheitsgrad dieses Risikos (vor allem in Bezug auf Kleinkinder und Babynahrung) halten sich aber die Stimmen, welche von einer Gesundheitsfördernden Wirkung ausgehen.

Molke entsteht in der Molkerei bei der Gewinnung von Käse etc. und ist die grün-gräuliche Flüssigkeit, welche stechend riecht und bitter schmeckt.

Die bayrische Fa. A.Müller könnte übrigens komplett zu machen, wenn man wieder davon abkäme, „Abfall“ genießbar zu machen. Und auch bei NESTLE wäre ich mir gar nicht so sicher, ob es noch ein Produkt in der (zugegeben) recht großen Produktpalette gäbe, welches dann übrig bliebe…