hi anja
jeder künstlerisch veranlagte mensch wird bestätigen
(sofern er sich schon einmal gedanken darüber gemacht hat),
daß eine idee oder inspiration an sich keine eigenleistung
darstellt, sondern eine zunächst passive erfahrung ist.
Die künstlerische Arbeit ist sehr wohl eine Eigenleistung, und
diese ist ein aktiver(!), sich ständig verändernder
geistiger(!) Prozess, sie ist geistige Schwerstarbeit. Die
ständige Reflektion der eigenen Arbeit, die Beobachtung und
geistige (!) Formulierung einer Absicht, die kritische
Überprüfung der Aussagefähigkeit und ihrer
Umsetzungsmöglichkeiten sind die wichtigsten Pfeiler der
Arbeit eines Künstlers.
tja,anja,da hast du wohl etwas mißverstanden,ich sprach ausdrücklich von der idee der inspiration als solcher.
selbstverständlich ist es unbestritten,daß die materielle umsetzung
je nach kunstkathegorie mit einem gewissen arbeitsaufwand verbunden ist und auch eine gewisse „kunstfertigkeit“ im sinne des handwerkes erfordert . aber dabei handelt es sich bereits um den umsetzungsprozess bzw den verdichtungs- und realisierungsprozess der an sich geistigen inspiration.dies ist unbestritten bei der bildhauerrei mit größerem aufwand verbunden als etwa in der musik.
dafür kann man plastiken aber auch nicht per mausklick kopieren. g*
Ich habe manchmal, ja oft eher
Probleme, wenn ich dann eine Arbeit schon fertig(!) vor meinem
„geistigen Auge“ sehe, sie dann auch noch über Tage hinweg
ausführen zu müssen (ein Routineprozess, der nur manchmal
durch technische Umsetzungsschwierigkeiten gehemmt wird),
reines Handwerk also…
eben, reines handwerk ,die von dir bearbeiteten oder erarbeiteten materialien sind natürlich auch dein eigentum.
es geht ja auch nur um die frage des geistigen eigentums - zumindest in diesem threat.
Allein die aufwändigen Vorarbeiten wie
Drahtpuppen zuschneiden, positionieren (Wie soll der Sockel
aussehen?), gipsen, Modelliermasse herstellen etc., allein das
benötigt ja nach Größe der Arbeit einen Zeitaufwand von 1-3
Tagen…
du ärmste…und dann kannst du es noch nicht mal automatisch vervielfältigen und bist allein auf den erlös der jeweils einzigen plastik angewiesen .
aber dein beispiel passt nicht ganz in diese thematik,weil der schutz
des „geistigen eigentumes“ in deiner kunstkathegorie nicht unbedingt
als bedroht angesehen werden muß.
wie es schon in der mythologie heißt „von der muße geküsst“
Das ist Käse! (sorry, ist nur impulsiv). Die Griechen mussten
jeden Furz personifizieren, ob als Gott oder als Muse
ob es nun furze waren die sie personifizierten oder nicht,tatsache ist
daß sie einen vorgang personifizierten der wenn auch vielleicht nicht zur personifizierung berechtigt,dennoch ein tatsächlich existierender vorgang ist.wie er auch noch lange nach der antike ähnlich umschrieben wurde.
… Meine
Muse bin ich! Und da hat mir niemand reinzureden *g
nun,ich weiß nicht,auf welche weise bei dir die inspiration zu stande kommt,ich weiß noch nicht einmal ob man es überhaupt als inspiration bezeichnen kann bzw darf.
leider hast du dich dazu nicht geäussert,was aber durchaus zum thema gehört hätte.
vielleicht tust du’s ja noch.
Die Rechte an geistigem Eigentum sind also durchaus vererbbar.
Wie meinen? Meine Gedanken und Ideen sind keinesfalls
vererbbar, sie sind mein geistiges Eigentum, also
zunächst einmal immateriell, sollte ich es denn vererben
können, wie soll das gehen? Soll ich mich klonen, um sicher zu
sein, dass mein geistiges Potential auch an den richtigen
Menschen weitergegeben wird, der es dann in meinem Sinne
fortsetzt? Und das materielle Erbe sichert der Staat mit der
Erbfolge, und da ich meine Söhne sehr liebe, habe ich dagegen
nichts einzuwenden…
das kann ich durchaus nachvollziehen.allerdings solltest du diesen komentar an den urheber der aussage machen.denn der satz stammte nicht von mir g*
Jeder Künstler ist einzigartig - und das aufgrund seiner
individuellen Betrachtungsweise, d.h. im Rahmen eines
geistigen Prozesses.
dagegen ist auch nichts zu sagen.aber dennoch bestimmt nicht der künstler wann er wie welche inspiration oder idee bekommt…mit betonung auf „bekommt“
sollte er dies dennoch versuchen,dann macht er sich zum handwerker
mit dem künstlertum ist es dann schnell vorbei,sofern es überhaupt je stattgefunden hat.
zu viele denken heutzutage sie wären künstler nur weil sie
irgendetwas machen.
aber ganz so einfach ist es dann doch nicht.
das soll jedoch keine kritik an deinen werken sein,da ich mangels kenntnis deiner werke gar nicht in der lage dazu bin.
Irgenwie eine komische Vorstellung: 9 Musen sind ständig damit
beschäftigt, alle Künstler dieser Erde zu küssen… Vielleicht
ist das die Ursache der gefürchteten Künstler-Blockaden: die
Musen kommen mit dem Küssen nicht mehr hinterher…
netter witz,aber hinter den antiken mythologien steckt weit mehr
als nur platte personifizierung.
scheint aber nicht dein thema zu sein.
gruß
taothustra