Hallo, Eli,
es geht hier nur um die Gegenüberstellung des alten Tastamentes (also der Teil der Bibel, den wir gemeinsam haben) und dem neuen Testament (dem christliche) und meiner Behauptung, es sind 2 verschiedene Götter: im AT ist der blutrünstig, rachsüchtig, eifersüchtig und die Bibel enthält diese erwähnten Sätze. Ob sie von den Juden je benutzt wurden, will ich gar nicht diskutieren. Dass Juden mit eines der verfolgtesten Völker sind, steht ohne Zweifel fest, also auch keine Diskussion.
Ach ja… erstaunlicherweise war dieses noch nie Thema im
Archiv von wer*weiss*was.
Das wundert mich! Haben die meisten Angst davor, weil es missverstanden werden könnte?
- An welchem Verhalten im Judentum läßt sich dieses
nachweisen? Müsste nicht sich dieser Gedanke der Rache durch
alle Teile des Judentums durchziehen. Stattdessen finden sich
aber ausreichend Nachweise für den anderen Gedanken:
„…bedenke, dass auch Du warst ein Fremdling in Mitzraijm.“
Beim all’ dem Leid, der Unterdrückung und Verfolgung welchem
das jüdische Volk ausgesetzt war, wo sind hier Ansätze der
Rache zu finden?
Ich glaube zwar schon, dass man da in der langen Geschichte etwas finden würde (auch juden sind keine Engel sondern Menschen)doch hat das jetzt mit unserem Thema nichts zu tun. Auch würde ich dies nicht unbedingt auf die heutige Zeit fixieren.
Müsste nicht sogar, bei deiner Unterstellung der jüdischen
weltweiten Machtstellung
, die Juden alles gerächt habe?
Eli, dass Juden auf der Welt eine besondere Machtstellung haben, ist wohl nicht wegzudikutieren. Ich will auch diese Machtstellung hier nicht bewerten. Grundsätzlich lehne ich jede übermäßige Macht ab - ob jüdische, deutsche, französische, US-amerikanische, chinesische… Der Mensch ist nicht fähig mit Macht vernünftig umzugehen. Das hat nichts mit der (darf ich ausnahmsweise das Wort verwenden?) Rasse zu tun.
- In welchem Kontext stehen der Satz „Aug(ersatz) für ein
Auge, Zahn(ersatz) für ein Zahn“? Auch hier findet sich wieder
ein Zusammenhang, welche in die andere Richtung weisst, dass
selbst wenn es zu einem Unfall kommt, die Verpflichtung
besteht für den Schaden in gleichem Mass gerade zu stehen.
Diese Aussage richtet sich nicht an das Opfer sondern als
Pflicht an den Täter. Nicht der Gedanke der Rache ist hier zu
finden, sondern der Ausgleich mit dem Opfer.
Sagen wir mal so: ich habe bisher noch nie Deine Version als Interpretation entdeckt. Also den „Versicherungsgedanken“. Immer aus der Sicht des Opfers. Und diese Sicht haben alle Völker gehabt und haben sie immer noch. Unsere Rechtssprechung in Deutschland siehr auch nicht Strafe für ein Delikt vor, sondern Besserung. Trotzdem spricht man von Strafvollzug und die Bevölkerung sieht eine Gefängnisstrafe als gerechte Strafe an.
- Wie sieht das jüdische Recht (Halacha) im Umgang mit
Fremden/Feinden aus? Auch hier wird immer der Frieden und die
Versöhnung betont.
Wie gesagt, ich habe den Talmut noch nicht durchdelesen. Ich werde mich auch nie darin versteigen, dass die israelische Bevölkerung nicht friedenswillig ist. Ich möchte sogar behaupten, wenn eine Volksbefragung gemacht würde, 80% der Israeli bereit wären, den Vertrag von Camp David anzuerkennen. Damit endlich Ruhe und Frieden ist. Wie auch die Palästinenser. Leider gibt es immer eine Minderheit, die stur auf ihre vermeintlichen Rechte beharrt. Und besonders unversöhnlich sind die streng religiösen.
- Nach den Aussagen der christlichen Kirchen ist diese
Interpretation nicht zu belegen und als Antijudaismus der
Kirche anzusehen.
Ich habe diese Darstellung der Kirche zum Antijudaismus nicht gelesen. Um darüber zu diskutieren, muss ich das wohl nachholen.
Trotzdem steht nun mal im AT die erwähnten Sätze. Und im NT nicht. Es gibt dagegen die Sätze: schlägt Dich einer auf die linke Backe, so halte ihm die rechte hin. Liebe Deine Feinde, wie Dich selbst. Und Christus hat sogar dem Soldaten, dem der Jünger ein Ohr abschlug, dieses wieder an"geheilt". Am Kreuz: Vater vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!
Ich will auch nicht darüber diskutieren, ob es Jesus wirklich gab und ob er tatsächlich Gottes Sohn und Gott zugleich ist. Das sind Glaubensfragen. Es geht hier darum: hat Jesus die jüdische Religion reformieren wollen (und ist gescheitert)? Besteht ein eklatanter Unterschied zwischen dem Gott des AT und dem Gott des NT?
Grüße
Raimund
Eine Frage, die mit dem Thema oben nichts zu tun hat: in einem Geschichtsbuch über die Phönizier las ich, dass der Tempel in Jerusalem nicht von den Juden selbst erbaut wurde, sondern von den Phöniziern, die zu der Zeit hervorragende Baumeister waren. Was hast Du gelernt?