Mose und Pentateuch

Hallo,
mal nen kleiner Einwurf zu nem Thema, das in der Diskussion unten so oft kam, dass ich nicht auf jeden Artikel antworten möchte, sondern allgemein.

Mose hat nicht die Bücher im Pentateuch selbst geschrieben.
Der Auszug aus Ägypten und damit die Zusammenfassung mehrer isrealitischer Religionen zum Judentum fand um 1250 v. Chr statt.
Es gibt die Autoren oder Redaktionsgruppen:
Jahewist (um 930 v. Chr)
Elohist(ebenso)
Jehovist (Redaktion aus Jahewist und Elohist) ( Ende 8. Jhd)(um 722 v. Chr.)
Deuteronimis (ne grosse Gruppe) (ab 622 v. Chr.)
Priesterschrift (ab 587 v. Chr)
Die Endredaktion fand im 5. Jhd. v. Chr. statt.

Viel Grüsse,
Philipp (rk)

Hallo Philipp!

Mose hat nicht die Bücher im Pentateuch selbst geschrieben.
Der Auszug aus Ägypten und damit die Zusammenfassung mehrer
isrealitischer Religionen zum Judentum fand um 1250 v. Chr
statt.
Es gibt die Autoren oder Redaktionsgruppen:

[…]

Na ja, Textkritik… :wink: Ex-TextkritikerInnen wie Eta Linnemann haben ja gezeigt, wie man zu den verschiedensten (teilweise sehr abstrusen) Thesen gekommen ist.

Lies mal

http://www.wort-und-wissen.de/disk/d97-3.html

sowie die zwei Folgelinks, auf die in dem Artikel verwiesen wird.

Gruß
Michael

Hallo Michael,

danke für den Link. Fand ich sehr interessant. Aber das es sich um Pseudeepigraphen handelt, denke ich immer noch. Denn es wurden viele argumente nicht entkräftet: Die Gleichleutende Bezeichnung der Fronvögte und -Städte unter dem Pharao udn Salomo, das Königsargument. Das Argument, das es sich bei der im Dtn angesprochenen Rolle um die unter Jojika gefunden und damit um die handelt, welche unter Hiskaja angelegt wurde, die brüche, nach denen Mose immer nur den Berg hinauf, aber nie Hinabstieg, dass der Satz „Mose schrieb“ eben die Pseudoepigraphie untermauern sollte. Denn wer schreibt schon explizit, dass er schreibt? Was ist mit den z.Zt. des Mose unbekannten, aber im PT erwähnten Kamelen? Etc.
Also, die Links haben mich nicht überzeugt, ich bleb dann doch bei der Urkundenhypothese.

Philipp

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Hallo Philipp

Was ist mit den z.Zt. des Mose
unbekannten, aber im PT erwähnten Kamelen? Etc.

Das Argument habe ich schon gelegentlich gehört, daß zur Zeit Mose 1400 v.Chr. keine Kamele bekannt waren. Dies würde bedeuten, daß es im nahen Osten oder Ägypten keine Kamele gab.
Woher kamen dann die Kamele urplötzlich?

Gruß
Carlos

hallo, Philipp,
danke!
Damit wäre der Buddhismus wieder die ältere Religion… wenn auch knapp!
Grüße
Raimund

hallo,
ich war immer der Meinung, Kamele oder Dromedare sind schon seit tausenden von Jahren Nutztiere des Menschen!? So, wie der Hund auch!
Grüße
Raimund

Hallo Raimund,
„… die älteste Religion …“? Anläßlich einer Reise nach Ostasien vor einigen Jahren nannte der Papst den Buddhismus „eine Ansammlung von atheistischen Lehren“, woraufhin die buddhistischen Mönche etwas pikiert waren und ihn nicht empfangen wollten. Also: Religion? Auch kann ein Buddhist meines Wissens wohl ohne weiteres auch Christ sein!?
Immerhin kommt dem Judentum das Verdienst zugute, die erste „monotheistische“ Religion zu sein - eine unbestritten riesige kulturell-philosophische Leistung!
Gruss, Stucki

hallo, Strucki,
meines Wissens ist die Jüdische Religion nicht die erste monoth. Rel.
Vor Moses hatten die Juden mehrere Götter. Der Ägypter Moses brachte ihnen die in Ägypten entstandene Eingottreligion. Ob es davor noch andere gab??? Aus dem Stehgreif kann ich das nicht beantworten.
Da der Buddhismus eine O-Gott-Philosophie ist, kann man ihn ja zu diesem Thema nicht heranziehen(obwohl älter als die jüdische Religion)
Doch das tut der philosophischen Leistung der ersten jüdischen Eingott-Philosophen keinen Abbruch. Auch wenn der Funke von einem Ägypter kommt!
Grüße
Raimund

Hallo,

nur zwei Anmerkungen zum Nachdenken:
Entsteht eine Religion erst durch die schriftliche Niederschrift oder kann so auch (über Jahrhunderte) mündliche überliefert werden?
Und zum anderen war Awraham ein Ägypter, als er die Vielgötterei seines Vaters ablehnte?

Schalom,
Eli

hallo, Eli,
danke, dass Du den Ruf aufgenommen hast!
Nein, eine Religion fängt nicht mit der schriftlichen Auszeichnung an. Und Abraham war natürlich kein Ägypter.
Hier ist Moses gemeint. Bestimmt hat Du Sigmund Freuds Buch gelesen: der Mann Mose. Hier sagt er ganz deutlich, dass Moses aller größter Wahrscheinlichkeit ein Ägypter gewesen sein muss. Die Umstände seiner Auffindung sei so typisch für die damalige herrschende Klasse, dass keine andere Möglichkeit besteht.
Er wuchs in den höchsten Kreisen auf, hatte für die damalige Zeit eine enorme Ausbildung. Und hat die damals aufkommende Eingottreligion übernommen und dem Sklavenvolk (die Juden waren damal ein versklavtes Volk) gebracht. Da die damaligen Juden keine einheitliche Religion hatten, das goldene Kalb gab es damals schon (wurde also nicht erst auf der Wanderung nach Palästina erfunden), war seine Leistung unter anderem, eine einzige, einheitliche Religion geschaffenn zu haben. Ich weiss, in der Bibel steht, dass der erste Jawe-Gläubige Abraham war. Doch muss es deshalb unbedingt wahr sein? Könnte es nicht so sein, dass Moses die Volksüberlieferungen der Religion angepasst hat? So wie ja das Christentum es mit den germanischen gemnacht hat?
Eine andere Frage: Alex behauptet, dass „die meisten Juden Christus nicht anerkannt haben“. Meine Behauptung dagegen: überhaupt keiner. Wer hat jetzt Recht? Gibt es überhaupt „christliche“ Juden? Ist das nicht schon ein Widerspruch in sich?
Grüße
Raimund

Hallo Raimund.

Bestimmt hat Du Sigmund Freuds Buch gelesen: der Mann Mose.

Nicht jedes Buch, welches ein Jude geschrieben hat, ist auch lesenswert :wink:

Die Umstände seiner Auffindung sei so typisch für die
damalige herrschende Klasse, dass keine andere Möglichkeit
besteht.

Alles nur geschickte Tarnung…

Und hat die damals aufkommende Eingottreligion übernommen […]

Die Eingottreligion der Ägypter ist nach der historischen Forschung älter und bestand zur Zeit von Mosche nicht.

Juden keine einheitliche Religion hatten, das goldene Kalb gab
es damals schon (wurde also nicht erst auf der Wanderung nach
Palästina erfunden) […]

Nichts anders sagt uns die mündliche Lehre, wobei dort behauptet wird, dass die Fremden (welche unter dem jüdischen Volk weilten und mitgezogen sind) das Kalb wollten, in Bezug auf die Religion welche sie aus Mitzraijm kannten :wink:

[…] Doch muss es deshalb unbedingt wahr sein? Könnte
es nicht so sein, dass Moses die Volksüberlieferungen der
Religion angepasst hat?

Tja, dann wird es mit allen Stellen aus der Torah schwer. Was ist wirklich passiert, was ist Erzählung etc.? Dieses können wir heute nicht mehr erfahren. Es ist Sache des Glaubens - auch im Judentum.

So wie ja das Christentum es mit den germanischen gemnacht hat?

Man sollte hier zum einen nicht das Germanisch überschätzen, da nur das Wenigste hier seinen Ursprung hat und zum anderen nicht vergessen, dass diese Übernahmen sehr bewusst gemacht wurden, da es den Christen (anfangs) wenige auf die Art der Feste, als vielmehr der damit verbundenen Botschaft ankam.

Eine andere Frage: Alex behauptet, dass „die meisten Juden
Christus nicht anerkannt haben“.

Stimmt.

Meine Behauptung dagegen: überhaupt keiner.

Stimmt.

Wer hat denn nun Recht?

Beide :smile: Weil zu damaligen Zeit es sehr wohl Menschen gab, welche (nach christlicher Überlieferung wohlgemerkt) in der Botschaft von Jesus einen Weg für sich erkannten. Diese Menschen sahen aber in ihm nur einen Schriftgelehrten(!), welcher als Wanderprediger durch die Lande zog. Davon gab es damals viele und alle hatten ihre eigenen Anhänger (Behauptung von Alex).
Soweit ich informiert sind, dokumentieren die Briefe von Paulus die Auseinandersetzungen zwischen diesen jüdischen Anhängern und den Heiden, welche die Botschaft ohne Judetum haben wollte. In dieser Auseinandersetzung wurden die Juden bei den Herrscher oft angezeigt und verfolgt. Erst in Folge entstand der heutige christliche Glaube, mit der besonderen Stellung der Figur Jesus. Zur damaligen Zeit hat noch keiner geglaubt, dass er der erste Moschiach ist (Deine Behauptung)

Heutzutage gibt es wieder Juden welche sich bekehren liessen und als Christen bezeichnen. Diese sind aber immer eine Minderheit gewesen.

Schalom,
Eli

hallo, Eli
Danke für die schnelle Antwort!

Bestimmt hat Du Sigmund Freuds Buch gelesen: der Mann Mose.

Nicht jedes Buch, welches ein Jude geschrieben hat, ist auch
lesenswert :wink:

aber auch nicht verdammenswert, weil es allgemeinen Glaubenssätzen widerspricht!

Die Umstände seiner Auffindung sei so typisch für die
damalige herrschende Klasse, dass keine andere Möglichkeit
besteht.

Alles nur geschickte Tarnung…

Na, das war wohl Spass?!

Und hat die damals aufkommende Eingottreligion übernommen […]

Die Eingottreligion der Ägypter ist nach der historischen
Forschung älter und bestand zur Zeit von Mosche nicht.

Richtig, ich habe hier etwas verwechselt! Moses wollte sie erst den Ägypern predigen. Die wollten aber nicht. Wie schon damals, als Pharao Echnaton (wars der?) die Eingottreligion zwangsweise einführte. Nach seinem Tod kam die Gegenreformation.

Juden keine einheitliche Religion hatten, das goldene Kalb gab
es damals schon (wurde also nicht erst auf der Wanderung nach
Palästina erfunden) […]

Nichts anders sagt uns die mündliche Lehre, wobei dort
behauptet wird, dass die Fremden (welche unter dem jüdischen
Volk weilten und mitgezogen sind) das Kalb wollten, in Bezug
auf die Religion welche sie aus Mitzraijm kannten :wink:

Meine Information ist so, dass es bei den damaligen Juden keine einheitliche Religion gab. Außerdem mehrgottreligion. Und mit Juden waren hier tatsächlich Juden gemeint. keine Fremdvölker, die mitgezogen wurden. Aber diese Info muss nicht unbedingt stimmen.

[…] Doch muss es deshalb unbedingt wahr sein? Könnte
es nicht so sein, dass Moses die Volksüberlieferungen der
Religion angepasst hat?

Tja, dann wird es mit allen Stellen aus der Torah schwer. Was
ist wirklich passiert, was ist Erzählung etc.?

Adam und Eva sind mit Sicherheit keine geschichtliche Figuren, oder! So wie die Entsteheungsgeschichte als Gleichnis und Erklärungsversuch zu bewerten ist.

Dieses können
wir heute nicht mehr erfahren. Es ist Sache des Glaubens -
auch im Judentum.

Ich glaube,ich muss doch mal in meiner Torah nachlesen. Ich habe sie zwar, hab auch schon mal reingesehen… aber richtig gelesen? hatte einfach anderes zu tun (als Entschuldigung).

…den Christen (anfangs) wenige auf die Art der
Feste, als vielmehr der damit verbundenen Botschaft ankam.

Richtig: die Botschaft: liebe Deinen Nächsten, war für die Germanen gänzlich fremd. Den Juden übrigens auch. ich glaube, der gesamten damaligen Menschheit. Mit Ausnahme der Buddhisten. Man könnte fast auf den Gedanken kommen, dass die Esener, zu denen ja Jesus gehört haben soll, sich davon inspirieren haben lassen!

… Schriftgelehrten(!),
welcher als Wanderprediger durch die Lande zog. Davon gab es
damals viele und alle hatten ihre eigenen Anhänger (Behauptung
von Alex).
Zur damaligen Zeit hat noch keiner
geglaubt, dass er der erste Moschiach ist (Deine Behauptung)

Stopp! Nicht meine Behauptung! Ich bin ein ziemlich atheistischer Mensch, der an den Religionen vom geschichtlichen und philosophischen Hintergrund interessiert ist.
Grüße
Raimund

Nur kurz.

[…] Die wollten aber nicht.

Und ausgerechnet das störische Volk der Juden soll gewollt haben?

Und mit Juden waren hier tatsächlich Juden gemeint. keine
Fremdvölker, die mitgezogen wurden.

Das wären wirklich interessante Quellen. Wie „wissen“ vom goldenen Kalb doch nur durch die Tora und dort ist von Juden nicht die Rede.

[…] Den Juden übrigens auch. ich glaube,
der gesamten damaligen Menschheit.

So fremd kann es ihnen nich gewesen sein, da dieser Satz/Aussage in ähnlichen Formen auch in älteren Schriften des Judentums auftaucht und heute noch ein Prinzip ist.

Stopp! Nicht meine Behauptung! Ich bin ein ziemlich
atheistischer Mensch, der an den Religionen vom
geschichtlichen und philosophischen Hintergrund interessiert
ist.

Stop! Ich meinte ja auch nicht die Aussage über den Mosiach, sondern deine Aussage, dass damals keiner an Jesus als Mosiach glaubt. Somit hast Du recht, mit deiner Aussage: „…keiner.“ Alles andere würde ich Dir nie in die Beiträge schieben…

Schalom,
Eli

hallo, Eli,
Auch ganz schnell: muss zum Termin.
warum kennt das Judentum den Satz: Auge um Auge. Zahn um Zahn. Rache bis ins …Glied. solche Stellen findet man viel im AT, also Deinem Teil der Bibel.
Grüße
Raimund

warum kennt das Judentum den Satz: Auge um Auge. Zahn um Zahn.
Rache bis ins …Glied. solche Stellen findet man viel im AT,
also Deinem Teil der Bibel.

Ach ja… erstaunlicherweise war dieses noch nie Thema im Archiv von wer*weiss*was.

  1. An welchem Verhalten im Judentum läßt sich dieses nachweisen? Müsste nicht sich dieser Gedanke der Rache durch alle Teile des Judentums durchziehen. Stattdessen finden sich aber ausreichend Nachweise für den anderen Gedanken: „…bedenke, dass auch Du warst ein Fremdling in Mitzraijm.“
    Beim all’ dem Leid, der Unterdrückung und Verfolgung welchem das jüdische Volk ausgesetzt war, wo sind hier Ansätze der Rache zu finden?
    Müsste nicht sogar, bei deiner Unterstellung der jüdischen weltweiten Machtstellung :frowning:, die Juden alles gerächt habe?

  2. In welchem Kontext stehen der Satz „Aug(ersatz) für ein Auge, Zahn(ersatz) für ein Zahn“? Auch hier findet sich wieder ein Zusammenhang, welche in die andere Richtung weisst, dass selbst wenn es zu einem Unfall kommt, die Verpflichtung besteht für den Schaden in gleichem Mass gerade zu stehen. Diese Aussage richtet sich nicht an das Opfer sondern als Pflicht an den Täter. Nicht der Gedanke der Rache ist hier zu finden, sondern der Ausgleich mit dem Opfer.

  3. Wie sieht das jüdische Recht (Halacha) im Umgang mit Fremden/Feinden aus? Auch hier wird immer der Frieden und die Versöhnung betont.

  4. Nach den Aussagen der christlichen Kirchen ist diese Interpretation nicht zu belegen und als Antijudaismus der Kirche anzusehen.

Schalom,
Eli

Hallo, Eli,
es geht hier nur um die Gegenüberstellung des alten Tastamentes (also der Teil der Bibel, den wir gemeinsam haben) und dem neuen Testament (dem christliche) und meiner Behauptung, es sind 2 verschiedene Götter: im AT ist der blutrünstig, rachsüchtig, eifersüchtig und die Bibel enthält diese erwähnten Sätze. Ob sie von den Juden je benutzt wurden, will ich gar nicht diskutieren. Dass Juden mit eines der verfolgtesten Völker sind, steht ohne Zweifel fest, also auch keine Diskussion.

Ach ja… erstaunlicherweise war dieses noch nie Thema im
Archiv von wer*weiss*was.

Das wundert mich! Haben die meisten Angst davor, weil es missverstanden werden könnte?

  1. An welchem Verhalten im Judentum läßt sich dieses
    nachweisen? Müsste nicht sich dieser Gedanke der Rache durch
    alle Teile des Judentums durchziehen. Stattdessen finden sich
    aber ausreichend Nachweise für den anderen Gedanken:
    „…bedenke, dass auch Du warst ein Fremdling in Mitzraijm.“
    Beim all’ dem Leid, der Unterdrückung und Verfolgung welchem
    das jüdische Volk ausgesetzt war, wo sind hier Ansätze der
    Rache zu finden?

Ich glaube zwar schon, dass man da in der langen Geschichte etwas finden würde (auch juden sind keine Engel sondern Menschen)doch hat das jetzt mit unserem Thema nichts zu tun. Auch würde ich dies nicht unbedingt auf die heutige Zeit fixieren.

Müsste nicht sogar, bei deiner Unterstellung der jüdischen
weltweiten Machtstellung :frowning:, die Juden alles gerächt habe?

Eli, dass Juden auf der Welt eine besondere Machtstellung haben, ist wohl nicht wegzudikutieren. Ich will auch diese Machtstellung hier nicht bewerten. Grundsätzlich lehne ich jede übermäßige Macht ab - ob jüdische, deutsche, französische, US-amerikanische, chinesische… Der Mensch ist nicht fähig mit Macht vernünftig umzugehen. Das hat nichts mit der (darf ich ausnahmsweise das Wort verwenden?) Rasse zu tun.

  1. In welchem Kontext stehen der Satz „Aug(ersatz) für ein
    Auge, Zahn(ersatz) für ein Zahn“? Auch hier findet sich wieder
    ein Zusammenhang, welche in die andere Richtung weisst, dass
    selbst wenn es zu einem Unfall kommt, die Verpflichtung
    besteht für den Schaden in gleichem Mass gerade zu stehen.
    Diese Aussage richtet sich nicht an das Opfer sondern als
    Pflicht an den Täter. Nicht der Gedanke der Rache ist hier zu
    finden, sondern der Ausgleich mit dem Opfer.

Sagen wir mal so: ich habe bisher noch nie Deine Version als Interpretation entdeckt. Also den „Versicherungsgedanken“. Immer aus der Sicht des Opfers. Und diese Sicht haben alle Völker gehabt und haben sie immer noch. Unsere Rechtssprechung in Deutschland siehr auch nicht Strafe für ein Delikt vor, sondern Besserung. Trotzdem spricht man von Strafvollzug und die Bevölkerung sieht eine Gefängnisstrafe als gerechte Strafe an.

  1. Wie sieht das jüdische Recht (Halacha) im Umgang mit
    Fremden/Feinden aus? Auch hier wird immer der Frieden und die
    Versöhnung betont.

Wie gesagt, ich habe den Talmut noch nicht durchdelesen. Ich werde mich auch nie darin versteigen, dass die israelische Bevölkerung nicht friedenswillig ist. Ich möchte sogar behaupten, wenn eine Volksbefragung gemacht würde, 80% der Israeli bereit wären, den Vertrag von Camp David anzuerkennen. Damit endlich Ruhe und Frieden ist. Wie auch die Palästinenser. Leider gibt es immer eine Minderheit, die stur auf ihre vermeintlichen Rechte beharrt. Und besonders unversöhnlich sind die streng religiösen.

  1. Nach den Aussagen der christlichen Kirchen ist diese
    Interpretation nicht zu belegen und als Antijudaismus der
    Kirche anzusehen.

Ich habe diese Darstellung der Kirche zum Antijudaismus nicht gelesen. Um darüber zu diskutieren, muss ich das wohl nachholen.

Trotzdem steht nun mal im AT die erwähnten Sätze. Und im NT nicht. Es gibt dagegen die Sätze: schlägt Dich einer auf die linke Backe, so halte ihm die rechte hin. Liebe Deine Feinde, wie Dich selbst. Und Christus hat sogar dem Soldaten, dem der Jünger ein Ohr abschlug, dieses wieder an"geheilt". Am Kreuz: Vater vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!
Ich will auch nicht darüber diskutieren, ob es Jesus wirklich gab und ob er tatsächlich Gottes Sohn und Gott zugleich ist. Das sind Glaubensfragen. Es geht hier darum: hat Jesus die jüdische Religion reformieren wollen (und ist gescheitert)? Besteht ein eklatanter Unterschied zwischen dem Gott des AT und dem Gott des NT?
Grüße
Raimund
Eine Frage, die mit dem Thema oben nichts zu tun hat: in einem Geschichtsbuch über die Phönizier las ich, dass der Tempel in Jerusalem nicht von den Juden selbst erbaut wurde, sondern von den Phöniziern, die zu der Zeit hervorragende Baumeister waren. Was hast Du gelernt?

Das sind Glaubensfragen. Es geht hier darum: hat Jesus die
jüdische Religion reformieren wollen (und ist gescheitert)?
Besteht ein eklatanter Unterschied zwischen dem G’tt des AT
und dem G’tt des NT?

Dazu kann ich nichts sagen, muss aber anmerken, dass die meisten Aussagen aus dem sogenannten neuen Testament, welche ich kenne, weder unjüdisch sind, noch das es im Judentum das Bild eines rachsüchtigen, gewalttätigen G’ttes gibt.

Zum Bild des friedvollen G’ttes im Christentum nur eine naive Nachfrage: Haben die Christen nicht Angst vor ihrem G’tt, vor der Verdammnis, der Hölle?
Diese Angst gibt es im Judentum nicht, da der E’ige für uns ein gerechter G’tt ist, welcher auch verzeihen kann. Ich diene G’tt nicht weil ich Angst vor seiner Rache habe, sondern aus Liebe. Ah, da haben wir sie…

Schalom,
Eli

PS. Das Judentum ist nicht das sogenannte alte Testament, da zum einen dieses nicht identisch zur Torah ist und zum anderen wir eine schriftliche UND eine mündliche Lehre haben. Beides zusammen ergibt erst die jüdische Religion.

Zum Bild des friedvollen G’ttes im Christentum nur eine naive
Nachfrage: Haben die Christen nicht Angst vor ihrem G’tt, vor
der Verdammnis, der Hölle?

Hallo Eli,

die Vorstellung, die sich viele Christen von der Hölle machen, ist absolut unbiblisch. Weder Jesus noch die Apostel haben sie gepredigt. Dieses Bild kam erst später in die „christliche“ Religion.

Diese Angst gibt es im Judentum nicht, da der E’ige für uns
ein gerechter G’tt ist, welcher auch verzeihen kann. Ich diene
G’tt nicht weil ich Angst vor seiner Rache habe, sondern aus
Liebe. Ah, da haben wir sie…

Genau so ist es für mich als Christ.
Und ich habe schon oft versucht, Raimund zu widersprechen.
Der G’tt der Christen ist der G’tt Abrbahams, Isaaks und Jakobs.

Als Beweis für den liebenden G’tt des „AT“ sehe ich die Beziehung König Davids zu seinem G’tt.

Schalom
Harald

Hallo Harald!

die Vorstellung, die sich viele Christen von der Hölle machen,
ist absolut unbiblisch. Weder Jesus noch die Apostel haben sie
gepredigt. Dieses Bild kam erst später in die „christliche“
Religion.

Hm, was meint die Bibel Deiner Meinung nach mit dem Ort, wo Heulen und Zähneklappern sein wird, dem feurigen Pfuhl etc. Worum geht es in Stellen wie Mt 5,29; 10,28 etc.?

Natürlich handelt es sich bei dem Feuer und den nagenden Würmern um Bilder, die aus der rabbinischen Literatur entnommen sind, aber letztlich weisen diese Bilder doch drastisch auf einen sehr ungastlichen Ort hin, oder?

Viele Grüße
Michael

Das sind Glaubensfragen. Es geht hier darum: hat Jesus die
jüdische Religion reformieren wollen (und ist gescheitert)?
Besteht ein eklatanter Unterschied zwischen dem G’tt des AT
und dem G’tt des NT?

Dazu kann ich nichts sagen, muss aber anmerken, dass die
meisten Aussagen aus dem sogenannten neuen Testament, welche
ich kenne, weder unjüdisch sind, noch das es im Judentum das
Bild eines rachsüchtigen, gewalttätigen G’ttes gibt.

Na, da gibt´s aber ganz andere Meinungen.

Zum Bild des friedvollen G’ttes im Christentum nur eine naive
Nachfrage: Haben die Christen nicht Angst vor ihrem G’tt, vor
der Verdammnis, der Hölle?

Das hat Harald schon beantwortet.

Diese Angst gibt es im Judentum nicht, da der E’ige für uns
ein gerechter G’tt ist, welcher auch verzeihen kann. Ich diene
G’tt nicht weil ich Angst vor seiner Rache habe, sondern aus
Liebe. Ah, da haben wir sie…

Auch hier gibt es Strafe: diejenigen, die Gott verleugnen und gegen die Gebote verstoßen, werden am jüngsten Tag in die Finsternís geworfen (oder so ähnlich).
Auch sollte ein Christ nicht aus Angst vor Strafe gott dienen, sondern aus Liebe zu Gott! Das ist ein kräftiger Unterschied. Der gleiche, den Du für Dich anführst.

Aber Du hast meine Frage unter meinem Gruß noch nicht beantwortet!
Grüße
Raimund