Hi,
ich mische mich hier mal ein.
Ich habe selbst seit 2004 MS - haben tu ich es wohl schon länger. Ich arbeite Vollzeit, gehe 2-3mal wöchentlich zum Sport.
Ich muss hier mal Janina zur Seite springen. Das ist nicht der Klugscheißmodus, das ist blutiger Ernst. Ich hoffe, dass du nach der Lektüre von Petras Artikel und einigen Links jetzt auch besser Bescheid weißt. Trotzdem:
Alle Medikamente, die man bei MS als Schub- oder Basistherapie bekommt, sind keine Medis, sondern Medikamente. einige sind immunmodulierende Stoffe, die man sich spritzen muss. Selbst. Die fahren das Immunsystem herunter. Viele liegen nach der Injektion mit Grippesymptomen flach, bis sich der Körper nachein paar Monaten halbwegs an das Zeug gewöhnt hat. Kortison, was zur Behandlung des Schubes eingesetzt wird, verändert den Hormonhaushalt. Euphorie oder Depression sind da noch die harmlosen Nebenwirkungen. Geringste Dosierung ist 500mg i.v., drei Tage nacheinander. Die Dosen, die ein Asthmatiker nimmt, sind dagegen lächerlich.
Das bedeutet immer noch, dass MS nicht tödlich ist, und dein Verwandter erstmal in Ruhe gucken soll, was es für Medikamente gibt, ob er überhaupt eine BT will usw. Seine Situation (1 einzelnes Symptom, wie es scheint, und nach der ersten Kortisongabe vollständig abgeheilt, wie es klingt) ist traumhaft, perfekt. Viele Patienten träumen davon.
Thema Uniklinik: die braucht es echt nicht, wirklich. Ein normaler Neurologe sollte qualifiziert sein, die Diagnose zu stellen. Einziger Unterschied: Der Neuro schickt deinen Verwandten für das MRT zu einem anderen Arzt, neuer Termin und so. Blut, Liquor, EEG, und andere Untersuchungen macht er in der Praxis, evtl mit weiteren Terminen, weil nicht alle Untersuchungen an einem Tag gemacht werden können. In der Uniklinik wird er stationär aufgenommen, und dann werden da alle Untersuchungen gemacht, uhnd erst wenn es fertig ist, wird er entlassen.
ABER.
Als MS-Patient ist man chronisch krank, egal, wie mild oder schwer der Verlauf. Man muss regelmäßig zur Kontrolle - eine Uniklinik, egal wie spezialisiert, kann das nicht leisten. Sie kann auch den Patienten nicht bei der Wahl der Baistherapie beraten.
Langer Rede, kurzer Sinn: niedergelassener Neurologe. Punkt, aus, Ende.
die Franzi