Ich bin begeisterter „Radsportler“(zwar nicht mehr der jüngste:über 40),habe beruflich aber durch Wechselschicht und
viele Überstunden wenig Zeit zum trainieren.Ich fahre hin und wieder Radtouristik(Touren von 45-75 km)und mal eine MTB Tour von
30-40 km am Wochenende.Sonst fahre ich so oft ich kann zur Arbeit
(Hügelig und 22 km hin/zurück).Manchmal fahre ich mit ein paar gut trainierten Bikern und bekomme dann furchbare Muskelkrämpfe
in den Beinen.Okay,mangelndes Training leuchtet mir ein,aber kann man vor bzw.während einer Tour mit der Einnahme von Magnesium vorbeugen?Kann man Magnesium zusätzlich zum ISO-Ge-
tränk beimischen oder reicht es,es Tage vorher zu nehmen.Bananen
wurden mir auch schon genannt.Helfen die auch dann während der Tour?
MfG
Michael
- Flüssigkeit 2. Mg + K
Hallo Michael,
der Hauptgrund von Krämpfen in den Beinen beim Radfahren ist Flüssigkeitsmangel!
Gerade bei längeren, sportlich gefahrenen Touren soll man darauf achten, ausreichend zu trinken! Das gilt auch bei kaltem und feuchtem Wetter. Wer beim Marathon oder langen Anstrengungen mit dem Trinken wartet, bis der Durst kommt, läuft Gefahr Krämpfe zu bekommen, und die Leistungskurve sinkt rapide. Durst darf gar nicht erst aufkommen, d. h. es muss vor dem Fahren bereits getrunken werden und dann währund der Fahrt viertelstündlich ein paar Schluck aus der Trinkflasche (Nachschub mitführen), die in diesem Fall ein ISO-Getränk enthalten sollte. Gegen Krämpfe sind Magnesium und Kalium am wichtigsten. Daher auch der Tipp mit der Banane (Bananen haben viel K aber auch Mg), die man auch zwischendurch mal verspeisen kann.
Für das Frühstück empfiehlt sich ein Müsli aus vollwertigem Getreide, Nüssen und Samen, die auf 100 gramm gemessen, teilweise bis zu 10-mal mehr Magnesium haben, als die Banane.
Kalium sorgt außerdem dafür, daß die einzelne Zelle ihren Wassergehalt sichern kann. Fehlt Kalium, so machen die Muskeln schlapp.
Krämpfe resultieren direkt und indirekt aus „Durchblutungsstörungen“.
Das kann z. B. passieren, wenn Muskeln volle Leistung erbringen sollen, wenn sie noch kalt sind, aber auch wenn der Flüssigkeitshaushalt in den stark beanspruchten Muskeln auf „Reserve“ fährt, und jetzt andere wichtige Organe (Gehirn) Priorität haben.
Das führt zu einer Unterversorgung der schwer arbeitenen Muskeln in bezug auf Sauerstoff und Mineralstoffen, die nun den Ort, an dem sie gebraucht werden, nicht mehr so rasch erreichen können - der Muskel krampft.
Vorbeugend kannst du einige Stunden vor der langen Tour Magnesium nehmen. Bei starker körperlicher Belastung erhöht sich der Tagesbedarf von 300-400mg, auf 700mg. Erst bei Überdosierung - Überschreitung der Tagesmenge um das 10-fache - treten Durchfälle auf.
Da das ISO-Getränk bereits Magnesium enthält, solltest du ihm kein weiteres Magnesium beimischen, weil es dann nicht mehr isotonisch, sondern hypertonisch ist.
Damit die Flüssigkeit aber schnell vom Körper aufgenommen werden kann, sollte sie entweder iso- oder hypotonisch sein. Beim hypertonischen, also stärker konzentrierten Getränk (egal ob Magnesium oder Glukose hochdosiert ist) entzieht der Dünndarm dem Körper ersteinmal Wasser, um die Konzentration des zu resorbierenden Getränks isotonisch (Anpassung an die osmot. Druckverhältnisse im Blut) „zu machen“. Das verlangsamt aber die Flüssigkeitsaufnahme in den Körper.
Auch permanente Überanstrengung eines untrainierten Muskels kann Krämpfe verursachen. Wenn es kein Wettkampf ist: Tempo drosseln, locker im nicht zu hohen Gang treten.
Viele Grüße, Renate
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