Muslima darf am Arbeitsplatz Kopftuch tragen

Hmm - mein Versuch
Hi!

Vielleicht gelingt es dir, mir nur endlich diese These zu
erklären. Warum ist das Tragen eines Kopftuches, was
hierzulande vor 50 Jahren noch üblich war, Werbung für eine
Relgion? Für welche denn? Immerhin tragen Muslima, Jüdinnen,
Christinnen, Budhistinnen usw. alle Kopftücher???

Es ging hier um das religiöse Symbol. Ich kann zwar Deinen Einwand nachvollziehen, aber auf das, was ich meine, gehe ich in meiner anderen Antwort näher ein.

Ich hoffe nicht! Anfang des Jahres wurde die Kündigung einer
Erzieherin vom Landesarbeitsgericht bestätigt, weil sie ein
Kopftuch im KiGa trug. Da es eine konfessionsfreie Einrichtung
war, in der auch kirchliche (christliche) Dinge nicht geduldet
werden, halte ich diese Entscheidung für mehr als passend!

Wir sollen also wieder ein christlicher Staat werden - habe
ich das richtig verstanden?

Nein - lies Dir noch einml GENAU durch, was da steht! Kirchliche Lieder, Geschichten, Kinderbücher, etc. sind dort nicht gestattet (was ich ok finde) - also bitte alle Religionen gleich behandeln (nämlich gar nicht!)

Wenn ich erhlich bin und äusserst lange überlege - wo ist hier
denn das Problem? Ausserdem geht es ja nicht um unpassende
oder ungepflegte Erscheinungen, sondern um eine bestimmte Art
der Kleidung, welche auch noch religiös motiviert und nicht
zufällig wie eine Baseballcap ist.

OK. Nehmen wir mal an, unter Religion versteht man vereinfacht eine Glaubensgemeinschaft. Jetzt bin ich Mitglied in der MSV-Duisburg-Sekte, für die es das einzig Wahre ist, mit Trikot und MSV-Cappi rumzulaufen. Ich weiß selbst, dass ich jetzt übertreibe - aber das dienst nur zur Verdeutlichung (hoffe ich) dessen, was ich sagen will.

Grüße
Guido

Um Himmels Willen - Mir wäre das SCH…egal
Nochmal hi!

Hier muss ich nun doch einmal konkret nachfragen: Bist du
einer dieser Kunden?

Mich würde es stören, wenn sie stinkt oder mir einfach unsympathisch ist (völlig unabhängig von dieser einen Person jetzt!) Mich würde es auch stören, wenn sie inkomoetent oder unfreundlich ist! Solche Dinge würden mich stören - nicht aber das Kopftuch!
Das Outfit an Menschen war mir bislang eigentlich immer ziemlich egal. Vielleicht liegt es daran, dass ich zu meiner Sturm- und Drangzeit auch immer rumlief wie Hulle (Kutte, lange Matte und Maiden-Shirts)

Bisher hat dieses sich nämlich keiner
getraut hier zu schreiben, aber jeder Kritiker geht von
solchen Kunden aus. Nur wo sind sie?

Meiner Meinung nach reicht es hier, dass der Arbeitgeber diese Gefahr sieht und durchaus in der Lage sein sollte, eine Kleidungsordnung zu verhängen, die auch Kopftücher ausschließen kann!
Natürlich muss er solche Dinge VORHER klarstellen (wie das jetzt hier im Fall ist, weiß ich nicht! Bei der Erzieherin war es jedoch tariflich so geregelt). Wenn man dann einen Arbeitsvertrag unterschreibt, kennt man die Regeln…

Es wird sicherlich zu keinem Umsatzrückgang im Einzelhandel(!)
kommen, weil Muslima dort nun (und hier geht es sogar nur um
eine) Kopftücher tragen oder?

Wie gesagt: Ich will und kann diese Möglichkeit nicht ausschließen! Und wenn es eine Kleiderornung gibt, dann muss der Mitarbeiter mit solchen Kosequenzen rechnen, wenn er dagegen verstößt!

Jawohl, es lebe die Deutsche Ordnung! Wenn etwas hier ein
Skandal ist, dann diese Entlassung.

Da gebe ich Dir Recht! Allerdings: Wenn das in seinem Arbeitsvertrag so festgehalten ist, dann ist es halt so. Allerdings bleibt hier abzuwarten, was die zweite Instanz sagt…

der hofft, dass einige hier nie seine Personalvorgesetzten
werden, weil er dann wohl vor das Arbeitsgericht gehen müsste
;-(

Naja - stell Dir vor, ich biete Dir einen Arbeitsvertrag an (was ich aufgrund meiner Position nicht darf), indem steht, dass Du die Firmenkleidung tragen musst - bestehend aus: Rosa Schuhen, pinkfarbenem Baströckchen, lila Oberbekleidung und neongrünem Sombrero (ob ich mit dieser Firma Erfolg hätte, weiß ich nicht, aber zumindest würde ich auffallen). Wenn Du unterschreibst, gut (dann will ich aber auch ein Bild!) - wenn nicht, auch gut! Du musst doch nicht bei mir anfangen! Aber unsere Vertragsfreiheit ist im Arbeitsrecht schon extrem beschnitten - da sind solche Urteile echt überflüssig!

Wobei noch ein Aspekt einfällt, der mir erst beim Schreiben dieses Artikels in den Kopf kam: War eine solche Kleiderordnung eigentlich im konkreten Fall vertraglich vereinbart? Wenn nicht, hätte ich nämlich auch so meine Bedenken!

Grüße
Guido (sitze momentan auch im T-Shirt, Jeans und Turnschuhen im Büro)

Moin Günter,

für religiöse Toleranz in unserer Gesellschaft ist das Urteil ein Phyrrussieg. Zwar wird der Schein gewahrt (wir sind eine tolerante Gesellschaft) aber im Grunde war das ein Bärendienst. Mit der Begründung, warum das so ist, schließe ich mich gerne Ivo an.

Arbeitsrechtlich gesehen ist das Urteil eine Katastrophe. Es ist mittlerweile in D leichter geworden, seine Ehe scheiden zu lassen, als einem Mitarbeiter zu kündigen. (Bei ersterem reicht zumeist der Wille, die Ehe nicht weiterführen zu wollen).

Bin mal gespannt, wer als nächstes seinen Arbeitsplatz einklagt, weil er ein Grundrecht bedroht sieht…

Gruss
Marion

Dann zeige mir einmal wo in Europa heute Muslime noch
Steinigen oder ich behaupte, dass Christen lieber hängen.

In Europa haben sie ja noch nichts zu sagen, Gottseidank

Es gibt auch Kunden die daran anstoss nehmen, dass sie ein
„Jid“ bedienen könnte oder ein „Schwuler“ oder ein Behindertet
oder ein Blonder oder … oder … Man nennt diesen
Gedankengang auch Rassismus.

Nein, das ist Unsinn, denn die Laufen nicht demonstrativ mit dem Schild Jude oder schwul herum.

Was Du nicht verstehen willst, hier wird provokativ durch Islamisten ein Recht eingeklagt, das sie selbst zu Hause nicht haben, die Türkei zB. verbietet das Tragen von Kopftüchern an der Universität.
Es geht nicht um Menschenwürde, sonst würden Frauen nicht gezwungen, Kopftücher zu tragen, es geht darum, politisch Einfluß zu nehmen.
Unsere Demokratie verachten die sowieso, das war der erste Vorstoß, sie anzugreifen, einen Staat im Staat zu schaffen, in dem säkuläres Denken ausgehöhlt wird.
Völlig unverständlich, dass Juristen das unterstützen, wenn gleichzeitig in der Schule keine Kreuze mehr hängen dürfen, und ausgesprochen realitätsblind.
Gruß
Rainer

Hallo!

In der Urteilsbegründung hieß es, es ginge darum, zwischen dem Recht des Arbeitgebers und dem Recht auf freie Ausübung der Religion abzuwägen.

Alleine von daher musste schon so entschieden werden.

Es kommt doch auch wirklich darauf an, ob das Tragen eines Kopftuches wirklich Umsatzeinbußen zur Folge hätte? Auch hier sollte erst ein mal Klärung herbeigeführt werden, Spekulationen oder Meinungen gäben meines Erachtens nach keine besonders Gute Basis für Gesetze/Urteile ab.

Zum Schluss verstehe ich im Übrigen auch nicht, warum das Kopftuch so konträr betrachtet wird. Für mich ist klar: Für die Betreffende ist es notwendiger Bestandteil, um Ihren religiösen Pflichten nachzukommen. Objektiv gesehen ist daran m.E. nach noch nicht einmal etwas verwerfliches daran zu entdecken, sinngemäß soll es wohl so sein, daß die „Attraktivität“ der betreffenden Person nach Außen nicht zur Schau gestellt werden soll, damit eine Verfehlung unwahrscheinlich wird. Darüber hinaus setzt man so auch ein Signal nach außen - im Gegensatz z.B. zu bunten Tüchern in der Hosentasche.

Aber warum nun alle immer meinen, das Kopftuch als religiöses Sysbol in seiner Wertigkeit z.B. dem christlichen Kreuz oder dem gekreuzigtem Erlöser gleichzusetzen, gibt mir ein echtes Rätsel auf.

Schon alleine deswegen habe ich die Urteilsfindung in den „behörlichen-Kopftuch-Prozessen“ nicht verstanden - wobei ich dieses Urteil äußerst tolerant und somit zukunftsweisend finde.

Demnächst wird uns wohl noch verboten werden, in behördlichen Einrichtungen Rotwein auszuschenken (z.B. auf Festen etc.), da dieser ja auch christliches Symbol darstellen könnte. Und auch Makronen werden auf Ämtern nicht mehr konsumiert werden dürfen - das wäre ja noch schöner!

Gruß
Patrick

Sternchen kann nichts hinzufügen o.w.T.

-)

gruss peter

Watt?
Hi Rainer!

Ja sicher, noch mehr Alt 68er ins Richteramt, dann wird
demnächst das Glockenleuten verboten, aber der Muezzin-Ruf
fünf mal am Tag über Lautsprecher ausdrücklich gebilligt.

Unabhängig davon, dass mich das stören würde, weil ich meine Ruhe haben will…

Stören Dich auch die stündlichen Kirchenglocken? Oder sind diese Dir egal, weil sie zwar auch nicht leiser sind, aber immerhin zu unserer (Alt)Kultur zählen?

Grüße
Guido

Schade - dafür bekämst Du von mir ein halbes *
Hallo Günter!

Diesen Artikel könnte ich so unterschreiben, wie er hier steht!

Nur: Es geht hier um das Verhalten am Arbeitsplatz! Und das sollte weitestgehend doch der bestimmen dürfen, der für die Existens dieses Arbeitsplatzes verantwortlich ist - der Arbeitgeber, oder?

Ich würde vermutlich keinen Arbeitsvertrag unterschreiben, in dem mir die Kleidung peinlich genau vorgeschrieben ist (obgleich ich auch jetzt zu gewissen Terminen im Anzug erscheinen muss).

Grüße
Guido

Hallo Eli,

leider legen - zumindest bei Bankgeschäften - viele Menschen wert auf diese Äußerlichkeiten wie Anzug und Krawatte.

Auch wenn ich kompetenter wäre wie alle meine Kollegen… im normalen Zivilklamotten würden wohl weit mehr Menschen auf den „optisch“ kompetenteren zugehen wie auf mich. Da wird das einfach von der Kundschaft verlangt.

Das ist wissenschaftlich mehrmals so untersucht und bewiesen worden.

Gruß Ivo

Aber genau darum geht es.
Hallo Eli,

Vielleicht gelingt es dir, mir nur endlich diese These zu
erklären. Warum ist das Tragen eines Kopftuches, was
hierzulande vor 50 Jahren noch üblich war, Werbung für eine
Relgion? Für welche denn? Immerhin tragen Muslima, Jüdinnen,
Christinnen, Budhistinnen usw. alle Kopftücher???

Es geht aber genau darum ob ein Kopftuch ein religiöses Symbol ist oder nicht.

Denn hier stand die Kleiderordnung des Betriebes gegen die religiöse Freiheit zur Debatte. Alles andere läuft an der Diskussion vorbei.

Gruß Ivo

Oder besser mit Staub? Humortsternchen ‚*‘ o.w.T.
hallo elimelech, :wink:

es sei denn die person haette kumpane, dann koennen sie sich die stein-sand-staub-arbeit teilen :frowning:-:

gruss, peter

Andere Frage: Wie kommt ein deutsches Arbeits-
gericht eigentlich dazu, ein Kopftuch als religiöses Symbol zu erklären, wenn sich die Muslime da nicht mal selbst sicher sind?

Gruß Ivo

Moin Guido

Natürlich muss er solche Dinge VORHER klarstellen (wie das
jetzt hier im Fall ist, weiß ich nicht!

Soweit ich weiss, war die Frau in mehrjährigem Erziehungsurlaub gewesen und hatte in der Zeit wohl plötzlich entdeckt, dass es zu ihren religiösen Grundrechten und Pflichten gehört, unbedingt ein Kopftuch tragen zu müssen.

*augenverdreh*
Gruss
Marion

ebend
Hallo Ivo,

ich habe früher in einer Bank eine Ausbildung gemacht. Die Männer mussten dort Krawatten tragen, Jeans waren nicht erlaubt. In einer anderen Bank gab es sogar noch Rockpflicht für Frauen. Die BA- Mädels und Lufthansa- Damen müssen auch irgendwelche scheußlichen Kostümchen tragen uswusf…hat ja auch was mit Corporate Identity zu tun, was die Mitarbeiter tragen und welche Kleidercodes es gibt.

Fazit: ich weiß doch vorher, welche Regeln in der Firma gelten oder werde entsprechend informiert - oder muss mich informieren, wenn ich weiß, dass ich da aber ein paar Spezialwünsche habe (wie z.B. Kopftuch tragen). Und wer sich nicht dran halten will, soll eben woanders arbeiten. Wird ja niemand gezwungen dazu.

beste Grüße,

barbara

Nein, das ist Unsinn, denn die Laufen nicht demonstrativ mit
dem Schild Jude oder schwul herum.

wirklich nicht? behinderte haben u.u. rollstuehle, schwule tragen vielleicht pink und manche juden eine kipa… :smile: die frage ist doch eine andere: welche rechte hat ein arbeitgeber, welche rechte der arbeitnehmer? was ist mit zu fetten verkaueferinnen? die werden auch gefeuert und koennen das nichtmal beweisen. was anderes: es gibt sogar laeden in israel (!), die wuerden eine frau, die religioes gekleidet ist, nicht anstellen. das nur als anstoss, um die debatte aus dem themenkreis ‚rassismus‘ rauszuholen.

gruesse
lehitraot.

Hallo Günter,
hoffentlich macht dieses Urteil Schule !
Dann darf endlich auch meine Freundin, Altenpflegerin und bekennende Satanistin, die alten Leutchen mit ihrem gruftigen Outfit erschrecken !
Und von meinem Kollegen, dem gläubigen Neonazi, kann keiner mehr verlangen, dass er im Kundenkontakt auf die entsprechenden Accessoirs verzichtet…

So ein Schmarrn !

findet die

Heidi

der Zugehörigkeitsbekenntnisse durch Kleidung o.ä. ausser bei Jugendlichen (und evtl. bei entsprechenden Veranstaltungen) immer suspekt sind.

kopftuch
was ist wenn ich ein kopftuch trage, weil ich von der extrem aufgedrehten klimaanlage in der bank schaedelweh bekomme? die ganze diskussion erhitzt sich ja nur deswegen, weil es um das kopftuch IM ISLAM geht. also von wegen „persoenlichkeitsrechte“.

lehitraot.

Och - das ist einfach
Hi!

was ist wenn ich ein kopftuch trage, weil ich von der extrem
aufgedrehten klimaanlage in der bank schaedelweh bekomme?

Dann ist der Arbeitgeber in die Pflicht zu nehmen, diesen Umstand zu beheben!

Grüße
guido

Genau da liegt das Problem!
Hallo!

wirklich nicht? behinderte haben u.u. rollstuehle

Ähem - aber die haben auch keine Wahl (anders als bei Religion)

, schwule
tragen vielleicht pink und manche juden eine kipa… :smile: die
frage ist doch eine andere: welche rechte hat ein arbeitgeber,
welche rechte der arbeitnehmer? was ist mit zu fetten
verkaueferinnen? die werden auch gefeuert und koennen das
nichtmal beweisen. was anderes: es gibt sogar laeden in israel
(!), die wuerden eine frau, die religioes gekleidet ist, nicht
anstellen. das nur als anstoss, um die debatte aus dem
themenkreis ‚rassismus‘ rauszuholen.

Das Problem ist die Urteilsbegründung! Ich halte das für ein arbeitsrechtliches Problem (eins, was mit Weisungsbefugnissen und Beschneidung von Rechten des Arbeitgebers zu tun haben sollte) - das Gericht begründete mit Religionsfreiheit (die ja nun mal in unserer Verfassung steht), was imho die ganze Rassismusthematik erst ins Rollen bringt…

Grüße
Guido

mist *g*
hallo!

Dann ist der Arbeitgeber in die Pflicht zu nehmen, diesen
Umstand zu beheben!

abgesehen davon, dass 15 grad drinnen bei 35 draussen bei einigen banken anscheinend „zum service“ gehoeren… ok war halt ne dumme frage. let me rephrase: was ist wenn ich ein kopftuch huebsch finde?

gruesse
lehitraot.