Muslima darf am Arbeitsplatz Kopftuch tragen

Hallo Barbara.

Und wer sich nicht dran halten will, soll eben woanders
arbeiten. Wird ja niemand gezwungen dazu.

Ich muss hier noch einmal daran erinnern, dass es um eine Fachverkäuferin in einem Kaufhaus geht und das die Entlassung darauf begründete, dass eine Muslima als Verkäuferin nicht den richtigen Umsatz bringt - es ging wohlgemerkt nicht um ein gepflegtes Aussehen noch um Arbeitssicherheit.

Sollte dieses durchgehen, würde das bedeutet, dass ich als Arbeitgeber beliebig Leute ausgrenzen kann, denn sie können ja woanders arbeiten, wenn es ihnen nicht passt. „Muslima müssen draussen bleiben“ - sie können ja wo anders einkaufen gehen?

Schalom,
Eli

Nein!:wink:
Hallo Eli,

ich kenne den Fall nicht genauer, habe hier nur gelesen, dass man ihr das Kopftuchtragen bei der Arbeit verbieten wollte und sie sich deswegen auf ihre freie Religionsausbüng berufen hat?

Wie gesagt, eine Kollegin von mir wurde 2 Jahre gezwungen Röcke zu tragen. Ich sehe nicht ein, wieso eine schicke Hose weniger gepflegt sein soll. Das hat alles natürlich nichts mit Arbeitssicherheit zu tun:smile:. Es geht dabei um die Corporate Identity eines Unternehmens - und das kann ein Kaufhaus genauso sein wie die Deutsche Bank oder die Lufthansa. Wenn mir diese CI nicht passt und/oder nicht mit meinen Grundwerten übereinstimmt, sollte ich erwägen, dort nicht zu arbeiten.

Ob dir oder mir das gefällt, oft ist das Konzept eben: einheitliches Aussehen ist wichtig - das geht bei Messen soweit, dass das Make-up der Hostessen gleich aussehen soll - egal, ob die eine Frau blond und blass und die andere brünett und braungebrannt ist.

Wenn deine referierte Urteilsbegründung stimmt, finde ich das zwar auch sehr problematisch, so wie es formuliert und gedacht ist. Sehe aber selbst das Prinzip des „Kopftuchverbots“ in einem anderen Licht als Du.

Sollte dieses durchgehen, würde das bedeutet, dass ich als
Arbeitgeber beliebig Leute ausgrenzen kann, denn sie können ja
woanders arbeiten, wenn es ihnen nicht passt.

Naja, tun wir dochmal nicht so, als würde das so oder so nicht jeden Tag passieren! Die besondere Betonung bei Stellenanzeigen, Behinderte und Frauen werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt, zieht mir auch immer wieder die Schuhe aus:smile:. Und genauso läuft es doch mit den Bewerbungsfotos. Ich wette, die Frau hatte kein Kopftuch auf ihrem Bewerbungsfoto getragen, sonst wäre sie vielleicht gleich nicht genommen worden (und sicher mit gar keiner oder einer fantsievollen Erklärung). Wer will sowas nachprüfen? Und dicke und weniger attraktive Menschen haben laut Studien auch schlechtere Karten bei Einstellungsverfahren und Gehaltszahlungen.

Und wenn ich morgen mit Glatze und Tattoo im Kaufhof in der Kosmetikabteilung arbeiten will, werde ich eben auch schlechte Karten haben - weil: Die Kunden kaufen dann nicht mehr!

"Muslima müssen

draussen bleiben" - sie können ja wo anders einkaufen gehen?

Na, das wäre als bewusster Konsument der richtige Schritt, oder? - um mal diese Polemik umzudrehen. Ich würde es mir als kopftuchtragende Muslima zweimal überlegen, ob ich da nochmal einkaufen gehe…

viele Grüße,

barbara

Hallo Rainer …
hab ich was verpasst? Seit wann duerfen die Saudi-Frauen hier
(=in Saudi Arabien) Gucci und Hermes Tuecher tragen (ausser
UNTER dem schwarzen, normalen)?

Ja, scheint so, wo die das tragen, weiß ich nicht, ich war noch nie da, eine Bekannte in Marbella mit einer teuren Boutique hat mir erzählt, sie hat richtig gut verkauft, als die Saudis da waren.
Angeblich (laut Spiegel) haben die pro Tag drei Millionen ausgegeben, wobei das eher noch wenig ist, in den Vorjahren war es deutlich mehr.
Gruß
Rainer