Muss es erst soweit kommen?

Hallo Steffen,

Sika und Damwild findet man freilebend idR.
nur noch im sächsischen Raum.

Da muß ich dich korrigieren/ergänzen.
Hier in Niedersachsen gibt es auch Damwild. z.B. ca. 10 km von mir in der parkartigen Landschaft rund um ein Wasserschloß.
Damwild wurde früher von den Adligen in eben dieser typischen offenen parkähnlichen Umgebung, die es bevorzugt, gepflegt. Dort wo sich solche Landschaft erhalten haben findet man auch heute noch Damwild, das auch als Parkwild bezeichnet wird.

Gruß Steffi

Hi Steffi
wusste nicht daß bei Euch das dort oben auch Ausgesetzt wurde.
Komme nur aus BW und uns wurde halt als Hauptbeispiel für jagdlichen Blödsinn, Sachsen und Honecker mit Sika und Damwild genannt.
War also nicht ernsthaft wertend gemeint wo es wohl noch vorkommt.
Nur der Unterschied von Reh zu Sika oder Dam ist enorm.

Aber danke für diese Info. Ist gespeichert.
Gruß Steffen

Zunächst mal zur Leine… sicher gehört JEDER Hund der wildert, sprich abhaut weil er nicht hört an die Leine, das bestreite ich hier nicht.
Komisch finde ich 18 Rehe im gleichen Gebiet…selbst wenn mein Hund ein Reh töten würde, verständigt man dann nicht den Förster… hat man nicht Angst vor Zeugen … 18 mal ? Hauen 18 Leute ab ohne sich um "sowas " zu kümmern ? In meinen Augen können das keine Hunde die mit ihren Leuten unterwegs waren, gewesen sein… man sollte wirllich versuchen, die Hunde ausfindig zu machen und nicht wild drauf los alle Hunde anzuknallen.
Meine Begeisterung über Jäger hält sich in Grenzen… oft wird im Hotel gegenüber Sonntags morgens gegen 8 zum Hallali ( oder was weiß ich ) geblasen, dann liegt 1 Meter hoch tote süße Füchse auf einem Stapel auf dem Fußweg… super, was hat man davon ? Kann mir sowas ein Jäger erklären ?
Grüße
Margit

Die Stories, was sie schon alles abgeschossen haben … da
kommt mir das kalte Kotzen.

Gruß,

Myriam

ein wahres Wort

Margit

Ich habe ein grundsätzliches Problem …
bei derartigen Diskussionen.
Hallo Steffen,
zuerst einmal der Beitrag von Fingersmith, weil ich diese Erfahrungen auch teile:
/t/muss-es-erst-soweit-kommen/4672592/14
Zu meinem grundsätzlichen Problem: Als tierliebender Hundebesitzer frage ich mich ernsthaft, weshalb ich mir von jemandem, der Wildhege und-pflege betreibt, diese Tiere dann aber erschießt, Vorhaltungen machen lassen soll?
Ich habe auch Zweifel an deinen Argumenten:

ich frage mich heute morgen wie weit wir kommen müssen bis wir
begreifen daß Tiere aller Art ein Recht auf Leben haben.

Mmmhhh, dann aber das Wild erschießen? Wären große Gehege zum Schutz gegen Hunde nicht auch denkbar?

In meiner Gegend wurde jetzt vom Kreisjägermeister der
Abschuss von Hunden empfohlen(Zeitungsbericht ARZ von heute)
Der Grund:
In den letzten 2 Jahren wurde im gleichen Gebiet 18!!! Rehe
von Hunden nachweislich gerissen(Frasspuren usw.)

Frasspuren? Auf unserer Wiese nebenan hat der Bauer kürzlich gemäht. Zwei Kitz überrollt. Selbstverständlich sind nach einigen Tagen auch Fraßspuren zu erkennen. Füchse? Hunde? Wilde Hunde?

Warum wird eigentlich immernoch über die Leinenpflicht von
Hunden gestritten? Muss es erst soweit wie jetzt kommen??

Die Nachweise sollten nachweisbar sein. Da nehmen wohl einige jede Gelegenheit wahr.

Warum nehmen Hundehalter keine Rücksicht mehr auf die Rechte
der Wildtiere? Haben diese kein Recht in Ruhe zu leben?
Der letzte Fall war wohl am So/Mo nacht. Ein Reh und ein Bock
beide Aufgerissen von vorn bis hinten. Kein Todbiss im Genick.

Und wer war/en der/die Täter? Ich sehe auch nicht direkten Zusammenhang zwischen Todbiss im Genick und der direkten Zuordnung zu einem Hund eines normalen Hundehalters. War wohl wieder des Jägers Hund vielleicht streunen?

Nachher sind die Jäger wieder Mörder. In diesem Fall glaub ich
nicht an den Mörder in Grün sondern den Idioten im
Trainingsanzug mit Hund und Handy. Kein Hund ist frei von
Jagdtrieb. Keiner.

Nicht mal der Hund unseres Jägers hier. Und dieser Jäger hat seinen Hund weniger Griff als 50% der normalen Hundebesitzer hier. Ist tatsächlich so.

Wer Tierschützer ist, schützt das Wild vor dem Jäger und dem
Hund. Nicht nur vor dem Jäger.

Was jagt der Jäger eigentlich dann, wenn nicht Wild?

Gruß
Der Franke

Hallo Franke,

Zu meinem grundsätzlichen Problem: Als tierliebender
Hundebesitzer frage ich mich ernsthaft, weshalb ich mir von
jemandem, der Wildhege und-pflege betreibt, diese Tiere dann
aber erschießt, Vorhaltungen machen lassen soll?

Das Jagdwesen dient in erster Linie dazu den Wildbestand gesund zu erhalten. Grundsätzlich geschossen werden überzählige Jungtiere, überalterte Tiere und sichtbar kranke Tiere. Darüberhinaus werden Abschüsse von kräftigen Tieren im besten Alter von der Jagdbehörde artabhängig reglementiert. Der Jäger ersetzt also das Raubtier und sorgt für das ökologische Gleichgewicht.

Natürlich macht jagen aus Spaß. Aber das ist nicht das Schießen als solches, sondern das Erleben im Wald, die Pirsch, der Ansitz, die Kirrung, die Winterfütterung, das Beobachten des Wildes usw.

Ich denke, daß der, der sich mit dem Wildbestand auskennt und ihn in Ordnung hält, anderen, die sich nicht auskennen (auch wenn sie das vielfach glauben), auch was zu sagen hat.

Wären große Gehege zum Schutz gegen Hunde nicht auch denkbar?

Nein. Zäune trennen Lebensräume und stören damit das ökologische Gleichgewicht. Das kann man nur zur Gefahrenabwendung in Kauf nehmen, z.B. an Autobahnen in Waldgebieten mit starkem Wildwechsel.

Auf unserer Wiese nebenan hat der Bauer kürzlich
gemäht. Zwei Kitz überrollt.

Eigentlich ist es Pflicht Weiden in Waldnähe vorher abzugehen oder dem Jagdpächter die Mahd anzuzeigen.

Selbstverständlich sind nach einigen Tagen auch Fraßspuren
zu erkennen. Füchse? Hunde? Wilde Hunde?

Ziemlich sicher Füchse. Ansonsten alles Wildgetier, daß von Fleisch lebt. Die Natur ist da fix beim Aufräumen.

Warum wird eigentlich immernoch über die Leinenpflicht von
Hunden gestritten?

Weil auch Hunde ein Recht auf artgerechtes Leben haben und nicht auf einen Bewegungsraum von Leinenlänge ausgelegt sind.

War wohl wieder des Jägers Hund vielleicht streunen?

Ein Jagdhund wird dazu ausgebildet Wild zu finden und anzuzeigen. Das empfindet er auch als seine Aufgabe, für die er sein Lob erhält. Ein Jagdhund, der das Jagen anfängt, ist wird vom Jäger nicht geduldet und wird nicht in jagdlichen Zuchten nicht als Zuchthund verwendet.

Nicht mal der Hund unseres Jägers hier. Und dieser Jäger hat
seinen Hund weniger Griff als 50% der normalen Hundebesitzer
hier. Ist tatsächlich so.

Ja leider gibt es auch immer Negativbeispiele. Bei der Hundehaltung ebenso wie bei der „Schießwütigkeit“.

Aber ich halte es für nicht richtig, sich bei Forderungen an die wenigen Negativbeispiele zu hängen.

Wer Tierschützer ist, schützt das Wild vor dem Jäger und dem
Hund. Nicht nur vor dem Jäger.

Was jagt der Jäger eigentlich dann, wenn nicht Wild?

Vielleicht die Tierschützer, die nicht begreifen wollen, daß der Wildbestand in einem räumlich so engen Land wie unserem den Jäger braucht.

Gruß Steffi

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Hi Steffi
selten so einen perfekten Beitrag gelesen.
Meine Hochachtung!
Und mein Dank für die Hilfe

Steffen

Hallo Steffen,

danke dir.
Ich gebe das Lob im Geiste weiter an den, der mich jagdliches lehrte.

Gruß Steffi

Hallo Steffie,
du hättest Mediatorin werden sollen. Beiden Seiten ein wenig das Bäuchlein gepinselt. Insbesondere die von dir in deiner Antwort zusätzlich eingefügte Passage

Warum wird eigentlich immer noch über die Leinenpflicht von
Hunden gestritten?

Weil auch Hunde ein Recht auf artgerechtes Leben haben und
nicht auf einen Bewegungsraum von Leinenlänge ausgelegt sind.

hat dich gerettet :smile:
Nein, war wirklich Klasse. Und es wäre jetzt wirklich schade, deinen Beitrag zu verwässern, indem ich an dem einen oder anderen noch herum kritisiere. Daher lasse ich es auch.
Verdientes Sternchen.

MesL
Der Franke
Ich muss den Steffen jetzt deswegen aber nicht gleich so richtig doll lieb haben, oder? :smile:))

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