Hallo Franke,
Zu meinem grundsätzlichen Problem: Als tierliebender
Hundebesitzer frage ich mich ernsthaft, weshalb ich mir von
jemandem, der Wildhege und-pflege betreibt, diese Tiere dann
aber erschießt, Vorhaltungen machen lassen soll?
Das Jagdwesen dient in erster Linie dazu den Wildbestand gesund zu erhalten. Grundsätzlich geschossen werden überzählige Jungtiere, überalterte Tiere und sichtbar kranke Tiere. Darüberhinaus werden Abschüsse von kräftigen Tieren im besten Alter von der Jagdbehörde artabhängig reglementiert. Der Jäger ersetzt also das Raubtier und sorgt für das ökologische Gleichgewicht.
Natürlich macht jagen aus Spaß. Aber das ist nicht das Schießen als solches, sondern das Erleben im Wald, die Pirsch, der Ansitz, die Kirrung, die Winterfütterung, das Beobachten des Wildes usw.
Ich denke, daß der, der sich mit dem Wildbestand auskennt und ihn in Ordnung hält, anderen, die sich nicht auskennen (auch wenn sie das vielfach glauben), auch was zu sagen hat.
Wären große Gehege zum Schutz gegen Hunde nicht auch denkbar?
Nein. Zäune trennen Lebensräume und stören damit das ökologische Gleichgewicht. Das kann man nur zur Gefahrenabwendung in Kauf nehmen, z.B. an Autobahnen in Waldgebieten mit starkem Wildwechsel.
Auf unserer Wiese nebenan hat der Bauer kürzlich
gemäht. Zwei Kitz überrollt.
Eigentlich ist es Pflicht Weiden in Waldnähe vorher abzugehen oder dem Jagdpächter die Mahd anzuzeigen.
Selbstverständlich sind nach einigen Tagen auch Fraßspuren
zu erkennen. Füchse? Hunde? Wilde Hunde?
Ziemlich sicher Füchse. Ansonsten alles Wildgetier, daß von Fleisch lebt. Die Natur ist da fix beim Aufräumen.
Warum wird eigentlich immernoch über die Leinenpflicht von
Hunden gestritten?
Weil auch Hunde ein Recht auf artgerechtes Leben haben und nicht auf einen Bewegungsraum von Leinenlänge ausgelegt sind.
War wohl wieder des Jägers Hund vielleicht streunen?
Ein Jagdhund wird dazu ausgebildet Wild zu finden und anzuzeigen. Das empfindet er auch als seine Aufgabe, für die er sein Lob erhält. Ein Jagdhund, der das Jagen anfängt, ist wird vom Jäger nicht geduldet und wird nicht in jagdlichen Zuchten nicht als Zuchthund verwendet.
Nicht mal der Hund unseres Jägers hier. Und dieser Jäger hat
seinen Hund weniger Griff als 50% der normalen Hundebesitzer
hier. Ist tatsächlich so.
Ja leider gibt es auch immer Negativbeispiele. Bei der Hundehaltung ebenso wie bei der „Schießwütigkeit“.
Aber ich halte es für nicht richtig, sich bei Forderungen an die wenigen Negativbeispiele zu hängen.
Wer Tierschützer ist, schützt das Wild vor dem Jäger und dem
Hund. Nicht nur vor dem Jäger.
Was jagt der Jäger eigentlich dann, wenn nicht Wild?
Vielleicht die Tierschützer, die nicht begreifen wollen, daß der Wildbestand in einem räumlich so engen Land wie unserem den Jäger braucht.
Gruß Steffi