Muß ich wirklich ChristIn sein

… um mich menschlich benehmen zu dürfen???

Hallo Ihr Lieben (welchen Glaubens auch immer!),

ich weiß, daß die Frage etwas schräg klingt, aber: muß man sich denn wirklich zu einer Religion bekennen, um nach den ‚Geboten‘ der jeweiligen Religion leben zu dürfen? Nehmen wir doch mal die katholischen 10 Gebote, wobei ich nur auf die eingehen möchte, die für mich relevant sind:

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.
Ist das nicht in allen Religionen und Nicht-Religionen so?! Das ist doch kein Gebot, das ist normal. Sicher, ich zoffe mich auch mal heftigst mit meiner Mom, trotzdem bringe ich ihr Respekt entgegen (und sie ihren Töchtern übrigens auch).

Du sollst nicht töten.
Auch das ist für meine Begriffe völlig logisch! Sonst wirst Du eingebuchtet.

Du sollst nicht stehlen.
Dito!

Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
Eingebuchtet wirst Du zwar nicht, aber es kann durchaus sein, daß Oma mit Kernseife ankommt… *ggg*

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was dein Nächster hat.
Na gut… Knechte sind heutzutage eher selten, aber…

Ich frage mich schon seit einiger Zeit, ob es wirklich etwas mit dem Christentum zu tun hat. Geht es wirklich um Gebote oder geht es in der Tat - das ist meine Meinung - um die Voraussetzungen eines friedlichen Zusammenlebens unabhängig von der Religion…

Neugierige Grüße

Tessa

liebe tessa,

ein klares nein zu deiner frage!

denn das was in den 10 geboten steht (by the way: nicht katholisch, wenn, dann jüdisch, besser mosaisch) bezeichne ich für meinen teil als die naturgesetze jeder art von gemeinschaft.

sozusagen das grundgesetz aller zivilisation!

(nehme natürlich ebenfalls die ersten drei gebote aus, wobei dieser absolute anspruch bei allen monotheisten vorhanden ist.)

gruss winkel

… um mich menschlich benehmen zu dürfen???

Hallo Tessa,

das musst du (auch nach meiner unmaßgeblichen Meinung :wink: natürlich nicht!

Religionen sind zuerst und vor allem Deutung und Feier des Lebens. Dazu gehört auch die Frage nach „gut“ und „böse“.
Ob Religionen Menschen tatsächlich auf irgendeine Weise „besser“ machen, lässt sich wissenschaftlich nicht verifizieren. Wer möchte, dass es so ist, muss selbst damit anfangen. Und die anderen auch.

Gruß,
Pietro

… um mich menschlich benehmen zu dürfen???

Hallo Tessa,

(welchen Glaubens auch immer!)

vorweg: Ich bin ungläubig (aber das weißt du ja vielleicht schon).

Selbst die Katholische Kirche kennt das von dir beschriebene Phänomen und nennt diejenigen, die sich „christlich“ verhalten, ohne offiziell Christen zu sein, „anonyme Christen“ (die Bezeichnung stammt von Karl Rahner, einem der Mitinitiatoren des 2. Vatikanischen Konzils!). Allerdings fühlen sich dadurch Nicht-Christen manchmal schlicht vereinnamt - ich hatte vor einiger Zeit hierüber eine Auseinandersetzung mit Lehitraot!

ich weiß, daß die Frage etwas schräg klingt, aber: muß man
sich denn wirklich zu einer Religion bekennen, um nach den
‚Geboten‘ der jeweiligen Religion leben zu dürfen?

Natürlich freuen sich Christen, wenn man nach ihren Geboten handelt. Aber sie freuen sich noch mehr , wenn sie sehen, dass man die aus ihrer Sicht richtige Begründung dafür hat.

Nehmen wir
doch mal die katholischen 10 Gebote, wobei ich nur auf die
eingehen möchte, die für mich relevant sind:

Es sind eigentlich keine katholischen, ja nicht einmal christliche Gebote, denn sie stehen im Alten Testament, sind also jüdische Gebote.

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.
Ist das nicht in allen Religionen und Nicht-Religionen so?!
Das ist doch kein Gebot, das ist normal. Sicher, ich zoffe
mich auch mal heftigst mit meiner Mom, trotzdem bringe ich ihr
Respekt entgegen (und sie ihren Töchtern übrigens auch).

Manche Religionen (oder Religionsrichtungen) verbieten auch diesen „Zoff“ bzw. sehen ihn sehr, sehr ungern.

Du sollst nicht töten.
Auch das ist für meine Begriffe völlig logisch! Sonst wirst Du
eingebuchtet.

Das sehen manche (Ich betone das ausdrücklich!) Islamisten, aber auch andere religiöse Gruppen gelegentlich anders.

Du sollst nicht stehlen.
Dito!

Nein, aber wenn du - in gewissen Kreisen - Ungläubige bestiehlst, ist das - in diesen gewissen Kreisen - weniger schlimm, als wenn du Gläubige (dieser gewissen Kreise) bestiehlst.

Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
Eingebuchtet wirst Du zwar nicht, aber es kann durchaus sein,
daß Oma mit Kernseife ankommt… *ggg*

Das Wort „falsch“ halten manche Menschen für ziemlich weit interpretierbar.

Ich frage mich schon seit einiger Zeit, ob es wirklich etwas
mit dem Christentum zu tun hat. Geht es wirklich um Gebote
oder geht es in der Tat - das ist meine Meinung - um die
Voraussetzungen eines friedlichen Zusammenlebens unabhängig
von der Religion…

Das hängt wohl auch damit zusammen, dass manche Religionen bzw. Ausübungsarten sich nicht als globale Religionen verstehen, sondern als Interessenreligionen (z. B. eines Volkes, einer Gruppe) oder gar als Kampfesreligion.

„Friedliches Zusammenleben“ bedeutet eben für manche Menschen etwas anderes als für andere Menschen.

Herzliche Grüße

Thomas

hallihallo!

muß man
sich denn wirklich zu einer Religion bekennen, um nach den
‚Geboten‘ der jeweiligen Religion leben zu dürfen?

absolut nicht. es kommt darauf an, ein guter mensch zu sein, nicht was man glaubt. das ist zumindest eine typisch jüdische einstellung. und du mußt nicht jüdin werden, um in den himmel zu kommen, um das mal platt zu formulieren *g*.

Nehmen wir
doch mal die katholischen 10 Gebote

katholisch ?! na wohl nicht. die sind etwas älter!

Geht es wirklich um Gebote
oder geht es in der Tat - das ist meine Meinung - um die
Voraussetzungen eines friedlichen Zusammenlebens unabhängig
von der Religion…

diese gebote sind in wirklichkeit nicht nur nicht katholisch, sondern dem inhalt her auch älter als das judentum. niedergeschrieben in der fassung, in der wir sie kennen, wurden sie aber unter den israeliten.

auch nach meiner meinung nach handelt es sich dabei um eine minimalethik, die das zusammenleben der menschen garantiert. zumindest trifft das auf satz 6-10 zu, die erste hälfte der gebote betrifft die beziehung zu gott: keine götzen, kein fluchen im namen gottes, ehrung des schabbats usw. aber sogar hier kann man seine säkulären lehren draus ziehen: wir wissen, was alles passiert, wenn menschen zu göttern erhoben werden, oder wenn zb. schönheit oder geld zum götzen wird. und daß einmal pro woche ruhe vom streß ist, ist eine super erfindung, die dann ja auch im christentum einzug hielt, allerdings ein tag später als geplant :wink:

grüße
lehitraot.

ps: bei gericht zu lügen (gegen gebot 9), damit es einem unschuldigen an den kragen geht, steht unter einer sehr hohen strafe. es ist eins der übelsten dinge, die man tun kann, weil nicht nur der unschuldige darunter leidet, sondern das ganze rechtssystem mißbraucht wird. unter das verbot fällt auch üble nachrede, anschwärzung usw.

Populäres Mißverständnis

… um mich menschlich benehmen zu dürfen???

Hallo Tessa,

Na gut… Knechte sind heutzutage eher selten, aber…

Nur der Name hat sich geändert. Das heißt heute Angestellter.

Ich frage mich schon seit einiger Zeit, ob es wirklich etwas
mit dem Christentum zu tun hat. Geht es wirklich um Gebote
oder geht es in der Tat - das ist meine Meinung - um die
Voraussetzungen eines friedlichen Zusammenlebens unabhängig
von der Religion…

Ich nehme an, dass hier ein populäres Mißverständnis vorliegt.
Viele Menschen meinen, das Christ sein gleichbedeutend ist mit „ein guter Mensch sein“. Aber bei dem Christentum geht es um eine Form der Anbetung, genauer darum dem Vorbild jesu Christi zu folgen.
Ein guter Mensch kannst du unabhängig von Religion und irgendwelchen Glaubensansichten sein. Ein Anhänger des Shintoismus kann die von dir aufgeführten Gebote genauso erfüllen wie ein Moslem. Dadurch werden sie nicht zu Christen.

Umgekehrt bedeutet das Bekenntnis zu einem Glauben auch nicht, dass der Bekennende gemäß den Grundsätzen seines Glaubens lebt. Dies hat in hohem Maß zum schlechten Ruf vieler Religionen geführt.

Ich behaupte hier folgendes. Wenn du „richtiger“ Christ bist, übst du Glauben an Gott und Jesus Christus aus. Und du wirst dich um ein friedliches Leben mit deinen Mitmenschen ernsthaft bemühen, eben so, wie es Jesus es uns gezeigt hat.

Gruß
Carlos

Hallo Tessa

muß ich mich organisieren um einem Glauben anzugehören ???

Ist denn nicht die freie Entscheidung sich „menschlich zu verhalten“ und dies auch zu praktizieren viel wertvoller ?

Ich empfinde deine Fragestellung insofern als „schräg“ , als daß ich glaube (und das mir als Atheist :wink: ), daß es Gott (wenn es einen geben sollte) relativ egal ist, ob du in irgendeine Kirche gehst , solange ihn deine Gebete anrühren.

Ich denke daß jedere Mensch ein Recht auf Religion hat ( Ja, auch dann, wenn ich denke daß es keinen Gott gibt).
Ein „guter Mensch zu sein“ hat viel damit zu tun z. B. die 10 Gebote nicht zu brechen, weil sie (so denke ich) unter anderem den sozialen Frieden erhalten.

Zu Antwort auf deine Frage : Nein ,die Religion ist ein ursprüngliches Element einens jeden Menschen ! Ich muß mich nicht organisieren um glauben zu können oder es zu lassen.

Grüße, Lutz

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

etwas zum Wesen von Religion…
Hi Tessa

Ein „guter“ Mensch zu sein heißt schlichtweg nicht viel mehr als eben Mensch zu sein, insofern Mensch zu sein darin besteht, das, was er an sich schon ist, nun auch zu werden.

Das aber hat nichts mit Religion zu tun. Die von dir zitierten israelitischen (dann jüdischen) Gebote (daß sie in der Form von den Christen nur übernommen wurden, ist ja mehrfach gesagt worden) sind natürlich Basis-Regelwerke für soziale Lebensformen. Es sind keine eigentlich religiösen Statements und außerdem im damaligen mesopotamischen Raum allgemein bekannt.

Aber viele Religionen, und insbesondere die vielen archaischen orientalischen, haben die Eigenart, daß in ihnen religiöse Inhalte mit sozialen, lebenspraktischen besonders eng verbunden wurden - und mit einem Gottesbegriff, in dem der Gott der permanente, immer gegenwärtige und aufmerksame Begleiter der menschlichen (individuellen und gesellschaftlichen) Geschichte ist, steht die jüdische Religion allerdings auch religionshistorisch betrachtet einzigartig da.

Eine eigentlich religiöse Bestimmung liegt jedoch vielmehr in den ersten drei Geboten. Hier wird der Gottesbegriff vorbereitet (noch etwas im Kontrastprogramm zur Ablösung von vormaligen Polytheismen), der sich dann später in der Form „Gott ist nur Einer“ manifestiert, der dann ebenfalls von den Christen so übernommen wurde. Hier liegt dann erst das, was eigentlich eine Religion (und zwar fast jede, so daß es fast definitorisch sein mag) ausmacht: Daß sie eine Form der Bestimmung ist , was der Mensch an sich sei (dies im Unterschied zu Philosophien, die das ihrerseits nur als Fragestellung fassen können). Zugleich liegt dann im Wesen von Religionen ein (wiederum jeweils sehr unterschiedlicher) Ansatz, warum der Mensch erst werden müsse, was er an sich schon ist.

Diese Bestimmungen kommen dann aber naturgemäß nicht mehr aus der Empirie des menschlichen Zusammenlebens und sind daher mehr als nur Abstraktionen eines optimierten Sozialverhaltens. Sie haben daher auch ihren „Zweck“ nicht nur darin, sondern gehen weit über die nur biologisch-psychisch-soziale Verfassung des Menschen und der Gesellschaft hinaus. Und darin liegt IMHO das Erstaunliche an der Tatsache aller eigentlichen religiösen Erscheinungen, daß es ja gerade der Mensch selbst ist, der sich aus einem über ihn selbst hinausreichenden Kontext her bestimmt und versteht und nicht nur aus dem von ihm unmittelbar sinnlich erfaßbaren.

In dem von dir angesprochenen christlichen Kontext zeigt sich das zum Beispiel in dem hier vorhandenen einen"Gebot", das ich speziell in der johanneischen Fromulierung allein als „reliöses“ bzw. religionsdefinierendes erkenne: (Joh. 15.12) „Das ist mein Auftrag, daß ihr einander liebt, wie ich euch geliebt habe“ (für mich ein wesentlicher Unterschied zu den sonstigen Formulierungen der Synoptiker „liebt den anderen…“. Der „Johannes“-Text bezeichnet das typischerweise auch als „Auftrag“ (entolê): D.h. es ist etwas, das getan werden soll , es wird nicht vorausgesetzt, daß es bereits getan wird. Und dieser Auftrag ist eben etwas nicht mehr psychologisch und auch nicht bloß ethisch Erfaßbares - das wäre viel zu kurz gefaßt, viel zu banal. Er ist schlicht übermenschlich, und deshalb ist es so enorm wichtig, daß er hier als von einem Menschen gegeben aufgefaßt wird (das Übermenschliche manifestiert sich dann darin, daß dieser Mensch als göttlicher „Gesandter“(!) aufgefaßt wird, so bezeichnte er sich bei Johannes - und nur da - selbst).

Daß der Mensch sich selbst von einem über ihn hinausgehenden Standpunkt interpretieren kann (was ich, wie gesagt, für das Entscheidende an religösen Denkweisen halte), zeigt derselbe Autor dann nochmal in der Formulierung: (1. Joh. 3. 19-20) „Darin werden wir erkennen, daß wir aus der Wahrheit sind [das ist ein Wahrheitsbegriff, der mit dem philosophischen nicht die Bohne zu tun hat!], und [darin] werden wir unser Herz beruhigen, daß, wenn auch unser Herz uns [selbst!] verurteilt, der Gott größer ist als unser Herz, und er alles weiß“. Darin liegt etwas, an das keine Psychologie heranreicht und mit einer solchen auch nicht nachvollzogen werden kann. Und trotzdem zeigt sich die ganze Tiefe dieses Gedankens erst dann, wenn erfaßt wird, daß es dennoch ein menschlicher Gedanke ist.

Und das hat weder mit Moral, noch mit Psychologie, noch mit Regelung sozialer Normen etwas zu tun.

Grüße

Metapher

DU mußt keine Christin sein!
Traurig aber wahr.
(Das ist der Unterschied zum
Islam: Wir sind froh die Idio-
ten loszuwerden, die sind über
jeden Idioten froh, weil auch
die Führer keinen mitteleuropä-
ischen Idiotentest nicht über-
ständen…)
Du machst nicht den Eindruck,
als sei das Christentum auf
Dich=Witze im Bus, Späße vom
Land, nächtliche Notgeilheit,
angewiesen.

Ich glaub die Muselmaniker
sind grad billig zu haben -
nur´n Tipp.

x-nada

Hallo TessaVance

Erst einmal will ich mich dem allgemeinen nein auf Deine Hauptfrage anschliessen.

Auch über den eigentlichen Sinn des Christentums wurde schon einiges beigetragen. Hier will ich noch etwas von meiner Warte zusetzen.

Ich frage mich schon seit einiger Zeit, ob es wirklich etwas
mit dem Christentum zu tun hat. Geht es wirklich um Gebote
oder geht es in der Tat - das ist meine Meinung - um die
Voraussetzungen eines friedlichen Zusammenlebens unabhängig
von der Religion…

Wenn Du Dich und Deine Handlungen einmal selbstkritisch unter die Lupe nimmst, dann wirst Du feststellen, was jeder halbwegs normale Mensch in diesem Fall feststellt:

  • Ich bin zu guten Taten fähig und mir macht es auch Freude, diese zu tun (gut im Sinne einer allgemein anerkannten Etik dieses Landes)

  • Ich bin auch zu bösen Taten fähig und habe sie auch schon getan - nichts wirklich schlimmes und ich habe auch darunter gelitten, aber irgendwie waren sie nicht zu vermeiden und lassen sich nicht vermeiden.

Nimmt man diese beiden Aussagen zusammen, dann kann man also unterm Strich feststellen: Du bist schon ganz ok, aber irgendwie nicht so, wie Du eigentlich sein solltest. Etwas fehlt, ist falsch, ist unfertig.

Diese Aussage gilt meines Erachtens global und was sich anschliesst ist natürlich die Frage, was ist los und wie wirds wieder heil.

Auf diese Frage gibt das Christentum eine spezielle Antwort, genauso wie jede Religion und wie jeder Unglaube. Fragt sich dann nur noch, was Realität ist.

Gruß
Thomas

Falsche Gründe…
Hallo Tessa,

nein, Du mußt natürlich keiner Religion angehören, um Dich ordentlich zu benehmen. Aber dazu hast Du ja schon genug Antworten bekommen. Ich wollte noch etwas anderes anmerken:

Du sollst nicht töten.
Auch das ist für meine Begriffe völlig logisch! Sonst wirst Du
eingebuchtet.

Du sollst nicht stehlen.
Dito!

Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
Eingebuchtet wirst Du zwar nicht, aber es kann durchaus sein,
daß Oma mit Kernseife ankommt… *ggg*

Hier sind Deine Gründe leicht daneben. Vielleicht wäre Religion doch nicht so falsch, wenn Du das ernst gemeint hast :smile:

Sicher sind dies Strafen für die betreffenden Vergehen, aber ethisches Handeln heißt ja eben, daß man die Gebote nicht achtet, weil man sonst betraft wird, sondern weil man sie als richtig ansieht und dahinter steht. Und das versucht eine gute Religion normalerweise auch rüberzubringen. Vielleicht ist hier der Anknüpfungspunkt…

Nur mal so als Denkanstoß.

Gruß Kubi

Edel sei der Mensch, hifreich und gut …
Hallo, Tessa,
das ist eine Frage, die ich mir lange gestellt habe. Letzten Endes bin ich zu dem Schluß gekommen, dass ein Mensch, der sich „menschlich“ (im guten Sinne) verhält, der aus innerer Überzeugung ein soziales Wesen in seinem sozialen Umfeld ist und der seine Handlungen darauf hin ausrichtet, keiner Religion bedarf.

Religion ist - außer das sie „Erklärungen“ anbietet für Dinge, die dem einzelnen Menschen vorderhand nicht erklärlich sind - auch meist schlicht ein Verhaltenskorsett, das zwackt, wenn man sich falsch verhält und das Bequemlichkeit verspricht, wenn das Verhalten dem Kodex angepasst ist. Als Drittes ermöglicht Religion ein Zugehörigkeitsgefühl zu einer Gruppe Gleichgesinnter.

Auf all dies - die Welterklärung, das moralische Korsett, die wohlig-warme Gemeinschaft - kann aber ein Mensch durchaus verzichten, der in sich selbst ruht, der sich seine Welt selbst erklärt (oder erforscht), der seine moralischen Grundsätze in sich trägt und der die oft allzu einengende Gemeinschaft mit anderen nicht unbedingt braucht.

Grüße
Eckard.

… um mich menschlich benehmen zu dürfen???

Hi Tessa,

dann darf ich mich als Nichtchrist nicht menschlich benehmen?
Das ist doch hoffentlich nicht Dein Ernst?!
Es wurde schon ettliche male gesagt und ich tus auch noch mal.

Nein

Gandalf

ohne die Antworten der ander User vorher zu lesen, um spontan und unbeeinflußt zu antworten:

… um mich menschlich benehmen zu dürfen???

Nein! Nur „menschlich“, sprich, alle hier angesprochenen christil. Gebote, sind dies ja eigentlich und es gehört auch,
glaube ich zumindest, ein „guter“ Charakter, logisches Verhalten im Umgang mit Menschen, die Liebe zu den Menschen, der Natur etc. dazu.
Leider zu einem gewissen Anteil auch äußere Einflüsse.
Einen Menschen, der z.B. viel Leid erlebt hat, sich dennoch seinen Humor, die Liebe zur Natur, zu Menschen, Tieren usw. erhält, den nennen wir umgangsprachlich zumeist charakterstark.
So verstehe ich Menschlichkeit, nur meine Sicht der Dinge und vielleicht nicht richtig…?

LG
d.

Hallo Ihr Lieben (welchen Glaubens auch immer!),

ich weiß, daß die Frage etwas schräg klingt, aber: muß man
sich denn wirklich zu einer Religion bekennen, um nach den
‚Geboten‘ der jeweiligen Religion leben zu dürfen? Nehmen wir
doch mal die katholischen 10 Gebote, wobei ich nur auf die
eingehen möchte, die für mich relevant sind:

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.
Ist das nicht in allen Religionen und Nicht-Religionen so?!
Das ist doch kein Gebot, das ist normal. Sicher, ich zoffe
mich auch mal heftigst mit meiner Mom, trotzdem bringe ich ihr
Respekt entgegen (und sie ihren Töchtern übrigens auch).

Du sollst nicht töten.
Auch das ist für meine Begriffe völlig logisch! Sonst wirst Du
eingebuchtet.

Du sollst nicht stehlen.
Dito!

Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
Eingebuchtet wirst Du zwar nicht, aber es kann durchaus sein,
daß Oma mit Kernseife ankommt… *ggg*

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd,
Vieh noch alles, was dein Nächster hat.
Na gut… Knechte sind heutzutage eher selten, aber…

Ich frage mich schon seit einiger Zeit, ob es wirklich etwas
mit dem Christentum zu tun hat. Geht es wirklich um Gebote
oder geht es in der Tat - das ist meine Meinung - um die
Voraussetzungen eines friedlichen Zusammenlebens unabhängig
von der Religion…

Neugierige Grüße

Tessa

Ergänzung zu ‚menschlich‘
Hallo Tessa

Meine Antwort hatte ich ja schon gegeben, aber es scheint sich ein Problem mit „menschlich“ aufzutun. Viele sind der Meinung, daß die von Dir angesprochenen Verhaltensweisen automatisch der Fall sind, wenn man sich „menschlich“ verhält, daß dazu das Christliche nicht notwendig ist.

Hier bin ich anderer Meinung. Unsere Begriffswelt - auch von dem härtesten Atheisten - ist vom jüdisch/christlichen Gedankengut geprägt. Die Definition, was menschlich ist, ist nämlich Kulturabhängig. Schau einfach, was in der römischen, früh-südamerikanischen oder asiatischen Kultur so „menschlich“ war, dann wird Dir so mancher Unterschied auffallen.

Viel „menschlicher“ scheint bei dem Vergleich das Denken in Oben und Unten zu sein und daß man mit denen da unten geradezu Beliebiges anstellen darf.

Es ist die Leistung des Christentums (aufbauend auf dem Judentum), die Hilfe für Schwache und Benachteiligte in den Vordergrund geschoben zu haben.

Gruß
Thomas

Hallo Thomas

Meine Antwort hatte ich ja schon gegeben, aber es scheint sich
ein Problem mit „menschlich“ aufzutun. Viele sind der Meinung,
daß die von Dir angesprochenen Verhaltensweisen automatisch
der Fall sind, wenn man sich „menschlich“ verhält, daß dazu
das Christliche nicht notwendig ist.

Stimmt doch auch, menschlich ist, die ethischen Grundsätze zu leben und zu praktizieren!

Hier bin ich anderer Meinung. Unsere Begriffswelt - auch von
dem härtesten Atheisten - ist vom jüdisch/christlichen
Gedankengut geprägt. Die Definition, was menschlich ist, ist
nämlich Kulturabhängig. Schau einfach, was in der römischen,
früh-südamerikanischen oder asiatischen Kultur so „menschlich“
war, dann wird Dir so mancher Unterschied auffallen.

Auch Situationsabhängig! *Du sollst nicht töten!* Im Krieg aber doch?

Viel „menschlicher“ scheint bei dem Vergleich das Denken in
Oben und Unten zu sein und daß man mit denen da unten geradezu
Beliebiges anstellen darf.

???

Es ist die Leistung des Christentums (aufbauend auf dem
Judentum), die Hilfe für Schwache und Benachteiligte in den
Vordergrund geschoben zu haben.

Viel früher Stichwort *Heidentum!*

lieben Gruß,
Fionny

Hallo fionny,

Auch Situationsabhängig! *Du sollst nicht töten!* Im Krieg
aber doch?

solltest Dich eben besser an den Originaltext halten.
Es heisst: „Morde nicht!“

Somit kann man keinen Zusammenhang mit Krieg, Todesstrafe oder gar Schlachtung von Tieren herstellen.

Gruss Harald

Hallo,

(nehme natürlich ebenfalls die ersten drei gebote aus, wobei
dieser absolute anspruch bei allen monotheisten vorhanden
ist.)

Das dritte: Du sollst den Feirtag heiligen.
Würde ich schon für nützlich halten, auch für nicht gläubige.

Ergänzung
Entschuldigung, den Gruß habe ich vergessen.

Liebe Grüße natülich,
Zwergenbrot

Das dritte: Du sollst den Feirtag heiligen.

ich denke, unser vorredner hält sich an die tradtiionelle zählung. dort ist das dritte „du sollst den namen deines gottes nicht aussprechen zum falschen“ und das vierte „gedenke des sabbats, ihn zu heiligen“

Würde ich schon für nützlich halten, auch für nicht gläubige.

das hat er wahrscheinlich auch gemeint, da es ja das vierte ist!

grüße
lehitraot

(am sabbat - *g*)