also heutzutage kann man ja viel über ein Fernstudium machen. Das meinte ich im Titel mit FS, aber die Zeile ist so kurz.
Ich frage mich wozu so ein „psychologischer Berater“ überhaupt berechtigt ist und was man damit eigentlich machen darf?
Man hat ja nicht Psychologie studiert sondern einige Monate ein Fernstudium gemacht. Ist das überhaupt was wert, also der Kurs psychologischer Berater?
Ich habe nicht vor das zu machen. Ich habe heute mit einer Freundin nach einer/m Therapeuten/in für sie gesucht und da stehen dann eben auch solche Leute aber da habe ich ihr dann auch von abgeraten.
Was dürfen diese psychologischen Berater machen? Was wäre, wenn sie über ihre „Qualifikationen“ heraus arbeiten, welche das auch immer sind? Ist das dann Titelmissbrauch oder sowas?
Titelmissbrauch ist es nicht, denn psychologischer Berater darf sich jeder nennen. Wenn man wegen eines psychischen Problems einen Therapeuten sucht, sollte man also darauf achten, dass es ein psychologischer Berater ist, sondern ein psychologischer Psychotherapeut. Der hat ein Diplom (oder Master) in Psychologie und eine Zusatzausbildung zum psychologischen Therapeuten - also viele Jahre studiert, viele hunderte von Stunden von Patientenbehandlung und sie haben meist eine Kassenzulassung.
Keine Ahnung wer einen psychologischen Berater aufsucht. Man weiss nicht was für eine Ausbildung die Person genossen hat und zahlen muss man das auch aus eigener Tasche.
Wenn es aber nicht um Diagnostik und der weiteren Behandlung des diagnostizierten geht, sondern um alltägliche Probleme, wie Liebeskummer, Lebensgestaltung oder Berufsorientierung geht, dann muss man kein Psychologiestudium absolviert haben um zu helfen.
Es gibt Menschen, die eine Begabung dafür haben Menschen zu verstehen und ihre Probleme in Lösungen umzuwandeln - ganz praktisch und unwissenschaftlich - und wenn diese Menschen als psychologischer Berater oder auch Coach ihre Leistung anbieten, dann ist das ok.
Man muss nur wissen was man braucht und wer einem Hilfe bieten kann.
hab mich selbst in den letzten Wochen mit den Fernstudiengängen beschäftigt und mir fiel auch der „psychologische Berater“ auf…
Also ganz ehrlich: ein „psyhologischer Berater“ im FERNstudium… also ohne jegliche Praxis (ich glaub, da kommt irgendwann mal ein Blockseminar, aber das wird sicher nicht mehr als ein paar Tage dauern)… kann eigentlich für diesen BEreich nicht wirklich für Qualität und Kompetenz sprechen.
Wie Chili schon schrieb - zu einem Coach oder psych. Berater gehen Menschen, die das selbst zahlen. Und sie werden wohl auch hoffentlich recht schnell merken, ob der aufgesuchte Berater etwas drauf hat oder nicht.
Für ne echte Therapie halte ich den besten Coach nicht für geeignet. Wenn es aber um Entscheidungsfindung in einer Lebens-Sackgasse geht oder um Unzufriedenheit im Job u.ä. kann man sicher - wenn man es sich leisten kann pro Sitzung 150,- Euro zu zahlen - auch erst mal einen Coach aufsuchen.
Wenn man wegen eines psychischen
Problems einen Therapeuten sucht, sollte man also darauf
achten, dass es ein psychologischer Berater ist, sondern ein
psychologischer Psychotherapeut.
Du lässt die ärztlichen Psychotherapeuten unter den Tisch fallen.
Gruß,
B.
indem du deiner Freundin von einer psychologischen Beratung abgeraten hast, hast du sie im weitesten Sinne psychologisch beraten. Bist du dafür qualifiziert? Ich würde sagen ja, du bist es. Denn jeder von uns macht das täglich sowieso. Das ist übrigens auch der Grundtenor einer Vorlesung von Erich Fromm „Psychologie für Nichtpsychologen“. Sehr empfehlenswert.
Letztendlich sitzen sich zwei Menschen gegenüber von dem der eine glaubt, das der andere ihm helfen kann und der andere wiederum glaubt, das er dazu auch in der Lage ist. Es geht hier also um zwei Menschen und nicht darum, wer welche Qualifikation hat. Denn wenn der Hilfesuchende mit dem Helfer nicht auskommt, dann sucht er sich einen anderen. Und wenn der Helfer merkt, das er nicht helfen kann, dann sagt er das und schickt den Hilfesuchenden vielleicht auch zu jemand anderen. Und wenn der Helfer helfen kann, ist der Hilfesuchende zufrieden. Sowas passiert jeden Tag in allen Bereichen des Lebens. Egal ob du mit Arbeitskollegen, Psychotherapeuten oder mit deiner Oma sprichst.
Der Unterschied liegt in der Erwartungshaltung des Hilfesuchenden. Also ist die Frage nicht, wer wie qualifiziert ist, sondern was erwartet der Hilfesuchende vom Helfer. Vielleicht ist manchen dabei die Qualifiktion auch egal, denn du suchst ja auch Hilfe hier im Forum, ohne zu wissen, welche Qualifikationen hinter den Antworten stehen.
Eines möchte ich noch anmerken. Über in Anspurch genommene Hilfe, die ich selber bezahle (egal ob Berater oder Psychotherapeut), bin ich niemandem Rechenschaft schuldig. Dabei denke ich u.a. an die Gesundheitsfragen, wenn ich eine Lebensversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen will…
Gruß Ralf
(Vielleicht ist deine Frage auch eher eine Rechtsfrage.)
Es geht hier also um zwei Menschen und nicht darum, wer welche Qualifikation hat.
Das halte ich im psychologischen Bereich für eine ebenso gefährliche Aussage wie im klassisch medizinischen. Es geht mitnichten nur um die subjektive „Zufriedenheit“ des Patienten, sondern ganz entscheidend darum, dass der Beratende überhaupt erkennt, was ihm da gegenübersitzt.
Er muss in der Lage sein, eine Diagnose zu stellen bzw. erkennen, dass er möglicherweise nicht der richtige Ansprechpartner ist. Und dies definitiv nicht nur aus zwischenmenschlichen Aspekten, sondern u.U. deswegen, weil die Art der Störung außerhalb seiner Fachkompetenz liegt.
Ist er dazu nicht in der Lage, kann er den Patienten im schlimmsten Fall in Lebensgefahr bringen.
Also ist die Frage nicht, wer wie qualifiziert ist, sondern was erwartet der Hilfesuchende vom Helfer.
Damit implizierst du, dass der Hilfesuchende ausreichend fachkompetent ist, um selbstständig eine richtige Diagnose für sich zu erstellen. Fatalerweise liegt es in der Natur vieler psychischer Störungen, dass sie genau das nicht zulassen.
Du wirfst hier zwei völlig verschiedene Dinge in einen Topf, was sehr gefährlich ist!
Eine psychologische Beratung, eine Lebensberatung ist etwas ganz anderes, als eine Psychotherapie! Im einen Fall hat jemand eine Problem, steckt möglicherweise sogar in einer Lebenskrise, aus der er selbst herauskommen kann oder mit Hilfer guter Gespräche, die er mit Angehörigen führen kann, wenn diese kompetent zur Verfügung stehen, oder er holt sich externe Hilfe. Die muss er selbst bezahlen, denn so jemand bekommt von der Krankenkasse eine solche Hilfe gar nicht bezahlt, was im Sinne der Allgemeinheit auch richtig so ist.
Das ist aber nicht vergleichbar mit jemandem, der eine psychische Störung hat, die vergleichbar ist mit einer Krankheit. So jemand braucht wirklich professionelle Hilfe, die sich nicht dadurch auszeichnet, dass jemand ein paar Wochenendkurse in Gesprächsführung gemacht hat. Kein Mensch würde sich von jemandem diagnostizieren und daraufhin operieren lassen, der eine solche Schmalspur"Ausbildung" hat. Aber an seine Psyche lässt man so jemanden ran? Jemand, der vielleicht nicht erkennt, dass derjenige, der vor ihm sitzt, eine handfeste Depression oder eine Angststörung hat, die sich gefährlich manifestiert, wenn sie nicht oder falsch „behandelt“ wird?
Du missachtest mit solchen Äußerungen aber nicht nur die Kompetenz derer, die in langjähriger Ausbildung ihre Fähigkeiten erworben haben. Eigentlich noch schlimmer ist die Missachtung der Betroffenen, die an einer wirklichen seelischen Störung leiden, heftig leiden mit massiver Beeinträchtigung der Lebensqualität, und deren Leid du mit Äußerungen „sprich mal mit deiner Oma oder deinem Arbeitskollegen“ völlig bagatellisierst.
wie ich bereits in einer anderen Antwort schrieb, der Psychologische Berater darf beratend tätig sein, aber nicht therapierend.
Das bedeutet, der Beratungssuchende kann keine Therapierung seiner psychologischen Probleme erwarten, sondern nur beratende Lebenshilfe allgemein.
Da aber die Beratende Tätigkeit manchmal hart an der Grenze zur Therapie steht, machen einige Psychologische Berater den kleinen Heilpraktikerschein. Mit diesem sind sie befugt auch therapierend tätig zu werden.
Hallo,
sorry.
Man kann natürlich auch einen Arzt aufsuchen (die entsprechenden Fachärzte sind aber meist genauso überlastet wie die Psychologen) und die psychologischen Berater werben derweil um Kundschaft…
Du missachtest mit solchen Äußerungen aber nicht nur die
Kompetenz derer, die in langjähriger Ausbildung ihre
Fähigkeiten erworben haben.
Hallo? Hast Du nicht mitbekommen, dass es hier um ein FERNstudium von max. 18 Monaten Ausbildung geht (online)?
Ich verstehe nicht, was Du mit Deinen moralischen Hinweisen erreichen möchtest. Aus meiner Siocht kann ein Mensch, der 18 Monate max. ausgebildet ist (online per Fernstudium) nicht wirklich uneingeschränkt in Lebenskrisen beraten.
Ein psychologischer Berater kann in allen Bereichen ohne Krankheitswert tätig werden.Das heisst, er kann bei alltäglichen Problemen des Lebens beratend tätig werden und Lösungen erarbeiten. Das kann das Thema Mobbing betreffen oder Partnerschaftsprobleme. Mediatoren sind oft auch psychologische Berater.
Stellt der psych.Berater eine Krankheit fest (z.B. Angststörung), darf er keine Diagnose im eigentliche Sinne stellen, sondern muss der betreffenden Person den Rat erteilen zu einem Facharzt für Psychotherapie und Psychiatrie zu wechseln, um dort an einen psychologischen Psychotherapeuten überwiesen zu werden. (Kassen bezahlen die Therapie ohne Abklärung durch einen Facharzt meist nicht).
Das angebotene Fernstudium ist eigentlich nur ein Basisstudium.Wer ernsthaft in dem Beruf arbeiten will, muss später je nach Schwerpunkt, noch aufbauen.
So ziemlich alles an deinem Beitrag ist sachlich falsch, und bedarf daher der Korrektur.
Stellt der psych.Berater eine Krankheit fest (z.B.
Angststörung), darf er keine Diagnose im eigentliche Sinne
stellen, sondern muss der betreffenden Person den Rat erteilen
zu einem Facharzt für Psychotherapie und Psychiatrie zu
wechseln
Weder MUSS er dies (aus rechtlicher Sicht), noch muss (aus „moralischer Sicht“) er ihn exakt zum FA f. Psychotherapie u. Psychiatrie schicken.
um dort an einen psychologischen Psychotherapeuten
überwiesen zu werden.
Für den Gang zum psychologischen Psychotherapeuten braucht es KEINE ärztliche Überweisung und daher auch keinen Umweg über den angesprochenen FA.
(Kassen bezahlen die Therapie ohne
Abklärung durch einen Facharzt meist nicht).
Das ist -was Deutschland betrifft- schlicht und ergreifend falsch.
Das angebotene Fernstudium ist eigentlich nur ein
Basisstudium.
Ein Fernkurs zum „psychologischen“ Berater ist in aller Regel überhaupt kein Studium in eigentlich Sinn des Wortes, erst recht keine Basis für ein Studium.
wie ich bereits in einer anderen Antwort schrieb, der
Psychologische Berater darf beratend tätig sein, aber nicht therapierend.
aber was mit diesen Techniken wie Klopftherapie, NLP und Ähnlichem?
Ich weiß, dass diese Techniken von Coaches, die nicht den Heilpraktiker oder Psychologie studiert haben, angewendet werden. Tun sie das dann „rechtmäßig“?
„…Und wenn der Helfer merkt, das er nicht helfen kann, dann
sagt er das und schickt den Hilfesuchenden vielleicht auch zu
jemand anderen…“
Und wenn der Helfer nicht merkt, dass er nicht helfen kann? Was, wenn der vermeintlich professionelle Helfer, davon geht der Hilfesuchende aus, mangels Kompetenz gar nicht in der Lage ist zu erkennen, wo Hilfe gebraucht wird? Was, wenn er - mangels Kompetenz - nur glaubt zu wissen, dass er helfen kann, tatsächlich schadet er aber?
aber was mit diesen Techniken wie Klopftherapie, NLP und
Ähnlichem?
NLP wird von vielen PB ergänzend zur Beratung eingesetzt. Mir ist nicht bekannt, daß es auch therapierend eingesetzt werden kann, da es eher dazu geeignet ist den Anwender neue Blickwinkel zu zeigen, neue Rahmen zu setzen (Reframing) und/oder die Sichtweise zu verändern. Näheres dazu kann ich dir Montag sagen. Ich frage dann mal eine mir bekannte NLP Anwenderin, die auch in diesem Bereich als Coach tätig ist.
Klopftechniken werden ja bekanntlich bei z.B. Angstzuständen eingesetzt und sehe ich daher als Therapie an. Andereseits weiß ich nicht ob diese Technik geeignet ist, auf Dauer Wirkung zu erzielen oder nur für den Moment Besserung bringt. Aus diesem Standpunkt kann man es vielleicht als nicht therapierend angesehen werden. Auch dazu kann ich dir morgen mehr sagen.