Modenamen
Hallo Siegmar
(du darfst mich Adelheid nennen),
Noch eines zu den Modenamen.
Wenn ich
aber dann eine Antwort wie die zuvor lese, die einfach alles
in den „Schmutz“ ziehen dann glabue ich manch einer macht sich
nicht wirklich Gedanken darüber wie schwer es ist einen Namen
zu finden (sind wohl auch dann oft die Leute die bewusst einen
Modenamen wählen 
Das stimmt definitiv nicht. Unser aeltester Sohn traegt
den 9. haeufigsten Namen seines Jahrgangs.
Wir haben uns SEHR ausfuehrlich (aber ueberhaupt nicht
lang, wir waren ja gezwungen in 1 Nacht einen Namen
zu finden) damit beschaeftigt. Uns gefiel schon immer
Timothy. Aber die einsilbige Kurzform „Tim“ gefiel uns
weniger und auch geht es nicht so gut mit unserem einsilbigen
Familiennamen zusammen. Nur den langen Namen (der aber im
Pass steht, auch deshalb weil wir nie dachten, noch einmal
in einem deutschsprachige Land zu leben) konnten wir
nicht als Rufnamen lassen, weil
wir den versammelten Omas und Opas das „th“ nicht antun
konnten (bzw. unseren Sohn nicht als Timossy sehen konnten).
Folglich kamen wir auf die glorreiche Idee, ihn Timo ab-
zukuerzen. Ganz wir allein. Wir hatten keine Ahnung, dass
es ueberhaupt „Timo“ als eigenstaendigen Namen gibt,
wir dachten, wir seien sowas von originell.
Merke: Auch Eltern mit Modenamen-Kindern machen sich
Gedanken (leider oft die falschen).
Bei unserem zweiten Sohn haben wir es uns leicht
gemacht: wir uebernahmen einfach den Namen, den seine
Herkunftsmutter (das ist jetzt natuerlich auch die
Erklaerung, warum es so schnell gehn musste: wir sind
Adoptiveltern) ihm gegeben hat. Auch ein Modename,
aber das lag schon einige Jahre zurueck, so dass der
Name nicht ungewoehnlich ist, aber in seinem Jahrgang auch
nicht so oft vorkommt (=Dominic).
Und noch eine letzte Erkenntnis zum Thema Namen:
Wie man’s macht, man macht’s verkehrt!
Eine Klassenkameradin meinerseits wurde 1959 auf
den schoenen NAmen Jasmin getauft. Damals sicher
ungewoehnlich, aber passte zum ungewoehnlichen
Nachnamen.
Hatten die Eltern ahnen koennen, dass ihre Tochter im
Teenageralter sich den Namen mit einer neuen
Frauenzeitschrift teilen musste, die gerade dabei
war, die sexuelle Revolution auszurufen? Nein, natuerlich
nicht. Aber ich weiss, dass Jasmin die permanenten
Anzueglichkeiten nicht sehr prickelnd fand.
Mach’s gut,
Elke