Nationalsozialismus

Ich bin momentan dabei die Geschichte des 3.Reichs zu lesen (in der Schule wurde die deutsche Geschichte übersprungen) und stoße immer wieder auf Stellen, die ich nicht verstehe (auch im Zusammenhang mit der heutigen Politik).
Der Nationalsozialismus ist so eine Sache.
Kollegen erklärten mir, dass National für das Land und Sozial für die Bevölkerung steht.

Nun frage ich mich, warum eine Verbindung beider so negativ ist?
Also fürs Volk und fürs Land.
Ich kann mir vorstellen, dass eine Partei die sich als Nationalsozialisten bezeichnet verboten wird.

Könnt ihr mich aufklären?
flo

Ich bin momentan dabei die Geschichte des 3.Reichs zu lesen
(in der Schule wurde die deutsche Geschichte übersprungen)

Ich denke mal, Du meinst, dass die Geschichte des 3. Reichs übersprungen wurde (oder etwa die ganze deutsche Geschichte). Würde mich dann aber doch mal interessieren, was das für eine Schule war (Gymnasium, Realschule, Hauptschule) und welches Bundesland. Außerdem: was habt ihr dann in Geschichte behandelt und wieviel Stunden Geschichte hattet ihr im Schnitt pro Schuljahr.

und
stoße immer wieder auf Stellen, die ich nicht verstehe (auch
im Zusammenhang mit der heutigen Politik).
Der Nationalsozialismus ist so eine Sache.
Kollegen erklärten mir, dass National für das Land und Sozial
für die Bevölkerung steht.

Hm, ja ist nicht ganz falsch die Erklärung. National halt Liebe zum eigenen Land, wobei mit Nationalismus eine stärkere Liebe als mit Patriotismus gemeint ist. Ein Patriot liebt sein Land, erkennt aber an, dass Menschen anderer Nationen ihre Länder auch lieben. Subjektiv ist für den Patrioten sein Land das wichtigste, objektiv erkennt der Patriot aber an, dass alle Länder gleich wichtig sind. Für einen Nationalisten ist subjektiv sein Land das wichtigste, aber auch objektiv meint er, dass sein Land das wichtigste Land sein sollte. Das ist das Problem.
Mit Sozial ist die Gemeinschaft gemeint, richtig. Aber NSDAP war ja - jedenfalls vom Namen her - „sozialistisch“ und damit Anhänger der Marxistischen Lehre (wie gesagt, vom Namen her! Will Hitler jetzt nicht zum Marxisten machen. *g*). Sozialismus bedeutet aber z.B. Volkseigentum an Produktionmitteln und auch das ist - jedenfalls für eine marktwirtschaftlich orientierte Welt - nicht akzeptabel.

Nun frage ich mich, warum eine Verbindung beider so negativ
ist?

Es war eine Verbindung vom Sozialismus und Nationalismus. Außerdem war das ja auch nur ein Name, negativer als der Name war, was die Partei gemacht hat.

Also fürs Volk und fürs Land.
Ich kann mir vorstellen, dass eine Partei die sich als
Nationalsozialisten bezeichnet verboten wird.

Doch sicher. Sozialismus ist mit dem deutschen Grundgesetz nicht vereinbar. Und Nationalismus auch nicht („Deutschland über alles“).

Könnt ihr mich aufklären?

Ich habe es jedenfalls versucht.

Hi !

Nun frage ich mich, warum eine Verbindung beider so negativ
ist?

Der Begriff „Nationalsozialismus“ ist nichts weiter als eine Worthülse, mit der man die wahren politischen Absichen kaschieren wollte. Beide Wortteile waren zu der Zeit, wo die Partei gegründet wurde (am 05.01.1919 als „Deutsche Arbeiter Partei“ gegründet, am 24.02.1920 in „Nationalsozialistische Deutsche Arbeiter Partei“ umbenannt), Modewörter. Das Deutsche Reich hatte gerade den Ersten Weltkrieg verloren, die Weimarer Republik stand politisch auf höchst wackeligen Füßen, auf den Straßen kämpften linke „Revolutionsräte“ und rechte Soldatenverbände („Freikorps“) gegeneinander. Da die Partei einen Anspruch auf Absolutheit stellte, also alle Deutschen von ganz links bis ganz rechts, unter einen Hut bekommen wollte, verknüpfte man den politisch linken „Sozialismus“ mit dem politisch rechten „Nationalismus“.

Wie wenig der Name einer politischen Bewegung mit ihrem Inhalt zu tun hat, zeigt der Name „Faschismus“. Das Wort ist nämlich vom lateinischen Wort „fasces“ abgeleitet, und das war nix weiter als ein Rutenbündel mit einer Axtklinge, im antiken Rom das von den Etruskern übernommene Symbol der Liktoren, als Zeichen der Amts- und Strafgewalt der höheren Beamten.

Was haben nun Rutenbündel oder Äxte mit dem politischen Inhalt des Faschismus zu tun?

Grüße
Heinrich

Ich denke mal, Du meinst, dass die Geschichte des 3. Reichs
übersprungen wurde (oder etwa die ganze deutsche Geschichte).
Würde mich dann aber doch mal interessieren, was das für eine
Schule war (Gymnasium, Realschule, Hauptschule) und welches
Bundesland. Außerdem: was habt ihr dann in Geschichte
behandelt und wieviel Stunden Geschichte hattet ihr im Schnitt
pro Schuljahr.

In der Hauptschule über die Dinos, die Kelten, die Römer (schon hier wurde der fall des römischen Reichs durch den Einfluss Germanen verschwiegen) aber nichts über Deutschland.
In der Realschule die Grichen, Ägypter und siehe da… deutschland in 3 Schulstunden. Und was haben wir gelernt… min.6Mio. tote Juden, USA die Retter, unsere Väter/Großeltern Mörder und Verbrecher, dann die BRD.
Vielleicht ist das ja in Bayern normal. Aber das ist nun einmal unsere Geschichte wie sie schon immer auf der ganzen Welt zu jeder Zeit Stattfand.
Ich schäme mich nicht dafür, ich verachte es nicht, ich finde es aber auch nicht gut. Es war nur einmal so und damals hat jeder der getötet hat oder den Krieg unterstützte nur seine Pflicht getan. Das hätten wir alle damals bestimmt genau so getan.
Ich bin traurig, dass wir uns immer noch schuldig fühlen sollen und und nicht zu unserem Land stehen können ohne als Nazi beschimpft zu werden. Und aus diesem Grund wird die deutsche Geschichte in den Schulen wohl immer noch totgeschwiegen.
Ich brauche wie jeder andere Mensch Identität… persönliche und nationale… wenn das kein Grundbedürfnis wäre, dann hätten wir keine Probleme auf dieser Welt.

Was haben nun Rutenbündel oder Äxte mit dem politischen Inhalt
des Faschismus zu tun?

Und was hat das Germanische Feuerrad mit Hitlers Zielen zu tun?
Und der der Caesar-Gruß mit dem 3.Reich?

Es ist immer das, was man der Symbolik anhaftet und was dann dokmatisch wird.
Der Name Hitler wurde in Hitzler u.a. umbenannt. Denn Hitler steht nun für Krieg und deutschen größenwahn.

Doch sicher. Sozialismus ist mit dem deutschen Grundgesetz
nicht vereinbar. Und Nationalismus auch nicht („Deutschland
über alles“).

Die USA betreibt dann doch aber den Nationalismus!
Zumindest in der Form wie sie sich aufspielen geht es weit über den Patriotissmus hinaus. Kein anderes Land spielt sich in dieser weise auf, die Welt in den Angeln halten zu wollen.
Wie denn auch, wenn es keine Front dagegen gibt, die den Einfluss der USA stoppt.

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Das ist richtig, vor allem in den letzten Jahren. Aber natürlich mit dem Nationalismus im dritten Reich nicht zu vergleichen.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Die USA betreibt dann doch aber den Nationalismus!
Zumindest in der Form wie sie sich aufspielen geht es weit
über den Patriotissmus hinaus. Kein anderes Land spielt sich
in dieser weise auf, die Welt in den Angeln halten zu wollen.
Wie denn auch, wenn es keine Front dagegen gibt, die den
Einfluss der USA stoppt.

Das ist richtig, vor allem in den letzten Jahren. Aber
natürlich mit dem Nationalismus im dritten Reich nicht zu
vergleichen.

Richtig… nämlich viel geschickter :smile:

Ich brauche wie jeder andere Mensch Identität… persönliche
und nationale… wenn das kein Grundbedürfnis wäre, dann
hätten wir keine Probleme auf dieser Welt.

Buchtipps
Hi Florian
Nachdem das meiste schon gesagt wurde
nur ganz kurz ein paar Tipps zum Lesen (so zur Einführung, die Spezialliteratur hat meist den Nachteil, sowohl vom Volumen als auch vom geistigen her ziemlich schwerverdaulich zu sein):

HAFFNER: Anmerkungen zu Hitler ISBN: 3596234891 Buch anschauen
Sehr intressant vom selben Autor:
Der Verrat. Deutschland 1918/1919 ISBN: 3930278006 Buch anschauen
und natürlich:
KOGON: der SS-Staat ISBN: 345302978X Buch anschauen

Weitere Fragen kannst du auch im Brett „Geschichte“ stellen, da gibts tatschlich ein paar Historikerinnen und Historiker, die sich da wirklich SEHR gut auskennen.

Gruß
Mike

Hallo Florian!

Ich schäme mich nicht dafür, ich verachte es nicht, ich finde
es aber auch nicht gut. Es war nur einmal so und damals hat
jeder der getötet hat oder den Krieg unterstützte nur seine
Pflicht getan. Das hätten wir alle damals bestimmt genau so
getan.

Naja, ich finde schon, daß die Taten, begangen von offizieller
deutscher Seite, im allerhöchstenmaße verachtenswert sind. Da
wurde ein ganzes Volk ausgelöscht, ganz zu schweigen vom
millionenfachen Leid der Famillien die Angehörige im Krieg oder
bei Angriffen verloren haben, auch und gerade auf deutscher
Seite.
Und mit der Pflicht ist das so eine Sache. Hier muß man ganz
einfach sehen, daß es in jeder Lebenssituation ein Spektrum
möglicher Handlungen gibt. z.B. kann der deutsche Soldat an der
Front der Zivilbevölkerung gegenüber neutral auftreten, er kann
freundlich auftreten oder aber er kann schlagen, prügeln
vergewaltigen und brandschatzen. Wie man seine „Pflicht“
erfüllt liegt also letztlich am Charakter jedes einzelnen.

Ich bin traurig, dass wir uns immer noch schuldig fühlen
sollen und und nicht zu unserem Land stehen können ohne als
Nazi beschimpft zu werden. Und aus diesem Grund wird die
deutsche Geschichte in den Schulen wohl immer noch
totgeschwiegen.

Du mußt Dich ja nicht gleich schuldig fühlen, aber Du bist nun
mal in diesem Land mit diesem Erbe geboren, und solange noch
Menschen leben, die unter deutschem Terror litten ist es
besonders wichtig sich der historischen Verantwortung als
Deutscher stets bewußt zu sein.

Ich brauche wie jeder andere Mensch Identität… persönliche
und nationale… wenn das kein Grundbedürfnis wäre, dann
hätten wir keine Probleme auf dieser Welt.

Es interessiert mich, warum nationale Identität eines Deiner
Grundbedürfnisse ist. Ich komme ganz gut ohne sie über die
Runden. Siehe es doch außerdem mal so: der Holocaust ist
Bestandteil der nationalen Identität der Deutschen. Kein
anderes Ereignis hat die deutsche Geschicjhte jemals so
beeinflußt wie die Shoa!

Gruß
Tom

Hallo Ralf,

Deine Ausführungen zur Begriffsdefinition möchte ich ein wenig präzisieren. Der Patriot liebt sein Vaterland, während der Nationalist als Anhänger eines …ismusses ein für die Nation, also für das Wohle des (ganzen) Volkes handelndes Staatswesen fordert. Den eigenen Staat u.U. auch gegen den zumeist auf friedliche Entwicklung gerichteten Volkswunsch zum objektiv bedeutendsten machen zu wollen, das ist Imperialismus.

In Deutschland sind nationalistische Meinungen zwar oft hinter vorgehaltener Hand zu hören, von der allgemeinen politischen Willensbildung jedoch ausgeschlossen. Vielleicht sind sie sogar, wie Du sagst, mit dem Grundgesetz unvereinbar. In diesem Falle wäre interessanterweise der Amtseid des Bundeskanzlers im Wortlaut verfassungswidrig.

Gruß

Wolfgang Berger

Verstehe ich mal wieder nicht.

Deine Ausführungen zur Begriffsdefinition möchte ich ein wenig
präzisieren. Der Patriot liebt sein Vaterland, während der
Nationalist als Anhänger eines …ismusses ein für die Nation,
also für das Wohle des (ganzen) Volkes handelndes Staatswesen
fordert.

Auch ein Patriot ist Anhänger eines …ismusses ==> Patriotismus

Im übrigen glaube ich wirklich nicht, dass sich Nationalismus nur darin definiert. Das ist eine Selbstverständlichkeit. Danach wären alle Parteien von DKP bis DVU nationalistisch.

Den eigenen Staat u.U. auch gegen den zumeist auf
friedliche Entwicklung gerichteten Volkswunsch zum objektiv
bedeutendsten machen zu wollen, das ist Imperialismus.

Ein Imperialist will seine Nation auch mittels Krieg auszuweiten. Einem Nationalisten kann sich auf friedliche Mittel beschränken („Deutschland den Deutschen“, aber kein Krieg führen).

In Deutschland sind nationalistische Meinungen zwar oft hinter
vorgehaltener Hand zu hören, von der allgemeinen politischen
Willensbildung jedoch ausgeschlossen. Vielleicht sind sie
sogar, wie Du sagst, mit dem Grundgesetz unvereinbar. In
diesem Falle wäre interessanterweise der Amtseid des
Bundeskanzlers im Wortlaut verfassungswidrig.

Welche Stelle meinst Du genau: „alles zu tun, um das Vaterland zu schützen“ oder so ähnlich? Das ist sicherlich nicht nationalistisch, weil da wird nichts gesagt, dass es gegen andere Völker gerichtet ist.

Naja, ich finde schon, daß die Taten, begangen von offizieller
deutscher Seite, im allerhöchstenmaße verachtenswert sind.
Da wurde ein ganzes Volk ausgelöscht, ganz zu schweigen vom
millionenfachen Leid der Famillien die Angehörige im Krieg oder
bei Angriffen verloren haben, auch und gerade auf deutscher
Seite.

Jedes Land dieser Welt hat Dreck am Stecken und ich sehen es einfach nicht ein, dass wir eine solche Bürde tragen müssen.
Heute fragt auch keiner nach dem Massenmörder Stalin oder nach dem Völkermord der Amerikaner.

Du mußt Dich ja nicht gleich schuldig fühlen, aber Du bist nun
mal in diesem Land mit diesem Erbe geboren, und solange noch
Menschen leben, die unter deutschem Terror litten ist es
besonders wichtig sich der historischen Verantwortung als
Deutscher stets bewußt zu sein.

Ein Jüdischer Historiker sagte in einem Buch, dass „die Kinder und die Kindeskinder und deren Kinder sich niemals von dieser Schuld freisprechen dürfen.“
Und ich sage doch, das darf ich!!!
Denn nur wenn man in den Köpfen die Schuldfrage nicht ruhen lässt, kann man Kohle verlangen.
Die schießen sich in ihrem Land die Köpfe ein und das einzige was sie dazu zu sagen haben ist „die haben angefangen“.
Es sind knapp 60 Jahre rum.

Es interessiert mich, warum nationale Identität eines Deiner
Grundbedürfnisse ist. Ich komme ganz gut ohne sie über die
Runden. Siehe es doch außerdem mal so: der Holocaust ist
Bestandteil der nationalen Identität der Deutschen. Kein
anderes Ereignis hat die deutsche Geschicjhte jemals so
beeinflußt wie die Shoa!

Der Holocaust ist nicht Bestandteil der nationalen Identität sondern der deutschen Geschichte.
Klar das einige sagen, dass wir alle Erdenbürger sind. Aber ohne ein Land und somit ohne nationalität fehlt eine Zugehörigkeit.
Was wären die Amerikaner ohne die USA, die Russen ohne Russland und die deutschen ohne ihr Deutschland?
Und durch meine Arbeit, mein Handeln, meine Anwesenheit ist deutschland auch zu einem keinen Teil ein Produkt aus meiner Hand. Durch die eigene Sprache bin ich von deutschland tief geprägt. Die Summe dieser und noch vieler anderer Gründe geben mir Identität.
Und wenn ich die Welt und die Geschichte so ansehe kann ich wirklich sagen, dass ich stolz bin ein deutscher zu sein.
Krieg auf der ganzen Welt, alle prügeln sich seit Jahren um irgendein scheiß und hängen in der Entwicklung fest.

Was haben wir aber nach einem Weltkrieg vollbracht!!!

Naja, ich finde schon, daß die Taten, begangen von offizieller
deutscher Seite, im allerhöchstenmaße verachtenswert sind.
Da wurde ein ganzes Volk ausgelöscht, ganz zu schweigen vom
millionenfachen Leid der Famillien die Angehörige im Krieg oder
bei Angriffen verloren haben, auch und gerade auf deutscher
Seite.

Jedes Land dieser Welt hat Dreck am Stecken und ich sehen es
einfach nicht ein, dass wir eine solche Bürde tragen müssen.
Heute fragt auch keiner nach dem Massenmörder Stalin oder nach
dem Völkermord der Amerikaner.

Doch wird gefragt. Und wenn nicht, dann sollten wir diejenigen unterstützen, die fragen. Denn wir, die wir - jedenfalls im größten Teil der Bevölkerung - diese Geschichte aufgearbeitet haben, haben ein Recht hierzu.

Du mußt Dich ja nicht gleich schuldig fühlen, aber Du bist nun
mal in diesem Land mit diesem Erbe geboren, und solange noch
Menschen leben, die unter deutschem Terror litten ist es
besonders wichtig sich der historischen Verantwortung als
Deutscher stets bewußt zu sein.

Ein Jüdischer Historiker sagte in einem Buch, dass „die Kinder
und die Kindeskinder und deren Kinder sich niemals von dieser
Schuld freisprechen dürfen.“

Wann war das? Im übrigen gibt es sogar schwachsinnige jüdische Historiker. Dass die Nachkommen nicht „schuld“ sind, sagt ja selbst Spiegel, der als Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland sicherlich nicht israel- oder gar judenfeindlich ist.

Und ich sage doch, das darf ich!!!
Denn nur wenn man in den Köpfen die Schuldfrage nicht ruhen
lässt, kann man Kohle verlangen.
Die schießen sich in ihrem Land die Köpfe ein und das einzige
was sie dazu zu sagen haben ist „die haben angefangen“.
Es sind knapp 60 Jahre rum.

Es interessiert mich, warum nationale Identität eines Deiner
Grundbedürfnisse ist. Ich komme ganz gut ohne sie über die
Runden. Siehe es doch außerdem mal so: der Holocaust ist
Bestandteil der nationalen Identität der Deutschen. Kein
anderes Ereignis hat die deutsche Geschicjhte jemals so
beeinflußt wie die Shoa!

Der Holocaust ist nicht Bestandteil der nationalen Identität
sondern der deutschen Geschichte.

Und in diesem Bewußtsein sollte der Satz „Wehret den Anfängen!“ nicht nur in Deutschland sondern weltweit - sofern Deutschland hierauf Einfluß nehmen kann - zur nationalen Identität gehören.

Klar das einige sagen, dass wir alle Erdenbürger sind. Aber
ohne ein Land und somit ohne nationalität fehlt eine
Zugehörigkeit.
Was wären die Amerikaner ohne die USA, die Russen ohne
Russland und die deutschen ohne ihr Deutschland?
Und durch meine Arbeit, mein Handeln, meine Anwesenheit ist
deutschland auch zu einem keinen Teil ein Produkt aus meiner
Hand. Durch die eigene Sprache bin ich von deutschland tief
geprägt. Die Summe dieser und noch vieler anderer Gründe geben
mir Identität.
Und wenn ich die Welt und die Geschichte so ansehe kann ich
wirklich sagen, dass ich stolz bin ein deutscher zu sein.

Dann darfst Du aber die negativen Seiten aus dem „Stolz“ nicht ausschließen.

Krieg auf der ganzen Welt, alle prügeln sich seit Jahren um
irgendein scheiß und hängen in der Entwicklung fest.

Was haben wir aber nach einem Weltkrieg vollbracht!!!

Na ja, dass wir nicht in Kriege verwickelt waren, darauf hatte Deutschland nur einen sehr geringen Anteil. Lag halt an der „politischen Großwetterlage“.

Worauf ich stolz bin…
Hallo Florian!

Jedes Land dieser Welt hat Dreck am Stecken und ich sehen es
einfach nicht ein, dass wir eine solche Bürde tragen müssen.
Heute fragt auch keiner nach dem Massenmörder Stalin oder nach
dem Völkermord der Amerikaner.

Genau darauf bin ich stolz. Wir haben im Gegensatz zu Russland
(Stalin, Gulags…), China (Kulturrevolution, Mao…), USA
(abschlachten der Ureinwohner) etc. die Aufarbeitung unserer
Vergangenheit in Angriff genommen. Wir sind uns unserer
Geschichte bewußt und gehen tag-täglich mit ihr um. Wir sind
also intelektuell einen ganzen Schritt weiter als Länder die
ihre schwarzen Flecken in der Vergangenheit lieber unter den
Teppich kehren als sie zu thematisieren. Das ist doch klasse,
oder nicht.

Denn nur wenn man in den Köpfen die Schuldfrage nicht ruhen
lässt, kann man Kohle verlangen.
Die schießen sich in ihrem Land die Köpfe ein und das einzige
was sie dazu zu sagen haben ist „die haben angefangen“.
Es sind knapp 60 Jahre rum.

Du kannst den Holocaust nun wirklich nicht mit dem
Nahostkonflikt vergleichen. Sogern das manche auch machen, aber
da liegen Welten dazwischen.

Der Holocaust ist nicht Bestandteil der nationalen Identität
sondern der deutschen Geschichte.

Für mich ist er Bestandteil meiner Identität. Ich bin als
Deutscher halt ein Stückchen mehr betroffen wenn ich sehe was
unsere Väter und Großväter angerichtet haben, als dies z.B. ein
Däne ist.

Klar das einige sagen, dass wir alle Erdenbürger sind. Aber
ohne ein Land und somit ohne nationalität fehlt eine
Zugehörigkeit.
Was wären die Amerikaner ohne die USA, die Russen ohne
Russland und die deutschen ohne ihr Deutschland?

Und durch meine Arbeit, mein Handeln, meine Anwesenheit ist
deutschland auch zu einem keinen Teil ein Produkt aus meiner
Hand.

Vollkommen richtig.

Durch die eigene Sprache bin ich von deutschland tief
geprägt. Die Summe dieser und noch vieler anderer Gründe geben
mir Identität.

Meine Identität leitet sich aus meiner Person und meinem
Handeln ab, meinen Gedanken und Gefühlen. Und solche Dinge
werden nur mittelbar durch das Land geprägt in dem ich mich
aufhalte.
Wenn Du Dich beschreiben solltest, dann würdest Du doch nicht
einfach „Deutscher“ sagen. Diese Kategorie erklärt eben nicht
Deine Identität.

Und wenn ich die Welt und die Geschichte so ansehe kann ich
wirklich sagen, dass ich stolz bin ein deutscher zu sein.

Kann ich jetzt nicht so genau nachvollziehen. So überragend ist
unsere Geschichte nun auch wieder ncht, wenn man sie mal mit
der anderer Europäischer Staaten vergleicht. Welcher Umstand
der deutschen Geschichte verleitet Dich zu dieser Aussage? Die
beiden Weltkriege und die Wilhelminische Großmannssucht können
es ja wohl kaum sein. Demokratische Entwicklungen? Industrielle
Revolution? Fehlanzeige! Da war Deutschland hintendran! O.K.
Der Fall der Mauer, als Folge der ersten wirklichen deutschen
Revolution (noch dazu unblutig), war wirklich eine Sternstunde
deutscher Geschichte. Aber viele gab es davon bei näherem
Hinsehen eigentlich nicht.

Gruß
Tom

Meine Identität leitet sich aus meiner Person und meinem
Handeln ab, meinen Gedanken und Gefühlen. Und solche Dinge
werden nur mittelbar durch das Land geprägt in dem ich mich
aufhalte.
Wenn Du Dich beschreiben solltest, dann würdest Du doch nicht
einfach „Deutscher“ sagen. Diese Kategorie erklärt eben nicht
Deine Identität.

Nationale und Persönliche Identität hängen für mich eng beisammen.
Schau doch mal in die USA oder nach Japan… das Land und seine Geschichte haben die Einwohner tief geprägt.
Verhalten, denken, essen, usw. Es zieht sich durch den ganzen Menschen.

Und wenn ich die Welt und die Geschichte so ansehe kann ich
wirklich sagen, dass ich stolz bin ein deutscher zu sein.

Kann ich jetzt nicht so genau nachvollziehen. So überragend
ist
unsere Geschichte nun auch wieder ncht, wenn man sie mal mit
der anderer Europäischer Staaten vergleicht. Welcher Umstand
der deutschen Geschichte verleitet Dich zu dieser Aussage? Die
beiden Weltkriege und die Wilhelminische Großmannssucht können
es ja wohl kaum sein. Demokratische Entwicklungen?
Industrielle
Revolution? Fehlanzeige! Da war Deutschland hintendran! O.K.
Der Fall der Mauer, als Folge der ersten wirklichen deutschen
Revolution (noch dazu unblutig), war wirklich eine Sternstunde
deutscher Geschichte. Aber viele gab es davon bei näherem
Hinsehen eigentlich nicht.

Musiker, Dichter, Schriftsteller, Forscher, Erfinder, usw.
Deutschland hat die Welt tief geprägt und seinen Teil zum Fortschritt beigetragen.
Nicht umsonst ist „Made in Germany“ der Quallitätsgarant überhaupt.
Wir sind extrem Leistungsfähig und kreativ im Umgang mit unseren Mitteln.
Leider ist das Bildungssystem was zu den besten der Welt gehörte nicht mehr das selbe. Aber das wird schon wieder.
Und dazu trägt jeder Arbeiter in deutschland bei.
Also wenn Du mich fragst, dann macht mich das schon stolz.

Musiker, Dichter, Schriftsteller, Forscher, Erfinder, usw.
Deutschland hat die Welt tief geprägt und seinen Teil zum
Fortschritt beigetragen.

Gerade Musiker, Schriftsteller und Forscher, also die Künstler
und Intelektuellen dieses Landes, sind ausgeprägte Globalisten.
Die breite Masse dieser Spezies belächelt den konservativen
Nationalismus.

Weißt Du, es freut mich schon, wenn ein Deutscher den
Nobelpreis erhält, oder wenn die Nationalmannschaft ein Spiel
gewinnt. Aber „stolz“ kann ich darauf nun wirklich nicht sein.
Welchen Anteil hattest Du denn am Bose-Einstein-Kondensat
(diesjähriger Physiknobelpreis an Wolfgang Ketterle), oder was
kannst Du dafür, daß Walther von der Vogelweide oder Goethe
hier gelebt haben. Du kannst doch nicht einerseits sagen, daß
Du mit Gestalten wie Himmler, Goebbels und Hitler nix am Hut
hast, und andererseits, daß Du auf Goethe stolz bist.

Ich will hier jetzt aber keine „Nationalstolzdebatte“ vom Zaun
brechen. Gab’s ja schon oft genug in diesem Forum.

Wir sind extrem Leistungsfähig und kreativ im Umgang mit
unseren Mitteln.

Wir sind träge und satt. Ein Land voller Besitzstandswahrer und
auf den direkten Weg in eine Zweiklassengesellschaft.
Deutschland zehrt noch von seinem Ruf der 50er und 60er Jahre,
aber das geht nicht mehr lange so weiter.

Leider ist das Bildungssystem was zu den besten der Welt
gehörte nicht mehr das selbe. Aber das wird schon wieder.

Ach ja? Wie kommst Du darauf? PISA zeigte eklatante Mißstände
auf, die allerhöchstens mittelfristig behoben werden können.
Ich arbeite als Wissenschaftler an einer großen Universität.
Weißt Du, daß es so gut wie unmöglich ist ausländische
Studenten aus Industrienationen an die Unis zu holen? Deutsche
Hochschulen sind im Ausland alles andere als angesehen.

Gruß
Tom

Jedes Land dieser Welt hat Dreck am Stecken und ich sehen es
einfach nicht ein, dass wir eine solche Bürde tragen müssen.
Heute fragt auch keiner nach dem Massenmörder Stalin oder nach
dem Völkermord der Amerikaner.

Mal eins eben: es gab keinen Voelkermord der Amerikaner.
Hauptsaechlich getoetet wurde von den Siedlern, die jedoch meist eine ganz andere Nationalitaet, als die amerikanische hatten, denn die USA, wie sie heute bestehen, gibt es noch nicht sooo lange. Viele Staaten im Westen kamen erst im 19. Jahrhundert hinzu, da sie z. B. Spanien, Mexico und GB abegrungen oder abgekauft wurden. Als der Osten besiedelt wurde, gab es noch nichtmal das urspruegliche Staatsgebilde „USA“.

Du kannst also wohl kaum einen amerikanischen Voelkermord herbeireden und diesen dann noch mit dem industrialisierten „Mordkuensten“ der Nazis vergleichen. Gaskammern und Menschenverbrennungsoefen, Todesfabriken, selbsternannte „Todesengel“, Massenerschiessungskommandos…so etwas gab es nur unter den Nazis.

Ausserdem soll sich keiner, der die Nazis nicht unterstuetzte,
schuldig fuehlen. Es geht lediglich darum, nicht zu vergessen.
Es geht lediglich darum, daran zu erinnern, was Menschen Menschen antun koennen, wenn sie sich nicht mehr selbst kontrollieren koennen, sondern sich an ein menschenverachtendes System hingeben.

Ein Jüdischer Historiker sagte in einem Buch, dass „die Kinder
und die Kindeskinder und deren Kinder sich niemals von dieser
Schuld freisprechen dürfen.“

Du erklaerst hier, Du moechtest mal wissen, was es mit dem Nationalsozialismus auf sich hat, weil Du Dich nicht so sehr auskennst. Auf der anderen Seite zitierst Du juedische Schriftsteller und gehst hier ziemlich genau darauf ein, was andere Voelker an Missetaten begangen haben. Du weisst, dass Millionen Menschen unter dem Nationalsozialismus gestorben sind…willst aber wissen, was eigentlich am Nationalsozialismus so schlimm ist…???

Und ich sage doch, das darf ich!!!
Denn nur wenn man in den Köpfen die Schuldfrage nicht ruhen
lässt, kann man Kohle verlangen.

Es geht hier nicht um persoenliche Schuld. Es geht um kollektive Schuld eines Volkes. Eine Volk definiert sich nicht ueber seine Generationen, sondern ueber seine Existenz als Ganzes. Die Buerger des Dritten Reiches sind genauso das Deutsche Volk, wie das, das jetzt lebt. Ansonsten koennte man ja auch sagen, der Schriftzug „Dem Deutschen Volke“ auf dem Reichstag, war nur an die zu jener Zeit lebende Generation gerichtet. Die Volksschuld besteht weiterhin. Sie ist unvergaenglich. Es gibt jedoch kaum noch Einzelschuld. Und den Spruch mit der Kohle wuerde ich mir in Bezug auf jenes Zitat ruhig verkneifen, da er mehr als unangebracht ist.

Es interessiert mich, warum nationale Identität eines Deiner
Grundbedürfnisse ist. Ich komme ganz gut ohne sie über die
Runden. Siehe es doch außerdem mal so: der Holocaust ist
Bestandteil der nationalen Identität der Deutschen. Kein
anderes Ereignis hat die deutsche Geschicjhte jemals so
beeinflußt wie die Shoa!

Der Holocaust ist nicht Bestandteil der nationalen Identität
sondern der deutschen Geschichte.

Selbstverstaendlich ist er das. Worueber sonst definiert sich
die Identitaet, wenn nicht ueber die Geschichte.

Klar das einige sagen, dass wir alle Erdenbürger sind. Aber
ohne ein Land und somit ohne nationalität fehlt eine
Zugehörigkeit.

Ich brauche keine Nationalitaet, um ein Zugehoerigkeitsgefuehl zu haben. Ich fuehle mich einer angenehmen Atmosphaere zugehoerig; Menschen und Umgebungen, die ich mag. Das ist das Wesentliche. Das uns moralische, ethische oder sonstige erhebliche Werte fehlen, wenn wir kein Nationalbewusstsein habe, ist ledigliche dummes Gerede der Nationaldenkenden, auf deren Gegenwart jedoch jeder moderne Mensch eingentlich gerne verzichtet.

Was wären die Amerikaner ohne die USA, die Russen ohne
Russland und die deutschen ohne ihr Deutschland?

Menschen ohne Grenzen.

Und durch meine Arbeit, mein Handeln, meine Anwesenheit ist
deutschland auch zu einem keinen Teil ein Produkt aus meiner
Hand.

Das Stimmt. Aber mit jedem Handschlag veraenderst Du auch einwenig die Welt.

Durch die eigene Sprache bin ich von deutschland tief
geprägt. Die Summe dieser und noch vieler anderer Gründe geben
mir Identität.

Die Sprache kann man gerade in deutschem Bezug nicht gelten lassen. a) die Deutsche Sprache ist nicht alleinstehend. Sie
ist ein Teil der Germanischen Sprachen, die sich in viele Unterordnungen: z. B. Englisch, Hollaendisch, Daenisch, Norwegisch, Suomi und Deutsch aufspaltet. Dazu gesellen sich eine
Vielzahl von Dialekten (z. B. Platt) und Mundarten. Ich gehe davon aus, dass Du z. B. einen uralten Plattsprecher nicht verstehen wirst. Er ist aber trotzdem ein Deutscher, obwohl er sich mit einen Niederlaender besser unterhalten koennen wird, als mit Dir.

Und wenn ich die Welt und die Geschichte so ansehe kann ich
wirklich sagen, dass ich stolz bin ein deutscher zu sein.

Wie kannst Du persoenlich stolz sein, ein Deutscher zu sein?
Du kannst vielleicht froh sein, ein Deutscher zu sein, Du kannst stolz darauf sein, Deinen Schulabschluss gemacht zu haben. Aber man kann auf eine Nationalitaet nicht stolz sein. Das ist inhaltlich falsch. Du kannst vielleicht stolz auf Dein Volk sein, aber Du kannst nicht stolz darauf sein, ein Teil dessen zu sein. Du hast ja nichts dafuer geleistet, ein Deutscher zu werden. Und auf eine nicht erbrachte Leistung, kann man nicht stolz sein. Zu bist einfach ein Deutscher. Fertig.

Krieg auf der ganzen Welt, alle prügeln sich seit Jahren um
irgendein scheiß und hängen in der Entwicklung fest.

Achso, ich wusste ja gar nicht, dass Deutschland sich nie um irgendeinen Scheiss gepruegelt hat. Niemals einen Krieg aus niederen Grueden begonnen hat.

Was haben wir aber nach einem Weltkrieg vollbracht!!!

Ja…Florian…es lebe DAS DEUTSCHE VOLK!!!