Jedes Land dieser Welt hat Dreck am Stecken und ich sehen es
einfach nicht ein, dass wir eine solche Bürde tragen müssen.
Heute fragt auch keiner nach dem Massenmörder Stalin oder nach
dem Völkermord der Amerikaner.
Mal eins eben: es gab keinen Voelkermord der Amerikaner.
Hauptsaechlich getoetet wurde von den Siedlern, die jedoch meist eine ganz andere Nationalitaet, als die amerikanische hatten, denn die USA, wie sie heute bestehen, gibt es noch nicht sooo lange. Viele Staaten im Westen kamen erst im 19. Jahrhundert hinzu, da sie z. B. Spanien, Mexico und GB abegrungen oder abgekauft wurden. Als der Osten besiedelt wurde, gab es noch nichtmal das urspruegliche Staatsgebilde „USA“.
Du kannst also wohl kaum einen amerikanischen Voelkermord herbeireden und diesen dann noch mit dem industrialisierten „Mordkuensten“ der Nazis vergleichen. Gaskammern und Menschenverbrennungsoefen, Todesfabriken, selbsternannte „Todesengel“, Massenerschiessungskommandos…so etwas gab es nur unter den Nazis.
Ausserdem soll sich keiner, der die Nazis nicht unterstuetzte,
schuldig fuehlen. Es geht lediglich darum, nicht zu vergessen.
Es geht lediglich darum, daran zu erinnern, was Menschen Menschen antun koennen, wenn sie sich nicht mehr selbst kontrollieren koennen, sondern sich an ein menschenverachtendes System hingeben.
Ein Jüdischer Historiker sagte in einem Buch, dass „die Kinder
und die Kindeskinder und deren Kinder sich niemals von dieser
Schuld freisprechen dürfen.“
Du erklaerst hier, Du moechtest mal wissen, was es mit dem Nationalsozialismus auf sich hat, weil Du Dich nicht so sehr auskennst. Auf der anderen Seite zitierst Du juedische Schriftsteller und gehst hier ziemlich genau darauf ein, was andere Voelker an Missetaten begangen haben. Du weisst, dass Millionen Menschen unter dem Nationalsozialismus gestorben sind…willst aber wissen, was eigentlich am Nationalsozialismus so schlimm ist…???
Und ich sage doch, das darf ich!!!
Denn nur wenn man in den Köpfen die Schuldfrage nicht ruhen
lässt, kann man Kohle verlangen.
Es geht hier nicht um persoenliche Schuld. Es geht um kollektive Schuld eines Volkes. Eine Volk definiert sich nicht ueber seine Generationen, sondern ueber seine Existenz als Ganzes. Die Buerger des Dritten Reiches sind genauso das Deutsche Volk, wie das, das jetzt lebt. Ansonsten koennte man ja auch sagen, der Schriftzug „Dem Deutschen Volke“ auf dem Reichstag, war nur an die zu jener Zeit lebende Generation gerichtet. Die Volksschuld besteht weiterhin. Sie ist unvergaenglich. Es gibt jedoch kaum noch Einzelschuld. Und den Spruch mit der Kohle wuerde ich mir in Bezug auf jenes Zitat ruhig verkneifen, da er mehr als unangebracht ist.
Es interessiert mich, warum nationale Identität eines Deiner
Grundbedürfnisse ist. Ich komme ganz gut ohne sie über die
Runden. Siehe es doch außerdem mal so: der Holocaust ist
Bestandteil der nationalen Identität der Deutschen. Kein
anderes Ereignis hat die deutsche Geschicjhte jemals so
beeinflußt wie die Shoa!
Der Holocaust ist nicht Bestandteil der nationalen Identität
sondern der deutschen Geschichte.
Selbstverstaendlich ist er das. Worueber sonst definiert sich
die Identitaet, wenn nicht ueber die Geschichte.
Klar das einige sagen, dass wir alle Erdenbürger sind. Aber
ohne ein Land und somit ohne nationalität fehlt eine
Zugehörigkeit.
Ich brauche keine Nationalitaet, um ein Zugehoerigkeitsgefuehl zu haben. Ich fuehle mich einer angenehmen Atmosphaere zugehoerig; Menschen und Umgebungen, die ich mag. Das ist das Wesentliche. Das uns moralische, ethische oder sonstige erhebliche Werte fehlen, wenn wir kein Nationalbewusstsein habe, ist ledigliche dummes Gerede der Nationaldenkenden, auf deren Gegenwart jedoch jeder moderne Mensch eingentlich gerne verzichtet.
Was wären die Amerikaner ohne die USA, die Russen ohne
Russland und die deutschen ohne ihr Deutschland?
Menschen ohne Grenzen.
Und durch meine Arbeit, mein Handeln, meine Anwesenheit ist
deutschland auch zu einem keinen Teil ein Produkt aus meiner
Hand.
Das Stimmt. Aber mit jedem Handschlag veraenderst Du auch einwenig die Welt.
Durch die eigene Sprache bin ich von deutschland tief
geprägt. Die Summe dieser und noch vieler anderer Gründe geben
mir Identität.
Die Sprache kann man gerade in deutschem Bezug nicht gelten lassen. a) die Deutsche Sprache ist nicht alleinstehend. Sie
ist ein Teil der Germanischen Sprachen, die sich in viele Unterordnungen: z. B. Englisch, Hollaendisch, Daenisch, Norwegisch, Suomi und Deutsch aufspaltet. Dazu gesellen sich eine
Vielzahl von Dialekten (z. B. Platt) und Mundarten. Ich gehe davon aus, dass Du z. B. einen uralten Plattsprecher nicht verstehen wirst. Er ist aber trotzdem ein Deutscher, obwohl er sich mit einen Niederlaender besser unterhalten koennen wird, als mit Dir.
Und wenn ich die Welt und die Geschichte so ansehe kann ich
wirklich sagen, dass ich stolz bin ein deutscher zu sein.
Wie kannst Du persoenlich stolz sein, ein Deutscher zu sein?
Du kannst vielleicht froh sein, ein Deutscher zu sein, Du kannst stolz darauf sein, Deinen Schulabschluss gemacht zu haben. Aber man kann auf eine Nationalitaet nicht stolz sein. Das ist inhaltlich falsch. Du kannst vielleicht stolz auf Dein Volk sein, aber Du kannst nicht stolz darauf sein, ein Teil dessen zu sein. Du hast ja nichts dafuer geleistet, ein Deutscher zu werden. Und auf eine nicht erbrachte Leistung, kann man nicht stolz sein. Zu bist einfach ein Deutscher. Fertig.
Krieg auf der ganzen Welt, alle prügeln sich seit Jahren um
irgendein scheiß und hängen in der Entwicklung fest.
Achso, ich wusste ja gar nicht, dass Deutschland sich nie um irgendeinen Scheiss gepruegelt hat. Niemals einen Krieg aus niederen Grueden begonnen hat.
Was haben wir aber nach einem Weltkrieg vollbracht!!!
Ja…Florian…es lebe DAS DEUTSCHE VOLK!!!