da ich im Archiv nichts dazu gefunden habe (evtl. bin auch auch nur nicht in der Lage gescheit zu suchen ) frage ich einfach mal nach:
Gibt es Lebensmittel mit negativen Kalorien tatsächlich? Also Lebensmittel, die im Körper - für was auch immer - mehr Kalorien verbrauchen, als sie „mitbringen“.
Ich habe da nämlich heute Nacht in einer Zeitung einen riesengroßen Werbeartikel für ein Buch mit den angeblich 19 Lebensmitteln mit negativen Kalorien gesehen.
Also ich persönlich glaube da ja nicht dran und halte das ganz für Geldschinderei… Aber vielleicht weiß ja wer mehr
das ist natürlich ausgemachter Blödsinn, genauer gesagt ein blöder Witz aus den siebziger Jahren: Gurken aus dem Kühlschrank müssen erstmal im Magen auf Körpertemperatur gebracht werden, damit sie verdaut werden können, das kostet dann mehr Energie als sie selbst liefern können. Komischerweise hat noch niemand behauptet, heiße Würstchen setzten mehr an als kalte.
Jeder Verdauungsprozess setzt Energie frei, mal mehr, mal weniger, egal ob Gurken zerlegt werden oder Speck. Wasser hat keinen Nährwert, negativen Nährwert gibt es einfach nicht.
Gibt es Lebensmittel mit negativen Kalorien tatsächlich? Also
Lebensmittel, die im Körper - für was auch immer - mehr
Kalorien verbrauchen, als sie „mitbringen“.
…aber auch hier gilt „Vertraue, aber prüfe nach“: der Autor ist als Journalist jemand, der mit Durchschnittswissen und Kenntnis der vier Grundrechenarten durch die Gegend läuft
Doch, die gibt es. Eiweiß, zum Beispiel verbraucht, um verdaut zu werden, mehr Kaloriern als es enthält. Ist tatsächlich so.
Gerade noch mal nachgelesen in: Detjen/Speckmann „Physiologie für Mediziner“.
ohne den Autoren Detjen/Speckmann zu nahe treten zu wollen, behaupte ich, dass hier ein gewaltiger Irrtum vorliegt. Kalorimetrie ist ein weites Feld, das kaum die Spezialisten beherrschen; sicher ist nur, dass der Mensch nicht mit einem Ofen verglichen werden sollte.
was ist wenn ich ein Glas Wasser (Raumtermperatur) trinke?
Wird das vom Körper nicht erwärmt und verbraucht diese
Wärmeerzeugung nicht Energie?
natürlich tu sie das…
Laß uns mal experimentieren:
ein Glas kaltes Wasser hat, sagen wir mal, 10°c, und den Inhalt von ca. 100 g (es ist ein kleines Glas, wir wollen bei unserem Experiment nicht gleich verhungern). Um das auf 36° zu bekommen, verbrennen wir ungefähr 2600 Kalorien (cal). Es sind soviele, weil eine Kalorie die Menge Energie ist, die man braucht um bei 1 Gramm Wasser die Temperatur um 1°c zu erhöhen.
Nehmen wir jetz ein Glas Milch, statt Wasser, dann enthält das ca. 70 kcal
…
Du siehst das „k“? In dem Glas Milch sind siebzigtausend Kalorien…
Du müsstest also noch ungefähr 26 Gläser kaltes Wasser zu der Milch trinken, damit ±Null rauskommt.
Also, wenn ich erlebe, wie ich heiße Füße bekomme und nachts schwitze wie`s Böse, wenn ich abend warm esse, dann kann ich Dir nur flüstern:
Ich für meinen Teil bin ein Ofen!
Ich weiß gar nicht, was daran so schwer zu verstehen ist, dass der Körper bei manchen Nahrungsmitteln mehr Energie aufwenden muss, um sie zu spalten als sie enthalten? Detjen/Speckmann irren nicht, sonst hätten Generationen von Medizinern etwas Falsches gelernt und das wäre (vor allem bei einem so simplen Zusammenhang) wahrscheinlich schon mal jemandem aufgefallen, meinste nicht?
diese Kalkulation habe ich sofort dem Privatarchiv einverleibt - besternten Dank! Und dazu gleich den PW:
Der Bauer kommt wieder mal schwer angeschickert nach Hause, sein holdes Weib empfängt ihn gebührend: „Ihr Männer seid doch schlimmmer wie die Ochsen, die wissen wenigstens, wann sie genug haben!“ Darauf der Bauer: „Wenn ich Wasser saufen müsste, wüsste ich’s auch“.
Also, wenn ich erlebe, wie ich heiße Füße bekomme und nachts schwitze wie`s Böse, wenn ich
abend warm esse, dann kann ich Dir nur flüstern: Ich für meinen Teil bin ein Ofen!
So früh schon? Armes Huhn…
Ich weiß gar nicht, was daran so schwer zu verstehen ist, (…)
wenn an diesem Modell was dran wäre, dann gäbe es doch längst die Superduperdiät. Klar, damit wäre nichts zu verdienen, deshalb wird sie nicht propagiert - noch nicht mal in Kliniken wird sie eingesetzt. Warum nur, warum?
Und außerdem: 40 Jahre lang haben wir gelernt, dass Spinat 100mal mehr Eisen enthält als andere Gemüse. Perdu…
also, natürlich ist der mensch kein kaloriemeter. aber auch klar, dass mensch unterschiedliche energie aufwenden muss, um aus den div. bestandteilen der nahrung für sich energie zu gewinnen. rein mechanisch schon: wer weniger kaut muss halt mehr HCl im magen & peristaltik im darm aufwenden; und rein biochemisch auch: beim unterschied bei der energiegewinnung aus 1g fett / eiweiss / kohlehydrate ist das doch genau so. und zwar gerade weil mensch kein kaloriemeter ist und alles einfach abfackelt. das macht selbst ein non-humanoider ofen nicht!
alle, die hier anders denken, können sich ja mal überlegen, was von der tatsache zu halten ist das scheisse brennt…
skeptisch bin ich aber, ob es beim eiweiss wirklich so ist, dass du zum ‚metabolisieren‘ von 1g eiweiss mehr als die 4 kcal verbrauchst, die das zeugs enthält. skeptisch bin ich sowieso, wenn jemand mehr sagt, als das was ich oben allgemein gesagt habe. wie will man messen, wieviel kcals beim abbau von xy verbraucht werden?
das ist doch auch nicht immer die gleiche menge, vermute ich, wenn xy zusammen mit zx abgebaut (zuvor gegessen…) wird kann diese menge doch anders sein als im fall wo xy zusammen mit einer nussschnitte abgebaut wird.
Detjen/Speckmann
irren nicht, sonst hätten Generationen von Medizinern etwas
Falsches gelernt und das wäre (vor allem bei einem so simplen
Zusammenhang) wahrscheinlich schon mal jemandem aufgefallen,
meinste nicht?
oh. neben dem spinat, den ralf schon erwähnt hat gibt es 'zig beispiele für dinge, die generationen von mediziner (& ganze industriezweige!) behaupten und die sich (noch?) nicht als unkorrekt durchgesetzt haben. dein denkfehler, so vermute ich: nur weil es ‚jemandem‘ als falsch auffällt wird es nicht verworfen. das müssen viele, viele jemands sein, es muss durch die presse gehen, es müssen anerkannte atlanten oder koryphäen auch behaupten (und die werden allzuoft v.d. genannten industriezweigen gesponsort) etc. pp.
…gelernt und gelehrt, sogar wieder vergessen oder geleugnet. Da gibts einige Beispiele, die heute noch falsch laufen.
Heilung von Diabetes2 Bluthochdruck Fehlsichtigkeit Arteriosklerose Fussschweiss trockene Haut Verhinderung von Zahnverfall Osteoporose Diabetes1…
Gesunde Gruesse von Helmut
Klaro, gibt´s die
Hallo,
und ja, solche Lebensmittel gibt es. Ein besipiel dafür ist Kohl, des Körper braucht mehr Kalorien um Kohl zu verwerten als Kohl eigentlich enthält. Darin besteht auch das Prinzip der Kohlsuppendiät. Dort werden mehrere Nahrungsmittel mit negativen kalorien kombiniert, und der Effekt ist, dass man je mehr man isst desto mehr abnimmt ( manch böse Zungen behauptendas lege an der abführenden Wirkung:wink:).
Wirklich sinnvoll ist eine Diät auf dieser Basis allerdings nicht, da es immer eine Form von mangelernährung ist.
Ich würde auf das Buch verzichten.
Wenn Du wirklich dauerhaft abnehmen möchtest kann ich nur das Buch vom Fitnesspapst empfehlen- Forever Young. Mir hat es sehr gut gefallen und auch geholfen.
LG
Daniela
Ich weiß zwar nicht was dran ist, aber angenommen es stimmt, liegt’s wohl daran, dass man dann Unmengen davon essen würde um mehr Kalorien zu verbrennen als durch ein bisschen Sport, weswegen das dann nicht so die beliebte Methode ist (falls es stimmt).
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Das sich das ganze so verhält ist mir schon öfters untergekommen. Konkret kann ich sagen, dass ich es im Glyx-Buch von Marion grillpanzer gelesen haben, und mein hausarzt auf Nachfragen das bestätigt hat.
Zahlen hab ich keine mehr im Kopf, war aber ganz nett anschaulich.
Doof ist halt nur, das man das Leben nicht auf diese Nahrungsmittel beschränken kann, zum einen weil die Ernährung dann ziemlichs chnell sehr langweilig werden würden und vor allem durch mangelerscheinungen auch sehr ungesund.
Ich bin mir sicher, das man auch in jedem Kohlsuppen Buch dazu eine Einleitung findet, auf dem prinzip basiert ja die Diät.
Lg Daniela
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Ich habe den Deetjeen nicht, fände es aber interessant, wenn Du mal das Zitat ganz schreiben könntest. Daß bei Eiweißernährung eine Negativbilanz eintritt wäre mir völlig neu. Dann würden alle Übergewichtigen ja nur noch Proteine essen und würde superschlank werden.
Um den aufkommenden Verschwörungstheorien ein Ende zu setzen:
Zwei Phänomene im Zusammenhang mit der Eiweißernährung sind bekannt:
Der eh durch Nahrungsaufnahme erhöhte Energieumsatz wird durch Proteinernährung weiter erhöht.
Bei Fett- und Kohlenhydraten entspricht der Brennwert, der im Körper erzielt wird, dem, der auch bei rein physikalischer Verbrennung der Stoffe entsteht: Der physiologische Brennwert entspricht dem physikalischen. Bei Ernährung mit Eiweißen hingegen gewinnt der Körper nur rund 17 kJ/g im Vergleich zu 22 kJ/g bei Verbrennung, da im Köper die anfallenden Stickstoffanteile unter anderem zu Harnstoff umgebaut werden, wofür wieder Energie aufgebracht werden muß. Daß aber eine Negativbilanz entsteht, habe ich wie gesagt noch nie gehört.
Wäre schön, wenn Du das Zitat aus dem Deetjen mal anführen könntest.
Prinzip nicht verstanden
Hallo Ralf,
ich glaube, Du hast das Prinzip, das dahinter steckt noch nicht ganz verstanden.
Natürlich hat Kohl Kalorien, wie so ziemlich alles ausser Wasser.
Der Körper braucht aber auch Energie um Nahrungsmittel zu verwerten und ie Körperfunktionen am Laufen zu halten. So kommt man auf einen täglichen Kalorienbedarf von über 2000 kalorien.
Die Energie die der Körper braucht um Nahrungsmittel aufzuspalten ist, je Nahrungsmittel unterschiedlich.
Die Idee der Negativen Kalorien ist es jetzt, dass es irgendwo da draussen Nahrungsmittel gibt, die zwar Kalorien besitzen, für die der Körper aber soviel Energie aufbringen muss, dass man dabei mehr verbraucht als drinsteckt.
Diese Kalorien werden in den Nährwertangaben natürlich nicht miteiander verrechnet, weswegen Kohl immernoch einen positiven Nährwertgehalt hat.
Auch ist in den gängigen Kohlsuppen nie nur Kohl alleine drin, und schon bei der Brühe kommt man in den Bereich in dem man mehr Kalorien zu sich nimmt als beim Verzehr abgebaut werden.
Das ist aber trotzdem sinnvoll,da sonst sowas wie Kohlsuppe noch ungesünder und einseitiger wäre als es eh schon ist.
Vielleicht erschliesst sich Dir jetzt das ganze eher.
Daniela
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