Ich bin besorgt, und über meine eigene Sprache verwirrt.
Ich persönlich benutze das Wort nicht, um dunkelhäutige Menschen zu bezeichnen. Viele Leute, die ich kenne tun dies, angeblich weil sie es so gelernt haben, und nichts schlechtes damit verbinden.
In letzter Zeit wundere ich mich allerdings, und frage mich, ob diese Menschen wirklich so unschuldig sind wie sie tun, oder ob der deutsche Sprachgebrauch hier mißbraucht wird, um ein Fremdbild aufrechtzuerhalten.
Ich habe begründeten Verdacht, dass Menschen, die diesen Begriff benutzen, bewußt unbewußt das nährende Umfeld von radikalem Fremdenhass unterstützen wollen, da dieser Begriff einen manifestierten Begriffsinhalt hat, der in diese Richtung großes unterstützendes Potential hat.
Ich persönlich benutze dieses Wort um den zu beschreiben, der das für mich tut, wozu ich keine Lust habe, und das kann sein wer will.
Irgendwas stört mich an dieser Sache. Schließlich werden sonst auch alle Begriffe mit negativ behaftetem Begriffsinhalt bekämpft, siehe Frisöse…Was ich auch nicht verstehe ist die angeblich nicht beleidigend gemeinte Äußerung „Bulle“. Falls es nur niemand zugibt, wenn ich Bulle sage, dann meine ich Bulle, oder?
Kann mich jemand aufklären, was passiert hier mit der Sprache?
zu diesem Thema gab es hier schon mehrere Fäden, wo du sicher erste Anhaltspunkte finden kannst.
Klick auf „Suche und Archiv“ und gib „Neger, Schwarzer, Mohr“ ein; auch mit „political correctness“ wirst du wohl fündig werden.
Meinem Daführhalten nach sind „Schwarzer, Farbiger, Afroamerikaner, hautpigmentmäßig Herausgeforderte“ nur scheinbar „besser“ als „Neger oder Mohr“.
So wie Muslim/Muslima und Moslems nicht bessere Bezeichnungen sind als Mohammedaner, Mauren, Muselmanen oder Sarazenen. Die haben alle ihre Konnotationen und es kommt auf den Kontext an, in welchem sie verwendet werden.
Auch Weib hat in meinen Ohren keinen schlechteren Klang als Frau oder Dame; wobei ich bei Dame bisweilen dämlich mithöre.
hi,
ob eine wort als beleidigend empfunden wird, müssen die betroffenen selbst entscheiden. „neger“ ist dem „nigger“ sehr nahe und wird daher von vielen menschen, die sich betroffen fühlen, abgelehnt. wenn sich betroffene (in relevantem ausmaß) beleidigt fühlen, sollte man das beleidigende wort vermeiden, denke ich. wenn mans nicht weiß, sollte man sich entsprechend aufklären lassen.
wenn sich eine minderheit (bzw. eine unterdrückte gruppe, muss keine minderheit sein) eine vokabel zurückholt, kann das gegenteil eintreten. „schwul“ war einmal eine spottbezeichnung für homosexuelle; als sich homosexuelle menschen zur „schwulenbewegung“ bekannten, holten sie sich das wort zurück und füllten es mit neuen konnotationen. ähnliches für „krüppel“: früher (und immer noch) eine abwertende bezeichnung, heute aber auch schon selbstbewusst in der „krüppelbewegung“.
man kann das selbstbewusstsein aber nicht verordnen. die betroffenen entscheiden, was beleidigend ist und was nicht.
m.
Ich mein nicht, ob oder wie was gegenüber wem, -also die political correctnes, sondern, hm, dass die offensichtliche negative Konnotation so vehement abgestritten wird.
Also auch wenn meiner Meinung nach Schwarzer nicht besser oder schlechter ist als Neger (komischer weise meinen alle Schwarzen die ich kenne, Neger sei ein Schimpfwort, nur manche reagieren auch auf andere Bezeichnungen empfindlich, wo es dann erst auf den Kontext ankommt, aber egal)
Ich habe schon erlebt, dass ein Schwarzer darum bat nicht Neger genannt zu werden und dies entrüstet als Dreistheit zurückgewiesen wurde.
Also die zwanghafte Nutzung von Begriffen, die entgegen dem Zeitgeist und jeder vernünftigen Betrachtungsweise in einem Kontext genutzt werden, der nicht vom veränderten Begriffsinhalt gedeckt wird.
Ich will den Kern raus filtern und brauch Leute, die genau diesen Punkt verstehen: die zwanghafte Begriffsbenutzung
Weib ist veraltet, und wird nicht zwanghaft dem üblichen Sprachgebrauch unterstellt. Wer das Wort benutzt, der weiß das auch, oder benutzt es umgangssprachlich. Das ist nicht schön, aber darum geht es mir nicht. Ist blöd mit dem Neger, aber mit dem Bullen ist das echt ähnlich.
Ich mein nicht, ob oder wie was gegenüber wem, -also die
political correctnes, sondern, hm, dass die offensichtliche
negative Konnotation so vehement abgestritten wird.
ich tu mir mit deinen sätzen ned ganz leicht …
naja: ich stell auch in der schule immer wieder fest, dass manche menschen die negativen konnotationen anderer erst lernen müssen. das wissen darüber entsteht nicht von selbst. es erfordert schon ein gewisses „gesellschaftliches bewusstsein“, da bescheid zu wissen. das haben eben lang nicht alle.
Also auch wenn meiner Meinung nach Schwarzer nicht besser oder
schlechter ist als Neger (komischer weise meinen alle
Schwarzen die ich kenne, Neger sei ein Schimpfwort, nur manche
reagieren auch auf andere Bezeichnungen empfindlich, wo es
dann erst auf den Kontext ankommt, aber egal)
wie gesagt: die betroffenen bestimmen selbst, was beleidigend / abwertend ist und was nicht.
Ich habe schon erlebt, dass ein Schwarzer darum bat nicht
Neger genannt zu werden und dies entrüstet als Dreistheit
zurückgewiesen wurde.
ja, leider. null verständnis. kommt vor.
Also die zwanghafte Nutzung von Begriffen, die entgegen dem
Zeitgeist und jeder vernünftigen Betrachtungsweise in einem
Kontext genutzt werden, der nicht vom veränderten
Begriffsinhalt gedeckt wird.
???
Ich will den Kern raus filtern und brauch Leute, die genau
diesen Punkt verstehen: die zwanghafte Begriffsbenutzung
„zwanghaft“? ich glaub eher: „hirnlos“. „unwissend“.
naja: ich stell auch immer wieder fest, dass
manche menschen die negativen konnotationen anderer erst
lernen müssen.
Das ist ja eben gerade der Punkt. Es geht nicht um die negative Konnotationen anderer, sondern um unsere.
Wie gesagt, ein Neger ist für mich und ich möchte behaupten für die meisten anderen auch, so dreist bin ich jetzt mal, :
entweder der, der das für mich tut, wozu ich keine Lust habe,
oder:
ein großer schwarzer Mann, der im Busch sitzt, und im besten Fall auf eine Trommel haut im Schlimmsten kleine Kinder isst,
(Neger wurde auch schon bei Astrid Lindgren mit Kanibale übersetzt)
und auf alle Fälle kein Deutscher.
Ich wundere mich, dass diese Begriffsinhalte so konsequent verneint werden.
Die Frisöse ist ja auch offizeill geändert worden in Friseurin, weil das kompetenter, fachmänischer wirkt, und um die Leistung, die die Friseurin bringen muss zu betonen.
naja: ich stell auch immer wieder fest, dass
manche menschen die negativen konnotationen anderer erst
lernen müssen.
Das ist ja eben gerade der Punkt. Es geht nicht um die
negative Konnotationen anderer, sondern um unsere.
Wie gesagt, ein Neger ist für mich und ich möchte behaupten
für die meisten anderen auch, so dreist bin ich jetzt mal, :
entweder der, der das für mich tut, wozu ich keine Lust habe,
oder:
ein großer schwarzer Mann, der im Busch sitzt, und im besten
Fall auf eine Trommel haut im Schlimmsten kleine Kinder isst,
(Neger wurde auch schon bei Astrid Lindgren mit Kanibale
übersetzt)
und auf alle Fälle kein Deutscher.
Ich wundere mich, dass diese Begriffsinhalte so konsequent
verneint werden.
wer verneint?
ich denke schon, dass das sehr persönliche „begriffsinhalte“ sind. meine sinds nicht (jedenfalls nicht alle. „nicht-deutscher“ fällt mir vielleicht auch ein, aber dann erinnere ich mich gleich einiger schwarzer fußballspieler, die für deutschland spielen).
mir fällt zu „neger“ eigentlich vor allem und nur ein, dass das die betroffenen nicht schätzen.
Die Frisöse ist ja auch offizeill geändert worden in
Friseurin, weil das kompetenter, fachmänischer wirkt, und um
die Leistung, die die Friseurin bringen muss zu betonen.
kann ich nicht nachvollziehen; ich kenne friseuse wie frisörin und verbinde damit keinen semantischen und pragmatischen unterschied.
Ich gehöre zu den Menschen, für die Neger einfach ein bestimmtes Äußeres beschreibt. Keinesfalls verbinde ich mit diesem Wort eine Zuordnung zu einer bestimmten Kultur oder Schicht.
Ich würde dieses Wort auch in diesem Sinne benützen, ohne jeden Hintergedanken, wüßte ich nicht, daß viele Betroffene es anders verstehen.
(etwas ot) *Die Betroffenen*
Hallo,
mich lässt der hier mehrfach verwendete Begriff „Betroffene“ irgendwie stutzen.
Ist ein Betroffener denn nicht jemand, der unter etwas „leidet“, bzw. der eine Veränderung von außen, ohne eigene Absicht erleidet?
… Störungen, Krankheiten, Kinderlosigkeit, Umweltkatastrophen, Missbrauch, Armut, Arbeitslosigkeit, Finanznot, Tod, Ängste…davon ist man betroffen.
Aber von einer Hautfarbe, Religion oder Geschlecht?
Ich weiß nicht…
ich habe das Wort „der/die Betroffene“ in diesem Zusammenhang immer verstanden als „jemand ist davon betroffen“ = es betrifft ihn , und nicht „er ist von etwas betroffen“.
Ich gehöre zu den Menschen, für die Neger einfach ein
bestimmtes Äußeres beschreibt. Keinesfalls verbinde ich mit
diesem Wort eine Zuordnung zu einer bestimmten Kultur oder
Schicht.
Selbst wenn es „nur“ das bestimmte Äußere sein sollte - es stört dunkelhäutige Menschen, dass es gerade diese eine Eigenschaft ist, über die sie definiert werden.
Ich würde dieses Wort auch in diesem Sinne benützen, ohne
jeden Hintergedanken, wüßte ich nicht, daß viele Betroffene es
anders verstehen.
Dann frag doch mal so ein paar Dunkelhäutige, wie sie es finden. Allein die Tatsache, dass die meisten es als beleidigend empfinden, sollte einem doch zu denken geben oder besser noch zum anderen Verhalten führen.
Daß es meist überflüssig ist, die Hautfarbe eines Menschen zu erwähnen, ist klar. Egal, WIE man sie beschreibt.
Und wie gesagt: ich verwende den Ausdruck Neger nicht mehr, weil ich weiß, daß er als Beleidigung verstanden werden kann, auch wenn ich es nicht so meine, und dieses Risiko gehe ich sicher nicht ein.
An alle, die das nicht so gelernt haben (diejenigen s.u.)
Das Wort Neger beschreibt nicht einen dunkelhäutigen Menschen, sondern das Bild des Schwarzafrikaners um die Jahrhundertwende (die Vorletzte).
Was eher einem Fabelwesen (s.o.) entspricht.
Ich frage mich halt, was sind das für Menschen, die das abstreiten?
Wenn das die sind, die das so gelernt haben, dann muss ich mich fragen: wer lernt das so? Leider habe ich das auch schon gesehen, wer das so lernt. Da wird mit dem Finger vom Papa auf Schwarze gezeigt und gefragt „was ist das“ und wir alle wissen, dass das so ist.
Ich frage mich halt: was sind das für Menschen, die das abstreiten?
Es geht in keinem Fall, um die Konnotation anderer, den ein Dunkelhäutiger empfindet nicht seine Beschreibung als negativ, warum auch, wäre ja absurd. Das machen schon wir.
Aber wenn wir das machen, warum geben wir es nicht zu?
Wir rutschen von meiner Frage weg, aber ich glaube ich kenne die Antwort schon.
Ich hatte gehofft es gäbe eine sprachpsychologische Erklärung aber…die Erklärung ist wohl „ das ist deutsch“.
Und im Fall vom Bullen? Diese Bezeichnung ist in einem gewissen Kontext vom Gericht nicht als Beleidigung eingestuft worden, aber da muss man das allgemeine deutsche Sprachniveau schon weit nach unten rutschen um das zu begründen.
Steht es schon so schlimm um die deutsche Sprache?
Ja jetzt ich habe mir selbst geantwortet// da fällt mir eine Schlagzeile aus der Zeitung ein: Bildungsbürger in der Pflicht
@michael: für jemand der auf groß- und kleinschreibung verzichtet ganz schön kritisch
Jeder hat schon mal gesagt, „ich bin doch nicht dein…“, jeder.
Wir haben in der Grundschule „wer hat Angst vorm schwarzen Mann“ gespielt, und ich bin noch nicht sooo alt.
Und wie gesagt, in Pippe Langstrumpf, was die meisten von uns geprägt hat, ist der Neger nicht gerade kultiviert dargestellt.
Also ich glaube nicht und ich glaube es nicht, dass diese Begriggsinhalte so persönlich sein sollen.
An alle, die das nicht so gelernt haben (diejenigen s.u.)
Das Wort Neger beschreibt nicht einen dunkelhäutigen Menschen,
sondern das Bild des Schwarzafrikaners um die Jahrhundertwende
(die Vorletzte).
Was eher einem Fabelwesen (s.o.) entspricht.
Ich frage mich halt, was sind das für Menschen, die das
abstreiten?
Du hättest deine Frage besser in Psychologie oder Soziologie gestellt, es geht doch hier nicht um Wörter. Das schönste Wort kann zur grässlichsten Beleidigung werden, je nachdem wie gebraucht und gemeint.
Das ganze Gerede um politische Korrektheit wird imho von Menschen ausgelöst, die selber negative Assoziazionen zu diesen Ausdrückn bilden. Ein Kind, das hört wie die Eltern einen Schwarzen Neger nennen, wird diesen auch so bezeichnen, ohne etwas böses dabei zu denken.
Im Senegal, da wird Wolof gesprochen, werden wir übrigens als „Tuwab“ bezeichnet. Weiss aber nicht wie das korrekt geschrieben wird.
Ich hatte gehofft es gäbe eine sprachpsychologische Erklärung
aber…die Erklärung ist wohl „ das ist deutsch“.
Wieso das denn jetzt?
Im Englischen gibt es z.B. das Wort „Golliwog“. http://en.wikipedia.org/wiki/Golliwog
Offiziell wird das Wort nicht mehr benutzt, soweit ich weiß, wurden auch Enid Blytons Noddy-Bücher vom Golliwog gesäubert, zumindest vom Wort. Heißt das, dass alle Engländer das verstehen? Nein, natürlich nicht.
den[n] ein Dunkelhäutiger empfindet nicht seine Beschreibung als negativ, warum auch, wäre ja absurd.
Er empfindet es als negativ, dass es das Erste , das Hervorstechendste , oft das Einzige ist, mit dem er beschrieben wird.