Hallo,
Ich leide schon seit einigen Jahren unter meinem nervösen
Magen. Ärztlich wurde die Krankheit noch nicht bestätigt. Es
äussert sich vor allem vor Stresssituationen (neue Umgebung,
Bewerbung, Tests, …) mit starker Übelkeit (aber kein
Erbrechen), Durchfall, Magenschmerzen und
Niedergeschlagenheit. Wenn ich z.B. im Bewerbungsgespräch
sitze, dann bin ich ganz locker und alle Symptome sind weg, es
äussert sich immer nur VORHER.
Befaß dich mal mit Meditation oder Autogenem Training bevor du dir stressbedingte Magengeschwüre einhandelst, setze sie zu einer Zeit an, die vor dem Zeitpunkt liegt, an dem die Probleme für gewöhnlich auftreten.
Da offenbar vor Stress-Situationen verborgene (unterbewußte) Ängste zu diesen Symptomen führen, könnte helfen, während der Meditation mal mit deinem Unterbewußten zu reden. Das hört sich jetzt sehr seltsam an, doch das geht. Erkläre dem Unterbewußten, daß die nächste Situation völlig normal ist, du dich dabei wohlfühlst und es dir helfen soll, sie zu bewältigen. Dies ist eine Art von Autosuggestion, die sehr wirkungsvoll sein kann.
Wichtig hierbei ist, keine Negativa zu erwähnen wie etwa „nicht, kein, nein“, denn diese „versteht“ das Unterbewußte genau umgekehrt. Ein interessantes und humorvoll geschriebenes Buch dazu: HUNA für Einsteiger und Praktiker von Enid Hoffman, Bauerverlag. Mir hat es geholfen und du wirst feststellen, daß der Ablauf höchst interessant ist und so manches zum Lachen bietet - was ja auch den Streß reduziert. Da man hier auf zwei Ebenen arbeitet, Bewußtsein redet mit Unterbewußtsein und umgekehrt, braucht dich nicht zu wundern, wenn dir das Unterbewußte antwortet, ich habe mich damals regelrecht gestritten, bis das Unterbewußte kapiert hatte, was es sollte und was nicht. Ein interessantes Experiment ist es auf jeden Fall und sehr amüsant.
Noch eine Warnung: wenn man Autosuggestion anwendet, muß man sehr genau formulieren, was man will und die Konsequenzen VORHER ganz genau in der gesamten Tragweite durchdenken.
Wenn ich z.B. pauschal suggeriere: Ich mag keine Schokolade, dann entwickelt man eine Abneigung gegen Schokolade, die das ganze Leben anhalten kann und die dann kaum noch rückgängig zu machen ist, weil sie sehr tief verankert ist. Bei Schokolade kaum so tragisch, bei anderen Dingen aber durchaus gefährlich.
So könntest du z.B. in Versuchung kommen zu suggerieren: ich verspüre nie mehr Streß. Vordergründig würde das erst mal helfen. Doch was geschieht sonst noch? Streß ist eine Körperfunktion, die in vielen Fällen lebenswichtig ist, z.B. in einer schwierigen und gefährlichen Verkehrssituation - hier sorgt Streß für blitzschnelle Reaktionen, die lebensrettend sind. Also VORSICHT!
Immer genau eingrenzen und keine pauschalen Aussagen machen. Positiv wäre dann: Bewerbungen sind für mich ein normaler Vorgang und dabei fühle ich mich wohl. So formuliert bezieht sich die Suggestion auf eine konkrete Situation, nicht mehr und nicht weniger.
Viel Spaß bei den Diskussionen,
wünscht Cantate