mich würd mal interessieren, wer die eigentlich umsetzt? bücher und zeitschriften, ok. obwohl denen auch hin und wieder fehler unterlaufen… aber privatleute? gibt’s unter euch jemanden, der sich konsequent bemüht, „neu“ zu schreiben?
und wie sieht’s mit der sprache aus? sagt ihr dann auch wirklich behÄnde? und abwÄgig?
mich würd mal interessieren, wer die eigentlich umsetzt?
bücher und zeitschriften, ok. obwohl denen auch hin und wieder
fehler unterlaufen… aber privatleute? gibt’s unter euch
jemanden, der sich konsequent bemüht, „neu“ zu schreiben?
und wie sieht’s mit der sprache aus? sagt ihr dann auch
wirklich behÄnde? und abwÄgig?
also zunächst einmal müssen alle Schüler die NDR umsetzen. Damit sind natürlich auch gleich die Lehrer auf der einen und die Eltern auf der anderen Seite mehr oder weniger gezwungen, sie anzuwenden.
„Konsequent“ anwenden? - Das geht gar nicht, weil die NDR viel zuviele Widersprüche in sich birgt, insbesondere im Bereich der Getrennt- und Zusammenschreibung sowie in geringerem Maß der Groß- und Kleinschreibung. Aber es gibt auch positive Highlights: Ich nenne nur die liberalisierte Kommaregeln und die liberalisierte Worttrennung sowie die Bindestrichregelungen.
Auch in der Getrennt- und Zusammenschreibung gibt es gute Ansätze, z. B. Getrenntschreibung bei -ig, -isch, -lich oder generalisierte Trennung zweier Verben.
Auch „behände“ finde ich logischer als „behende“, wenn man so ein Wort denn tatsächlich mal braucht. Allerdings ist dir bei „abw ä gig“ ein Irrtum unterlaufen: Man schreibt immer noch „abw e gig“, denn es kommt nicht von „abwiegen“ in Anlehnung an die Waage, sondern von „Abwege“ im Sinne von „abseits der Wege“.
nicht nur als Lehrer, auch privat halte ich mich an die neue Regelung, die ich - trotz mancher kleinen Mängel - für viel logischer, systematischer und deswegen einfacher halte als das alte Regelwerk.
Bisweilen gehe ich sogar noch weiter als die neuen Regeln, z. B. in der Regel: Schreibe wie man spricht! Ich finde, dass die fonetische Schreibung weiter gehen könnte, als es das neue Regelwerk vorgibt.
Siehe weiter unten meinen Artikel: Ich assoziiere zu Assoziierung die Assoziation
Auch „behände“ finde ich logischer als „behende“, wenn man so
ein Wort denn tatsächlich mal braucht. Allerdings ist dir bei
„abw ä gig“ ein Irrtum unterlaufen: Man schreibt immer
noch „abw e gig“, denn es kommt nicht von „abwiegen“ in
Anlehnung an die Waage, sondern von „Abwege“ im Sinne von
„abseits der Wege“.
wie peinlich… =) ich meinte natürlich aufwendig. das wird jetz aufwÄndig geschrieben. weil’s von aufwand kommt. soweit ok. ich kenn aber niemand, der diese ä auch wirklich als ä ausspricht.
Versuch mal, zwischen „behende“ und „behände“ oder „Stengel“
und „Stängel“ sprachlich zu unterscheiden! - Na?
is doch ganz einfach: wenn ein e drin is, sag ich ein e. wie in Entchen. bei nem ä sprech ich ein ä. wie in Ännchen.
und genauso kann ich behände von behende und stängel von stengel in der aussprache unterscheiden. du nicht?
wie peinlich… =) ich meinte natürlich aufwendig. das wird
jetzt aufwÄndig geschrieben. weil’s von Aufwand kommt.
Hallo, Michael,
wenn das logisch ist, dann müßte ich ja wesentlich mehr Aufmerksamkeit aufw ä nden, um diese (Schl-)Rechtschreibung zu erlernen.
Aufwand seinerseits kommt doch ganz klar von aufwenden (Na gut, Henne-Ei-Problem).
Dann aber auch bitte konsequent: Verwändung, abwänden, anwänden, Anwändung, und natürlich auch Ab-endern weil dass ja von Ende kommt oder vielleicht doch Abändern, dafür aber „das Ände“, weil es von „anders“ herstammt?
Ob man das Ä bzw das E deutlich hört ist landschaftlich verschieden. Im Osten wird das Ä eher zum E hin gesprochen.
wie peinlich… =) ich meinte natürlich aufwendig. das wird
jetz aufwÄndig geschrieben. weil’s von aufwand kommt.
nicht ganz. Bei „aufwendig“ sind beide Schreibweisen zugelassen, also sowohl „aufwendig“, weil es von „aufwenden“ kommt, als auch „aufwändig“, weil es von „Aufwand“ kommt.
trotzdem, du hast das Problem klar erkannt. Gratuliere! Die NDR verrät fast nie, warum sie in der Ableitung das eine Wort und nicht das andere, welches man genauso gut hätte nehmen können, verwendet. Deine witzigen Einfälle gefallen mir, sind wirklich lustig.
Versuch mal, zwischen „behende“ und „behände“ oder „Stengel“
und „Stängel“ sprachlich zu unterscheiden! - Na?
is doch ganz einfach: wenn ein e drin is, sag ich ein e. wie
in Entchen. bei nem ä sprech ich ein ä. wie in Ännchen.
und genauso kann ich behände von behende und stängel von
stengel in der aussprache unterscheiden. du nicht?
Nein, ich nicht und du auch nicht; du lässt dich nur vom Schriftbild hypnotisieren
Neuer Versuch: Wie unterscheidest du die Vokale in „heftig“ und „kräftig“?
heftig heißt bei mir heftig und kräftig kräftig. und nicht kreftig. bei euch mag das anders gesprochen werden, aber bei uns gibt’s wie gesagt sehr wohl nen unterschied zwischen e und ä.
gruß
michael
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mich würd mal interessieren, wer die eigentlich umsetzt?
bücher und zeitschriften, ok.
Ist schon so nicht richtig. Autoren zwingen Verlage zur alten Fassung. Die FAZ hat wieder die alte, und die Presseagenturen haben sich ohenhin auf einen Sonderweg verständigt.
obwohl denen auch hin und wieder
fehler unterlaufen…
Nach einer Untersuchung ist die ‚Fehlerquote‘ in Tageszeiten auf ein vielfaches gestiegen. (Selbst der Duden widerspricht sich selbst.) Bei dem Durcheinander weiß eh keiner mehr, was richtig oder falsch ist. Speziell unter Zeitdruck wird in den Redaktionen nur noch nach ‚Gefühl‘ geschrieben.
gibt’s unter euch
jemanden, der sich konsequent bemüht, „neu“ zu schreiben?
Ich bemühe mich überhaupt nicht und schreibe weiter in der alten Form.
Lerche klingt wie Lärche (worüber Schüler seufzen)
Hallo Michael,
du kannst mir wirklich glauben (und deinem eigenen Mundwerk): das kurze betonte „e“ und das kurze „ä“ lauten im Deutschen gleich, unterscheiden sich ausschließlich im Schriftbild.
Anders ist es natürlich beim langen „e“ und „ä“:
„Seele“ muss schon anders klingen als „Säle“.
Aber solche Felle - pardon: Fälle sind von der Rechtschreibreform auch nicht betroffen.
Ja, Michael, ich setze die NDR auch privat um - mit Freuden, weil insgesamt doch viel Unsinniges weggelassen wurde. So bin ich froh, dass ich zum Beispiel endlich nummerieren mit 2 m schreiben darf, dass auch das p regelmäßig dem Schema der Konsonantenverdoppelung am Wortende folgt, dass meine Kinder nicht mit diesem Sätzlein „Trenne nie st, denn es tut ihm weh“ ins Leben geschickt werden, ohne dass sie wissen, warum es denn nun so weh tut, dass im Allgemeinen, im Klaren sein drüber etc. dem üblichen Schema der Substantivierung folgt, dass man an der Schreibweise erkennen kann, dass ein Albtraum nichts mit den Alpen zu tun haben muss und und und.
Natürlich gibt es immer noch einiges, das sich verbessern ließe. Immer lässt sich etwas verbessern. - Aber: Alles schimpft immer über die Neuregelung und findet Unsinnigkeiten. Vielleicht sollten wir spaßeshalber einmal einige alte Regeln durchgehen?
Warum durfte ich Sauerstoffflasche schon immer mit 3 f schreiben, nicht aber Schifffahrt? O.k., weil bei einem ein Konsonant folgt, beim andern ein Vokal. NA UND? Rechtfertigt das denn eine Regelung, die sehr gerne eine Fehlerquelle darstellt? Spricht man es denn anders???
Warum durfte man denn st nicht trennen? Nun, weil wohl die Drucker anno dazumal die beiden Buchstaben auf eine Platte gesetzt haben. Fein. Und deswegen haben sich Generationen von Schülern mit dieser Regel plagen müssen???
Warum sollte man denn Fremdwörter nur nach Sinneinheiten der jeweiligen Quellsprache trennen? Sind wir alle so fit in Griechisch, Latein, Französisch, etc. dass wir die Fremdwörter auch jeweils in ihre Sinneinheiten zerlegen können? Nein? Tja, dann hilft nur Auswendig-Lernen… Schade um die Zeit, wo es doch die klare Regel gibt: Trenne nach Sprechsilben.
du kannst mir wirklich glauben (und deinem eigenen Mundwerk):
das kurze betonte „e“ und das kurze „ä“ lauten im Deutschen
gleich, unterscheiden sich ausschließlich im Schriftbild.
kommt aufs wort an, würd ich sagen. und ich sag’s nochmal: kräftig und heftig und aufwe/ändig unterscheiden sich sehr wohl in ihrer aussprache. ich werd ja wohl wissen, was ich sag und hör
was le/ärche und fe/älle angeht, hast natürlich recht.
Nach einer Untersuchung ist die ‚Fehlerquote‘ in Tageszeiten
auf ein vielfaches gestiegen.
Tja, ist schon schade, wenn die nicht genug Geld für eine
automatische Rechtschreibprüfung ausgeben können. Sowas kostet
schließlich schon mal gut und gerne 0,00 Euro + Downloadkosten
(heutzutage also insgesamt bis zu 0,00 Euro in einer
durchschnittlichen Redaktion).
Na gut, und ein Klick pro fehlerfreiem Text kommt dann auch noch
dazu…
(Selbst der Duden widerspricht
sich selbst.)
Nett gesagt. So weit ich das bisher verstanden hatte, lag das
eher an den neuen (meistens nicht unsinnvollen) Freiheiten in der
Schreibung, als an Fehlern in den Rechtschreibwörterbüchern.
Bei dem Durcheinander weiß eh keiner mehr, was
richtig oder falsch ist. Speziell unter Zeitdruck wird in den
Redaktionen nur noch nach ‚Gefühl‘ geschrieben.
… was dann aber nicht sonderlich weit von der neuen Schreibung
entfernt sein sollte. Schließlich ist die dem Sprachgefühl besser
angepasst als die alte, das war ja gerade der Witz bei der Sache…
gibt’s unter euch
jemanden, der sich konsequent bemüht, „neu“ zu schreiben?
Ich bemühe mich überhaupt nicht und schreibe weiter in der
alten Form.
Das wäre für mich persönlich aber schon eine ziemliche Mühe. Ich
hatte in der Schule immer Rechtschreibprobleme, weil ich mir bei
so mancher Schreibung nicht einig werden konnte. Ist jetzt doch
ein Eckchen von weggefallen…
Aber gut, hat natürlich nicht jeder Probleme mit gehabt, mit der
alten Schreibung
Tja, ist schon schade, wenn die nicht genug Geld für eine
automatische Rechtschreibprüfung ausgeben können. Sowas kostet
schließlich schon mal gut und gerne 0,00 Euro + Downloadkosten
(heutzutage also insgesamt bis zu 0,00 Euro in einer
durchschnittlichen Redaktion).
Na gut, und ein Klick pro fehlerfreiem Text kommt dann auch
noch dazu…
bei einer Fehlerquote von mindestens 30 % ist das immer noch zu teuer.
(Selbst der Duden widerspricht sich selbst.)
Nett gesagt. So weit ich das bisher verstanden hatte, lag das
eher an den neuen (meistens nicht unsinnvollen) Freiheiten in
der Schreibung, als an Fehlern in den Rechtschreibwörterbüchern.
Der Duden widerspricht sich eigentlich nicht, sondern es sind manchmal mehrere Möglichkeiten richtig. Welche dann im jeweiligen Wörterbuch ausgewählt wird, entscheidet die Redaktion. Maßgebend ist nicht das Wörterverzeichnis, sondern das Regelwerk, das meistens im Anhang abgedruckt ist (30-50 Seiten). Dort finden sich allerdings Widersprüche genug.
bei aufwendig/aufwändig kann man natürlich streiten, kommt’s von aufwenden oder von Aufwand. Der Wechsel des Stammvokals ist nunmal eine Eigenheit germanischer Sprachen. Aufwand ist also von aufwenden abgeleitet (siehe auch Vergangenheitsformen von aufwenden).
Für mich ist also aufwendig logischer und paßt eben auch mit notwendig, auswendig usw. zusammen.
Gruß,
Rainer
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mein Bild der Umsetzung ist, daß ein großer Teil der Zeitungen die NDR anwendet (oder es zumindest versucht), amtliche Mitteilungen so geschrieben werden und sie in den Schulen gelehrt wird.
In Literatur, auch ganz neuer, habe ich sie noch nicht entdeckt.
Ich persönlich setze sie nicht um (von ein paar wenigen sinnvollen Dingen abgesehen). Dafür gibt es eine ganze Reihe Gründe, die hier sicher zu weit führen würden. Ein wesentlicher ist die undemokratische Einführung der Regeln. Außerdem halte ich die Zielrichtung für falsch. Ziel sollte m.E. eine möglichst unmißverständliche Lesbarkeit von Texten sein und nicht das Bemühen häufige Fehler und Unsicherheiten zur richtigen Schreibweise zu erheben.
Grundsätzlich halte ich aber schon eine Weiterentwicklung der Schreibweise und Anpassung an sprachliche Entwicklungen für sinnvoll, denn sonst haben wir irgendwann Verhältnisse wie im Englischen heute, nämlich enormen Differenzen zwischen Schreib- und Sprechweise.
Gruß,
Rainer
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Tja, ist schon schade, wenn die nicht genug Geld für eine
automatische Rechtschreibprüfung ausgeben können. Sowas kostet
schließlich schon mal gut und gerne 0,00 Euro…
bei einer Fehlerquote von mindestens 30 % ist das immer
noch zu teuer.
Fehlerquote von was/wem? Benutzer (nicht unwahrscheinlich ?
Software? Unbekannte Wörter? Als richtig erkannte, falsch
geschriebene Wörter?
Dein „“ hab ich zwar gesehen, trotzdem: genauer ging’s wohl
nicht, oder?
Auf was für Fehlerkorrekturen beziehst du dich eigentlich? Hast
du da irgendwelche Quellen? Testergebnisse? Würde mich mal
interessieren…