Lesetip: ‚Die Töchter Egalias‘
Hallo Fritz,
meiner Meinung nach ist „Die Töchter Egalias“, obwohl vor fast 30 Jahren erstmals erschienen, immer noch lesenswert - auch für Männer, denn es darf gelacht werden. Nach meiner Erinnerung lachen aber Frauen an anderen Stellen als Männer. Denen bleibt manchmal für 2 Sekunden das Lachen im Halse stecken, dann lachen sie umso lauter vor Erleichterung, daß ihre reale Welt doch nicht so ist.
Das Buch ist nicht nur ein bißchen in feministischer Sprache geschrieben, sondern sie ist so konsequent angewandt, daß auch eine Feministin den einen oder anderen Satz zweimal lesen muß.
So einen z.B. (aus einer Rezension*):
Er und seine Freunde haben stets das Los von Herrlein Uglemose vor Augen, einem ihrer Lehrerinnen, den niemand ernst nimmt.
So klingt das, wenn die Pluralform vermeintlich für beide Geschlechter gelten soll! 
Und dann geht es eben auch nicht nur um Sprache, das ganze Leben ist anders -
schließlich herrfrauscht in Egalia das Matriarchat!
Für Kristoffer, der gerne Bauingenieurin geworden wäre, bedeutet das dritte Kind wieder auf Jahre hinaus 24 Stunden am Tag beschäftigt zu sein. Umso glücklicher ist er insgeheim, daß sich Sohn Petronius der neu erwachten Maskulinistenbewegung anschließt. Freilich haben es diese Männer nicht leicht, da sie sich nicht mal in Kneipen treffen können, ohne von den Frauen betatscht und mit anzüglichen Bemerkungen belästigt zu werden. Spektakuläre erste Aktionen wie PH-Verbrennungen führen zu ambivalentem Medienecho, da den Männern oft unterstellt wird, sie seien frustriert und voll Frauenhaß. Anfangs unterstützte Gro, die Petronius ein Vaterschaftspatronat und damit eine gesicherte Existenz anbot, die Maskulinisten. Als er sich jedoch gar nicht über ihre Schwangerschaft freut, verprügelt sie ihn, „aus Liebe“. Er flüchtet zu seinem Vater, der ihm den angeblichen Sturz nicht abnimmt und von den Tiefen der Ehe mit Direktorin Bram erzählt. Petronius schreibt schließlich das Buch „Die Söhne der Demokratie“, das die Frauen als amüsante bis abstruse Vision eines Patriarchats betrachten.
*beide Zitate aus:
http://www.ceiberweiber.at/news/egalia.htm
Auf einen Blick weitere Rezensionen:
http://www.gerald-gradl.de/buecher/egalia/body_egali…
Ich sierinner mich noch an einen Sketch, bei dem sie jede
Buchstabenkombination -er- durch -sie- siesetzten, so dass es
Sieziehung hieß. Vielleicht sierinsiet sich jefraud daran.
Ich bin nicht sicher, ob bei den „Töchtern“ die Er/Siesetzung angewandt wird und ich wüßte auch nicht, wo es die Sketche der Mis s fits (sic!) im Netz geben könnte, aber das jefraud haben sie garantiert aus dem Buch, das damals so ziemlich alle Frauenbewegten und Efrauzipierten gelesen haben! 
Gruß Gudrun