gestern Abend bei Stern TV wurde über eine neue Zahlensprechweise berichtet, also „zwanzig-eins“ statt „einundzwanzig“. (siehe auch http://www.verein-zwanzigeins.de/) .
Ich persönlich empfinde das als absolut widersinnig und absolut unnötig! Warum soll eine Sprache „künstlich“ verändert werden? Genau die Zahlensprechweise, die wir haben, ist ja irgendwann, irgendwie etymologisch begründet.
In keiner anderen Sprache käme man doch drauf, da etwas zu verändern. Ich kann mir z.B. nicht vorstellen, dass die Engländer die unregelmäßigen Verben abschaffen und pauschal „-ed“ anhängen, nur um Ausländern das Erlernen der Sprache zu erleichtern oder sich irgendeiner anderen Sprache anzupassen. Und auch der Aspekt, dass Kindern so das Lernen erleichtert wird, leuchtet mir nicht ein. Generationen von Kindern haben das Zahlensystem so verstanden, arum nun plötzlich nicht mehr?
Meine Frage an euch: wie findet ihr so eine Idee? Warum sollten wir das brauchen??? Benötigen wir nach der Rechtschreibreform auch eine Zahlenreform?
Ich bin gespannt auf eure Meinungen…
neugierige Grüße
Conny
gestern Abend bei Stern TV wurde über eine neue
Zahlensprechweise berichtet, also „zwanzig-eins“ statt
„einundzwanzig“. (siehe auch http://www.verein-zwanzigeins.de/) .
Ich persönlich empfinde das als absolut widersinnig und
absolut unnötig! Warum soll eine Sprache „künstlich“ verändert
werden? Genau die Zahlensprechweise, die wir haben, ist ja
irgendwann, irgendwie etymologisch begründet.
In keiner anderen Sprache käme man doch drauf, da etwas zu
verändern.
Da irrst du dich aber. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube
im Englischen zaehlte man frueher wie heute im Deutschen und die
heutige Zaehlweise im Englischen wurde per Beschluss eingefuehrt.
Bei Norwegisch weiss ich es genau: Hier gibt es die alte Zaehlweise
(21=en og tyve) und eine ein neue (21=tjueen). Die alte stirbt mit
den alten Leuten langsam aus.
Im Franzoesischen wird noch viel verrueckter gezaehlt als im
Deutschen und auch dort gibt es Diskussion ob man das nicht
vielleicht aendern sollte.
Ich kann mir z.B. nicht vorstellen, dass die
Engländer die unregelmäßigen Verben abschaffen und pauschal
„-ed“ anhängen, nur um Ausländern das Erlernen der Sprache zu
erleichtern oder sich irgendeiner anderen Sprache anzupassen.
Das waere auch ein viel tieferer Eingriff und die unregelmaessigen
Verben sind hinsichtlich des muendlichen Sprachverstaendnisses auch
sehr wichtig.
Und auch der Aspekt, dass Kindern so das Lernen erleichtert
wird, leuchtet mir nicht ein. Generationen von Kindern haben
das Zahlensystem so verstanden, warum nun plötzlich nicht mehr?
Da gebe ich dir Recht, obwohl es Kinder gibt, die damit ihre
Schwierigkeiten haben, im Englischen, einer Fremdsprache fuer sie,
aber keine.
Meine Frage an euch: wie findet ihr so eine Idee? Warum
sollten wir das brauchen??? Benötigen wir nach der
Rechtschreibreform auch eine Zahlenreform?
Ich bin gespannt auf eure Meinungen…
Bei Norwegisch weiss ich es genau: Hier gibt es die alte
Zaehlweise
(21=en og tyve) und eine ein neue (21=tjueen). Die alte stirbt
mit
den alten Leuten langsam aus.
das ist auch regional unterschiedlich, denke ich, mein Tromsøer fand es ganz toll, dass man in Deutschland auch „ein-und-zwanzig“ sagt, er hat grundsätzlich diese Form verwendet. Und sooooo alt isser nicht. *g*
Meine Meinung: Alles so lassen wie es ist.
Sehe ich genauso, das hätten wir auch schon mit der Rechtschreibung so handhaben sollen. Natürlich sollten Sprachen sich weiterentwickeln, aber doch bitte nicht gezwungenermaßen, sondern auf ‚natürlichem‘ Weg. Und solche ‚Kleinigkeiten‘ wie unterschiedliche Zählweisen machen eine Fremdsprache doch erst richtig interessant.
gestern Abend bei Stern TV wurde über eine neue
Zahlensprechweise berichtet, also „zwanzig-eins“ statt
„einundzwanzig“.
Ich würde das seeeehr begrüßen!
Und auch der Aspekt, dass Kindern so das Lernen erleichtert
wird, leuchtet mir nicht ein. Generationen von Kindern haben
das Zahlensystem so verstanden,
Die Sprechweise für die Zahlen hat nichts mit dem Verstehen des Zahlensystems zu tun.
warum nun plötzlich nicht mehr?
Wenn du jemals versucht hast, mit Kindern auf der 2. Stufe der Grundschule den Hunderter zu erarbeiten, hast du vielleicht festgestellt, dass es vielen Kindern schwer fällt, ab 21 die Ziffern an der richtigen Stelle zu schreiben oder die zweistellige Zahl richtig zu lesen.
Die (hoffentlich ernsthaft) angestrebte Sprechweise würde für die Kinder große Erleichterungen bringen und mache Fehlerquelle ausschalten.
Meine Frage an euch: wie findet ihr so eine Idee?
Sehr gut und längst überfällig!
Warum sollten wir das brauchen???
S.o.!
Benötigen wir nach der Rechtschreibreform auch eine Zahlenreform?
Viele, ich frueher selbst, beurteilen eine Sprache daran, wie leicht
sie sich als Fremdsprache lernen laesst. So finden die meisten ganz
toll, dass z.B. Englisch kaum Flexionen kennt und denken, dass es ja
ganz aetzend und idiotisch sei, welchen Aufwand z.B. die romanischen
Sprachen mit ihren Verben betreiben oder dass man in Russisch 6
Faelle unterscheiden muss. Und dann denken sie, wie schoen die Welt
waere, wenn man diese unnoetigen Verkomplizierungen aufraeumte.
Da gebe ich aber zu bedenken, dass das Erlernen einer Sprache als
Fremdsprache gemmessen an ihrer natuerlichen Funktion zweckentfremdet
ist. Sprachen sind von „Natur aus“ nicht dazu da, dass man sie erst
nach abgeschlossener natuerlicher Sprachentwicklung lernt, sondern
sie sind evolutiv so gewachsen, dass sie als Muttersprache gelernt
werden, und sie dienen dem Zweck, Muttersprachlern die Kommunikation,
die zwischenmenschliche Interaktion, das Denken und das Ausdruecken
von Gefuehlen und Gedanken zu ermoeglichen. Und diesen Zweck
erfuellen alle natuerlichen Sprachen gleich gut, ganz unabhaengig
davon, ob die Grammatik einem Nicht-Muttersprachler kompliziert
vorkommt oder nicht.
Einem Kind, das seine Muttersprache lernt, ist es voellig egal, ob es
auf 6 Faelle achten muss oder nicht.
Also:
Sprachen sind fuer Muttersprachler „gedacht“.
Die Funktion, die Sprache erfuellen soll, erfuellt jede
natuerliche Sprache gleich gut.
Eine Sprache den Wuenschen derer anzupassen, die sie als
Fremdsprache lernen, ist so, als wuerde man Hundenahrung nur deshalb
in der Rezeptur veraendern, weil es auch ein paar Menschen gibt, die
sie essen wollen, wozu dann alle Hunde sich umgewoehnen muessten.
Im Franzoesischen wird noch viel verrueckter gezaehlt als im
Deutschen und auch dort gibt es Diskussion ob man das nicht
vielleicht aendern sollte.
AFAIK wird dort auch je nach Land unterschiedlich gezählt, während die Franzosen soixante-dix, quatre-vingts, quatre-vingt-dix zählen, machen das die französischsprachigen Schweizer und Kanadier septante, octante (oder huitante), nonante.
zunächst einmal hat der Mathematiker gestern insofern recht, als seine Sprechweise logischer und leichter zu erlernen ist.
Zum anderen halte ich den Vorteil für nicht so groß, daß sich der Umstellungsaufwand lohnen würde.
Im Deutschen werden Zahlen nämlich bereits äußerst logisch gebildet.
Eine beliebig lange Zahl wird zunächst von rechts nach links in 3er Blöcke unterteilt, dann wird, links beginnend, von jedem 3er Block die linke Zahl genannt, mit einer hundert hintendran, dann die rechte, dann mittlere, gebeugt als 10er. Hinter dem 3er Block wird dann die Einheit genannt, tausend, millionen, Milliarden usw.
So lässt sich eine beliebig lange Zahl, z.B. 12345678987654321
ganz leicht lesen. Nämlich 12.345.678.987.654.321
Zwölf Billiarden
dreihundert fünf und vierzig Billionen
sechshundert acht und siebzig Milliarden
neunhundert sieben und achtzig Millionen
sechshundert vier und fünfzig Tausend
dreihundert ein und zwanzig
Das ist klar und logisch, und hat kaum nachteile. Die Sonderfälle elf und zwölf ergeben sich aus der Historie, schließlich ist Sprache ja auch gewachsen.
In neuer Schreibe verdreht man lediglich die 2te und 3te Ziffer der 3er Blöcke nicht. Die Zahl hieße dann:
Zehn zwei Billiarden
dreihundert vierzig fünf Billionen
sechshundert siebzig acht Milliarden
neunhundert achtzig sieben Millionen
sechshundert fünfzig vier Tausend
dreihundert zwanzig eins
Ist etwas logischer, aber auch nicht Weltbewegend.
Meine Frage an euch: wie findet ihr so eine Idee? Warum
sollten wir das brauchen??? Benötigen wir nach der
Rechtschreibreform auch eine Zahlenreform?
Ich bin gespannt auf eure Meinungen…
neugierige Grüße
Conny
Ein Hauptargument für diesen Vorschlag ist eine angeblich hohe Fehlerquote, wenn bei „Schlagt Seite Siebenundachtzig auf“ die Hälfte der Schüler die Seite 78 aufschlägt.
Sorry, aber wenn das das ausschlaggebende Kriterium zugunsten der „Zahlensprechreform“ ist, dann sollten wir zuvor ganz schnell mindestens 80 Prozent unserer Grammatikregeln in die Tonne treten und durch leichter erlernbare Formen ersetzen.
Wer „Siebenundachtzig“ nicht von 78 unterscheiden kann, der wird vermutlich auch die allergrößten Probleme mit Dingen wie z.B. dem zweiten Futur Passiv haben. Also auch abschaffen, weil nicht fehlerresistent? Oder zumindest auf einfachste Formen reduzieren?
Mein Eindruck: Wir verändern gewachsene Strukturen, nicht weil die Änderungen sinnig sind, sondern weil die Leute zunehmend verblöden oder sie einfach nicht mehr den nötigen Einsatz aufbringen können/wollen, solche Dinge zu erlernen.
Wenn du jemals versucht hast, mit Kindern auf der 2. Stufe der
Grundschule den Hunderter zu erarbeiten, hast du vielleicht
festgestellt, dass es vielen Kindern schwer fällt, ab 21 die
Ziffern an der richtigen Stelle zu schreiben oder die
zweistellige Zahl richtig zu lesen.
Die (hoffentlich ernsthaft) angestrebte Sprechweise würde für
die Kinder große Erleichterungen bringen und mache
Fehlerquelle ausschalten.
Ich bin da anderer Meinung: wenn ich mich so umschaue, hat eigentlich jeder noch gelernt, mit den Zahlen ab 21 umzugehen. Ein Problem wäre aber sicher die Übergangszeit, wenn Kinder (und auch Erwachsene) mit zwei verschiedenen Zählweisen konfrontiert wären.
Meine Frage an euch: wie findet ihr so eine Idee?
Schlecht. Erst vereinfachen wir die Zahlen, dann abschaffen das Grammadick und rechsdschraibung und sabbern auf Talk-Show-Niveau vor uns hin.
Grüße, Peter
Mein Eindruck: Wir verändern gewachsene Strukturen, nicht weil
die Änderungen sinnig sind, sondern weil die Leute zunehmend
verblöden oder sie einfach nicht mehr den nötigen Einsatz
aufbringen können/wollen, solche Dinge zu erlernen.
danke, dafür gibt’s ein * - leider nur so, da ich noch nicht wieder lange genug dabei bin.
Wenn du jemals versucht hast, mit Kindern auf der 2. Stufe der
Grundschule den Hunderter zu erarbeiten, hast du vielleicht
festgestellt, dass es vielen Kindern schwer fällt, ab 21 die
Ziffern an der richtigen Stelle zu schreiben oder die
zweistellige Zahl richtig zu lesen.
Die (hoffentlich ernsthaft) angestrebte Sprechweise würde für
die Kinder große Erleichterungen bringen und mache
Fehlerquelle ausschalten.
Sicher fällt den Kindern das schwerer als das Erlernen und Erfassen des Zahlenraumes bis 10. Mein Sohn ist in der 3.Klasse, ich weiß also, wie das in der Schule u.U. beigebracht werden kann, so dass keine Probleme entstehen dabei.
Ich sehe auch, offen gestanden, keinen großen Unterschied darin, ob man z.B. zweiundzwanzig sagt oder zwanzig zwei… 2+20=22 genauso wie 20+2=22 , darum geht es doch, dass eben dieser Zusammenhang erfaßt wird…und ich frage mich eben, ob man künstlich in die Entwicklung einer Sprache eingreifen sollte.
Dann aber konsequent!
hallo leute,
das heißt ja in der konsequenz die abschaffung der unregelmäßigen zahlen elf, zwölf, dreizehn usw.
und dann ziehen wir das mal richtig durch:
1 ains
2 zwai
3 drai
4 fir
5 fünf
6 sex
7 siben
8 acht
9 noin
10 zeen
11 zeen ains
12 zeen zwai
13 zeen drai
14 zeen fir
15 zeen fünf
Wenn du jemals versucht hast, mit Kindern auf der 2. Stufe der
Grundschule den Hunderter zu erarbeiten, hast du vielleicht
festgestellt, dass es vielen Kindern schwer fällt, ab 21 die
Ziffern an der richtigen Stelle zu schreiben oder die
zweistellige Zahl richtig zu lesen.
Ich habe zwar nicht versucht das einem Kind beizubringen, aber ich war mal ein Kind und habe die Zahlen erlernt. Genauso haben alle Kinder, die mit mir in die Schule gingen oder mit denen ich sonst irgendwie in Kontakt kam, die Zahlen erlernt.
Sind denn die heutigen Kinder so viel blöder als zu meiner Kinderzeit?
Wenn ja, dann sollte man nicht über wie-spreche-ich-Zahlen aus, sondern über ganz andere Dinge nachdenken.
genau wie die Rechtschreibreform wird sich eine solche „Zahlenreform“ nicht durchsetzen, wenn sie „von oben“ befohlen wird.
Wie jede andere Reform wird sich so eine Änderung nur durchsetzen, wenn sie „vom Volk“ kommt.
Eine „zweite deutsche Lautverschiebung“ wurde ja auch nicht von der damals herrschenden Klasse befohlen. Ich weiß zwar nicht warum diese Lautverschiebung stattfand, vielleicht kam jemand auf die Idee, sich die Sache zu vereinfachen, oder es war einfach modisch, auf jeden Fall war der Großteil der Bevölkerung der Meinung, daß das eine gute Sache ist.
Wenn heute die Mehrheit der deutsch Sprechenden der Meinung ist, daß es sinnvoll ist, keine Umlaute mehr zu verwenden, sondern stattdessen die Umschreibung mit ä=ae, ö=oe, ü=ue, dann könnte sich der Duden auf den Kopf stellen, es würde sich trotzdem durchsetzen. Man kann die Menschen nicht zwingen, irgendetwas mit ihrer Sprache zu tun, bzw. nicht zu tun.
Ich denke nicht, daß sich so eine Reform durchsetzen würde. Zählen ist eine elementare Fähigkeit, die sich schon sehr bald beim Kind entwickelt. Jedes Kind ist stolz zählen zu können und zu begreifen, was der Unterschied zwischen zwei und drei ist, selbst wenn das Kind noch keine Zahlen schreiben kann, sprechen und verstehen was diese Zahl bedeutet, kann es schon sehr früh. Viel früher als daß diese Fähigkeit in der Schule oder im Kindergarten wieder „umprogrammiert“ werden könnte.
Ich bin der Meinung, wie zur Zeit auch ein Werbespot, „Du wirst mit deinen Aufgaben wachsen“.