Neuregelung der Schulferien

Hallo

Meine Frau meint, daß man die meisten Schulferien abschaffen sollte. Herbst-, Weihnachts-, Faschings-, Oster- und Pfingstferien gehören weg, und anstelle dessen sollten die Sommerferien etwas länger werden und jeder Schüler eine Anzahl Urlaubstage bekommen, die er frei nehmen kann, sofern die Schule gerade keine wohlbegründete Urlaubssperre entweder generell oder gegen den jeweiligen Schüler verhängt hat.
Was meint Ihr dazu?

Gruß

Ze

nenenene!
Ahoi!

Was les’ ich da?
Naja, Umverteilung der Ferienzeit ist ja noch ok. In den USA gibts ja nur einmal ganz lange Ferien, glaub ich. Da bin ich auch dagegen, aber da lass ich noch mit mir streiten.

Aber mit den Urlaubstagen, das ist ne schlechte Idee… Dass jeder Schüler die selbst verteilen kann. Denk doch mal nach, da wär ich dann irgendwann mal der einzige, im Unterricht sitzt. Weil alle anderen sich freigenommen haben. Neee, des geht aba nich. Und die Lehrer müssten dann insgesamt mehr arbeiten, weil da, wo jetzt z.B. Osterferien sind nur manche Schüler weg wären…
Kurz: Die Schüler können sich beliebig Ferien nehmen, aber sobald sie doch kommen, haben sie ein Recht darauf, dass ein Lehrer da ist… Sozusagen Bereitschaftsdienst. Da müsste der Staat dann noch mehr Lehrer bezahlen - und es herrscht doch sowieso andauernd Lehrermangel. Das mit den frei verteilbaren Ferientagenhalte ich deswegen für eine schlechte Idee. Sorry.

Froh,dass ich heute nicht in die Schule muss:
eure pommesbude

H wie Hola.

**Hinweis zur Notation: Zahlenwerte sind entgegen der Regel nachfolgend in Ziffernschreibweise dargestellt**

An der Uni ist es prinzipiell so. Da gibt es nur Feiertage frei und man hat natürlicherweise nach den Vorlesungen und der Prüfungsperiode die vorlesungsfreie Zeit.


Zu den konzentrierten Ferien. Das kenne ich eigentlich nur von früher aus DDR-Zeiten. Dort waren die Ferientermine zentral vorgegeben und das Schuljahr startete *immer* am 1. September, unabhängig davon, an welchem Tag der 1.9. lag.

Eine Ausnahme: War der 1. September ein Samstag, so wurde nicht mit dem üblichen Samstagsunterricht begonnen, sondern der darauffolgende Montag wurde zum Startpunkt.

Zeugnisse gab es dagegen immer am Freitag ganz am Ende; der 1. Ferientag war dann immer mit Verzicht auf die Samstagsschule der direkt folgende Sonnabend, so daß es diesen Kokolores von heute nicht gab, wo fast jede Ferienzeit halbe Wochen verursacht.

Die „großen Ferien“ dauerten mindestens 8 Wochen, manchmal 9 (eben wenn der 1. September für die Schüler „günstig“ lag und man noch ein zusätzliches Wochenende ergatterte).

Herbstferien war nur 1 Woche zirka Mitte Oktober, ebenfalls unter Verzicht auf den Sonnabend als Unterrichtstag. Faktisch also 7 Schulwerktage + 2 Wochenenden (2 Sonntage), also 9 Tage.

Weihnachten war natürlich frei auf Grund der Feiertage und des Jahreswechsels. Das aufzuheben ist sicherlich sinnlos. :smile:

Ende des Halbjahres gab es dann Mitte Februar 3 Wochen Winterferien. Wie es dort mit dem Sonnabend gehandhabt wurde, weiß ich nicht mehr genau und raten möchte ich nicht.

Im Mai gab es dann noch 1 Woche Frühjahrsferien, erneut mit dem Verzicht auf Sonnabend, so daß es auf das gleiche wie mit den Herbstferien hinauskam.

Der Rest waren nur verlängerte Wochenenden durch Feiertage (Pfingsten, Ostern). Der Nationalfeiertag (7. Oktober) war frei und auch der Tag der Arbeit (1. Mai). Dort mußte man dann aber pflichtmäßig zur Kampfdemonstration (ich Gott sei Dank nicht :smile: …).

Diesen Rhythmus habe ich aber nur einmal mitbekommen, nämlich in der 1. Klasse und dann kam die Vereinigung. Insofern waren die Ferientage ebenfalls sehr üppig, doch nicht unbedingt so zerhackt wie heuer.


Insgesamt böte sich also nur an, solche Kurzferien wie im Herbst und Frühjar abzuschaffen (keine Osterferien, keine Pfingstferien). 2 Wochen Winterferien wären auch genug, jedoch gleich alles zusammenstreichen? Finde ich suboptimal :wink:, da Schüler einfach an gewissen Punkten im Jahr auftanken müssen.
Eine Verlängerung der Sommerferien fände ich dagegen nicht schlecht, weil man so (wie beim Studium) in vernünftiger Weise arbeiten gehen oder Fachpraktika absolvieren könnte.


Zu den Urlaubstagen.

Ganz schelchte Idee. Zwei Piepel kommen, der Lehrer liegt quasi im Bereitschaftszimmer auf der Lauer und die restlichen 28 Mann sonnen sich den Wanst mitten in der Woche im Freibad. :stuck_out_tongue:

Organisatorisch viel zu aufwendig und auch nicht sinnvoll im Hinblick auf Unterrichtsorganisation. Ständig fehlt einer, das Gerenne um Hausaufgaben, Klausuren, Leistungskontrollen, Stoffmitschriften … ufert aus et cetera.

MfG

Ahoi! und H wie Hola!

Ganz schelchte Idee. Zwei Piepel kommen, der Lehrer liegt
quasi im Bereitschaftszimmer auf der Lauer und die restlichen
28 Mann sonnen sich den Wanst mitten in der Woche im Freibad.

Organisatorisch viel zu aufwendig und auch nicht sinnvoll im
Hinblick auf Unterrichtsorganisation. Ständig fehlt einer, das
Gerenne um Hausaufgaben, Klausuren, Leistungskontrollen,
Stoffmitschriften … ufert aus et cetera.

Genau meine Meinung. „Bereitschaftsdienst“ für Lehrer. Da wird Lehrer doch zu absoluten Traumjob oder???

Und was mir grad noch einfällt:
Ferientage zum Selbstverteilen klappt nie. Zumindest nicht zuverlässig. Da vergisst mal einer, wie lange er schon Ferien genommen hat und andere wollen für ein verlängertes Wochenende Überstunden machen. Oder am Anfang des Schuljahres sind dann alle Ferientageschon weg. Und dann gibts das ganze Jahr über keine Ferien mehr.
Kommt mir jetzt spontan die verunglückte Taschengeldwirtschaft einiger Jugendlicher in den Sinn…Ist sowas Ähnliches.

Eure pommesbude

Unfug
Hallo,

Entschuldigung, dass ich gleich so deutlich meine Meinung darstelle.

Wie soll da ein geregelter Unterricht erfolgen, wenn immer einige Schüler fehlen, diese in den nächsten Stunden nicht wissen was gelaufen ist und durch Nachfragen den Fortgang stören.
Bitte kein Mißverständnis, natürlich sollen/müssen Schüler nachfragen, aber wenn diese Wissenslücke durch eigenes Verschulden verursacht wurde hemmt es.
Auch jetzt können doch Schüler schon in begründeten Fällen vom Unterricht befreit werden.
Eine Alternative ist:
das Schuljahr in Trimester aufzuteilen. Jeder Schüler muss zwei Trimester im Jahr am Unterricht teilnehmen, das dritte ist Urlaub.
Gesetzliche Feiertage und wirklich dringende Ereignisse bleiben unberührt.
Aber solche Regelung würde eine völlig neue Organisation der Lehrpläne und ein Umdenken erfordern, ob das die deutsche Bürokratie schafft wage ich zu bezweifeln.

Gruß Volker

Auf so eine absurde „Idee“ kannman nicht vernünftig antworten.
Ist heute der 1. April?

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

also das SElbstentscheiden ist Blödsinn, warum, wurde
ja schon noch erwähnt.

Aber ich kenne nun drei Systeme (rein von der Ferien-
verteilung).
Deutschland, Zimbabwe, Saudi Arabien.
In Saudi Arabien sind notgedrungen die Sommerferien
sehr lang (10 Wochen mind.). Das ist besch…eiden.
Die Kinder vermissen irgendwann ihre Freunde, ihnen
wird langweilig, und der Antritt ins neue Schuljahr
ist sehr schwierig. Und im Jahr fehlt einfach ab und
zu eine kleine Pause.
Deutschland: geht so.
Zimbabwe: das fand ich ideal.
Das Schuljahr ist in Trimester eingeteilt. Sieht dann
so aus: immer 3 Monate Schule, 1 Monat Ferien (das ist
dann ein Monat über Weihnachten und Neujahr, was dort
natürlich auch Hochsommer ist; 1 Monat Osterferien,
1 Monat Winterferien). Das sind
lange genug Ferien, um Urlaub und soweiter reinzupacken,
nicht zu lange, um alles zu vergessen. Und man kann
wirklich auf diese Tage hinarbeiten und sich nochmal richtig
anstrengen, weil man ja weiß, dass man (relativ bald) eine
Verschnaufpause kriegt.

Gruß
Elke

jeder Schüler eine Anzahl
Urlaubstage bekommen, die er frei nehmen kann

Hallo,
in Bayern gibt es ein vergleichbares Verfahren: Am Gymnasium fehlt manchmal ein Schüler einige Tage (bis zur einer Woche) im Unterricht, muss aber den versäumten Stoff selber nachholen und evtl. in dieser Zeit versäumte Prüfungsarbeiten nachschreiben. Das ist aber eine höchst unfreiwillige Sache, nämlich eine von der Schule verhängte Strafe namens „Ausschluss vom Unterricht“ für schwere Verstöße gegen die Schulordnung.
Sollte ein solches Versäumen des Unterrichts, das wegen seiner Folgen als Strafe ziemlich gefürchtet ist, zum Normalfall werden? Täte man Kindern damit wirklich einen Gefallen?
Beste Grüße!
H.

hallo

entschuldige, aber das halte ich für hochgradigen schwachsinn.
ach, klausur steht an…na dann mach ich mal frei, darf ich ja.
oder heute is abgabe für ne hausarbeit, da komm ich doch gleich mal nich.
?!??
man kriegt doch als lehrer nie die komplette klasse zu gesicht.
außerdem ist es grade für kleinere schüler knochenhart das ganze jahr durchzuarbeiten ohne mal 10 tage pause zwischendrin. und zu lange sommerferien werden ganz schnell langweilig.

gruß
yvi

Wo bleiben Ideen???
Hallo,

es ist doch i.O., wenn Ze, ihm seine Frau (naja, hab grad mal „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ gelesen), eine Anregung stellt.

Da auf Elternabenden viel gemeckert wird, auch über Freizeit, „verschenkte“ Brückentage oder was auch immer, gibt es außer den Vorschlägen, Trimester, s. Elke oder mein Posting (in versch. Varianten), keine weiteren Ideen, das wäre wirklich schade.

Schule muss leben (!), dass heisst aber auch, dass ALLE (Schüler, Eltern und Lehrer) Ideen gleichberechtigt (!) liefern sollten.

Damit ich mich nicht mit fremden Federn schmücke, die Idee mit den Trimestern stammt nicht von mir, der Vater einer ganz frühen Freundin hat diese Idee als Büchlein veröffentlicht.

Als aktiver Schüler, d.h. an Schule/Bildung interessiert und in der SV aktiv, fand ich diese Idee gut.

Also, nur Mut, ich bin auf Vorschläge gespannt, ich denke, dass ist auch das, was Ze initiieren wollte.

Gruß und einen schönes Wochenende

Volker

H wie Hola.

Warum Ideen?

Das mit den Trimestern ist auch nicht unbedingt sinnvoll. Alles hat Nachteile. Der Nachteil des Halbjahressystems ist die Periode Dezember/Januar. Hier fehlt es vielen Lehrern an Motivation/ Härte, den Schülern klarzumachen (wie auch immer), daß das Halbjahr bis zur Zeugnisausgabe andauert und die Wintermonate keinen Urlaub bedeuten.
Nach viel gewaltigere Nachteil des Trimestersystems ist die Zerstückelung und die gesamte Umorganisation, die notwendig wäre, deutsche Lernformen in drei Abschnitte zu pressen.

Das letzte, wo man herumbasteln sollte, ist die Jahresaufteilung des Schuljahres. Das Wegstreichen der vielen unsinnigen Kurzferien ist vielleicht der einzige Schritt, mit dem man etwas vorweisen könnte. Es bleibt aber die Sinnfrage offen: Der etwaige Wegfall würde am desolaten Lernrhythmus des deutschen Schülers auch nichts ändern. Ob da nun zwei Wochen Ferien dazwischen liegen oder nicht, würde keinen Anheben, denn ob ich nun falsch und zuwenig lerne mit oder ohne zwei Wochen Pause mitten im Oktober, gibt keinen Unterschied.

An ganz anderen Stellen muß man den Hebel ansetzen. Stichwort jährliche Großprüfung im Juli, kontinuierlichen Lernanreiz/-zwang einführen et cetera. Das „Sommerloch“ entsteht nicht wegen der Sommerferien, sondern weil es niemanden in der Schule anhebt, ob die Schüler das zurückliegende Jahr Stoff wirklich verstanden haben.

MfG

Hallo,

leider kenne ich das USA-System nicht, vielleicht kannst Du ja einiges übertragen und erläutern.

Gruß Volker

H wie Hola.

Ich spreche nicht vom US-System. (?!)

MfG

Hi,

war mein Fehler, ich habe auf das US-System aufgrund Deiner ViKa getippt.

Entschuldigung!

Gruß Volker

Hi wie Hola.

)

Nee, ich meinte eher gewisse Zustände in Deutschland. Die Ferienverteilung ist sicherlich etwas zerstückelt, doch ist das wieder so ein Bereich, wo man als letztes herumbasteln sollte, weil es für sich genommen am wenigsten bringt.

Bei vielen Schülern läuft es so ab: In den niederen Klassen werden eigentlich Grundlagen gelegt, die wichtiger sind, als alles andere, weil man immer wieder auf diese Grundlagen zurückkommen muß. Hier geht es besonders um Klasse 5 bis 7 (für Mathe bspw.: Bruchrechnen, Zahlenbereiche, Rechenoperationen dritter Stufe, Termumformungen, Gleichungslehre, Gleichungssysteme, Rechentechnik allgemein). Es gibt aber bis auf die ganz normale Notengebung, die sich immer auf einen recht engen Zeitraum beschränkt, keine Kontrollen und Feststellungen darüber, ob nun wirklich Verständnis aufgebaut wurde.
Die Lage wird noch undurchsichtiger, wenn - wie ich es auch zur Genüge kenne - am Vortag irgendjemand gefragt, mit demjenigen dann kurz gepaukt und sich mit einer knappen ‚4‘ zufrieden gegeben wird. Der aufgeweichte Notenmaßstab leistet dort seinen Beitrag, denn die ‚6‘ ist schlicht eine überflüssige Note, die u.a. die ‚3‘ und die ‚4‘ aufwertet. Ist die Klassenarbeit geschafft, geht der Lehrer (mit Lehrplänen als bloße Empfehlung, statt als verbindlicher Mindeststandard) im Stoff weiter. Er baut darauf, daß die Schüler das bisher Gelernte weiter anwenden können.

Das ist übrigens auch *die* Standardausrede, wenn es um umfangreichere Leistungsfeststellungen in höheren Klassen geht: Man redet sich gerne heraus mit dem „Argument“, das Basiswerden werde ja indirekt an den komplexen Themen mitabgeprüft.

Und so schleppt sich der Schüler von Stoffgebiet zu Stoffgebiet und das Prinzip „Aus dem Auge, aus dem Sinn.“ nimmt immer größere Auswüchse an. Dann kommt plötzlich die Realschulabschlußprüfung. „Plötzlich“ sind Lücken riesengroß, Leistungen schlecht, Probleme „spontan“ vorhanden. Eltern empören sich, wie man es kennt: einerseits dumm und dreist, weil ihrem Junior ein Haar gekrümmt wurde, andererseits zurecht, weil es bisher nicht *unbedingt* nach „durchfallen“ oder „schlechten Noten“ ausgesehen hat.
Die Ferien tun zu diesem typischen Lernrhythmus auch ihren Beitrag, indem das berühmte Sommerloch entsteht. Das kennt so ziemlich jeder Schüler, mir ging es sicherlich nicht anders. Man kommt aus längeren Ferien und alles ist wie weggeblasen. Niemanden interessiert es, der Schüler ist meistens auch nicht der engagierte Streber, dem nun viel daran liegt, auf Grund charakterlicher Reife und Einsicht seine Lücken aufzuarbeiten.

Und so zieht man seine Kreise, während man in schöner Regelmäßigkeit die „Skandale“, „Schocks“, „Expertenrunden“ et cetera sieht und hört.

Selbstverständlich ist das dann auch immer die Stunde der Weichspüler, die den achso geplagten Schülern weniger Hausaufgaben, weniger Streß usw. zumuten wollen, damit die Bildung auch ja an der Eingangstüre der Schule abgegeben wird, wenn der Unterricht vorbei ist.

Wenn es nicht so ernst wäre, müßte man sich glatt totlachen. :smile:

Auf jeden Fall gibt es dennoch Ideen, die hochinteressant sind, wie eben erwähnte jährliche Prüfungen (die quasi nur Vorteile für alle Seiten hätten).

MfG

Hola,

viel weiter reichen meine Spanisch-Kenntnisse nicht mehr.

Bei vielen Schülern läuft es so ab: In den niederen Klassen
werden eigentlich Grundlagen gelegt, die wichtiger sind, als
alles andere, weil man immer wieder auf diese Grundlagen
zurückkommen muß. Hier geht es besonders um Klasse 5 bis 7
(für Mathe bspw.: Bruchrechnen, Zahlenbereiche,
Rechenoperationen dritter Stufe, Termumformungen,
Gleichungslehre, Gleichungssysteme, Rechentechnik allgemein).

Ja, da triffst Du den Nagel auf dem Kopf! Die Grundlagen sind wichtig, den „Rest“ können sich die älteren Schüler selbst erarbeiten! Aber genau hier wird gespart, nach dem Motto „Bruchrechnung kann doch jeder“.

Das ist übrigens auch *die* Standardausrede, wenn es um
umfangreichere Leistungsfeststellungen in höheren Klassen
geht: Man redet sich gerne heraus mit dem „Argument“, das
Basiswerden werde ja indirekt an den komplexen Themen
mitabgeprüft.

ist was dran.

Und so schleppt sich der Schüler von Stoffgebiet zu
Stoffgebiet und das Prinzip „Aus dem Auge, aus dem Sinn.“
nimmt immer größere Auswüchse an. Dann kommt plötzlich die
Realschulabschlußprüfung. „Plötzlich“ sind Lücken riesengroß,
Leistungen schlecht, Probleme „spontan“ vorhanden. Eltern
empören sich, wie man es kennt: einerseits dumm und dreist,
weil ihrem Junior ein Haar gekrümmt wurde, andererseits
zurecht, weil es bisher nicht *unbedingt* nach „durchfallen“
oder „schlechten Noten“ ausgesehen hat.

Ja, auch hier ist was dran, ich bin selbst im Abiturstress, mein älterer Sohn macht bald seine Prüfung in Mathe, d.h. Papa muss sich nochmal alles reinziehen um es vermitteln zu können.
Wir können jetzt gleich das Thema Chancengleichheit einfliessen lassen, die gibt es nicht!
Soll ich meinem Sohn sagen, ich helfe Dir nicht?

charakterlicher Reife und Einsicht seine Lücken aufzuarbeiten.

Ich habe einige (wenige) Nachhilfeschüler gehabt, die ihre Defizite selbst erkannt hatten und Hilfe wollten, es hat richtig Spass gemacht mit ihnen zu arbeiten, sie haben gelernt und verstanden!
Wenn Eltern ihre Kinder zur Nachhilfe „prügeln“ wird es nichts.

Gruß Volker

H wie Hola.

Meinst Du ich kann mehr Spanisch? *ggg*

Ja, da triffst Du den Nagel auf dem Kopf! Die Grundlagen sind
wichtig, den „Rest“ können sich die älteren Schüler selbst
erarbeiten! Aber genau hier wird gespart, nach dem Motto
„Bruchrechnung kann doch jeder“.

So drastisch muß es gar nicht sein. Selbst erarbeiten in der Schule ist immer eine zwiespältige Sache.

Es ging mir vielmehr darum, aufzuzeigen, daß viele Schüler - speziell in Mathe - durch fehlende Grundlagen unnötig „leiden“. Bei Nachhilfeschülern merkt man das immer besonders. Hier liegt oft die einfachste Rechentechnik brach und die Kinder der Schöpfung stellen sich an, wie die ersten Menschen. Zu hören bekommt man dann, daß die Klassenarbeit doch vorbei sei, richtig gelernt (verstanden) wurde sowieso nicht und eigentlich ist es jetzt ziemlich Scheiße, daß man diese Grundlagen plötzlich wieder brauchen würde.

Erfahrungsgemäß zeigen sich jedoch überdurchschnittlich starke Verbesserungen, wenn auch ordentlich Rechentechnik eingetrichtert wird - also den Taschenrechner im hohen Bogen aus dem Fenster geworfen und Kopfrechnen und schriftliches Rechnen bis der Kopf raucht oder der Tisch knarrt.

Solche Lücken würden erst gar nicht aufreißen, wenn es jedes Jahr über den Stoff des gesamten Schuljahres Prüfungen gäbe. Damit man teilnehmen darf, müßten „Belege“ eingeführt werden, die in Eigenverantwortlichkeit zu bearbeiten sind und dann abgegeben werden müssen. Die Prüfungen würden dann wieder sicherstellen, daß die Schüler sich (zumindest halbwegs) den ganzen Stoff nochmals anschauen und lernen. Auch hier greift (wie bei den Belegen zur Zulassung) sofort der Effekt, daß man am meisten lernt, wenn man 1. sich selbst hinsetzt (und anstrengt) und 2. immer 'mal wieder Dinge ins Gedächtnis zurückruft (Wiederholungseffekt).
Damit keine Härtefälle bei der Prüfung auftauchen, sollte natürlich die Vornote mit in die Endnote hineinrechnet werden. Hier ist von 25% bis 67% alles denkbar. Versetzt wird jedoch nur bei bestandener Prüfung.

Weitere Nebeneffekte:
Die Schüler würden an Prüfungssituationen als Streßfaktor gewöhnt und nicht plötzlich nach 10 oder 12 Schuljahren ins Unbekannte gestoßen werden. Weiterhin kann man solche Prüfungen problemlos zentralistisch mit minimalem Aufwand organisieren (die deutsche Bürokratie würde natürlich wider aller Vernunft und Einsicht anderes behaupten).
Es könnten sozusagen sehr effinzient einheitliche Standards geschaffen werden; für Eltern gäbe es schlagartig deutlich mehr Transparenz über Leistungsstand und Entwicklung des Nachwuchses. Privatschulen und andere Förderorganisationen hätten zugleich einen Vergleichsmaßstab bei der Hand und könnten gezielt auf Schüler zugehen. Etwas Ähnliches ist in den USA üblich, in dem die staatlichen Tests benutzt werden, um gute oder sogar begabte Schüler zu finden.

Man müßte nicht einmal Abstriche bei der Intensität hinnehmen, denn die typischen Fächer könnten schriftlich geprüft werden, während alles andere mündlich vor Ort geregelt wird. Damit wären auch mündliche Prüfungen kein Hehl mehr für Schüler.

Wirkliches Anlaufproblem eines solchen Modells wäre besonders der notorische Lehrermangel in den deutschen Schulen. Damit hier nicht noch mehr Belastung auf ohnehin schon geplagte Schultern gelegt wird, bräuchte man schlicht mehr Personal.
Wenn man sich das so durchdenkt, ist es die blanke Schande für Deutschland, daß es wieder an einer solchen Stelle hängen würde.

Ja, auch hier ist was dran, ich bin selbst im Abiturstress,
mein älterer Sohn macht bald seine Prüfung in Mathe, d.h. Papa
muss sich nochmal alles reinziehen um es vermitteln zu können.

Aber warum? Willst Du das Abitur oder Dein Kind?

Unterstützung gut und schön, doch es gibt Grenzen.

Soll ich meinem Sohn sagen, ich helfe Dir nicht?

Dieser Anpfiff hätte vielleicht eher kommen müssen, womit wir wieder beim Lernrhythmus wären. :smile:

MfG

Nur ganz kurz
Hola,

Soll ich meinem Sohn sagen, ich helfe Dir nicht?

Dieser Anpfiff hätte vielleicht eher kommen müssen, womit wir
wieder beim Lernrhythmus wären. :smile:

Ja, aber wenn Du meine Postings verfolgt hättest, wüsstest Du, dass ich zurzeit arbeitslos bin und verschiedene Verträge in D angenommen habe, also kaum zu Hause war.
Jetzt wünsche ich Dir einen schönen Abend.
Gruß Volker

Hallo,

Meinst Du ich kann mehr Spanisch? *ggg*

Na, da bin ich ja froh, dass Du mich entlastest.

So drastisch muß es gar nicht sein. Selbst erarbeiten in der
Schule ist immer eine zwiespältige Sache.

Aber machbar, ich habe sehr, sehr unterschiedliche Klassen erlebt, in einigen war ein selbststäniges Lernen möglich.

Es ging mir vielmehr darum, aufzuzeigen, daß viele Schüler -
speziell in Mathe - durch fehlende Grundlagen unnötig
„leiden“. Bei Nachhilfeschülern merkt man das immer besonders.
Hier liegt oft die einfachste Rechentechnik brach und die

Ja, genau, das habe ich doch in meinem Posting gesagt, die Grundlagen müssen solide sein, das kann aber kein „Aushilfslehrer“!
Ich hatte in der Quarta einen Kunstlehrer, der uns in Mathe unterrichtete und immer nervös wurde wenn sich jemand meldete, „Hab ich schon wieder einen Fehler gemacht?“

Thema Taschenrechner, hm, kann man drüber streiten.
Grundsätzlich hast Du recht, erstmal die Mathematik lernen, kannst Du noch mit der Logarithmen-Tafel umgehen oder einen Rechenschieber nutzen?

WEnn der TR in der Klasse eingeführt ist, werden schlicht auch die Aufgaben schwieriger.

Mein Sohn hat mal eine Mathearbeit verhauen, weil er nicht die Klammerfunktion richtig benutzt hat.

Wie soll ich das beurteilen???

also den Taschenrechner im hohen Bogen
aus dem Fenster geworfen und Kopfrechnen und schriftliches
Rechnen bis der Kopf raucht oder der Tisch knarrt.

Das wirst Du nicht durchsetzen können, der TR ist mittlerweile ein Alltaggegenstand!
Du wirst aber auch erstaunt sein, wie gerne die Schülerinnen und Schüler „Kopfrechnen“.

Gruß Volker